Darf ich einspeisen noch vor der Zählersetzung?

  • Na gut. In dem Punkt sieht das Gesetz für mich eindeutig aus: Der Vergütungsanspruch besteht mit Einspeisung. Es können dir schon auch im Bezug auf die Vergütung Nachteile enstehen, weil du die eingespeiste Menge nicht ganz genau nachweisen kannst, aber Anspruch hast du dann trotzdem. Das sieht auch die Clearingstelle EEG so:

    Ich kann sie insofern nachweisen da mein 2Richtungszähler das sauber dokumentiert.

    Zum Zeitpunkt der IBN stand das Zählwerk auf 0, heute auf 3.056 kw.

  • Ich kann sie insofern nachweisen da mein 2Richtungszähler das sauber dokumentiert.

    Das sehe ich auch so. :)

    Der 2RZ ist auch geeicht. Grauzone ist nur die EEG-Umlage ab 10kWp die mit einem geeichtem Erzeugungszähler zu messen wäre.


    Mit einem freundlichem Gespräch und Signalisierung von entgegenkommen sollte der VNB ggf. einlenken. ;)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

  • Den Eigenverbrauch kann er ja ohne Probleme, wie alle anderen unter 10kWp auch, berechnen... Schenke ihnen meinetwegen 5% EV wg. ungeeichtem WR-Zähler und gut.

    Die Einspeisung jedoch ist perfekt gemessen und daher zu vergüten... Die spinnen wohl.

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Den Eigenverbrauch kann er ja ohne Probleme, wie alle anderen unter 10kWp auch, berechnen... Schenke ihnen meinetwegen 5% EV wg. ungeeichtem WR-Zähler und gut.

    Die Einspeisung jedoch ist perfekt gemessen und daher zu vergüten... Die spinnen wohl.

    Blöde Frage aber was interessiert denn den VNB der Eigenverbrauch?
    Die sollen doch nur meine Einspeisung entlohnen...

  • Die 40%-EEG-Umlage auf EV bei Anlagen über 10kWp rechnet der VNB ab... Und dafür fordert er halt nen geeichten Zähler.

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Musst du nicht... Die Dame hat doch deinen 2RZ gar nicht angefasst, oder?

    Nur das sie jetzt halt die Einspeisung akzeptieren nachdem sie die Zählerstände notiert hat?

    Die hattest du aber ja schon hinreichend bei IBN dokumentiert... Das schlimmste was dir passieren kann, ist dass du ne Rechnung schreiben musst... Und mahnen.

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Die Einspeisung jedoch ist perfekt gemessen und daher zu vergüten

    Genau so ist es. Dafür würde ich vor Gericht gehen, dann das ist wasserdicht. Einfach weil dem VNB die Zähne rasiert gehören.

    (Nebenbei: Wäre der EZ mit IBN da gewesen hätte das keinen nennenswerten Einfluss (außer dessen geringen Verbrauch) auf die EInspeisung gehabt.)

  • Hallo yankee42

    Ich musste mich mit der gleichen Fragen auseinandersetzen und kam zu folgendem Schluss:

    Die Rechtslage zu klären war mir zu aufwändig.

    Die Ratschläge sehr engagierten Foren-Mitglieder hier war zu gefangen und einseitig, ja gar ideologisch gegen die Netzbetreiber gerichtet und waren unter dem Strich keine Hilfe.

    Ich habe die Anlage mit Ferraris-Zähler eingeschaltet und habe diesen rückwärts zählen lassen, aber vor dem letzten Zählerstandmeldung gestoppt. Ich wurde von anderen PV-Betreibern gewarnt: Ein negatives Zähler-Saldo ist ein grosses Problem (sei es rein buchhalterisch).

    Dann kamm irgendwann der Zweirichtungszähler. Der Elektriker (ein Subunternehmer des Netzbetreibers) erzählte, dass er direkt den Fall kennt, wo jemand ohne Zweirichtungszähler eingespeist hätte und einen erheblichen Betrag als Strafe zahlen musste weil er "erwischt" wurde. Seine PV-Anlage wird sich infolgedessen nie amortisieren.


    Ich rate davon ab, bedenkenlos gegen die Vorschriften der Netzbetreibern zu handeln.

    Im Zweifelsfall kann man anrufen und fragen (was ich nicht gemacht habe - mein Fehler).

    Vielleicht ist der Netzbetreiber nicht so böse.

    ---------------------------

    Blutiger Anfänger

  • wo jemand ohne Zweirichtungszähler eingespeist hätte und einen erheblichen Betrag als Strafe zahlen musste weil er "erwischt" wurde.

    Das würde ich in die Kategorie Märchen einordnen.

    Manche Zählermonteure wollen sich wichtig machen und den Anschlußnutzer beeindrucken/einschüchtern.

    Um eine Strafe aufgebrummt zu bekommen, braucht es erst einmal eine Anzeige, ein Verfahren und ein Urteil.

    Abgesehen davon, daß der einzige Straftatbestand, den man daraus konstruieren könnte, Steuerverkürzung der Stromsteuer wäre, fällt mir nichts ein, worauf sich eine Anzeige stützen könnte.

    Und das Pferd USt. braucht man nicht aufzürnen, da man rechnerisch in diesem Zeitraum 100% Direktverbrauch hat, sofern man brav das Zählwerk im WR als Grundlage für die uWA nimmt.


    Als 2010 es zu Engpässen von 2RZ kam und die Lieferzeit > 10 Wochen betragen hatte, gab es nach einer guten Woche nach Fertigmeldung der Anlage und Nachfrage wegen Zählertermin von Bayernwerk die Aussage, man möchte bitte die Anlage einfach einschalten, da es einen enormen Rückstand an Zählern gebe, da die Lieferanten der Zähler nicht nachkommen und die Montage sich noch über Wochen hinziehe.

    Den Erzeugungszähler beim Kunden hatte ich gesetzt und ist im Eigentum des Kunden.

    War also damals rechtlich kein Problem und wird es heute auch nicht sein.

    Am Ende hat es 11 Wochen gedauert, bis der 2RZ kam.

    10 Wochen davon lief die Anlage.


    Nachtrag:


    Also bitte merken:

    Nach EEG hat der VNB den Strom unverzüglich abzunehmen.

    Sobald die Einpeisezusage vorliegt und alles brav an den VNB gemeldet ist, gibt es keinerlei technischen Grund, die Anlage nicht laufen zu lassen.

    Der VNB ist nicht berechtigt ein Einschalten von einer Abnahme des VNB abhängig zu machen.

    Der Elektromeister unterschreibt schließlich dafür, daß die Anlage entsprechend der Regeln installiert wurde.

    Wenn dem nicht so wäre, bräuchte man keinen Elektromeister für die Anmeldung.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron