Frage zur "Allgefahrenversicherung"

  • Hallo,


    ich habe aktuell einen Schneedruckschaden an einer Anlage, die ich als Fertig-Anlage von einer Solateur im Jahr 2011 gekauft habe.


    Wie für alle meine Anlagen habe ich eine Betreiberhaftpflicht und eine Allgefahrenversicherung abgeschlossen (Elektronikpolice).


    Nun hatte ich einen Schneedruckschaden bei der die gesamte Modulfläche eines Dachs seitlich runtergedrückt und damit aufs Dach gedrückt wurde. Dabei sind ein paar Faserzement-Platten auf dem Pachtdach kaputt gegangen. Schadenshöhe ca. 36.000 Euro.


    Grund dafür ist wohl, dass zwar die richtigen Materialien verwendet wurden, aber der Abstand der Unterkonstruktion anstatt 1 mtr ungefähr 1,5 mtr beträgt. Also meinem Verständnis nach ein Planungs oder Konstruktionsfehler des Anlagenerrichters.


    Nun sehe ich die Beschreibung der versicherten Schäden eigentlich ganz positiv. Aber die Erfahrung zeigt, dass Versicherungen dazu neigen, das anders zu sehen.


    Ich habe den betreffenden Paragraph meiner Versicherung mal als Scan angehängt.


    Wie würdet ihr denn § 2 Absatz 1 auslegen?


    Herzlichen Dank schon mal für Eure Meinungen.

  • Hallo


    Am ehesten noch unter „Eisgang“ würde ich das einordnen. Sind Schneeschäden bei euch nicht in der allgemeinen Gebäudeversicherung inklusive? Es ist schliesslich eine höhere Gewalt und grundsätzlich müssten die Anlagen eigentlich schneelastsicher sein. Allenfalls übernimmt die Elektronikversicherung einen Teil der Schadensbehebung..? Ich würde mal in dieser Richtung nachsehen (oder einfach die Versicherungen anrufen).

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    Anlagenhersteller: SolarEdge

    Leistung: 10.2kWp

    Module: 30 x LG NeON2 340W Cello

    --Süd-Südostausrichtung -10°, 5° Netto-Aufständerung (Pultdach)--

    Wechselrichter: SE10K

    Batteriewechselrichter: SE3500H

    Batterie: LG Resu10H (10kWh)

    Anlage in Betrieb seit: 12.06.2019

  • Hallo,


    es geht mir gerade um den Schaden an der Anlage. Das Dach müsste ja meine Betreiberhaftpflicht übernehmen, falls es nicht von der Energiepolice abgedeckt ist.


    Die zusätzlichen Schienen und Stehbolzen, um es auf den benötigten Abstand zu bekommen, muss ich selbst übernehmen. Das ist nachvollziehbar. Auch den Aufpreis von 10mm auf 12mm Bolzen werde ich tragen.


    Die Frage ist eher, ist Eurer Meinung nach der Schneedruck-Schaden an der Unterkonstruktion der Anlage abgedeckt? Die Anlage selbst hat keinen Schaden genommen, weswegen ich den Schaden auch recht spät bemerkt habe.

  • Also bei mit deckt meine Police

    namentlich „alle für den Betrieb notwendigen An- und Zubauten“. Meine Versicherung ist aber nicht eine Elektronikversicherung sondern eine Businessversicherung (Material- Schaden- und Haftpflicht) zur Deckung von Produktions- und Erzeugungsanlagen aller Arten (Schweiz!)


    Daher würde ich wirklich einfach einmal die Versicherungen anfragen.

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    Anlagenhersteller: SolarEdge

    Leistung: 10.2kWp

    Module: 30 x LG NeON2 340W Cello

    --Süd-Südostausrichtung -10°, 5° Netto-Aufständerung (Pultdach)--

    Wechselrichter: SE10K

    Batteriewechselrichter: SE3500H

    Batterie: LG Resu10H (10kWh)

    Anlage in Betrieb seit: 12.06.2019

  • baujahr 2011

    elektronikversicherung mit abe januar 2010

    Schneedruckschaden an Unterkonstruktion


    der vermutete Planungs oder Konstruktionsfehler des Anlagenerrichters (sog. haftung dritter) muss ihm nachgewiesen werden und ist aufgrund des anlagenalters 9 jahre kaum mehr umsetzbar, da gewährleistung wohl längst abgelaufen => im kaufvertrag prüfen.

    von daher kann der versicherer aus dem grund "haftung dritter" nicht ablehnen, er könnte es sowieso nur bis die kostenablehnung durch den anlagenerrichter vorliegt. siehe hierzu oben verlinkte abe 2010 § 2 abs. 4/i)


    "Wie würdet ihr denn § 2 Absatz 1 auslegen?"

    "ist Eurer Meinung nach der Schneedruck-Schaden an der Unterkonstruktion der Anlage abgedeckt?"

    ein Schneedruckschaden ist in der elektronikversicherung mit abe 2010 mitversichert, es sei den es wurde im versvertrag explizit ausgeschlossen => vertrag prüfen

    jedoch muss für den Schneedruckschaden an der Unterkonstruktion auch die Unterkonstruktion im Versicherungsvertrag mitversichert sein => vertrag prüfen


    "Die zusätzlichen Schienen und Stehbolzen, um es auf den benötigten Abstand zu bekommen, muss ich selbst übernehmen. Das ist nachvollziehbar. Auch den Aufpreis von 10mm auf 12mm Bolzen werde ich tragen."

    natürlich kannst du deinem versicherer das so mitteilen und selbst bezahlen, du kannst ihm jedoch die initative hierfür selbst überlassen und weitersehen.