Nochmal ein Denkversuch: Takten, WP, Heizstab

  • Ich bin ja immer noch nicht so glücklich mit meinem Wissen um Heizungstechnik. Ich bin aber sehr glücklich um mein tolles PV-Dach, und es reizt mich einfach, in Richtung Heizung weiter zu denken.


    Ich habe die Fakten für mein Haus mal versucht herauszubekommen und in dieser Tabelle zusammengetragen:



    Daraus folgt: Solange ich für den PV-Strom gute EEG-Vergütung bekomme, macht ein Austausch der Gas-Brennwert-Therme keine Sinn, weil ich im Idealfall allenfalls noch 40 € / Monat sparen könnte. Fällt aber die EEG-Vergütung in 20 Jahren weg und kann ich den Austausch der Heizung bis dahin strecken (26 Jahre Betriebsalter ist ehrgeizig), dann würde ich über eine PV-betriebene WP ca. 115 € / Monat sparen können, bzw. damit die ohnehin fällige neue Heizung sich selbst finanzieren können.


    So weit, so gut.


    Nun möchte ich aber doch gucken, was ich bereits jetzt tun könnte. Heute habe ich einfach mal meiner Heizung für eine Stunde "zugehört". 13 Grad Außentemperatur, Heizkessel bei 45 Grad eingestellt, WW bei 60 Grad. Der Brenner schaltet ca. alle 20 Minuten bei 36 Grad Kesseltemperatur ein und bei 45 Grad wieder aus. Laut Anzeige arbeitet die Therme zweistufig, Stufe 1 sei im Bereich <70%. Zu diesem Takten gibt es grundsätzlich sehr viel Diskussion, wann ist es gut, wann ist es schlecht.


    Dieses Takten wäre auch ein Problem mit einer WP. Die meisten Lösungen bedienen sich eines Pufferspeichers, so dass weniger Taktung erforderlich ist. Ich habe aber keinen Pufferspeicher und finanziell lohnt sich ein Umbau wie o.a. gezeigt, ohnehin nicht.


    Aber: Ist das nicht der Vorteil eines Heizstabes? Er könnte die wenigen Kelvin, die in der Übergangszeit zugeheizt werden müssten, immer dann übernehmen, wenn die Therme sich wie Kanonen auf Spatzen anmutet? Vorteil wäre: Heizstab in den Vorlauf kostet wenig Installationskosten, kostet bei gleichgesetzten EEG-Vergütungskosten 9 Cent/kWh. Das Gas kostet 4 Cent/kWh. Also wäre das doppelt so teuer. Abgesehen davon, dass die Heizkosten vom Netto weggehen und die EEG-Vergütung brutto ist, macht also dann 6 Cent contra 4 Cent. Aber wenn ich dann noch die Gas-Therme länger erhalten kann (o.a. 26 Jahre), weil sie weniger verschleißt, lohnt sich das vielleicht doch wieder.


    Alternativ wäre die Idee, eine Geisha 5kW in den Vorlauf zu hängen. Aber die würde auch takten müssen.


    Abgesehen davon habe ich bislang keinen Installateur gefunden, der bereit wäre, sich damit zu beschäftigen. Das Thema ist zu speziell und generell gibts nach wie vor zu viel Bedarf und zu wenig Handwerker.

  • Moderne Wärmepumpen können ihre Drehzahl/Leistung in einem größeren Bereich regeln und takten gar nicht, wenn sie die richtige Größe haben. Da brauchst du keinen Puffer. Wenn du über Austaisch nachdenkst, warte doch keine 26 Jahre! Förderung gibt es jetzt !

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Richtig. Die Anschaffung einer Gastherme oder Ölheizung ist eben eine Fehlinvestition.

