Balkonkraftwerk oder "richtige" PV Anlage

  • Hallo zusammen,


    ich habe bei mir eine normalgroße Flachdachgarage am Haus stehen, auf die ich eine PV Anlage setzen lassen möchte.

    Es handelt sich um knapp 36qm, wobei die Garage nur 3,5m breit ist. Ich weiß nicht, ob zwei Reihen PV-Module überhaupt dort Platz hätten.

    Zudem wäre die Garage erst ab 11 Uhr im Sommer Schattenfrei. Vorher werfen zwei schmale, hohe Bäume ihren Schatten bis zur Hälfte drauf.

    Ausrichtung ist eigentlich sonst optimal.


    Für mich stellt sich nun die Frage, ob ich ein Balkonkraftwerk draufsetze oder eine "richtige" PV Anlage, die größer ist.

    Geht um Eigennutzung, am besten wohl ohne Speicher, um es rentabel zu halten.

    Wir selbst verbrauchen mit 2 Personen rund 3.500 kwh pro Jahr. Natürlich den großteil Abends, aber da würden wir versuchen, ein bisschen umzudenken.


    Hatte schon bei EON und bei drei Fachbetrieben angefragt, wegen einer PV Anlage. EON und ein Betrieb haben mir gesagt, es würde sich nicht rechnen, da was draufzusetzen. Zwei andere sind der Meinung, es würde passen. Angebote kommen aber erst Ende des Monats.


    Für mich ist nun nicht ganz klar, ob ich lieber nur ein Balkonkraftwerk bis zu 1.000W nutze (das sollte ja nur angemeldet werden müssen, richtig?)

    oder ob ich größer baue und dann den "Aufwand" mit der "ständigen Meldung" ans FA etc. habe.

    Was denkt ihr?


    Aufs Hausdach würde sich eine PV-Anlage wegen der Nord-West Ausrichtung leider nicht lohnen, daher der Ausweg mit der Garage.


    Liebe Grüße


    Dennis

  • Und Dein Haus hat kein Dach?


    ICH würde ja erst mal das Hausdach belegen und ggf. über die Garage als gleichzeitige Ergänzung nachdenken.

    Balkonanalgen machen eigentlich nur unter zwei Voraussetzungen Sinn:

    - die Immobilie gehört Dir nicht

    - Du hast wirklich nur den Balkon zu Verfügung


    Der Aufwand für die Anmeldung hält sich in Grenzen. Man muss sich halt 1-2 Tage damit beschäftigen und dann ein paar Stunden lang die Unterlagen ausfüllen. Das erste Jahr dauert die Steuer auch etwas. Die 19 folgenden Jahre ist es dann nur Zahlen austauschen.


    Lies Dich mal hier ein, mache Dir Gedanken (auch um Deinen Verbrauch: E-Auto kommt wann? Wärmepumpe statt Öl/Gas kommt auch irgendwann?) und plane eine richtige Anlage. Der geistige Aufwand ist ziemlich identisch, egal wie groß.


    Ein Problem hast Du derzeit: alte EEG-Vergütung wirst Du zeitlich nicht mehr schaffen. Neue EEG-Vergütung steht noch in den Sternen.

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    12,8kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)

  • Die Ausrichtung des Daches ist laut Aussage zweier Fachfirmen nicht geeignet, für eine PV Anlage. Solarthermie hätte wohl geklappt, kommt aber kostentechnisch nicht in Frage.

    Daher blieb nur die Garage übrig. E-Auto ist ab 2021 eventuell geplant, steht aber noch nicht fest. Gasheizungen sind wegen Mieter nicht wegzudenken.

  • Fachfirmen die der Meinung sind:

    - Solarthermie ja

    - PV nein

    Also die würde ich nicht mehr auf dem Grundstück haben wollen.


    Welchen Rücklauf fährt Deine Heizung? 35°C? Was nützt Dir da 25-30°C warme Soße von der Solarthermie? Nichts...

    Welchen Nutzen hast Du von kochendem Wasser im Sommer von der Solarthermie? Keinen...

    PV deckt Dir im Sommer 100% Deines Wärme- UND Strombedarfs, in der Übergangszeit 50% und im Winter noch 25%. Solarthermie kommt da vielleicht im Schnitt auf 10% - logischerweise nur Deines Wärmebedarfs...


    Dein geplantes E-Auto wird Deinen Stromverbrauch gehörig nach oben schrauben. Die Gasheizungen sind vermutlich mit etwas Gehirnschmalz und Wärmemengenzähler gegen Wärmepumpe austauschbar. Um Gottes Willen meinetwegen auch Wärempumpe mit Gastherme als Spitzenlastabdeckung. Wenn die Therme nun schon mal da und bezahlt ist, auch ein gangbarer Weg.


    Ich empfehle in Deinem Falle: Nimm einmal Geld in die Hand (500-1000€) und lasse Dir einen Energieberater ins Haus kommen. Dann stelle ALLES (Wärme, Warmwasser, Strom) auf den Prüfstand und lasse Dich ordentlich beraten. Dieses Konzept gilt es dann nach und nach umzusetzen.


    Ich hab das vor 10 Jahren hinter mich gebracht. Jetzt hab ich in meinem Altbau (1884) ne Wärmepumpe mit wasserführenden Kamin als Spitzenlastabdeckung und erzeuge mit der PV 50-75% des GESAMTEN Energiebedarfs selbst, der Rest kostet mich aktuell 400€/anno. Wie gesagt: Wärme UND Strom.


