Empfehlung Batterien für Camper

  • Servus bitte um Unterstützung für die richtige Wahl meiner Batterien für meinen VW Bus.


    Aktuell nutze ich eine 96Ah Gel Batterie temporär für die Verbraucher.

    Ende April hab ich 2 Stück 120Ah SIGA AGM Batterien bestellt, die den Job eigentlich übernehmen sollten. Die sind mir hier im Forum empfohlen worden.

    SIGA scheint leider nicht lieferfähig zu sein.


    Was wären qualitativ brauchbare Alternativen? (AGM?)


    Macht es Sinn über Lithium nachzudenken? (Größenordnung 100Ah)?




    Anlage:

    - 360Watt (2x 180W Mono von SolarV in Reihe geschaltet), fix auf dem Autodach montiert (keine Ausrichtungsoptimierung durch Anstellen o.Ä.)

    - 100/20 MPPT von Victron Energy

    - Trennrelais

    - Solartronics 300W Sinus WR


    - aktuell nur 96Ah Gel Batterie (nur Temporär)



    Nutzung:

    - Der Bully ist mein Alltags- und Reisemobil, täglich 2x 30min Lima Unterstützung + Solar

    - Wohnhaft in Österreich (Wetter/Sonne)

    - Camping autark, das ganze Jahr über von einer einzelnen Nacht hier in der Gegend bis zur 3 oder 4 Wochen / gerne auch länger in der Winterzeit im Süden (Sardinien, Griechenland, Portugal, .. oder wenn Corona und Zeit es mal zulassen die Seidenstrasse? Im Sommer würd mich auch Skandinavien, Irland, usw. reizen)

    - beim Campen bin ich meist für 2-3 Tage am gleichen Ort bevor es weiter geht / oft mit Mehrstündiger fahrt (Nutzung Lima)

    - Ich will auch bei ein paar Tagen Schlechtwetter autark sein

    - Kühlschrank soll 24/7 durchlaufen

    - sämtliche anderen Verbraucher sind temporär in Gebrauch


    Die Batterien sollen wie die Solarpanäle fix im Auto verbaut bleiben!

    Platzverhältnisse machen einen Ausbau nicht leicht in der Fahrzeugklasse. Ich hab auch keine Lust/Interesse auf Gewichte durch die Gegend schleppen .. zudem will ich auch bei winterlichen Temperaturen (-15°C hier in Salzburg) das Fahrzueg zum Campen nutzen.

    --> Das Thema Temperaturen dürfte interessant sein speziell beim Aspekt Lithium



    Verbraucher:

    - Kompressorkühlschrank (32W)

    - Diesel-Luft Heizung (??W / kein riesen Verbraucher)

    - Licht LED (0,5 - 20W, jenachdem ob nur eine Leselampe an ist oder die Festbeleuchtung brennt)

    - Betreiben & Laden von Laptop, Kamera-Akkus, Handy, Speaker, LTE Router, Rasierer, (Kleinverbraucher) ..


    - ich interessiere mich in der Zukunft ggf. auch die gelegentliche Nutzung von einem (Sandwitch)Toaster / oder evtl sogar einen kleinen Minibackofen (<1000W)

    KEIN MUST-HAVE, aber durchaus verlockend. Klar dafür brauche ich auf jeden Fall einen größeren WR (1000-1500W) .. die Frage stellt sich dann immer noch, ob das ganze gescheit ist oder nicht. Sollte nicht zu stark in die Gewichtung fallen, möchte ich aber gerne mit bedenken.



    BESTEN DANK SCHON MAL!

  • Grade nochmal Rückmeldung bekommen. Die SIGA AGM Batterien könnte ich demnach voraussichtlich irgendwann im September haben .. oder vielleicht auch nicht.

    Das ist mir irgendwie alles zu viel Warterei!

    Und Ungewissheit.


    „Als Alternative kann ich Ihnen eine Gel Batterie von Siga (Hilos) anbieten. (..) Diese Speicher sind kurzfristig lieferbar und zeichnen sich durch ca. 20% mehr Lebenszyklen gegenüber eine AGM Batterie aus. Die GEL Batterie muss allerdings mit einer geringeren Ladespannung (14,2V - 14,4V) geladen werden.


