52GW Deckel schnappt zu! keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch?

  • Najaa, ich sage ja, wenn man seinen Worten so lauscht, dann hört sich das auch alles total vernünftig an. Man könnte ihn gerade zu knuddeln, den Herrn Stratmann. Aber wenn man den Vorhang beiseite schiebt und schaut was dahinter steht, dann sieht das Ganze schon ganz anders aus.


    Wenn ich die "Option" habe, entweder

    - meinen gesamten(!) Strom für 4 Cent einzuspeisen und dann für 30 Cent zurückzukaufen, oder

    - 14,60€/kW(-p?) / Monat zu zahlen um meine Anlage überhaupt nutzen zu dürfen, egal ob ich das Netz als Speicher brauche oder nicht,


    dann ist das doch keine Lösung.


    Um das zu verstehen, sollte man beides tun, das Interview anhören, dann aber auch den Vorschlag gut durchlesen:


    https://www.bundesnetzagentur.…_blob=publicationFile&v=1


    Es sind die winzigen Details, die in krassem Gegensatz zum Gesagten stehen. Würdest Du Dir denn unter diesen Bedingungen noch eine Anlage auf's Dach bauen? Du kaufst Dir also erst für viel Geld so eine Anlage und kaufst den Strom dann trotzdem zum vollen Preis (abzüglich der vielleicht 4 Cent, die Du für die Einspeisung bekommst) aus dem Netz? Also ich ganz sicherlich nicht!


    Und nein, mit diesem Vorschlag steht die BNA ganz sicherlich NICHT auf unserer Seite.


    Trotzdem, und da hast Du völlig Recht: entscheiden muss die Bundesregierung. Und auch da sind nicht alle böse. Aber die, die am Ende noch die kleinen Details ändern und jede Entscheidung in Sachen Energiewende am Schluss noch ins absurde drehen, die eben schon.

  • Noch ist der Bundestag der Gesetzgeber ;) auch wenn der fast imemr das beschließt, was die Regierung vorlegt.

    Ich habe das schon öfter gefragt, wie würdet ihr denn die Netze finanzieren?

    Ist hier OT, aber bei uns ist gerade ien neue Kläranlage in Bau (weil die Alte nach Aussagen von Experten nicht auf den aktuellen Stand zu bringen ist). Die Hälfte der Kosten wird da als Einmalumlage auf die (in dem Fall sogar zwangsweise) Angeschlossenen umgelegt. Und zwar nach Grundstücks- und (jetzt kommts) zulässiger Wohnfläche (das ist natürlich viel genauer festgelegt). Glücklich wer auf seien 400m² Grundstück 200m² Wohnfläche hat und nicht etwa auf 1000m² ein kleines Häuschen mit 100m² obwohl man 400 bauen hätte dürfen (nur wozu, wenn man kurz vor de Rente ist udn keinen Nachwuchs mehr erwartet, aber Spaß am Garten hat).

    Oder kurz - wie man es macht gibt es Leute, die benachteiligt sind ode sich so fühlen.

  • Eine Möglichkeit wäre eine weitere Option:


    In der müsste man sich einen Stromspeicher entsprechend der installierten Solarleistung installieren. Für den fallen dann die Kosten von 14,60€ komplett weg. WANN allerdings der Speiche geladen oder entladen wird, dass entscheidet nicht der Eigentümer, sondern der Netzbetreiber. Der sollte ja am Besten wissen, wann Strom gebraucht wird und wann Überschuss vorhanden ist. Und da die ganzen Hauskraftwerke eh schon am Internet hängen, wäre das mit einem Softwareupdate zu bewerkstelligen.

    Bei dieser Lösung HELFE ich ja dem Netzbetreiber und uns allen und verursache ganz bestimmt keine Kosten die es zu bestrafen gäbe. Als Gegenleistung für meine Investition in den Speicher darf ich dann das Netz als unbegrenzten Speicher verwenden, so wie es ja auch in dem Vorschlag der BNA schon beschrieben ist.

