Wasserstoff

  • Hä? Fixkosten sind doch genau fast genau diese Initialkosten. Du redest da um den Heißen Brei rum, sag doch einfach dass das brutal Teuer ist und sich nicht von selbst finanzieren kann.

    Bevor jemand die "Initialkosten" von Elektrolyseuren subventioniert hätte ich gern die Initialkosten meiner PV geschenkt... Die Fixkosten trag ich dann schon alleine

  • Initialkosten fallen nur am Anfang an. Auf Dauer wichtig für die angestrebten jährlichen Volllaststunden sind die mittleren jährlichen Fixkosten.

    Und die bestehen aus was? Initialkosten/Nutzungsjahre + Betrieb und Wartung. Die Kosten werden auf x Jahre abgeschrieben, natuerlich sind sie relevant und auf je mehr Produktionseinheiten sie umgelegt werden koennen, desto guenstiger wird es. Keine Ahnung wo du mit deiner anderslautenden Argumentation hin willst.

  • Initialkosten fallen nur am Anfang an. Auf Dauer wichtig für die angestrebten jährlichen Volllaststunden sind die mittleren jährlichen Fixkosten.

    Und die bestehen aus was? Initialkosten/Nutzungsjahre + Betrieb und Wartung. Die Kosten werden auf x Jahre abgeschrieben, natuerlich sind sie relevant und auf je mehr Produktionseinheiten sie umgelegt werden koennen, desto guenstiger wird es. Keine Ahnung wo du mit deiner anderslautenden Argumentation hin willst.


    Wenn die Elektrolyseure 4000 VLH/a betrieben werden, dann ist der Strom wertvoller als wenn nur die Spitzen verwendet werden - dann wird's auch teurer.

  • Und die paar Cent hin oder her stehen in welcher Relation zu den um ein Vielfach hoeheres abgeschriebenen Kosten?


    Das ist nicht der springende Punkt. Wenn die Elektrolyseure 4000VLH/a betrieben werden, dann sind sie nicht eine Senke für die enormen Mengen Stromüberschüsse, die bei 80+% EE erzeugt werden müssen, sondern zusätzliche gewöhnliche Verbraucher. Anstatt von den benötigten EE-Anlagen den Stromüberschuss zu verwerten, machen sie zusätzliche EE-Anlagen und Regelkraftwerke notwändig.


    Verwerten die Elektrolyseure nur EE-Überschussstrom, dann brauchen wir mehr Elektrolyseure für die gleiche Menge Wasserstoff, und der Wasserstoff wird relativ teuer. Arbeiten die Elektrolyseure 4000 VLH/a, dann wird der Wasserstoff billiger - aber der Strom wird teurer, denn es werden mehr Windkraft- und Solaranlagen und mehr Reservekraftwerke benötigt. Dann subventionieren die Stromkunden die E-Mobilitäts-Hasser und Wärmepumpenverachter, die dann zusätzlichen Wasserstoff verbrauchen (er ist ja billiger), die gesamte Energiewirtschaft wird aufwändiger, und auch die Wasserstoffverluste steigen an, zusätzlich zu den ohnehin höheren Verlusten durch grössere EE-Überschüsse.

  • Bei 80%+ EE-Strom werden Überschüsse nicht mehr nur zu wenigen Stunden anfallen, sondern zu einem Großteil des Jahres, eigentlich immer, wenn nicht gerade "Dunkelflaute" ist. Klar bedeutet das dann auch, dass es Spitzen gibt, die nicht verwertet werden können.


    Ansonsten hast du natürlich völlig recht: Wenn man so viel EE zubaut, dass die Elektrolyseure 8000 Bh laufen, erfordert das sehr viel Investition in EE, will man jede letzte Spitze verwerten, erfordert das sehr viel Investition in Elektrolyseure. Die Erkenntnis, dass das ein Optimierungsproblem ist, ist eigentlich trivial.


    Nicht übersehen sollte man aber, dass alles einfacher und günstiger wird, je besser die großräumige Verteilung funktioniert. Das verringert sowohl den Speicherbedarf als auch die Elektrolyseurleistung als auch die weggeworfenen Spitzen als auch den notwendigen EE-Ausbau.

  • Dann subventionieren die Stromkunden die E-Mobilitäts-Hasser und Wärmepumpenverachter, die dann zusätzlichen Wasserstoff verbrauchen

    Das ist so oder so der Fall, weil vorgesehen ist, dass die Anlagen z.B. keine EEG-Umlage bezahlen werden.


