verschattete Module - extra MPP Tracker?

  • Hi,

    bei mir steht noch eine dritte Anlagenerweiterung an. Der Netzbetreiber hat mir sein OK gegeben (geplant sind nochmal 32 Jinko 330W Module).


    Die Anlage wird auf meinem kürzlich errichteten Carport montiert, ist mit 5° in Richtung Ost geneigt, steht (angebaut) auf der Nordseite des Hauses. Vom aktuellen Sonnenstand (Hochsommer) her macht es keinen Sinn, näher als 2m zum Haus zu gehen.


    So, jetzt wird aber bei niedrigeren Sonnenstand ab Herbst bestimmt die erste Reihe (6 Module) teil- wenn nicht komplett verschattet sein. Wie sollte ich jetzt wegen der Stringverteilung her vorgehen:

    Da die betroffenen Module gleich stark verschattet sind, würde diese Module an einem eigenen MPP/String anzuschließen (vorausgesetzt, der Wechselrichter würde solch kleine Springs erlauben).

  • Das kommt auf deinen Belegungsplan an. Wenn wirklich 32 Module drauf gehen, würde ich die 10 oder 12 sonnigsten in einen eigenen String legen, und den Rest in einen langen 20'er bis 22'er String. Je länger der String, desto länger bleibt er trotz Teilverschattung "am Leben".


    Auf jeden Falll hochkant legen, so dass der Schatten von der langen Seite in die Module wandert.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Ergänzend: Welcher WR wird eingesetzt? Bei Parallelschaltung Schatten zeitlich gleich auf beide Strings verteilen.

  • Am besten mal google Luftbild einstellen und den Carport dort rein malen.

    Auch ein Bild von der Straße, das Carport und die Höhe des Hauses daneben zeigt, wäre sinnvoll.


    Verschattete Module packt man heute nicht mehr in einen separaten String.

    Lange Strings sind die Lösung, damit das Schattenmanagement des WR auch arbeiten kann.


    Hochkant legen und vielleicht auch nur einen 22er String bauen.


    Welche WR hast Du an dem Standort noch im Einsatz und von wann sind die Anlagen 1 und 2?
    Volleinspeiser dabei oder Anlagen mit Vergütung auf DV?

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasonic Aquarea Monoblock 5KW

    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0


    Parke nicht auf unseren Wegen, www.weg.li macht es möglich.

  • Ergänzend: Welcher WR wird eingesetzt? Bei Parallelschaltung Schatten zeitlich gleich auf beide Strings verteilen.

    Wechselrichter ist so eine Sache. Netzbetreiber hat mir einen 17kVA Wechselrichter erlaubt.

    17kVA habe ich deswegen angefragt, weil ich vom Piko 17 schon 3 Stück im Betrieb habe und es mit meinem zentralen NA-Schutz dank Kommunikationsbord relativ einfach funktioniert.

    Tendenz geht aber eher zu einen Kostal Penticore 10 und einem Schütz, welches vom NA-Schutz gesteuert wird.

    von wann sind die Anlagen 1 und 2?
    Volleinspeiser dabei oder Anlagen mit Vergütung auf DV?

    Anlage 1: 9,8kWp, Hausdach Nord mit 2,24kWp, Süd mit 7,56kWp); 2 x SMA SB 4.0 IBN 23.03.2019

    Anlage 2: Pergola (Flachdach mit 5° in West mit 11,9kWp, Scheune Süd mit 19,6kWp, Scheune Nord mit 31,850kWp; 3x Kostal Piko17 IBN am 30.03.2020

    Beides Überschusseinspeiser.

    Die Anlage 3 wird mit Anlage 2 zusammengefasst.


    Netze BW hat mir jetzt nochmals 17kVA Wechselrichterleistung erlaubt (hatte geplant, die thermische Solaranlage noch vom Hausdach zu schmeissen, werde ich aber jetzt erstmal nicht machen). Haben aber in der Bestätigung geschrieben, dass 8kVA sofort ans Netz dürfen. Für mehr muss der Hausanschluss verstärkt werden (was aber für mich kostenlos wäre)


    Mir fallen mehrere Möglichkeiten ein:

    1. Ich hol mir einen 10kW Wechselrichter (Penticore 10) und lass den Netzbetreiber meinen Hausanschluss verstärken

    2. Entspricht Variante 1 + folgenden Gedankengang: da ich aktuell sowieso (dauerhaft an Mittag) nie mehr als 48KW ins Netz einspeise (wegen 34kWp Norddachinstallation) melde ich bei Netze BW anstellt des 10kW Wechelrichters einfach einen 7kW Wechselrichter. Der Techniker (Angestellt beim Netzbetreiber), der beim letzten mal meine Panzersicherungen verstärkt hat, hat mir erklärt, dass er es privat so gemacht hat. "Die Nh-Sicherung (100A) fliegt bei 110A frühestes nach 2 Stunden."- Zitat-Ende.

