Wer weist dem Speicher die Energie zu?

  • Hallo zusammen,


    hier ist gerade ein EFH-Neubau KfW40Plus in Planung. Heizung wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.

    Welches Stück Technik sagt der Energie vom Dach, ob sie über die Wärmepumpe als Wärme in das Haus bzw. den Wasserpufferspeicher fließen soll, oder in den Batteriespeicher? Das ist zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr ja vermutlich nicht immer in der gleichen Einstellung sinnvoll?

    Auf fummelige selbstgeschriebene Skriptlösungen in einem Raspberry oder ähnliches will ich nicht angewiesen sein.

    Auch möchte ich nicht täglich in Abhängigkeit der Wettervorhersage manuell eingreifen müssen.


    Optimiere ich das über die Jahre selbst in einem stabil laufenden, zukaufbaren System oder ist das eine triviale Frage und es gibt eine gute Standardeinstellung in einem Gerät das ich sowieso schon haben werde?


    Bitte entschuldigt falls die Frage dusselig ist, aber ich beginne gerade erst mich mit diesen Themen auseinander zu setzen.

  • Wie sieht denn dein Setup aus?


    Ein Hybrid-WR an den ein Akku gehaengt wird wird zunaechst mal die Verbraucher bedienen und wenn dann noch was uebrig ist in den Akku schieben. Die Info darueber, wie viel Strom im Haus verbraucht wird, ermittelt er ueber die Daten eines Sensors am Einspeisepunkt.

    Also z.B. meldet der Sensor "es wird mit mit 2 kW eingespeist" und der WR weiss er gibt 5 kW ab, dann kann er 2 kW in den Akku lassen, die restlichen 3 werden ja im Haus verbraucht.


    Wenn du steuerbare Verbraucher hast, kann der WR das auch tun, falls er entsprechende Digitalausgaenge hat.


    Auf fummelige selbstgeschriebene Skriptlösungen in einem Raspberry oder ähnliches will ich nicht angewiesen sein.

    Sofware ist immer "selbstgeschrieben". Ich glaube, du hast eine zu romantische Vorstellung davon, wie Software in Unternehmen entwickelt wird. Das ist nicht zwingend qualitativ hochwertiger als das, was ein Hobbyist hinbekommt.

    Vor allem, wenn das besagte Unternehmen eigentlich gar keine Software macht sondern einfach nur seine Geraete halt irgendwie zum Laufen bekommt.

  • Ein Hybrid-WR an den ein Akku gehaengt wird wird zunaechst mal die Verbraucher bedienen und wenn dann noch was uebrig ist in den Akku schieben.

    So macht das (leider) die Mehrheit, einige versuchen nicht den Speicher dann schon voll zu haben, wenn die höchsten Erträge kommen.

    Im Sommer stelle man die WP für die WW-Bereitung am besten so ein, daß sie das zur Zeit der höchsten Erträge macht, was von der Anlagenausrichtung abhängt, meist aber am frühen nachmittag ist. Scheint die Sonne ist alles perfekt, scheint sie den ganzen Tag nicht nenenswert, ist es egal und komtm gerade an einem Tag ein Mittagsgewitter runter hat man Pech gehabt. Mit sehr wenig Aufwand erreicht man imo damit ein recht gutes Ergebnis. Mit einigem an Technik kann man das sicher verbessern, wenn es dir eher keinen Spaß macht da rumzutüfteln, würde ich da nicht groß investieren.

  • Danke für eure Antworten.


    Ich habe verstanden, dass man in der Wärmepumpe die Einstellung vornimmt, wann diese die Energie von der PV-Anlage verwendet. Das geschieht dann über eine Uhrzeitvorgabe nehme ich an.


    Und ich habe verstanden, dass es Optimierungsmöglichkeiten gibt wenn man Spaß dran hat.

    In welchem Hardwaresystem läuft dann die Software mit der das ganze noch optimiert werden kann?