    Macht das Sinn?

    Ich denke jetzt an das Ausgasen - ich lagere neben den Batterien nämlich auch Lebensmittel - und die Standheizung - irgend eine Brandgefahr?


    Auch andere AGM und Lithium Batterieen scheinen z.Z. nicht lieferbar zu sein..


    Bin für alle Ratschläge dankbar!

  • Servus, bin bisher kein Fan von Siga-Akkus, heißt aber nix groß.

    Aber was ich empfehlen kann sind die Sonnenschein GF oder andere verschlossene Traktionsakkus.

    Ganz nebenbei gehören Akkus und Standheizung natürlich räumlich schon etwas getrennt.

    Ausgasen tut ein verschlossener Akku nur im Fehlerfall, aber auch der gehört berücksichtigt.

    Deswegen ist eine gewisse natürliche Belüftung wichtig, also nicht in irgendeiner Kiste einbauen sondern eher frei stehend.

    lg,

    e-zepp

  • Danke e-zepp! Solche Tipps brauche ich ;-)


    Tatsächlich erscheint mir die Sicherheit (Brand/Explosion/Gesundheit) als wichtiger als die Frage der Zyklenfestigkeit.

    Wenn mir das Auto abbrennt, im schlimmsten Fall mit Insassen, hab ich weniger von den Batterien als wenn ich nach 3 Jahren neue kaufen muss. (was hoffentlich beides nicht eintritt)



    Platzmässig bin ich einfach eingeschränkt in diesem kleinen Bus ..

    Belüftung schaffen ist generell kein Problem. Zwischen Heizung (bereits verbaut) und dem Platz für die Batterien liegen ca. 0,5m Entfernung. Zur Heizungs-abgewandten Seite gehen die Kabel durch nach vorne Richtung Fahrersitz, Trennrelais und Spannungswandler.


    In die Richtung könnte ich z.B. eine Belüftungsblende einlassen. Reicht hier etwas mit Querschnitt Größenordnung 5x20cm aus? Aktive Ablüftung (kleiner Lüfter Ventilator) nicht erforderlich korrekt?


    Den Zwischenraum zwischen Heizung und Batterien wollte ich eigentlich noch als Stauraum für Nahrungsmittel und ggf. Kleidung, ec. nutzen. Und damit überhaupt noch ein Zugang zu der Elektrik (Batterien, Sicherungskasten, Laderegler) möglich ist würde ich gerne keine weitere Abdeckung vor die Elektrik setzen - sprich der Raum zwischen Heizung und Elektrik würde relativ frei bleiben.



    Ist das noch zu gefährlich?



    AGM Batterien: ich dachte Ausgasen ist bei AGM generell garkein Thema mehr. Kein Auslaufen - Lageunabhängig, kein Ausgasen, keine Explosions-/Brandgefahr, kein Problem neben Schalter/Heizung/Lebensmitteln - bin ich hier fehl informiert?



    Gel Batterien: Wie sieht es hier im direkten Vergleich zu den AGM aus? (z.B. die Helios von SIGA)


    "Diese verschlossenen und gasdichten Gelbatterien verfügen über hohe Zyklenfestigkeit sind tiefentladefest und können ohne Bedenken im Innenraum benutzt und geladen werden"


    Quelle: https://www.winnerbatterien.de…sorgungsbatterie::30.html




    Helios GEL OPZV "(..) absolut wartungsfreier und gasungsfreie Energiespeicher"


    Quelle: https://www.siga-batterien.de/prospekt/OPzV-Gel.pdf



    Wo ist jetzt wieder der Unterschied zwischen GEL und GEL OPZV?



    Wie verhalten sich Traktionsakkus bei der Ausgasung?




    .. hab etwas weiter im Internet gestöbert ..

    Gel und Gel OPZV scheinen sehr zyklenfest zu sein. Die SIGA werden mit 1800-6000 Zyklen angegeben.


    Speziell die OPZV sind scheinbar auch empfindlich was das Laden bei niedrigen Temperaturen angeht.