    3. Ich nehme wirklich einen 7kW Wechselrichter und verschiebe mit meiner Anlage 2 ein paar Strings. Aber ich habe die Norddachanlage der Scheune eigentlich schon ziemlich gut verteilt. Der einzige Wechselrichter an den ich ran kann, ist aber mit 21,65kW schon gut überlegt (ich hab aber aufgrund von 9,75kWp Modulfläche mit Nordausrichtung noch nie mehr als 15,5kW eingespeist)

    4. Ich nehme Variante 3 in anderer Form: anstatt des 7KW Wechselrichters den mit 8.5kW und warte ab, ob der Netzbetreiber wirklich wegen 500W den Hausanschluss verstärkt. Vielleicht bekomme ich bei der Installation der Carport-PV-Anlage nur 30 Module drauf. Das sehe ich aber erst, wenn ich montiere (Schrägdach auf Grundstücksgrenze).

    5. Das hat mein Elektriker vorgeschlagen (der wegen meiner Überbelegung der PV Anlage eh schon große Bauchschmerzen hat): Den mit 21,65kW belasteten Wechselrichter entlasten und wieder einen 17kW Wechselrichter kaufen. Hätte den Vorteil, dass ich einheitliche Wechselrichter und kein Problem mit den zentralen NA-Schutz habe. Das würde maximal 400€ mehr kosten als der Penticore 10.


    Alles in allen: Ich hab zwar einige Ideen, bin mir aber nicht so richtig schlüssig, wie ich das angehen soll.

    Kostal baut zwar meiner Meinung nach die besseren Wechselrichter, das Planungstool von denen ist Müll (bezüglich Überbelegung bei Norddächern). Wenn ich jetzt mein Carport (32 Module mit 330W) im SMA-Tool eingebe bekomme ich für diese Wechselrichter die Ergebnisse:

    8.0kW: 9993,43kW p.A.

    10kW:10.104,37kW p.A.

    =Differenz von 110kW im Jahr, auf 20 Jahre gerechnet gerade mal 198€ Differenz bei der Einspeisevergütung von 9ct (was ich gar nicht haben werde. Vielleicht wäre der 8.5KW Kostal ja sogar ausreichend für mein Carport?

  • Das kommt auf deinen Belegungsplan an. Wenn wirklich 32 Module drauf gehen, würde ich die 10 oder 12 sonnigsten in einen eigenen String legen, und den Rest in einen langen 20'er bis 22'er String. Je länger der String, desto länger bleibt er trotz Teilverschattung "am Leben".


    Auf jeden Falll hochkant legen, so dass der Schatten von der langen Seite in die Module wandert.

    Ich hab das Ding jetzt seit ein paar Tagen testweise im Betrieb.

    An deine Auslegungstips hab ich mich gehalten:

    Ich hab 34 Module von Jinko (330W) sogar drauf bekommen, dafür musste ich aber 3 Module legen und die oberste Modulreihe steht 10cm über.

    Ich hab einen 15er String (komplett unverschattet) und einen 19er String (verschattet) gemacht.

    Vom Schattenmanagement, ich denke da bin ich jetzt schon am Maximum, was bei rum kommen kann:


    Bei dem String ohne Verschattung (3200W/15 Module) kommen um die 210W je Modul heraus.



    Bei dem String mit Verschattung (2 Module voll verschattet, 2 zu 50% verschattet, 2 Module zu Maxima 25% verschattet).

    Wenn ich im Umkehrschluss jetzt rechne:

    Maximal (ohne Verschattung) könnte der String 19 * 210W = 3990W

    - 2 voll verschattete Module: -420W

    - 2 halb verschattete Module: -210W

    - 2 zu 25% verschattete Module: -105W

    = 3255W

    Leistung sind um die 3.000W - also schon zu 92% am errechneten Maximum - kann man zufrieden sein oder?