Neuling mit Wissensloch braucht Hilfe

  • Hallo, mehr oder weniger aus der Not heraus baue ich mir gerade eine kleine Inselanlage zusammem, da das zuerst geplante 300W set von einem unfreundlichen Händler bei Amazon einfach nicht geschickt wurde da ihm wohl aufgefallen ist das sein Preis zu billig war habe ich mir einfach mal ein paar Komponenten zusammen bestellt... Liste:


    4x 100Watt China Panel

    Spannung bei Nennleistung Vpmax 19,2 Volt

    Leerlauf Spannung Voc 23 Volt


    2x günstige Batterie Sunrise EFB 12V 100AH


    MPPT 60A PowMr bei 12V Batteriespannung 20V-80V Max PV Spanung und bei 24V Batterie 37V-105V max PV Spannung... (denke das sind für meine Frage die Wightigsten Parameter)


    Dazu Kabel 6mm2 und ein MC4 Steckerset


    Und zu mir, Beruflich Mechatronicker in der Industrie und somit Elektrofachkraft



    Leider habe ich mit Solarsystemen 0 Erfahrung....


    Mein aktuelles Problem: macht es dank dem MPPT- Regler mehr sinn alle Module in Reihe zu schalten (währe ja Spannungsmäßig noch innerhalb der Parameter) oder je 2Parallel und die in Reihe...

    Ich habe einerseite gelesen das um so höher der Spannungsunterschied ist um so höher die Verluste beim umwandeln sind - anderer seits um so höher die Eingangsspannung um so besser kann der regler arbeiten wenn die module an newölkten Tagen nicht mehr die volle Spannung liefern...


    Währe super wenn mir jemand Tipps geben könnte da es aktuell etwas kompliziert für mich währe selbst Messungen durch zu führen

    Danke im Vorraus

  • Vielleicht erklärst du uns zuerst einmal, was du mit dem Solarstrom anstellen möchtest, bevor du dich in weitere unnötige Unkosten stürzt!

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • ich habe ein Grundstück gekauft mit kleinem Haus zum selbst sanieren... leider aktuell kein Stromanschluss und da mit ein Baustromkasten einerseits zu teuer ist (miete pro tag) und anderer seits würde selbst das ca 6-8 Wochen dauern soll die inselanlage vorerst für licht (Led) und Handy/Akkuschrauber Akku laden ihren dienst verrichten + ein bisschen Musik... später soll die meine Hobbygarage zum Strom sparen teilweise versorgen, da 400W gerade im Winter nicht viel ist will ich sie später eventuell aufstocken (deshalb der überdimensionierte Laderegler)

  • Genau, einen Laderegler brauchst du gar nicht.
    Sondern einen Hybrid-Wechselrichter, welcher alles bereits intus hat und nur noch angeschlossen werden braucht.

    Zum Beispiel: Hybridanlage im Wohnmobil

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • solche geräte hatte ich ein paar im auge allerdings schränken die doch sehr ein wenn man noch nicht genau weis wo die reise hin geht... besonders da die meißten auf 12v aufbauen was zu ungemein hohen strömen führt.. aktuell wollte ich ein 24v system bauen eventuell später im jahr sogar auf 48v gehen und wie gesagt die modulleistung warscheinlich noch aufstocken (so in richtung 1000-1400 watt) was bei einem 12v system schon bei 1000 watt über 80a bedeutet ergo bei 20m kabel zwischen modulen und laderegler und somit würde ich Kabel jenseits der 10mm2 brauchen (über den daumen 16mm2) bei einem 24v system halber Strom bei 48V (noch 2 Batterien des selben Types vorrausgesetzt) ein viertel entsprechend würden bei einem 48v system standart 6mm2 Solarkabel reichen

  • wobei die Frage bestehen bleibt - bei einem MPPT Laderegler- lieber mehr Spannung oder weniger...

  • wobei die Frage bestehen bleibt - bei einem MPPT Laderegler- lieber mehr Spannung oder weniger...