    Zitat

    - Empfohlener Temperaturbereich 20-25°C (max. -40°C bis +70°C)
    - Betriebstemperaturbereiche: Entladung -40°C - 70°C, Ladung: 0°C - 50°C
    - Konstruktive Lebensdauer: 18 Jahre bei 25ºC

    Quelle: https://www.winnerbatterien.de…-OPZV-100AH-12V::418.html



    Gibt es hier zwischen AGM, Gel und Gel OPZV hier definitiv diese Unterschiede oder finde ich diese Hinweise grade nur zu einzelnen Bauweisen/Modellen?

    Oder gilt das generell für alle Batterietypen gleichermaßen?

    Wir kennen es ja alle von unseren PKW Starter-Batterien: die leiden alle im Winter am meisten und gehen hier meist auch ein, viel seltener im Frühling, Herbst oder Sommer ..


    Von LiPo hab ich das nun auch schon öfters gehört und gelesen ..



    Meine Anforderung: die Verbraucherbatterie werde ich genau so wenig ausbauen oder abklemmen wie meine Starterbatterie

  • bin ich hier fehl informiert?

    Ja! Alle Arten von Bleibatterien können und werden bei Überladung Knallgas produzieren!

    Bei den geschlossenen (=Flüssigsäure-)Akkus entweicht das Knallgas schon bei ganz leichtem Überdruck im Zellgefäß

    und kann bei entsprechender Konzentration in der Raumluft zündfähig werden

    (direkt am Stopfen wo es austritt ist es immer zündfähig!)

    Bei einem verschlossenen(=AGM/Gel) Bleiakku baut sich bei Überladung ein gewisser Druck auf (bis 120mbar)

    unter dem das Knallgas rekombiniert, also wieder zu Wsser wird.

    Wird dieser Druck (durch weitere Überladung) überschritten spricht das Sicherheitsventil an und die Zelle bläst Knallgas ab. Dieses ist genauso auch wieder direkt am Ventil sofort zündfähig!

    Da ein Laderegler (der diese längere Überladung ja verhindern soll) auch mal kaputt gehen kann sollten/müssen

    auch verschlossene Akkus genug Belüftung bekommen.

    Deswegen wird in prof. Batterieräumen gar nicht zw. verschlossenen und geschlossenen Typen unterschieden;)


    Aber- so wild ist das in Deinem Bus nicht:)

    Das bisserl Strom was Dein Modülchen am Dach zuviel produzieren könnte (falls der LR die Grätsche macht indem er voll durchlässt!) wird nicht reichen um den ganzen Bus an einem einzigen langem Sonnentag "zündfähig" mit Knallgas zu füllen.

    Deswegen reicht es wenn der Akku mind. einen halben Meter von irgendwelchen Zündfunken entfernt ist wenn

    er ansonsten relativ frei steht bzw. ein evt austretenedes Knallgas sich ungehindert mit der Raumluft vermischen kann.

    Eine Dachluke oder leicht geöffnetes Fenster wird man ja eh immer haben wollen. Aktiv irgendwas rumpusten würde ich

    lieber lassen, nachher zündet ausgerechnet der zufällig abbrennende Ventilator die ganze Gaudi:-?

    lg,

    e-zepp

  • haha ok also lasse ich nochmal eine kleine Abluft-Blende ein .. aber eben auf der "Fahrerseite" gibts dann auch wieder Elektronik. Sprich: Wechselrichter, 2 Verstärker für Musik ..


    Sollte ich Verkabelung auf der Batterie lösen (müssen) - kommt es hier ja auch zur Funkenbildung/Abrissfunke.

    Das ist für mich die wahrscheinlichste Zündquelle - und die ist direkt an der Batterie!



    Also im Bezug auf die Betriebssicherheit nehmen sich AGM, GEL und GEL OPZV nicht wirklich was - richtig?



    Was denkst du zum Temperaturbereich AGM VS. GEL VS. GEL OPZV? (kleines Update von meinem Post oben)


    Steckt es eine der Bauweisen besser weg oder nimmt es mir eine deutlich mehr übel, wenn ich sie bei <5° (und auch -15°C) laden werde? Das wird nämlich passieren.