    Muss man eben irgendwann einsehen. Lieber Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

    (Ich hatte früher selbst eine Ölheizung, im Altbau nur mit Heizkörpern, durch WP für gesamt 3.000€ ersetzt)


    Bei den momentan niedrigen Ölpreisen und daraus nachfolgendenen Gaskontraktpreisen kann es sich natürlich ggf. leider nochmal 1-2 Jahre hinauszögern bis der Umstieg sinnvoll erscheint. (z.B. nächster Ölkauf)

    PV 10kWp + Offgrid 140Wp
    Brauchwasser-Wärmepumpe Ariston Nuos 80 , Heizungswärmepumpe Panasonic Geisha F 5kWth,
    aWATTar (.de) variabler Strompreis ("Hourly") , Zoé 40 an go-e, davor Kia Soul EV

  • 13 Grad Außentemperatur, Heizkessel bei 45 Grad eingestellt ... Der Brenner schaltet ca. alle 20 Minuten bei 36 Grad Kesseltemperatur ein und bei 45 Grad wieder aus.

    Da solltest du dich einmal mit der Heizkurve beschäftigen.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • =O unsere Gas-Heizung ist seit 4 Wochen aus und nur noch im WW-Betrieb - abends läuft manchmal der Pelletoffen ne Stunde.


    Bei mir hat das Takten aufgehört seit ich die Heizkurve flacher eingestellt hab. Zusätzlich noch die Nachtabsenkung rausnehmen.


    Wirklich testen wird man die Einstellung der Kurve auch erst bei kalten Tagen können ...

    *** 21,55 kWp ** 17,5 kWh Speicher als Hobby und für die Nacht ** Zoe ***

  • 30000kWh für 190m² sind auch nicht wirklich WP-geeignet , dass sollten sicher nicht mehr als 20000kwH sein.

    Und das erklärt auch ein Stück weit die hohe Vorlauftemperatur, wobei die Kurve sicher min. 5°C zu hoch ist, das ist eigentlich üblich...

  • So, ich habe mich jetzt endlich mal durch das Menü des Brötje-Geräts gekämpft und die Regelung für die Steilheit der Heizkurve gefunden. Sie war in der Tat für beide HK auf 1,24 gestellt, d.h. die Voreinstellung. Unglaublich, dass das nicht bei der Installation vor 6 Jahren angepasst wurde. Angeblich haben die damals auch einen hydraulischen Abgleich gemacht, aber was soll ich da noch glauben?


    Ich habe die Kurvenverschiebung jetzt sowohl für FB-HK als auch den Radiatoren-HK auf 0,76 gestellt.


    Frage dazu: Was mache ich mit den Raumthermostaten? Bei 3 stehen lassen, auf 4 oder gar Maximum aufdrehen und gucken was passiert? Die FBH ist digial auf 20 Grad eingestellt, das lasse ich wohl so?

  • Für FBH ist eher so um die 0,2 bis 0,4 richtig. Bei einem richtig durchgeführten thermischen Ausgleich (Achtung, thermisch, nicht hydraulich) benötigt man keine Raumregelung.


    Anlage Donnermeister

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • Was mache ich mit den Raumthermostaten?

    Die haben nichts mit der VT zu tun, die regeln ja rein nach Raumtemperatur. Wenn jetzt die VT sinkt, sind die einfach länger offen. Zum Testen der VT solltest du sie ganz abschrauben, und wenn dann die Räume alle gleichmäßig ein bis zwei Grad wärmer werden, als du es gerne hättest, dann passt die VT und der Abgleich. Wenn einzelne Räume wärmer werden als andere --> abgleichen, wenn alle Räume zu warm werden --> VT noch weiter runter (und umgekehrt natürlich)

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Die Heizkurve bestimmt die Kesseltemperatur, also verstehe ich gerade nicht, warum man das unterschiedlich einstellen können soll: HK2 mit der FBH hängt an einem Wärmetauscher, der wiederum über ein Mischventil vom Vorlauf bedient wird, bevor dieser in den HK1 mit den Radiatoren fließt. Sollte HK2 also niedrigeren Vorlauf benötigen, HK1 aber nicht, wo soll das im Wege der Heizkurve geregelt werden können? Das ginge doch nur, wenn das Mischventil gesteuert werden könnte.