PV Anlage auf Norddach ergänzen

  • Hallo Zusammen,


    mein Norddach lässt mir keine Ruhe. Ich scheine damit ja grad im Trend zu liegen! ;)Grund sind zum einen die vorhandene 14,85kWp Südanlage die trotz Poolwärmepumpe und Elektroauto zu oft und lange in der Begrenzung hängt. Zum anderen aber die Unterstützung der Sole-Wärmepumpe durch den diffusen Anteil im Winter sowie die Anschaffung eines weiteren Verbrauchers (Plug-In Hybrid B-Klasse). Die PV hält ja ehr lang und es ist schön, wenn man viel günstigen grünen Strom zur Verfügung hat. Die Nordanlage liefert tüchtig im Sommer am Morgen und Abend wenn die Autos laden können. Die Kinder wollen auch mal (E-)Auto fahren. Bislang habe ich dieses Jahr durch einfache aber effektive Steuerung der Verbraucher 66% meines Stromes von Dach geholt, deutlich mehr als erwartet. Das Ziel ist mit dem Norddach über 70% zu schaffen.


    Installiert sind 45St LG330er Module die an an einem Fronius Symo 15 mit 15+2x15 verstringt sind. 9,9kWp wurden 06/2018 in Betrieb genommen, der Rest ein Jahr späterauf gleichem WR und Erzeugungszähler. Das E-Auto wird von der Open WB intelligent geladen, was wirklich ganz hervorragend mit dem Fronius harmoniert.


    Hinzu soll jetzt die Nordseite DN 35Grad, von Süden -175Grad abweichend, also quasi voll Nord. Ertrag laut PVGis ca. 620kW/kWp.

    Annähernd wirtschaftlich nur bei Selbstinstallation, daher möchte ich mal wieder selbst schrauben. Habe vor Jahren schon 60kWp selbst montiert, daher kein Problem. Ich richte alles soweit hin, elektrischen Anschluss macht der Fachmann.

    Das EVU (Netze BW) hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass nochmals ein separater Einspeisezähler zum Einsatz kommen muss. Bin dem nicht ganz abgeneigt trotz Zählermiete, da das Norddach nur rund die Hälfte des Ertrags von Süd bringt und nur noch ca. 75% der Einspeisevergütung erhält. Denke man kann es sonst nicht sauber trennen und ich würde mir die Südseite ungern runter rechnen lassen. Die Anlage soll dann wie die bereits vorhandenen Süd Anlagen auch auf Eigenverbrauch laufen.


    Frage:

    - Kann ich die 70% weich angeben, auch wenn nur ein WR mit sechs kW Verbaut wird oder muss ich mindestens einen WR mit sieben kWp installieren? Möchte ja soviel Einspeiseleistung wie möglich auf die Südanlagen transferieren.

    - Kann ich den Fronius Symo 15.0 mit dem neuen Fonnius Symo 6.0 so zusammen schalten, dass die 70% weich aus der gesamten Anlagenleistung gilt, also 14,85kWp+9,9kWp. In Summe dann 24,75kWp mal 0,7 macht 17,32kW Begrenzung auf die Gesamten Anlagen. Das wäre fein!

    - Wäre der Symo 6.0 ausreichend oder noch weniger? Verstringung soll Nordanlage auch 2x15. Reicht der Symo Light, da der Datenlogger ja in dem vorhandenen WR bereits drin ist.


    Modul habe ich mir das Trina Honey 330 Halbzellen Modul angelacht. Es muss günstig sein im Norden ;)


    Danke schonmal für Eure Hilfe und Anmerkungen.

    Gruß,

    moggmogg

  • Super Sache, willkommen im Club der Norddach-Anlagen :D ? vielleicht gestattet dir der VNB eine Kaskadenmessung, dann könntest du sogar steuern, von welcher Anlage der Strom zuerst verbraucht werden soll.


    Die Umgehung der Abregelung auf Süd (sofern die WR miteinander kommunizieren können) wäre eine feine Sache und würde dort die Wirtschaftlichkeit weiter steigern. Bisher kenne ich es so leider nur von SMA in Verbindung mit dem SHM, so hab ich es gelöst.


    Hoffentlich wissen andere noch mehr - viel Erfolg ?

  • Netze BW) hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass nochmals ein separater Einspeisezähler zum Einsatz kommen muss

    Ist VNB, nicht EVU. "Nochmals" ? - wie viele "separate" Zähler hast du?

    Nach deiner Beschreibung musst du nur einen 2RZ als Übergabezähler haben und es fällt keine Umlage an. Jedenfalls ist die Aussage falsch. Nur wenn du getrennt messen möchtest braucht es Kaskadenmessung.

