Wasserstoff

  • Die Wasserstoff-Strategie für Deutschland wurde von der Regierung beschlossen und soll heute näher erläutert werden.


    Während einzelne Branchen wie die Stahl- und Chemieindustrie wahrscheinlich nicht ohne Wasserstoff auskommen werden um klimaneutral zu werden, wittern andere Branchen wie die Erdgasindustrie eine Chance um ihr altes Geschäftsmodell in die Zukunft zu retten oder sogar auszubauen.


    Nicht nur grüner Wasserstoff, vornehmlich mit Elektrolyseuren aus erneuerbaren Energien produziert, sondern auch blauer (Erdgas mit CO2-Abscheidung und -Speicherung) oder gar türkiser Wasserstoff (Methanpyrolyse, mit festem Kohlenstoff als Endprodukt) werden diskutiert. Aktuell wird der Wasserstoff allerdings noch im großen Maßstab über Dampfreformierung mit entsprechender CO2-Emission in die Atmosphäre (grauer Wasserstoff) erzeugt. In Deutschland werden so ≈ 55 TWh Wasserstoff für die für stoffliche Anwendungen erzeugt.


    Um den steigenden Bedarf zu decken, setzen verschiedene Interessensvertreter auf den Import von Wasserstoff. Besonders die etablierte Erdgasindustrie setzt hier auf blauen und türkisen Wassertstoff aus den klassischen Exportländern.


    Ein anderes Thema ist der Import von grünem Wasserstoff u.a. aus sonnenreichen Ländern. Zwei der neun Milliarden Euro sind für entsprechende internationale Partnerschaften vorgesehen. Ein erstes Projekt soll hierzu in Marokko entstehen:


    https://www.spiegel.de/wirtsch…3c-473a-ae9a-087673edbcf7

  • Ich werde das Gefühl nicht los, dass es um ein reines Ablenkungsmanöver geht, um davon abzulenken, dass wir hierzulande deutlich mehr und schneller die EE ausbauen müssten. Selbst Umweltverbände scheinen darauf reinzufallen.


    Es taucht auch immer wieder das Märchen auf, dass man mit Überschussstrom Wasserstoff erzeugen könnte.


    Aus dem Ausland importieren? Per Kabel wäre vermutlich zu günstig.


    Und nachdem man uns jahrzehntelang erzählt hat wie furchtbar teuer die EE sind, und man nun auf den noch viel teureren Wasserstoff setzen möchte, zeigt sich, dass es offensichtlich nicht um die Kosten geht und was das günstigste und effizienteste wäre.


    Ich zweifel nicht die Sinnhaftigkeit der Wasserstoffproduktion an, aber dass man auch davon redet diese in Autos einzusetzen, zeigt klar auf welcher IRRWEG hier eingeschlagen werden soll.

    4,08kwp Solarworld ::: Piko3.6

  • Ist neben Ablenkungsmaneuver halt ne reine Industriefoerderung und mit dem Deckmaentelchen "da koennt ihr auch mit Autofahren" rechtfertigt man die Kosten beim Steuerzahler.


    Das Ding: https://www.sunfire.de/de/unte…lle-mit-elektrolyse-modul

    steht nun schon seit 3 Jahren nicht weit von meinem Buero... besonders toll finde ich ja den Satz, der zeigt wie ernst sie es meinen:

    Zitat

    Zur Wandlung von elektrischer in chemische Energie wird Solarstrom eingesetzt, der vor Ort produziert wird.

    Da ist weit und breit keine Solaranlage obwohl Platz genug da waere (auf freiem Feld)... und direkt nebenan das Umspannwerk von der NetzeBW!


    Und scheint sonst auch super zu funktionieren (habs wohl schon oefters erwaehnt)... 1x die Woche kommt laut Kassentante der Tanklaster (Raffinerie ist nicht weit) und liefert H2 fuer die handvoll Wasserstoff-Karren die da vorbeikommen (wohl meist die 2 Mirais vom lokalen Carsharer,... der die ev. auch nicht voll zahlen musste, damit sie was zum testen haben).

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Ich zweifel nicht die Sinnhaftigkeit der Wasserstoffproduktion an, aber dass man auch davon redet diese in Autos einzusetzen, zeigt klar auf welcher IRRWEG hier eingeschlagen werden soll.

    Als alter Optimist fürchte ich diesen Irrweg gar nicht so sehr, denn die Politik wird ja niemanden dazu zwingen können, und freiwillig wird sich das kaum ein Kunde antun, zumal kein PKW-Hersteller noch daran forscht oder Zukunftspläne für Brennstoffzellen-PKW hat. Der Markt hat sich längst gegen Wasserstoff im PKW entschieden. Dafür vereinnahmt die Wasserstoffstrategie ein paar Ewiggestrige für die Energiewende, die genau darauf hoffen. Ist fast schon lustig.


    Ernst gemeinte Frage: Warum korreliert die Illusion, wir werden/sollten/müssten mit Wasserstoff PKW betreiben so stark mit politischem Konservativismus? Bloß weil uns dadurch nostalgische Tankstellen erhalten bleiben, wo durch einen Rüssel chemische Energieträger in einen Tank gepumpt werden? Warum hängt diese rein technische oder ökonomische Frage so sehr mit Weltanschauung zusammen?

