Batteriesimulation mit eigenen Bezugs- und Einspeisedaten

  • Hallo zusammen,


    um die Wirtschaftlichkeit einer Batterieanschaffung abzuschätzen, habe ich unsere aufgezeichneten Bezugs- und Einspeisedaten des Stromzählers ausgewertet. Es wird alle 5 Sekunden die Gesamtleistung des Hauses aufgezeichnet. Wenn dieser Wert positiv ist, beziehen wir Strom vom Netz. Negative Werte bedeuten, dass wir gerade einspeisen.


    Diese Daten habe ich verwendet, um verschiedene Batterien und Wechselrichter (Leistungsbegrenzung der Lade- und Entladeleistung) zu simulieren.


    Das ganze habe ich auf github veröffentlicht: https://github.com/PV-Soft/Battery-Simulation


    Die folgenden Grafiken zeigen eine kleine Zusammenfassung, wie sich der Bezug und die Einspeisung bei verschiedenen Batteriegrößen verändern würden.



    Über die Monate verteilt ergibt sich folgendes Bild:






    Für unsere kleine Anlage (3,2 kWp) und den geringen Verbrauch des Hauses, macht die Anschaffung einer Batterie (zumindest aus wirtschaftlicher Sicht) keinen Sinn. Deckt sich dies mit euren Erfahrungen?


    Falls ihr Anregungen zu dem Thema habt, bin ich gerne dafür offen :)


    Viele Grüße

    Peter

  • Richtig!
    < 10 kWp PV lohnt sich nicht einmal der Aufwand, um Eigenverbrauch zu steuern, geschweige denn ein Speicher.

    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Ob sich das lohnt oder nicht hängt ja von vielen Faktoren ab, muss jeder für sich selbst beurteilen. Letztlich ist es eine Preisfrage.


    Ich habe mal meine eigene Berechnung mit knapp 100.000 Datensätzen für 2019 gemacht, ich habe dafür 5 Minuten Werte für Bezug, Verbrauch und Erzeugung, etwas gröber als 5 Sekunden aber im Endeffekt kommt dasselbe raus.


    Neben dem eigenen Verbrauchsprofil spielt auch die PV-Größe eine wichtige Rolle, ich würde mal behaupten, daß ein Speicher ungefähr ein Viertel der Größe der PV haben sollte, dann kippt das. Aber das sieht ja so ähnlich aus wie bei Dir.



    Wie sich das auf den Netzbezug auswirkt, habe ich hier nicht berücksichtigt.

    Solaredge SE12.5K / SE9K - Victron Multiplus II - 2 x Pylontech US2000
    WP Panasonic Aquarea 5KW Split - BWWP Ariston Nuos 80

    PV-Output - Speicherberechnung

  • Ein Viertel der Grösse der PV? Also bei 10 kWp wäre dein Speicher nach einem einzigen Waschgang leer.

    Ich würde einen Speicher mit der vierfachen Kappa der PV auslegen, also bei 10 kWp etwa 40 kWh.

    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Wenn sich ein Speicher halbwegs lohnen soll, muss er ja arbeiten. Das heißt aber auch, daß er möglichst viel umsetzen muss und das aufs Jahr gesehen und nicht nur, wenn man mal abends Wäsche wäscht. Je größer er ist, desto weniger hat er aber zu tun. Im Winter ist er ständig leer, im Sommer ständig voll. Ich habe das mal spasseshalber mit 80Kwh simuliert, meine Anlage hat ja 20 Kwp:



    Der Punkt, wo's kippt liegt offensichtlich eher bei 5 Kwh. Alles anderes wäre wie einen LKW zu fahren nur weil man ab und zu mal den Sand in der Sandkiste austauscht.

    Solaredge SE12.5K / SE9K - Victron Multiplus II - 2 x Pylontech US2000
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    PV-Output - Speicherberechnung

  • Danke für eure Kommentare, dann habe ich mich nicht verrechnet ;)


    Stenis, unsere Kurven sehen tatsächlich sehr ähnlich aus! Ich könnte mir vorstelle, dass sich für dich auch mehr als 5kWh rechnen. Bis ca. 10 kWh steigt die Kurve ja noch merklich an. Die Installation einer doppelt so großen Batterie kostet jedoch wahrscheinlich nicht das Doppelte, weil sich nur die Kosten für die Batterie verdoppeln. Die Kosten für die Installation, den Stromzähler und den Batteriewechselrichter steigen jedoch nicht so stark. Gerade bei kleineren Batterien machen diese ja einen großen Anteil aus. Das ist ja auch der Grund, warum es sich für mich nicht rechnen würde :(


  • Ja, ich habe jetzt mal den Netzbezug dazugebaut. So gibt es einen Schnittpunkt und der repräsentiert natürlich den optimalen Punkt bezogen auf die reine Speichernutzung.


    Aber Du hast natürlich recht, Speicher skalieren ja auch, weil die Fixkosten für WR, Installation usw. sich nicht großartig ändern. Meinen dritten Pylontech habe ich gestern bestellt :) Aber auch nur, weil ich noch eine Förderung bekommen habe. Und das Rack ist dann auch voll.


    Gekostet hat der ganze Spass nach Abzug Förderung 4.2 k€, was ganz ok ist. Rechnen wird sich das trotzdem kaum. Ich sehe es als Hobby und deswegen auch Victron und nicht irgendwas proprietäres von der Stange wie Sonnen oder E3DC. Da kann man auch noch selbst was dazu programmieren bzw. hat wesentlich mehr Einfluss auf die Parameter.

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    PV-Output - Speicherberechnung