100W Grundverbrauch mit Solar abdecken

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich nun mein Balkonkraftwerk in Betrieb genommen habe und eigentlich den meisten Strom ans Netz verschenke, bin ich auf folgende Idee gekommen und bräuchte Rat ob dies realisierbar ist.


    Ich habe einen Jahresverbrauch von 1600kwh. Durch meinen Smarten Stromzähler 😉 sehe ich das mein Haus immer mindestens 100W momentan verbrauch hat. Also 2,4kwh am Tag, macht ca. 875kwh im Jahr, sprich in etwa die Hälfte meines Jahresverbrauchs.


    Meine Idee nun, meine zwei Solarmodule, ggf. auch mehr da die 600Wp Grenze dadurch wegfällt, zum Laden von einem Batteriespeicher verwenden. Vom Speicher dann kontinuierlich ins Hausnetz 100W einspeisen. Vorteil auch wenn es dunkel ist wird der Grundverbrauch abgedeckt, der Batteriespeicher müsste gar nicht so groß sein, nix wird verschenkt und man bleibt bei der Vorgabe max. 600W einspeisen ins Hausnetz über die Wieland Steckdose 😉


    Ist das realisierbar? Was wird hierfür benötigt? Gibt es Wechselrichter die auf 100W gedrosselt werden können?


    2x 330W Solarmodule sind vorhanden. Denke den vorhandenen YC600 Microwechselrichter könnte ich hierfür nicht verwenden.

  • Deine Idee ist nicht halb so revolutionär wie du meinst - scheitert aber an der Hardware und Physik. Oder denkst du alle die eine große PV auf dem Dach haben waren doof?


    1) es gibt keinen (ideal noch auf Nulleinspeisung ausregelnden) klein WR im angesprochenen Leistungsbereich - was von einigen (Stichwort Forenspeicher) praktiziert wird/würde war eine Letrika (WR) an 24V zu verwenden - dann liegen wohl ~150W an.

    Der Wirkungsgrad der KleinstWR liegt hier im Bereich 70-80% und ist damit vergleichsmaßen HOCH!


    2) abzüglich Wirkungsgrad Verlusten brauchst du im Winter ~2,2 kWh NUTZBARE Speicherkapazität - das sind dann schon Mal 24V 180Ah Blei (falls du das vor hättest).


    3) deine geplanten 660Wp werden nicht reichen - sie liefern im Dezember Mal eben ~300-500Wh/Tag. Realistisch dürfte für den Vorhaben das 10fache gut reichen - oder die Anlage macht Winterurlaub man legt sie direkt aufs Sommerhalbjahr aus.


    Hast du denn Dächer zur Verfügung oder nur den Balkon?


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • 😊 Nein das denke natürlich nicht. Hab drüber nix in der Suche leider gefunden.


    1) könnte hierfür nicht ein Microwechselrichter ala EVT248 an der Batterie verwendet und ggf. die Leistung gedrosselt werden


    2) genauer Plan wären zwei Batterien, mit je 24v mit 80ah, macht 3,8kwh. Da wir diese nicht komplett leer saugen wollen, etwa doppelt benötigte Kapazität, wegen der Haltbarkeit. 40-50% Leerfahren sollte ok sein


    3) Überlegung wären 4x 330w mit Ost West Ausrichtung. Mehr Dachfläche ist nicht drin. Von November bis Ende Februar ist natürlich Trauerspiel. Die Module sind auf einem Garagendach.


    Beste Grüße

  • 1) evt 248 ist ersetzt durch evt 300

    - die Modulwechselrichter sollen/dürfen ab und nicht direkt an einer Batterie betrieben werden - oft überhitzen sie dabei wenn keine Maßnahmen zur Stromlimitierung ergriffen werden.


    2) von der massenhaften Verschaltung an Batterien halte ich nichts. Von Blei in Zyklenanwendungen bin ich auch nur im Einzelfall zu überzeugen.


