Seltsamer Leistungsverlauf am WR

  • Hallo,

    ich habe bei mir am Wechselrichter einen etwas seltsamen Leistungsverlauf bei der Einspeisung und bitte die Fachleute mal um Erklärung.

    Die Daten: WR SunnyBoy 3.6, PV-Generator an String B (nur der wird hier untersucht) mit 6 Modulen 270W 60 Zellen, Ausrichtung Generator Süd, 8 Grad gegen Horizontale. Der Generator wird von einer senkrechten Hauswand an seiner Westseite nachmittags mehr und mehr beschattet (siehe Foto). Ich habe in der relevanten Zeit heute (31.7.20) die Daten aus dem Webinterface des WR abgelesen und mal grafisch dargestellt (siehe Bild - Achtung X-Achse ist bez. der Zeiten nicht äquidistant beschriftet, die Werte stehen aber dran). - Die Werte sind nicht unbedingt sekundengenau, dadurch Abweichungen.

    Mir fällt auf: Der Leistungsabfall tritt schon bei den ersten Beschattungsecken dramatisch ein, das ist aber wohl normal. Weiterhin ist die Leistung (wie auch der Strom) aber nicht monoton abfallend, sondern wie dargestellt. Woher kommt das? Arbeitet der MPP-Tracker in so großen Zeitintervallen und gibt es dadurch temporär eine Misanpassung?

    Gruss, wonk


    Gruss, wonk

  • Der MPP-Tracker arbeitet kontinuierlich. Was du da sehen kannst ist das Schattenmanagement. Das Schattenmanagement (OptiTrac Global Peak) durchfährt bei SMA regelmäßig die gesamte Kennlinie. Je nach Einstellung passiert das alle 6 - 30 Minuten, bei dir dürften 6 Minuten eingestellt sein.

    Nachdem das OTGP festgestellt hat, dass es eine Verschattung gibt, steigt der Strom wieder, da in den verschatteten Moduldritteln die Bypassdioden durchgeschaltet werden und der Rest des Moduls wieder vollen Strom liefern kann.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Zumindest in der Situation (Bild 2) ist auch mit Schattenmanagement der Ofen aus. Wenn alle Module so verschattet werden, kann auch das beste SM nichts machen, da fällt die Leistung massiv ab. Je länger der String, desto besser kann ausgeregelt werden. Und auch nur, wenn wenige Module im String abgeschattet werden. Wer das bei 6 Modulen in Reihe erwartet und mit diesem Schatten, wird sicher enttäuscht werden.

  • Der MPP-Tracker arbeitet kontinuierlich. Was du da sehen kannst ist das Schattenmanagement. Das Schattenmanagement (OptiTrac Global Peak) durchfährt bei SMA regelmäßig die gesamte Kennlinie. Je nach Einstellung passiert das alle 6 - 30 Minuten, bei dir dürften 6 Minuten eingestellt sein.

    Nachdem das OTGP festgestellt hat, dass es eine Verschattung gibt, steigt der Strom wieder, da in den verschatteten Moduldritteln die Bypassdioden durchgeschaltet werden und der Rest des Moduls wieder vollen Strom liefern kann.

    Nur schau doch mal die Module an, wie sie verschattet werden. Ab 15:58 h geht der Schatten über alle Zellreihen hinweg.

    Die Folge ist, das der Strom komplett wegbricht, von 6.5 auf 0.5 Ampere, also kaum noch Leistung.

    Zu diesem Zeitpunkt ist das Schattenmanagement praktisch wirkungslos.

  • Hallo,

    vielen Dank für Eure Erläuterungen. Das Das Schattenbild 1 ist um 15:46 aufgenommen, Bild 2 erst um 16:40, es zeigt nur welche Richtung es läuft. Ich kann in den WR-Parametern nur sehen, dass OptiTrack Global Peak eingeschaltet ist, nicht die Zeiträume der Auslösung. So wie Ihr es beschreibt, wird es wohl so ok sein. Das die Drehrichtung der Module für das Schattenmanagement eine Rolle spielt, ist mir erst jetzt klar geworden. Bei mir hätte ich aber bei anderer Richtung nicht 6 Module verbauen könne oder wäre noch mehr in den Schattenbereich gekommen. Hier übrigens mal der Leistungsverlauf von gestern (wolkenlos). Natürlich bedient der WR noch einen 2.String, dessen Leistungsverlauf ist aber bis auf den Knick um 19:00 schattenfrei kontinuierlich.

    Gruss, wonk

    Gruss, wonk