    Natürlich darf ich dann nur so viel Strom kostenlos aus dem Netz ziehen, wie ich vorher hineingepumpt habe. Den Rest kaufe ich ganz normal vom Versorger.


    Wär das was?

  • Wenn ich die "Option" habe, entweder

    - meinen gesamten(!) Strom für 4 Cent einzuspeisen und dann für 30 Cent zurückzukaufen, oder

    - 14,60€/kW(-p?) / Monat zu zahlen um meine Anlage überhaupt nutzen zu dürfen, egal ob ich das Netz als Speicher brauche oder nicht

    Das interpretiere ich anders. Zumindest für die Option 2 steht in der Präsi eindeutig "symetrischer Strompreis". Das wäre dann Net-Metering mit einer pauschalen Abgabe die sich nach der Anlagengröße berechnet und kosten für Netzbetrieb etc. etc. beinhaltet. Das erscheint mir zumindest sehr simpel zu sein. So richtig zielführend erscheint mir das aus politischer Sicht nicht, denn die Motivation bei Net-Metering seine Verbrauchsgewohnheiten anzupassen wäre ja komplett weg, aber es erscheint mit zumindest nicht automatisch unfair oder unrentabel.


    Ich habe das schon öfter gefragt, wie würdet ihr denn die Netze finanzieren?

    Ich finde da das aktuelle System eigentlich ganz gut: Es soll derjenige das Netz finanzieren der es auch braucht. Also muss das nach kWh gehen die da durch sausen. Wenn ich Strom beziehe, dann zahlt der Verbraucher dies durch Gebühren die auf den Börsenstrompreis aufgeschlagen werden und wenn ich Strom einspeise, dann bekomme ich nur den Börsenstrompreis und mein Nachbar der meinen eingespeisten Strom ins Haus gespült bekommt zahlt mit seinen Abgaben das Netz zwischen ihm und mir.

  • Es soll derjenige das Netz finanzieren der es auch braucht. Also muss das nach kWh gehen die da durch sausen.

    Das ist fuer mich ein Widerspruch. Ich gebe aber zu, nicht viel vom Stromnetz und dessen Regulierung zu wissen, daher lasse ich mich sehr gerne korrigieren. Aber ist es nicht so, dass es hauptsaechlich Fixkosten sind? Ich kann damit nicht nachvollziehen, warum per kWh abgerechnet wird. Das Netz wird nach meinem Verstaendnis aufgebaut, dass es in der Lage ist Leistung x bereitzustellen. Wie viel Energie am Ende tatsaechlich transportiert wurde, ist fuer die Betriebskosten nebensaechlich.


    Gerade dein Beispiel macht es doch deutlich: der Nachbar bezahlt dasselbe an Netzentgelten, egal ob der Strom von weit weg kommt oder vom Nachbarsdach. Das ergibt fuer mich weder logisch Sinn, noch schafft es einen Anreiz, den Verbrauch zu steuern.


    Ich glaube, ich haette kein Problem mit einer fixen, leistungsorientierten Abgabe. Kostenorientiert und transparent.

  • "Das interpretiere ich anders. Zumindest für die Option 2 steht in der Präsi eindeutig "symetrischer Strompreis".


    Nee, das steht bei Option 3. Den symmetrischen Strompreis musst Du aber "kaufen". Bei einer 10kW(p?) Anlage wären das pro Jahr 10kW*14,60€*12Monate = 1752€ / Jahr die Du zahlen musst, um Deine Anlage überhaupt betreiben zu dürfen.


    Das findest Du i.O.? Hmmmmmmm. :/


    "Ich finde da das aktuelle System eigentlich ganz gut"


    Haha, jaja, das finden wir alle gut. Und Deine Begründung stimmt auch. Aber wenn Du das Netzt nur dann bezahlst wenn Du es brauchst, also nach marktwirtschaflichen Gesichtspunkten, dann verdient der Netzbetreiber ja weniger. Und genau deshalb fällt der Deckel nicht. Dämmert's?


    Hier noch mal ein Bisschen ausführlicher diskutiert:


  • Es soll derjenige das Netz finanzieren der es auch braucht. Also muss das nach kWh gehen die da durch sausen.

