Alte und neue Pylontech US2000 Batteriespeicher

  • Hallo,


    ich betreibe einen 5KW Wechselrichter an 3600 Watt PV Modulen. Derzeit habe ich einen Pylontech US2000 Akku mit 2,4 KWh angeschlossen, der aktuell ca. 50 Zyklen gemacht hat. Der reicht natürlich nicht. Deshalb habe ich nun noch 2 Stück gekauft, die ich zusätzlich anschließen möchte.
    Nun meine Fragen:

    Muss ich alle Akkus erst komplett aufladen ?

    Den ersten Akku habe ich beim Händler als US2000 plus gekauft. Auf dem Gerät steht aber nur US2000. Woran erkenne ich ob es US2000 plus ist oder US2000 ?

    Hier das Typenschild:



    Die neuen Akkus sind alle US2000.

    Sollte man die Akkus zw. Wechselrichter und Akku nochmal extra Absichern ? Kabel ist im Moment das originale 25mm2



  • Ich hatte zuerst zwei angeschafft und habe knapp 2 Wochen später einen weiteren Pylontech US2000 dazu genommen. Ich habe die alten und neuen zuerst einzeln angeschlossen und die Ladezustände und Spannungen notiert. Die prozentualen Ladezustände haben sich stark unterschieden, aber ich Spannungen waren komischerweise fast identisch (0,1V Unterschied) . Dann habe ich sie alle zusammengeschaltet. Ich hatte das vorher auch so ähnlich mit dem Händler des neuen Pylontech so besprochen. In meinem Venus GX (Gateway zwischen Batterien, Victron-Multiplus 2 Hybridwechselrichter, MPPT-150/35 und später dem EM24 (kommt in Zählerkasten)) wurde bei mir erst mal der arithmetische Mittelwert aller Ladezustände angezeigt. So wie es aussieht und so wie mein Händler (Leolotus hier aus dem Forum) es mir gemailt hat, nähern sich die einzelnen Batterien im Laufe der Zyklen einander an.


    Würden sich die Spannungen stark unterscheiden, also sagen wir mal ab 0,5V, würde ich erstmal die einzelnen Batterien auf gleiche Spannung bringen (aber nicht auf gleiche Prozente) Aber ob das nötig ist, weiß ich auch nicht.

  • Ok. Dann denke ich mal ich hänge die auch einzeln dran und messe die Spannungen mit einem Multimeter. Die prozentualen Ladezustände erscheinen mir eh nicht richtig.
    Hast du vor den Akkus noch eine Extra Sicherung oder Trennschalter ?

  • Ich habe eine 100A Sicherung gekauft aber noch nicht eingebaut. Die Pylontechs haben laut "Frank hat nen Stein" eine eigene sehr zuverlässige Überlasterkennung. In dem Fall schalten sie sich selbständig ab. Aber: Diese Batterien können (ich glaube 15) Sekunden 100A bringen. Bei drei Stück parallel sind das schon 300 Ampere. Dabei könnten die 25mm2-Kabel sich eventuell schon erwärmen, wenn man einen Kurzschluss baut. Oder die Kontaktstelle des Kurzschlusses könnte verschweißen.

    Bevor ich irgendwas eingeschaltet habe, habe ich die Polaritäten und auch die sicheren Kontakte aller Verbindungen mehrfach überprüft und zwischen den Überprüfungen auch mal einen Kakäochen getrunken. Ich werde die Sicherung aber definitiv noch nachrüsten, denn irgendwann kommt der Tag, an dem ich auch mal einen solchen Fehler mache.


    Wie geht das bei deinem Laderegler mit der Ladeschlussspannung? Kannst du die manuell einstellen? Pylontech empfieht ja einen deutlich anderen Wert, als z.B. mein Multiplus 2. Pylontech nennt 53,2V , Victron meint, das wäre zu viel und lädt nur bis 52V. Anfangs wollte ich den Wert noch auf den Pylontech-Wert anheben, aber nach vielem Lesen scheint das nicht nötig zu sein, da das Balancing schon bei 51,5V anfangen soll. Ob es stimmt, weiß ich in paar Jahren, wenn die Akkus vielleicht etwas früher sterben als geplant.

  • Ich hatte das vorher auch so ähnlich mit dem Händler des neuen Pylontech so besprochen.



    Akkus einzeln aufladen bis eingestellte Ladeschlussspannung, danach erst parallel zussammen schalten.