    Was willst du denn mit 4 Modülchen anstellen? Wenn du später 20 aufs Dach nagelst, genügt ein 4 mm² Kabel noch völlig.

    Denn dazu musst du schliesslich auch den Wechselrichter anpassen...

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
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  • Entscheidend für die Verschaltung der Module ist die Leerlaufspannung bei -10°C Außentemperatur.

    Bei 12V, also 2 Module in Reihe, dann parallel. Bei 24V könnten alle in Reihe gehen, aber ohne Datenblatt und Temperaturkoeffizient der Module nicht berechenbar.


    Einen 230V Wechselrichter brauchst du auch noch?

  • Hi.

    2s2p also jeweils 2 in reihe und dann diese 2 Stränge Parallel.


    Die Voc/Vmp steigt/sinkt etwa um 0,3% ausgehend von 25°C Modultemperatur.

    Im Sommer erreicht man etwa 70°C, die Spannung sinkt also um 13,5%.

    19,2 - 2,6V = 16,6V

    Der Regler braucht zum Arbeiten etwa 2V mehr Modulspannung als Akkuspannung.

    Der Akku wird mit ~15V Geladen.

    Es müssten also mindestens 17V kommen.

    Das Modul würde also aus dem Vmp Bereich rutschen und weniger Leistung bringen.


    Im Winter bei -10°C würde die Spannung um 2,4V auf 25,4V steigen.

    Bei 4 Modulen in reihe 102V.


    Der Regler müsste bei allen Systemspannungen 160Vdc aushalten, wird aber nicht so Effizient sein wie mit 2 in reihe.



    Für 36 Zeller und 12V Systemspannung nimmt man normal einen PWM, da reicht die Spannung da die 2V wegfallen.

    So kleine Module sind nur was für sehr kleine Anlagen oder Wohnmobile mit wenig Platz.

    60 Zeller Module mit 250-300Wp sind billiger.



    Besser wäre ein eSmart3 40/60A, Trancer AN, ToYo/Renogy ML2440 gewesen, die können auch eine Ausgleichsladung.

    Diese musst du manuell machen in dem du nach jeder Tiefen Entladung die Spannung für 1-2 Stunde erhörst.


    Ladespannung

    Erhaltung 13,8V, Boost/Hauptladung 14,8V, Ausgleich/EQ 15V (manuell)


    Für die 400Wp hätte ein 20-30A Regler auch gelangt.

    Die Module bringen im Hochsommer etwa 80% der Nennleistung.

    400Wp 80% = 320W

    320W/14V = 23A


    Einen MPPT kann man Überbelegen, man kann also auch 1kWp anschließen es kommen aber halt nur 840Wp bei 60A/12V.


    Vergiss das mit Wolkigen Tagen und Spannung, das liest man immer wieder.

    Wen die Voc/Vmp schon niedrig ist kommt eh nicht mehr viel Strom.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Servus MbDriver,

    Mechatronicker in der Industrie

    Einen MPPT Laderegler mit Aktivkühlung habe ich schon seit 10 Jahren nicht mehr gesehen :)

    Wenn du in der Industrie arbeitest solltest du doch wissen, dass man von dem Billigkram besser die Finger lassen sollte.


    4x 100Watt China Panel

    Ein 400Wp Panel bekommt man heute schon für 200€ und 60-Zeller nochmals wesentlich günstiger. Am billigsten klappt es mit gebrauchten 72-Zellern für 20€/Stück. Ich selbst habe gebrauchte 72-Zeller in meiner Insel, die ihr Soll als Einspeiser bereits erfüllt haben. Was hast du für die 4x100Wp bezahlt?