    Das Netz wird aber nicht dafür ausgelegt (und dann auch gebaut, bezahlt und unterhalten) wieviel da durchfließt sondern dafür wann die maximale Menge fließt (plus eine Reserve), das ist doch das "Problem".

    Das dürfte typisch an kalten Winterabenden sein, PV liefert da schon nichts mehr und wenn es dumm läuft lag trotz Sonne tagsüber Schnee (ja sowas gibt es gelegentlich) auf den Modulen, weshalb der Speicher auch leer ist (wenn man ihn nur mit PV-Strom lädt, wie das derzeit üblich ist, da er sonst keine Anlage nach EEG wäre). Und deshalb schießen alle auf PV, weil sie genau da ncihts beitragen kann.

  • Und deshalb schießen alle auf PV, weil sie genau da ncihts beitragen kann.

    Aber muss sie das denn?

    Das Netz muss doch sowieso so dimensioniert sein, dass es diesen kalten Winterabenden standhaelt, ob mit oder ohne PV. Waere PV eine verlaessliche, stetige Quelle, was sie nicht ist, koennten die Netzbetreiber also Geld sparen, indem sie kleiner dimensionieren koennten. Das koennen sie nicht, deswegen entsteht ihnen aber doch noch lange kein Nachteil gegenueber dem Szenario "es gibt keine PV". Ich verstehe das ganze Problem daher nicht.


    Wenn Mehrkosten entstehen, dadurch dass der Strom im Sommer weg muss und man an dieser Stelle groesser dimensionieren muss, dann bitte. Aber dazu muss das Modell umgestellt werden, weg von "x ct. Netzentgelt pro verbrauchter kWh".

  • Das ist fuer mich ein Widerspruch. Ich gebe aber zu, nicht viel vom Stromnetz und dessen Regulierung zu wissen, daher lasse ich mich sehr gerne korrigieren. Aber ist es nicht so, dass es hauptsaechlich Fixkosten sind?

    Ein Experte bin ich zwar auch nicht, aber klar ist schon, dass je mehr Strom fließen soll, je mehr Metall muss in die Erde (oder in die Luft) und je dicker muss der Trafo sein. Für die Auslegung ist dann natürlich nur der Moment relevant in dem die Belastung gerade am höchsten ist. Man könnte die Gebühr auch nach Anschlussleistung erheben, aber das ist ja nur ein Indikator und ich vermute das sagt noch weniger aus als die Menge an Strom (zumindest in Privathaushalten).


    Die Abrechnung nach kWh ist natürlich nicht perfekt, aber sie ist halt sehr einfach. Und der Nebenanreiz, dass die Leute Strom sparen ist dann auch nicht so schädlich. Insgesamt sind natürlich dadurch die Leute im Nachteil die keine PV haben (man sollte nicht vergessen, dass die meisten Bürger dazu auch nicht die Möglichkeit haben). Das Problem bezieht sich allerdings nicht nur auf die Netzgebühren, sondern auf Strom allgemein: Alle zahlen am Ende den Durchschnittspreis, obwohl die PV-Betreiber nur abends den Strom zu Spitzenpreisen aus dem Netz saugen. Das ist schon unfair. Die Lösung wären zeitvariable Tarife, so wie bei aWATTar. Aber dafür brauchen wir erstmal deutlich mehr Smart-Meter. Dann könnte man auch darüber nachdenken das Netzentgelt variabel zu erheben. Eventuell auch in eine Kombination Grundpreis + Spitzenlastzuschlag. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg...

    Das koennen sie nicht, deswegen entsteht ihnen aber doch noch lange kein Nachteil gegenueber dem Szenario "es gibt keine PV". Ich verstehe das ganze Problem daher nicht.

    Bei Grundgebühr wäre das so, aber bei der Abrechnung über kWh schon: Das Netz wird in gleicher Stärke gebraucht, aber die PV-Betreiber ziehen weniger kWh aus dem Netz und zahlen deswegen weniger für das Netz.