    Ich kann mir gut vorstellen, dass ich Spaß daran haben werde - will aber nicht drauf angewiesen sein. Kann ich diese Einschätzung beim Aufbau des Gesamtsystems schon irgendwie berücksichtigen?

  • Über die (Un-)"Sinnghaftigkeit" von Speicherlösungen gibt es im Forum schon genug Beiträge!

    Wenn du unbedingt einen haben mußt, ist es deine Entscheidung.


    Zu deinem Anliegen:

    - wieviel kWp wirst du auf´s Dach installieren,

    - wie hoch ist dein Eigenverbrauch im Haus,

    - soll die Batterie "nur" Notstrom-Funktion haben, oder das Hausnetz (vollständig) versorgen .... E-Herd, Wama, WP etc.

    - für welche Batterietechnik entscheidest du dich (Blei- oder Li)


    das solltest du uns bitte mitteilen.


    Im Winter wird die PVA praktisch nichts großartig bringen, also eine Unterstützung der WP und des Eigenbedarfs fällt gering aus. Da hat es schon Probleme die Batterie voll zu bekommen. Das solltest du beachten.

    Bleibatterie ist da etwas "kritischer" wie Li. Die Bleibatterie muß (möglichst) nach jeder Entladung wieder vollgeladen werden, sie darf (möglichst) nicht oft unter 50% Entladetiefe entladen werden. Und wenn du dich nicht ständig darum kümmern möchtest, mus der Hybrid-WR entsprechend eingestellt werden, dass er bei Bedarf die Batterie mit Netzstrom lädt. Das ist mit Verlusten verbunden, so ca. 20 .... 25%.

    Gruß Claus

  • Hallo Claus,


    der Stromspeicher wird so klein wie möglich sein um noch förderberechtigt zu sein für KfW40Plus. Der Fördermittelgeber findet Speicher toll und gibt mir 6.000€ wenn bei der Hausgröße mindestens 2.750Wh Speicher installiert wird.


    - wieviel kWp wirst du auf´s Dach installieren,     
    --> Das ist noch in Klärung ca. 4 oder 8 oder 15kW. Es handelt sich um ein Satteldach folgender Ausrichtung:

    Süd-Ost-Seite (PVGIS: 969 kWh)

    Nord-West-Seite (PVGIS: 824kWh)

    - wie hoch ist dein Eigenverbrauch im Haus,      
    --> Erwarteter Strombedarf: 4.100kWh/a


    - soll die Batterie "nur" Notstrom-Funktion haben, oder das Hausnetz (vollständig) versorgen .... E-Herd, Wama, WP etc.
    --> Notstrom-Funktion ist nicht erforderlich.

    - für welche Batterietechnik entscheidest du dich (Blei- oder Li)

    --> Li


    Grüße

    Stephan

  • Hallo Stephan,


    Der Fördermittelgeber findet Speicher toll und gibt mir 6.000€ wenn bei der Hausgröße mindestens 2.750Wh Speicher installiert wird.

    und was gibt er ohne Batterie?


    Mit 2.750Wh (2,75kWh) kommt die Batterie "nicht weit". Was ich denke, das du mit Batterie die 70% - Regelung umgehen könntest, da kenne ich mich jedoch nicht aus. (betreibe eine Insel-Anlage)

    noch in Klärung ca. 4 oder 8 oder 15kW.

    .... eigentlich so viel wie drauf passt! Dann vielleicht eher 15kWp oder mehr. Der bürokratische Aufwand ist für 4 bzw 15 kWp gleich. Der gerätetechnische Aufwand ist halt größer, aber das wirst du nicht bereuen. Der Ertrag steigt und damit die Vergütung....


    --> Li

    Kann zwischen (100), besser 90....95% und 20....25% Ladezustand "arbeiten" ohne Schaden zu nehmen, muß auch nicht sofort wieder geladen werden. Das ist schon ein Vorteil gegenüber Pb!


    Gruß Claus