Smart Meter im Eigenbau?

  • Ich bin gerade an den letzten Details der Planung einer 40kWp Anlage dran. Dabei war noch ein offener Punkt "Smart Meter". Soweit ich das sehe, findet derzeit der Rollout statt, und da ich über 10kWp produziere muss ich mit ziemlicher Sicherheit einen Smart Meter einbauen.


    Was ich mich frage, aber online nicht fertig beantworten konnte: Muss ich einen "offiziellen" Smart Meter Anbieter nehmen, wie beispielsweise Discovergy, oder kann ich auch einen selbst bauen? Schließlich kostet mich z.B. Discovergy ca. 100 EUR jährlich. Ich habe bereits einen Hausserver, wo verschiedene Systeme virtualisiert drauf laufen (z.B. OpenHAB). Es wäre ein leichtes, diesen Server mit Monitoring, Datenlogger, Datenbank usw. zu erweitern. Das System ist sogar ausfallsicher konzipiert (doppelt Vor-Ort mit automatischem und räumlich getrenntem Backup). Soweit ich das sehe gibt es sogar einen Selbstbau-Ansatz unter volkszaehler.org. Leider steht dort nicht, ob dieser Ansatz offiziell vom Netzbetreiber akzeptiert wird?


    Jetzt habe ich nach den Gründen für den Smart-Meter-Zwang gesucht - fündig wurde ich lediglich hinsichtlich der Aussage: "Die Verbraucher sollen ihren eigenen Stromverbrauch sehen können, um dann zu optimieren". Dort steht nichts mit Datenweitergabe nach Außen.


    Soweit ich das sehe hat "Smart Meter" auch erstmal nichts mit dem Begriff "Smart Grid" zu tun - also, dass der Netzbetreiber weiß, was ich für einen Verbrauch habe. Smart Grid bedeutet meiner Auffassung nach, dass bei Peaks über den Rundspeiseempfänger meine Anlage von außen runtergeregelt werden kann. Aber nicht, dass andere wissen, was ich minütlich verbrauche, oder?


    Wäre für Hinweise dankbar, insbesondere hinsichtlich rechtlicher Punkte..


    [edit] Korrektur, man wird langsam fündig..


    Zitat


    Das Smart Meter Gateway (SMGW) ist die zentrale Komponente eines solchen intelligenten Messsystems (iMSys). Seine Hauptaufgabe ist es, die Verbrauchsdaten zu sammeln, zu speichern und für verschiedene Marktakteure aufzubereiten. Mit Smart Meter Gateways können Zähler und Messsysteme zentral und sicher ausgelesen werden. Der Messstellenbetreiber (in der Regel der Stromnetzbetreiber) gibt die Zählerstände dann unter anderem an den Energielieferanten zur Abrechnung weiter. SMGWs sind die Datendrehscheibe in Gebäuden von morgen und die Kommunikationsplattform für Netzbetrieb und Strommarkt. Sie ermöglichen beispielsweise variable Stromtarife und weitere Mehrwertdienste.


    .. also doch Weitergabe..

  • ist dann halt die Frage ob du eine Zertifizierung und Zulassung für Deine Eigenbaulösung bekommst.

    Stell Dich mal auf lange Zeitintensive Abnahme und kostspieliges Zulassungsprozedur ein


    Viel Erfolg für Deinen mutigen Schritt !


    https://www.bundesnetzagentur.…s-undzaehlwesen-node.html

    Unter den Link gibt es einiges zu diesen Thema


    https://www.bundesnetzagentur.…enehmigung_Par4_node.html


    Und das ist der Antrag, damit man Selbst als Messstellenbetreiber auftreten kannst !

    ZOE intens 10/2014, Kona 12/2018, Peugeot e-208 11/2020, 2021 Enyaq 80 bestellt

    Hyundai I5, P45 Paket bestellt.
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • ist dann halt die Frage ob du eine Zertifizierung und Zulassung für Deine Eigenbaulösung bekommst.

    Stell Dich mal auf lange Zeitintensive Abnahme und kostspieliges Zulassungsprozedur ein


    Viel Erfolg für Deinen mutigen Schritt !

    .. das wäre tatsächlich mal Interessant. Siehe mein Update oben: Anscheinend haben Smart Meter eine "Schnittstelle", welche (wahrscheinlich, oder hoffentlich, mit irgend einem gesicherten Protokoll) Daten an den Netzbetreiber überträgt.


    Jetzt ist nur noch die Frage, ob dieses Protokoll offen ist, und wie man an einen Schlüssel rankommt - also wie du sagst, Zulassungsprozedur. Leider scheint es bisher kaum Überlegungen von der Open Source Community zu geben. Obwohl Smart Meter schon seit 10 Jahren im Gespräch sind.


    Die Seite der Bundesnetzagentur gibt zumindest einige Hintergründe dazu, auch zu aktuellen Zertifizierungen.


    Wahrscheinlich ist es hoffnungslos, dort einen eigenen Smart Meter zertifizieren zu wollen..

  • https://www.bundesnetzagentur.…enehmigung_Par4_node.html


    Und das ist der Antrag, damit man Selbst als Messstellenbetreiber auftreten kannst !

    Ah, vielen Dank! Den hatte ich nicht gefunden. Das Open Source und DE nicht zusammenzubringen sind, sieht man da ja schon daran, dass der Antrag im proprietären Word-Format vorliegt! Es wäre sicherlich mal interessant, das Formular nur mal Spaßeshalber als Selbstständiger für den eigenen Smart Meter Bau auszufüllen und einzureichen.. trotzdem bleibe ich bei der Erkenntnis: hoffnungslos.

  • Ah, na super.. laut dem Artikel habe ich bei 40 kWp mit ca. 200 Euro jährlich zu rechnen. In dem Artikel wird zudem deutlich, dass es außer Discovergy kaum andere Messstellenbretreiber gibt. Solandeo sieht ganz interessant aus, es ist aber nirgends etwas über die monatlichen Kosten herauszufinden. Eine Alternative ist möglicherweise Commetering, hier vom Forum, um sich Discovergy kosten zu teilen..

  • Das Gesetz dazu ist das MsbG

    Es werden sogar kleine Stadtwerke den Meßstellenbetrieb aufgeben oder sich mit andren zusammenschließen, weil der Aufwand zu groß ist und selbst die nicht unerheblichen POG das nicht finanzieren.