  • Ich hab einen Effekta AX baugleichen Wechselrichter. Habe die Einstellungen nach Anleitung gemacht. Als Software gibts hier nur Watchpower.



    Mich wundern allerdings die Angaben bei Batteriespannung und Batteriekapazität.

  • Vieleicht ist hier noch jemand der schon mehr Erfahrung hat und seine Einstellungen für 3 Pylontech Akkus mal posten kann. Bin mir mit den Spannungen nie so ganz sicher. Möchte natürlich das die Akkus lange halten.

  • Hutschi, weil mich die Namensgebung der Geräte (US2000, US2000B, US2000 Plus) auch irritiert hatte und ich unbedingt die neueste Version haben wollte, habe ich vor der ersten Bestellung gegoogelt und das hier gefunden:



    Zitat


    Hinsweis: die aktuelle Version der Pylontech-Speicher heißt jetzt US2000 und nicht mehr US2000b oder US2000plus. Die letzte Version US2000 plus wurde umbenannt zu US2000, ist sonst laut Pylontech technisch identisch ( reines Marketing).


    Quelle: https://etamaxx.de/lifepo4-speicher/


    Demnach passt das wohl schon, dass dass Darkzide US2000 Plus bestellt hat aber auf den Geräten nur US2000 steht. Also hat er keine Misch-Konfiguration die in deinem Dokument thematisiert wird.


    Zu hohe Spannungsunterschiede dürften beim Zusammenschalten sehr hohe Querströme erzeugen, was vermutlich die BMS zum Abschalten bringen dürfte.

    Ich denke (ja ok ich gebe es zu, es ist kein Fakt sondern nur meine Meinung) , es reicht, alle Geräte (falls sie identisch sind) auf gleiche Spannung zu bringen. Ob man das erreicht, indem man sie alle nacheinander voll lädt, oder die volleren auf die weniger vollen entlädt, ist wahrscheinlich nicht wichtig.


    Bei mir hatten die "alten" Zellen einen angezeigten SOC von 82% und die neue 70% bei 49,9V (die beiden alten und die neue Batterie hatten die gleiche angezeigte Spannung, wobei es natürlich sein könnte, dass die eine 49,86 und die anderen 49,94 haben könnten)


    Edit: Hier noch ein interessantes Doc, mit den unterschiedlichen Versionen und den Hintergründen der Umbenennung: https://voltaconsolar.com/blog…us2000-lithium-batteries/

  • Also die Soc Anzeige scheint nicht viel zu taugen.
    Aktuell war meine Soc Anzeige voll, mit Multimeter gemessen aber nur 49,7V und am Wechselrichter wurde Akku Ladestand gering angezeigt.
    Im Moment hab ich den Max. Ladestrom auf 30A stehen. Wie ist das bei 3 Akkus. Kann ich dann den Ladestrom auf zb. 60A erhöhen ?

  • Die SOC-Anzeige habe ich auch noch nicht kapiert. Früher dachte ich immer, es gäbe einen eindeutige Zusammenhang zwischen SOC und Spannung, aber wie Leolotus mir erklärte, ist das bei diesen Batterien überhaupt nicht so. Aber man muss ja nicht alles verstehen.


    Bei mir hat Venux GX die Anzahl der Pylontechs automatisch erkannt und dementsprechend ein Vielfaches der maximalen Dauer-Lade-Entladeströme (je 25A pro Gerät) als maximale Lade und Entladeströme eingetragen.

    Weil mein Laderegler eh nur 35 Ampere kann, wäre die Ladestromeinstellung (zumindest die des MPPT-Ladereglers) bei meiner Konfiguration relativ egal gewesen.

    Beim Entladen ist es so ne Sache. Mein Multiplus2 kann offiziell 3000 Watt oder 2400VA. Kurzzeitig aber das doppelte.

    Bei 2500 Watt fängt die Overload-LED an zu blinken. Da haben die Pylontechs noch einiges an Luft nach oben. So richtig belasten tue ich meine Insel eh nur am Tag. Von daher komme ich noch nicht mal annähernd an die Limits der Batterien.


    Bei deinem 5000er Wechselrichter könnten die drei Akkus durchaus an ihre Grenzen kommen. Aber wie man Strom und Spannungsbegrenzungen bei deinem Wechselrichter wo einträgt ? Keine Ahnung. Es scheint zwar so zu sein, dass das BMS der Pylontechs bei zu hohen Lade oder Entladeströmen eingreift, aber das ist dann wahrscheinlich kurz bevor die Geräte akut Schaden nehmen.