    Umgehung der Abregelung auf Süd (sofern die WR miteinander kommunizieren können

    Das müssen sie kaum. Einer liefe voll, der andere würde drosseln. Das könnte man dem neuen überlassen falls du Kaskade wählst. Du sagst sehr viel weichen Verbrauch hast nicht (?) - dann reicht es ja Richtung 75 Prozent hart zu denken 17,32kW => 19,24 kVA. Wie sieht es bislang mit Blindleistung aus? Je nachdem würden gar 4,6 kVA WR genügen. Mit 5 kVA macht man hier imho nichts falsch.


    Ob nicht ein passender WR günstiger wäre und der Installateur nimmt den Bestand in Zahlung? WR halten idR leider keine 20 Jahre.


    Hättest du aus jetziger Sicht alles in einem Guss gebaut, 1 passender WR, Vergütung von 2018?

  • Hallo Pflanze,


    danke für Deine Antworten.

    Ist VNB, nicht EVU. "Nochmals" ? - wie viele "separate" Zähler hast du?

    Ich habe aktuell einen Zweirichtungszähler sowie einen Erzeugungszähler. Haben die Netze BW so gefordert.


    Nur wenn du getrennt messen möchtest braucht es Kaskadenmessung.


    Warum benötige ich eine Kaskade? Ich möchte den Eigenverbrauch nicht steuern zwischen Süd und Nord. Ich dachte wenn die bereits vorhandene Anlage schon gemessen wird und die neue Anlage ebenfalls mit einem Einspeisezähler versehen wird. Dann können doch beide Erzeuger über den bereits vorhandenen Zweirichtungszähler laufen, richtig?


    Einer liefe voll, der andere würde drosseln. Das könnte man dem neuen überlassen falls du Kaskade wählst. Du sagst sehr viel weichen Verbrauch hast nicht (?) - dann reicht es ja Richtung 75 Prozent hart zu denken 17,32kW => 19,24 kVA. Wie sieht es bislang mit Blindleistung aus? Je nachdem würden gar 4,6 kVA WR genügen. Mit 5 kVA macht man hier imho nichts falsch.


    Ob nicht ein passender WR günstiger wäre und der Installateur nimmt den Bestand in Zahlung? WR halten idR leider keine 20 Jahre.

    Ja meine Frage zielt drauf hinaus, da ja der Fronius bereits auf 70% weich läuft. Kann dieser einen weiteren Fronius dann einfach mit steuern auf die gemeinsame 17,32kW Grenze? Wenn ja wäre das gut weil sehr günstig zu realisieren. Zudem bieten mir die Fronius genau die Funktionalität, die ich benötige.

    Blindleistung wird glaube ich zu 10% bereitgestellt.

    Ist es überhaupt Zulässig die 70% Regelung von zwei Anlagen getrennten Anlagen am gleichen HA zusammenzufassen?

    Den WR ersetzen durch einen passenden wäre eine Möglichkeit. Dann läuft aber alles über einen Zähler und meine Südanlage wie oben beschrieben runter gezogen. Der zusätzliche Erzeugungszähler ist da das kleinere Übel finde ich.

    Zudem benötige ich dann drei MPP-Tracker. Ich möchte aus verschiedenen Gründen bei Fronius bleiben.


    Wenn ich die volle Einspeiseleistung, also 6,92kW als Einspeisereserve für die Südseite nutzen möchte, dann muss ich wohl auch einen 7kW WR, mit Blindleistung gar 8kW verbauen, richtig?


    Hättest du aus jetziger Sicht alles in einem Guss gebaut, 1 passender WR, Vergütung von 2018?

    Hätte ich unbegrenzte Mittel und könnte ich in die Zukunft sehen, hätte ich das glatt so gemacht. Vor zwei Jahren hätte ich aber nicht gedacht, dass ich in 2020 bereits zwei Autos lade und extrem günstig den Pool heize. Auch hätte ich nicht erwartet, dass ich mit der Sole-Wärmepumpe durch primitivste Steuerung so viel Eigenstrom verwerten kann.

  • habe aktuell einen Zweirichtungszähler sowie einen Erzeugungszähler. Haben die Netze BW so gefordert

    Die fordern viel Stuss! Rechtliche Grundlage?

    9,9kWp wurden 06/2018 in Betrieb genommen, der Rest ein Jahr später

    Wann genau? 6/19 oder später: es braucht keinen EZ! Hoffentlich ziehen sie dir keine Umlage auf EV ab.