  • Ernst gemeinte Frage: Warum korreliert die Illusion, wir werden/sollten/müssten mit Wasserstoff PKW betreiben so stark mit politischem Konservativismus? Bloß weil uns dadurch nostalgische Tankstellen erhalten bleiben, wo durch einen Rüssel chemische Energieträger in einen Tank gepumpt werden? Warum hängt diese rein technische oder ökonomische Frage so sehr mit Weltanschauung zusammen?


    Da geht es nicht um Tankstellen. Die gehen den Politikern und Lobbyisten am allerwertesten vorbei.

    Es geht um Tauschgeschäfte!

    Waffen gegen Energie.

    Maschinen gegen Energie.

    Dienstleistungen (Zinsen) gegen Energie.

    Wie soll der deutsche Außenhandelsüberschuß aussehen wenn wir unsere Energie nicht mehr von anderen Ländern zukaufen?

    12,6 kwp - 72 x Sunline SH-M 175
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    1xSMA Sunny Tripower 25000TL-30

  • Wäre es nicht an der Zeit mal wieder mehr "Made in Germany"zu produzieren,anstatt auf sehr vielen Produkten nun "Made in China" drauf steht ?

    Und wie wärs,wenn man die vielen ausländischen Arbeitskräfte durch deutsche ersetzen würde ?


    Viele Grüsse

  • Das kann ich politisch gesehen sogar nachvollziehen, aber das interessiert doch die typischen CDU- FDP- oder AfD-Wähler nicht, die immer nur brutteln, Batterien sind sch..., nur Wasserstoff ist toll, ...


    Wieso haben gerade die so eine erotische Beziehung zum Tankvorgang, denn irgendwie fundiert sind solche Äußerungen ja nicht? Eine These wäre, weil die Wasserstoff-Technik noch weiter weg ist, und so der Veränderungsdruck aufgeschoben wird.

  • Ja, eigentlich gibt es nur eine Partei die mit H2 kein Autofahren mag (siehe letzter Absatz im Eingangs-link).

    Alle andere sind technik-glaeubige Narren nach dem Motto, wieso einfach wenn es auch kompliziert geht.


    Das ist vielleicht auch nochmal ein Punkt zur obigen Frage,... neben der Zukunftsmusik ist Wasserstoff halt auch irgendwie "Raketentechnik", die nicht jeder draufhat. Das macht schon mehr her als so ein schnoedes Windrad oder ne Siliziumpatte, die einfach ne Batterie laedt.


    Und die meisten wissen halt auch nicht von was sie reden,... wenn man die mal zum Vergleich nen Tag mit dem Mirai (=elendige Rappelkiste) und nem Model3 (=lautloses Dahingleiten) rumgurken lassen wuerde (incl. Lade/Tankvorgang) haette sich die Sache bei vielen wohl erledigt.

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    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Ernst gemeinte Frage: Warum korreliert die Illusion, wir werden/sollten/müssten mit Wasserstoff PKW betreiben so stark mit politischem Konservativismus?

    Na das liegt daran, dass H2 schon so lange als "Zukunftstechnologie" angepriesen wird, dass es schon wieder konservativ ist 8o

    Nein, im Ernst, das habe ich bis jetzt auch noch nicht verstanden. Ich nehme aber an, das liegt an der fehlenden Zukunftsvision, was mit der schon angesprochenen Technikglaeubigkeit einhergeht aber eigentlich ueberhaupt nicht kompatibel ist.


    Diese Menschen koennen sich einfach nicht vorstellen, wie die Zukunft aussehen soll. Ich sehe auch nie dahingehende Visionen oder ganzheitliche Ideen. Und da einem nichts besseres einfaellt, versucht man halt irgendwelche bekannten Muster zu erhalten, wobei wir ja beim typischen Konservatismus sind. Technik duerfte demnach niemals einfacher werden, sondern in zunehmender Automatisierung immer nur noch komplexer. Sonst haben die Leute von morgen ja nichts mehr zu tun. Das ist aber natuerlich voelliger Quatsch.

    Wäre es nicht an der Zeit mal wieder mehr "Made in Germany"zu produzieren,anstatt auf sehr vielen Produkten nun "Made in China" drauf steht ?

    Ich halte es nicht fuer sinnvoll, das zu erzwingen und Produkte so kuenstlich zu verteuern. Das hilft letztlich keinem. Man stelle sich vor, PV Module kosteten das Doppelte, weil man nur hier produziert und nichts aus Fernost rein laesst oder mit derart hohen Strafzoellen belegt.

    Klar, man koennte auch Konsum einschraenken, wenn Luxusgueter entsprechend teurer werden. Das verfehlt aber das Ziel, denn damit erreicht man aber weder eine globale Lenkwirkung, noch sorgt es dafuer, dass im Inland Jobs entstehen. Die entsprechenden Produkte sind dann zu teuer und werden einfach nicht mehr nachgefragt.

    Und wie wärs,wenn man die vielen ausländischen Arbeitskräfte durch deutsche ersetzen würde ?

    Und dann?
    Kauft niemand mehr im Gegenzug die teuren deutschen Produkte ab, an denen wir so haengen.


    Ich glaube nicht, dass Rueckschritt uns irgendwo weiter bringt. Jobs, die erstmal weg sind, kommen nicht wieder, das muss man akzeptieren und Loesungen finden und nicht das unausweichliche mit Gewalt verhindern.