    Wenn die Elektrolyseure 4000VLH/a betrieben werden, dann sind sie nicht eine Senke für die enormen Mengen Stromüberschüsse, die bei 80+% EE erzeugt werden müssen, sondern zusätzliche gewöhnliche Verbraucher.

    Richtig. Das eine hat mit dem anderen erstmal auch nichts zu tun, auch wenn das Erzeugungsprodukt natuerlich dasselbe ist. Mir ist aber noch nicht klar, wie es sonst gehen soll.

    Der Wasserstoff, der industriell gebraucht wird, sollte schon auch vor Ort erzeugt werden, also z.B. in unmittelbarer Naehe des Stahlwerks. Und wird dann gleich so dimensioniert, dass er eben mit hoher Auslastung laufen kann. Ansonsten braucht man statt Regelleistung und Strom- halt riesige Wasserstoffspeicher, viel mehr an installierter Elektrolyseleistung und zusaetzliche Infrastruktur fuer den ganzen Transport. Und je teurer das wird, desto mehr muss der ganze Spass subventioniert werden. Dass das eine die ganze Gesellschaft betrifft und das andere nicht glaubst du doch selbst nicht. Interessant ist, was fuer die Volkswirtschaft am guenstigsten ist.

    es werden mehr Windkraft- und Solaranlagen und mehr Reservekraftwerke benötigt

    Der Wasserstoff alleine bringt keinen Strom in der Flaute. Der wird also erstmal methanisiert und dann im Gaskraftwerk verheizt? *Diese* Anlagen braucht man dann zusaetzlich, nicht mehr WKA oder PV. Und das sind dann auch nichts anderes als Reservekraftwerke. Es sind jetzt aber jetzt nur 5 GW Elektrolyseure vorgesehen - was ist das schon fuer eine Menge, wenn wir auf 100% EE wollen? Wir haben jetzt deutlich weniger EE und das ist gerade mal die Leistung der Oelkraftwerke. Dazu kommen 30 GW Gas. Selbst wenn man die 5 GW an Elektrolyseleistung ausschliesslich fuer die spaetere Verstromung nutzen wuerde, kaeme wie viel dabei raus?

    Im Gegenteil dazu - nimmt man fuer diese 5 GW (die am Ende auf einen viel kleineren Wert zusammenschrumpfen) statt P2G ueber H2 CH4 wieder zu Strom Batteriespeicher her, braucht man *weniger* Erzeugungsanlagen, da die Verluste geringer sind.

    Sicher, man wird einen Mix aus allem brauchen. Aber H2 ist aus meiner Sicht in erster Linie Industrierohstoff wird die Energiewende sicher nicht retten. Es wird auch bei weitem nicht die einzige Form von Regelenergie und es krampfhaft als solche darzustellen, obwohl ein enormer und stetiger Bedarf aus der Industrie absehbar ist, erscheint mir wenig zielfuehrend.

  • Bei 80%+ EE-Strom werden Überschüsse nicht mehr nur zu wenigen Stunden anfallen, sondern zu einem Großteil des Jahres ...


    Etwa 70% des Jahres. Einige 10GW werden allerdings nur etwa 40% des Jahres anfallen, und was über dieser gesamten Leistung liegt wird 50% des Gesamtjahresertrags der EE ausmachen.


    Von daher sind Elektrolyseure nice-to-have, aber eben kein entscheidendes Element der Energiewende. Und so, wie viele Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft im Moment über Wasserstoff denken, eher ein Hindernis für die Energiewende und den Klimaschutz. Und äusserst bedenklich für die Umwelt.

  • Elektrolyseure sind wichtig für die Decarbonisierung nicht elektrifizierbarer Bereiche, sie wurden vielfach genannt: Luftfahrt, Schifffahrt, Stahlindustrie, chemische Industrie. Als Speichermedium zum Rückverstromen sehe ich Wasserstoff in den nächsten 20-30 Jahren eher nicht. Da würde ich sogar Methan mit CCS noch bevorzugen.

  • Man darf auch nicht vergessen dass Wasserstoff aeuserst fluechtig und reaktiv ist ... nicht dass wir uns gleich das naechste Problem einhandeln.... Letztstens was gelesen ueber zuviel Wasserdampf in der Stratosphaere (seh grad is von 2003): https://www.wissenschaft.de/as…/klimarisiko-wasserstoff/

    Obwohl die damit einhergehende Abkuehlung auf den ersten Blick jetzt nicht so schlecht schien... der Abbau der Ozonschicht dann wieder weniger.

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