    Sind die Module an einem, demselben WR angeschlossen oder an zwei (gleichen)?

    die neue Anlage ebenfalls mit einem Einspeisezähler

    Wozu? Nur weil die Pfeifen vom VNB das behaupten?

    Dann läuft aber alles über einen Zähler und meine Südanlage wie oben beschrieben runter gezogen

    Warum benötige ich eine Kaskade? Ich möchte den Eigenverbrauch nicht steuern zwischen Süd und Nord

    Finde den Widerspruch.

  • aber er möchte doch selber einen eigenen Zähler für die Nordanlage.

    Die getrennte Messung von Nord- und Süd Anlage kann doch Sinn wegen der unterschiedlich hohen Erträge und Vergütung , ob das bei IB 2018 und 2020 tatsächlich so ist muß man sich halt ausrechnen.

    Die Begrenzung der Einspeiseleistung jedenfalls wird am Netzverknüpfungspunkt ,mit alt und neu gemeinsam ermittelt.

  • Fakt ist, er braucht keine drei Zähler. Der jetzige EZ ist unnötig.

  • Hallo Pflanze,


    da hast Du recht, jetzt ist er aber leider drin.


    Habe gerechnet, weiterer Einspeisezähler lohnt sich.


    Habe jetzt mal weiter herumprobiert und festgestellt, dass 9,9kWp neu auf der Nordseite ein 5 kW WR ausreichend wäre (laut Sunny Design Verluste <1%). DN 35Grad, -175Grad, Stuttgart. Streng genommen könnte man sogar einen 4,6kW einphasig verwenden. Im Norden muss es halt günstig sein!


    Angenommen ich nehme eine dieser diese Größe von Fronius und melde die Anlage so an. Dann könnte ich aber nicht die verbleibenden 2kW Einspeiseleistung für die Südanlage nutzen im Sinne von gemeinsamer 70% Regelung, sondern lediglich die nicht eingespeiste Leistung der anordanlage von den 5kW. Die neue Anlage ja quasi hart auf 50% begrenzt und könnte gar nicht mehr liefern. Die Angabe der WR Leistung wird bei der Anmeldung ja mitgeteilt wird und wird danach für den Anschluss nicht weiter vorgehalten.


    Um die gemeinsame 70% Regelung in voller Höhe ausnutzen zu können, müsste ich nach meinem Verständnis einen eigentlich zu großen (und damit teureren) 7kW WR einbauen, obwohl der nahezu nie über 5kW Leistung liefert. Dafür sind dann im Netz die 7kW Leistung zusätzlich geblockt und könnten dann von der Altanlage mit genutzt werden. Parametrieren kann man das ja (hoffentlich) im Datamanager der ersten Fronius, so dass der zweite ein Fronius Light werden kann.


    Sind meine Gedankengänge so richtig? Dann muss ich nochmal rechnen ob sich der größere WR lohnt.

  • Kann dir nicht ganz folgen. Wenn sich der bislang unnötige Zähler zukünftig rentiert:


    Netz

    2RZ

    Sensor für weich

    Altanlage

    1RZ

    Neuanlage + Verbrauch


    Die Neuanlage wird mit dem Sensor verbunden und stellt sicher, dass nicht zu viel geliefert wird. Vorher prüfen ob die Software das kann. 35° N verwässert Süd kräftig, ja, da kann getrennte Messung vorteilhaft sein. Wie sieht deine Rechnung aus?

  • Ertrag laut PVGis ca. 620kW/kWp.

    Annähernd wirtschaftlich nur bei Selbstinstallation

    Das ist Quatsch. 620kWh/kWp sind uber 1000€/kWp zuzüglich der Eigenverbrauchsvorteile.

    Wieviel passt da maximal drauf.



    Wenn du keinen EZ hattest würde ich auch Mal 10kWp rechnen -

    Fakt ist, er braucht keine drei Zähler. Der jetzige EZ ist unnötig.

    Daher würde ICH den unsinnigen Zähler nur für die Nordanlage nehmen (muss aber ein 2RZ werden da ist dein. VNB nicht so spendabel) so lässt sich bevorzugter Eigenverbrauch in der Kaskade realisieren.


    Das wäre dann

    Netz

    2rz

    Altanlage

    2rz

    Neuanlage und Verbrauch


    Und die Möglichkeit Nord vollzulegen.

    WR auf 70% auslegen - wieder Fronius (z.B 6-8,2) und an den S0 der Bestandsanlage binden zur Verbrauchsvisualisierung.

    Man kann auch den Nord WR frei laufen lassen und den BestandsWR auf die neu berechneten 70% (gesamt) abregeln.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!