    2x günstige Batterie Sunrise EFB 12V 100AH

    Auch wenn diese Batterien vollkommen ungeeignet sind würden sie ein paar Monate Bauphase wohl überstehen. Dennoch halte ich es für bedenklich zwei nagelneue Batterien zum "Wegwerfen" zu kaufen. Vielleicht bekommst du eine gebrauchte Stapler zum Schrottpreis?


    später soll die meine Hobbygarage zum Strom sparen teilweise versorgen

    Sparen mit (neuem) Speicher funktioniert noch nicht. Im Forum kenne ich nur zwei, die das möglicherweise schaffen. Wenn du jetzt bereits weißt, dass du in naher Zukunft auf 48V wechseln möchtest, dann kaufe doch gleich Komponenten, die dazu in der Lage sind netzparallel zu arbeiten. Also einen 48V Hybriden/Inverter, der die VDE-AR-N 4105:2018-11 erfüllt und dazu Li-Speicher-Module, die ausreichen um deinen späteren Nachtverbrauch abzudecken.


    Ich habe einerseite gelesen das um so höher der Spannungsunterschied ist um so höher die Verluste beim umwandeln sind

    Das ist richtig, aber dafür hat man weniger Kosten/Verluste bei der Verkabelung. Allzu groß sind die Verluste aber nicht. Das dürfen sie auch gar nicht sein, weil aktuelle Geräte keine Aktivkühlung mehr haben und somit überhitzen würden. Bei deinem Billigteil mag das anders aussehen, aber sowas verbaut auch kein Mensch.


    anderer seits um so höher die Eingangsspannung um so besser kann der regler arbeiten wenn die module an newölkten Tagen nicht mehr die volle Spannung liefern...

    An bewölkten Tagen ist die Spannung der Module in der Regel sogar höher als an sonnigen Tagen. Die Spannung ist mehr von der Temperatur abhängig als von der Einstrahlung. Wenn es Probleme gibt, dann im Sommer. Das passiert, wenn die Modulspannung sinkt und zu nahe an der Batteriespannung liegt. Problematisch ist das deshalb, weil der Regler ein paar Volt Differenz zum arbeiten braucht. Damit beantworte ich auch gleich deine nächste Frage:


    währe ja Spannungsmäßig noch innerhalb der Parameter

    Die Leerlaufspannung steigt im Winter an, sodass man diese Erhöhung einkalkulieren muss. Am genauesten klappt das mit einem Blick ins Datenblatt, aber du kannst auch Pi mal Nase 15% draufhauen, dann bist du auf Nummer sicher.

    In der erwähnten Kombination wäre das also zu knapp. Vor allem bei einem günstigen Regler sollte man vom Grenzwert lieber etwas weiter entfernt bleiben.

    Für ein 48V System benötigt man mindestens 120 Zellen in Reihe für Li und 144-Zellen für Blei. In einem 48V System scheint der Regler aber auch 160V anstatt 105V zu vertragen. Angeblich.


    ich habe ein Grundstück gekauft mit kleinem Haus zum selbst sanieren

    Eine richtige Sanierung mit Akkugeräten kann man vergessen.

    Die größten Akkus, die man heute bekommt sind 3-reihig mit 21700er Zellen ausgestattet. Je nach Hersteller und Maschinenmodell läuft das mit 18, 36 (2-reihig) oder 54V. Der Energieinhalt beträgt aber nur max. 216Wh, weshalb auch 2kW Leistungsabgabe wenig bringen, wenn man länger als ein paar Minuten arbeiten möchte.

    Insofern wirst du früher oder später für die Sanierung entweder einen Stromanschluss oder zumindest einen Generator benötigen, denn weder mit Akkugeräten noch mit einer kleinen Insel lässt sich z.B. eine Schlitzfräse samt Absaugung betreiben.


    vorerst für licht (Led) und Handy/Akkuschrauber Akku laden ihren dienst verrichten + ein bisschen Musik

    Für diesen Zweck sollte es die kommenden Monate ausreichen.


    Aber mal aus Interesse: was ist das für eine Sanierung, bei der man alleine mit einem Akkuschrauber zurecht kommt? Der Akkuschrauber kommt bei mir immer erst gegen Ende gehäuft zum Einsatz. Am Anfang stehen eher Brechhammer, Säbelsäge und Flex :)



    Gruß


    schlossschenke