Solarparks unter Stromleitung 380 kV

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und entschuldige mich gleich dafür, sollte das Thema schon behandelt worden sein. Über die Suche bin ich nicht darauf gestoßen.


    Wir haben eine Initiative ins Leben gerufen, eine Bürgersolaranlage (ca. 5 MWp) in der Gemeinde zu bauen. Wir sind in Bayern und liegen komplett in benachteiligtem Gebiet.


    Eine der möglichen Flächen, die sehr gut gelegen ist, von der Bevölkerung wahrscheinlich gut akzeptiert werden würde und auf die wir auch Zugriff hätten, liegt leider unter der 380 kV-Leitung Raitersaich - Aschaffenburg.


    Frage: Ist es möglich, unter einer Freileitung einen Solarpark zu errichten? Auf Luftbildern habe ich sowohl bestehende Anlagen entdeckt, die direkt darunter sind, wie auch Anlagen, die einen Schutzstreifen freilassen.

    Was müsste da beachtet werden? Ist eine "Voranfrage" beim ÜNB sinnvoll? Oder ist es besser, die Fläche gleich zu verwerfen?


    Vielen Dank und viele Grüße

    Andreas

  • Bei uns behält sich die Tennet (selbe Leitung weiter im Süden und noch nur 220kV) vor 25m links und rechts bei allen Baumaßnahmen mitzureden. Das ist auch so im Grundbuch eingetragen, wo du als erstes nachsehen könntest.

    Geeignete Zufahrten zu den Masten werden auf jeden Fall für Wartungsarbeiten frei bleiben müssen. Grundsätzlich muß man auch immer damit rechnen, daß von den Seilen Eis"brocken" abfallen können. Einen Schaden dadurch wrd man kaum versichert bekommen ;)

  • 220 kV dürfte stimmen ;)


    Vielen Dank für die Einschätzung!

    Vom Mitreden bin ich auf jeden Fall ausgegangen. Unmöglich scheint es aber dann offensichtlich auch nicht zu sein.

    Bei 50 Meter freigelassenem Streifen wäre die Fläche leider völlig uninteressant.

    Masten stehen direkt an der Grenze, das wäre kein Problem.


    Der Hinweis mit dem Eis ist gut. Das sollte man in die Überlegungen auf jeden Fall einfließen lassen.


    Der favorisierte und optimale Standort ist leider in einem Landschaftsschutzgebiet. Das riecht auch nach Problemen. Irgendeinen Haken gibt es wohl immer. Wenn's einfach wäre, würde es ja jeder machen 8o


    Viele Grüße

    Andreas

  • Ich lebe auf ein Grundstück, in dem der Netztbetreiber der 2x 110KV sich ein Zutritt zum Grundstück gesichert hat. Weiterhin habe ich Pflanzbeschränkungen. Sollte ich neu bauen, oder bauliche Veränderungen vor haben, muß ich zum Bauantrag auch den Netztbetreiber um Genehmigung fragen (macht egtl. mein Bauamt direkt) Dein Vorhaben ist bestimmt kein Bauwerk, aber vermutlich eine genehmigungspflichtige Anlage. Also Eigentümer/Verpächter, Bauamt und Betreiber der Freileitung mußt du in Boot holen. Was genehmigbar ist, kann mann sicher im Vorfeld per eMail erfragen, bevor der Antrag gestellt wird.


    Meine Freileitung beginnt einige km weiter in ein Umspannwerk, wo viele (fast Alle aus dem Beitritsgebiet) zusammen führen. Unter diversen Freileitungen hier und selbst auf dem Gelände des Umspannwerkes sind PV-Anlagen montiert. Die Masten und deren Zuwegungen sind frei gehalten worden, die überspannten Bereiche nicht. Ich denke ein weiter planen lohnt sich bei dir. Wobei es in anderen Bundesländern durchaus andere Genehmigungsvoraussetzungen geben kann.


    Gruß Randalph

    Dach SO/NW-Ausrichtung mit 15° mit 2x 1,5kWp belegt (mehr geplant) (neben A10) - ca. 4h Vollaststunden im Sommer/Sonne (Wolken/Winter entsprechend weniger) (nur 4h, da Baumschatten) - LiFePo derzeit 9kWh Eigenbau, mehr in Arbeit - Laderegler dezentral (jedes Panel 1 MPPT) - DC/AC mit derzeit PIP (reine Insel) - Verbrauch ca. 4-5kWh/Tag inkl. Mobilität (Roller) u. Klima bei Sonne

  • Hatten wir schon einmal bei 50 Hertz. Das "schwierigste" an der Sache war mal den richtigen Ansprechpartner zu finden. Also viel telefonieren und weiterverbinden lassen.


    Der fand die Sache in erster Linie interessant und wollte alles mögliche wissen (eher privat). Ein Problem war das dann nicht. Paar Pläne gezeichnet und abgestimmt, maximal Arbeitshöhe usw, dann Vertrag geschlossen, dass Eisabwurf, Elektromagnetische Strahlung usw für uns kein Problem ist und fertig war die Sache.


    Der Vertrag kam dann mit in den Bauantrag und einen Antrag auf Abweichung vom B-Plan mit dazu. War also alles in allem kein Ding obwohl die Leitung echt niedrig hing.


    Jetzt kommt das große ABER:
    Wir hatten das gleiche noch einmal bei der Mitnetz. Da WAR es plötzlich ein riesiges Problem. Am Ende durften wir ein bisschen näher ran als "normal und im B-Plan festgesetzt" aber drunter ging überhaupt nicht. Aber immerhin konnten wir noch ein paar Meter gewinnen.



    Ist eine "Voranfrage" beim ÜNB sinnvoll?

    Definitiv!!!

    Die richtigen Leute finden und die nett bequatschen ;) Viel Erfolg!