    3)

    Hast du Mal mit PVGIS Offgrid geschaut wie weit du mit der Anlage kommen würdest? Spiel ein wenig damit und bekomme ein Gefühl dafür wass WANN geht und wann nicht.

    Ich denke dass du mit der Anlage OHNE Batterie den größeren Nutzen hast. Die 100W Nachtstrom kosten dich 130€ im Jahr - dafür kannst du keinen Speicher betreiben - davon abgesehen werden Lade/entladeverluste min 25% der kostbar geernteten Energie vernichten.


    Ob du deine 4 Module Ost/West an einem 600W WR legal anmelden kannst kann dir dein VNB sagen. Ich denke das wäre die beste Lösung.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • wäre es nicht einfacher, den Grundverbrauch in der Nacht zu senken?

    100W sind schon jede Mene unnützer Kram der da läuft.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • "technisch" kann man das schon so machen.

    ob es in irgendeiner Weise auch sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

    Du schreibst nichts zu deiner Motivation, warum du das machen möchtest.

    Wenn man Spaß am Basteln hat, und das als Hobby sieht, ok.

    Wenn du aber meinst, so entweder Geld sparen zu können, oder einen ökolögischen Vorteil darin siehst, dann liegst du komplett falsch. Die Umsetzung wird bestimmt mehr kosten als die Sache jemals einbringen kann.

    Für die Umwelt bringt so ein Speicher sowieso keinen Vorteil.

    Also: machbar schon, nur wozu ?

  • Es gab hie rmal einne sehr langen Thread in dem hunderte Leute über viele hundert Beiträge einen Kleinstspeicher entwickelt haben, der in der NAcht den Standby Stromverbrauch bereit stellen soll.

    Es gab viele gute pfiffige Lösungen, die aber alle trotz Eigenbau rein finanziell nicht wirtschaftlich zu betreiben waren. Besser als jeder gekaufte Akku, aber gereicht hat es trotzdem nicht.

    Also ist das ein spannendes Hobby. Hobbys kosten halt immer Geld.

    Große BAtterien sind große Hobbys und kosten daher viel Geld.

  • Wenn es den Letrica Modulwechselrichter noch gibt, kannst du es so machen wie ich es vorhabe ( siehe mein Beitrag "zweites Leben für Pedelec-Akku").

    Allerdings brauchst du einen größeren Akku mit mind. 1 KWh nutzbare Kapazität. Zweckmäßigerweise einen LiIon Akku mit BMS für ca. 600 Euro und einen stärkeren, Solarladeregler.

  • Mir scheint nach den Reaktionen, dass es tatsächlich derzeit kein kommerzielles Elektronik-Gizmo gibt, das Akku-Strom so umsetzt, dass es für einen normalen Einspeise -WR wie ein PV Panel wirkt. Die Einspeise-WR wie EVT300 oder INV315 haben einen viel besseren Wirkungsgrad bzw. verschwindenden Eigenverbrauch ggü einem off-grid WR, der locker 25W für sich selbst nimmt. Es wäre schon bestechend, nachts oder ständig eine festgelegte Leistung aus der Batterie in den Einspeise-WR zu geben. Technisch scheint mir das keine große Sache zu sein, einen Buck/Boost Converter so zu bauen und zu steuern, dass er am Ausgang eine I-U Kennlinie simuliert, die einen MPPT E-WR auf einen stabilen und gewünschten Arbeitspunkt leitet.

    Das wäre jedenfalls etwa, was ich selbst auch gut brauchen könnte.

    Noch cooler wäre folgendes: Mein Stromzähler gibt IR-Lichtimpulse aus die den Momentanverbrauch widerspiegeln. Mit der richtigen Regelung könnte man genau soviel Einspeisen um das zu kompensieren.

  • Der Solmate von EET hat das schon realisiert. Alerdings zu einem stolzen Preis und nur auf einer Phase.