    Spätestens in 10Jahren wird es keine neuen Öl- oder Gasheizungen mehr geben. Punkt. Wird passieren, sicher...

    Entweder beschäftige Dich in Ruhe mit dem Thema oder dann, wenn Du musst weil die Heizung streikt.

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  • Auf Deinem Grundriss sehe ich ein Gebäude mit vermutlich Dächern in Ost-West-Ausrichtung. Ideal für die üblichen Nutzerprofile mit morgens und abends hohem Stromverbrauch...


    Zeig mal Deine Dächer mit Luftbild (GoogleMaps) und Maßen.

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  • Hab leider keinen aktuellen Plan mit den Abmessungen der Gaube etc. Das ist hier das Luftbild aus Google Maps. Die durchgestrichene Doppelhaushälfte gehört dem Nachbarn, da kann ich nichts drauf machen. Der hat auch kein Interesse an einer Investition.


    Haus ist von 1954 und aktuell sind es 3 Wohneinheiten. Wir bewohnen nur eine. In Zukunft werden wir 2 WE zusammenlegen und die dritte vermietet lassen. Heizung erfolgt über 3 Gasthermen (ca. 5 Jahre alt) und Warmwasser über einen Durchlauferhitzer in jeder Wohnung.

  • Herrlich große Gauben mit flacher Neigung...

    Schornsteine müssten runter oder in Richtung First verlegt werden, mit Gastherme aber kein Thema.

    Problem ist der erforderliche Abstand zum Nachbarn wegen Brandschutz. Mit Garage zusammen sollte da aber was möglich sein.


    Da sollte schon was gehen. Nochmal mein Rat: Energieberater ins Haus holen, den vernünftig bezahlen damit vernünftige Ergebnisse herauskommen. Und dann nach und nach in dieser Richtung sanieren. Irgendwann muss Du sowieso da ran. Also lieber jetzt Gedanken machen und dann nach und nach umsetzen.


    Wenn Du bis dahin erstmal eine kleine, billige, einfache Kleinanlage auf die Garage machen willst: mach es. Möglichst mit Leerrohr zum Haus für spätere Flexibilität. Vorarbeiten möglichst in Eigenleistung. Viel wird es aber nicht bringen da dort jede Menge Bäume stehen.

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  • Okay, danke dir. Werde ich mal in Betracht ziehen. Energiekosten sind einfach viel zu hoch. Da müssen wir was tun.

  • Hatte jetzt die BMIGroup da, die mir eine Ertragsprognose für die Garage erstellt haben. Hausdach lohnt sich definitiv nicht, haben sie gesagt. Die Gaube ist nicht optimal und zudem nicht sehr breit mit Fenster. Dachpfannen auch nicht die Neusten, müssten garantiert in den nächsten 20 Jahren erneuert werden. Links daneben würde die Gaube zudem Schatten werfen, also macht ein Solarpanel an der Stelle auch keinen Sinn.

    Bleibt im Grunde nur die Garage. Ertragsprognose waren laut der Firma 1.696 kWh. Sie würden 6 Module installieren, die zusammen 1,95 kWp generieren können. Das wären 6 x Mono S2 325W (v1), Hersteller: SF Solar Fabrik GmbH & Co. KG mit 11° Neigung Richtung Osten 90°.

    Kostenpunkt wären allein für die Module ca. 3.000 EUR. Dazu dann noch die Kosten für Dachdecker, der eine neue KEBU Bahn drauf macht und die Anlage aufbaut und einrichtet. Der Aufwand, den Hof mit einem Lehrrohr zu versehen, das ca. 0,5m tief liegt wäre in Eigenleistung durchzuführen.


    Bin mir nicht sicher, ob sich der Aufwand für die geringe Ausbeute wirklich lohnt. Internet spricht von ca. 30% Eigennutzungsquote. Dann wäre ich nach 10 - 12 Jahren kostenneutral. Bei der niedrigen Stromerzeugung der Anlage wäre aber ein höherer Verbrauch auf jeden Fall sinnvoll (weiß nicht, ob es möglich ist).


    Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Das Geld lieber anlegen und maximal ein Balkonkraftwerk hinstellen (oder gar nichts) oder die Anlage erwerben?

  • 3.000€ für 6 Module klingt verdammt teuer, aber ich vermute mal, da gehören dann auch Unterkonstruktion, Verkabelung, Absicherung und Wechselrichter etc.pp. dazu - oder tatsächlich NUR die Module?


    ich sehe hier ein paar Stellschrauben, an denen Du evtl. drehen könntest:

    1.) Ich weiß ja nicht wieviel Du Dir zutraust selbst in die Hand zu nehmen, aber bei Montage auf dem Dach - das wäre eine Möglichkeit das komplett in Eigenregie zu machen, dann hättest Du nur die Materialkosten + Elektriker für die Betreuung und Anschluss an den Zählerkasten etc. Müsstest halt einen finden, mit dem Du Dein Vorhaben auch genau so abstimmen kannst, dass er Dir die relevanten Richtlinien vorgibt um hinterher auch dafür unterschreiben zu können

    2.) zudem sind Module mit 325W nicht mehr "State of the Art" da bist Du aktuell bei 345W als Standard. Ist jetzt nicht die Welt aber bei nur 6 Modulen zählt jedes Watt

    3.) a propos 6 Module: bei 3,5m Garagendachbreite sollten ja wohl locker zwei Reihen mit je 1,65m hinpassen. Wie lang ist die Garage? Weil da passen dann sicher auch mehr als 6 Module drauf.

    4.) was ist mit den schattenwerfenden Bäumen, könen die nicht weg?