    Ist ggf. hier eine Anschaffung einer "günstigeren" Batterie mit weniger Zyklen dann soagr doch "ratsam" / aufgrund meiner "Misshandlung der Batterie"?

  • Wenn der Akku nicht geladen wird entsteht auch kein Knallgas. Solltest Du also mal die Batt-Verbindung lösen (müssen)

    solltest Du vorher schonmal das Modul abschalten. Ebenso wird natürlich die Last vorher abgeschaltet.

    Jedesmal wenn Du den WR oder ein anderes Gerät mit Eingangskondensatoren anschließt wird ein kräftiger Funke erzeugt.

    Auch in diesem Moment sollte der Akku besser nicht stark ge- oder gar überladen werden;)

    Bleiakkus kannst Du auch bei sehr tiefen Temperaturen schadlos aber nicht wirklich gut laden, sie nehmen einfach wenig

    bzw. langsam Ladestrom auf und geben ebenso ungern wieder Strom ab.

    Chemie mag`s einfach lieber warm wenn`s schnell gehen soll:)

    Tatsächlich läßt sich eine billige Starterbatterie aufgrund ihrer Konstruktion (viele dünne Platten) etwas leichter bei Kälte

    laden als ein ausgesprochener Zyklenakku ( wenig dicke Platten), aber ein verschlossener Traktionsakku wie vorgeschlagen

    dürfte wohl die beste und längerfristig auch die günstigste Lösung für dich sein.


    lg,

    e-zepp

  • Speziell als Ersatz angeboten wurde mir jetzt der kurzfristig lieferbare SIGA Helios S100-12, und die Mehrkosten (229€ für AGM / 265€ GEL) würde der Verkäufer tragen - immerhin sind das 2x 36€! Das finde ich fair und ein nettes entgegenkommen für das warten.


    Die Dimensionen/Abmasse passen gut für mich und und soweit ich die Datenblätter zur AGM von SIGA vergleiche lese ich lediglich 2 kleine Nachteile raus: die Service Ladespannung ist etwas geringer bei der GEL und in Summe komme ich auf 40Ah weniger als bei den AGM. Wenn ich mindestens auf den Backofen und ggf. auch auf den Toaster verzichte, ist das mit meinen Verbrauchern vermutlich komplett wurscht!


    Ich werde alternativ mal ein Aufpreis-Angebot für die S145-12 Gelbatterie aus der Helios Serie einholen und ggf. auf 290Ah aufrüsten. Glaube das kann ich mit meinem Gewissen vertreten, wenn ich da mal einen Toaster anschließe. :D



    Als Vorteil lese ich raus, dass der Lade-Temperatur-Bereich bei der Gel Batterie tatsächlich besser zu meinen Anforderungen passt!




    Laut Datenblatt:

    Entladen: -40 - 60°C (passt!)

    Laden: -20 - 50°C (passt!) / Die SIGA Phaeton AGM S120 wäre hier mit 0-50°C angegeben gewesen

    Lagern: -40 - 60°C (passt!)


    Normaler Funktions-Temperaturbereich 25°C +/-5°C (ok wird übers Jahr gesehen mal mehr nach oben oder unten abweichen, aber der Platz für die Batterie ist der im FZG mit am besten von außen abgeschirmte Ort - da wird es deutlich seltener >35°C haben, als vorne am Armaturenbrett)


    Float charging Spannung: 13,6 - 13,8V (das ist neutral zu sehen / entspricht der SIGA Phaeton und vermutlich vielen anderen Batterien)


    Empfohlender max. Ladestrom: 20A (kommt dann auch noch hin mit meinem 100/20 MPPT) / hier hätte die Phaeton mit 30/36?A mehr Reserven - relevant für größere Systeme schätze ich


    Equalization and cylce service Spannung: 14,2 - 14,4V / Hier kann die AGM (Phaeton) halt höhere Spannungen ab mit 14,6 - 14,8V




    Können die Profis aus meiner Aufstellung hier noch einen groben Fehler meiner Seits rauslesen?

    Ich tendiere grade stark dazu 2 der Gel Batterien zu kaufen. Und dann zeitnah endlich einzubauen.