(Vermarktungs-) Anbindungen von abgelegen PV-Anlagen mit welcher Hardware / Setup?

  • Hallo PV-Experten...


    ich helfe manchmal freiberuflich aus und machen Anbindungen von Vermarktern von PV-Anlagen.
    Oft sind das Anlagen, die irgendwo in der Pampa stehen, sprich, da steht einfach nur ein verschlossener Schrank mit einem SolarLog drin mitten auf dem Feld.
    Die PV-Anlage wird dann per VPN an einen Stromvermarkter angebunden.


    Momentan sieht mein Setup meist so aus:

    - Fritzbox 6820 mit LTE-Vertrag / Telekom

    - VPN Router


    Warum Fritzbox? Ich hab´ früher günstigere LTE-Router eingesetzt, aber bei AVM geht die Einrichtung mit dem MyFritz-Portal & einem VPN-Zugang so einfach und man hat alle Anlagen in einem Portal in der Übersicht. Die Router updaten sich auch automatisch.


    Was sind meine schlechten Erfahrungen?


    ... es fallen immer wieder Anlagen aus: Die D1 Karten halten die Temperaturunterschiede scheinbar nicht aus, die sich in diesem Plastikkästen im Laufe des Jahres entwickeln.



    Wie macht ihr das?

  • Hallo Marc,

    ich lese einmal mit, da ich bei mehreren PV Anlagen auf Pachtdächern ebenfalls die Fritzbox 6820 LTE im Zählerschrank sitzen habe. Hier habe ich z.B. das Problem, dass gerade drei Anlagen keine Daten ins SMA Portal senden, vermutlich hat AVM ein Update geschickt und die Router haben sich jeweils aufgehängt. Gestern war ich bei einer der Anlagen, habe den Router neu gestartet und 2min später hatte ich sofort wieder Daten im SMA Portal. Das ist echt nervig.


    Ich lese bei Dir was von VPN Router und MyFritz Portal. Hier habe ich wohl was verpennt bzw. nicht korrekt eingerichtet. Könntest Du die Router von der Ferne aus neu starten oder was hat das für Vorteile?


    Ich wollte nun nach Alternativen schauen (auch mit bessere Antenne, z.B. einen Router von Teltonika), aber wie kriege ich die von der Ferne aus neu gestartet, wenn ich das Gefühl habe, dass vor Ort "was hängen geblieben ist"?


    Viele Grüße

    Peter

  • Hi Peter,


    ne Fritzbox hatte sich bei mir eigentlich noch nie aufgehängt, aber das müsste man ja durch einen täglichen Reboot beheben lassen. Das lässt sich bei der Fritzbox doch sicherlich konfigurieren.... (muss mal recherchieren). Notfalls dann ne Zeitschaltuhr davor hängen :-)


    Unter Internet > Zugangsdaten gibt es den Punkt Myfritz oder Fritzportal. Dort registrieren, dann kannst du dich unter https://www.myfritz.net/devices einloggen (Achtung: IPv4 muss bei der Karte funktionieren. Evtl. den APN in der Firtzbox ändern - kann ich dir raussuchen).


    Für die Vermarktung werden VPN-Verbindungen eingesetzt. Dafür werden Industrie-Router eingesetzt. Die kosten so 300-500,- Euro das Stück und sind technisch recht robust.

  • Ich hatte mehrere Jahre eine FB 6820 LTE v1 im Einsatz, die hing an einem 9m Mast direkt hinter einer 24dbi LTE Richtantenne in einem wasserdichten Kunststoffkasten. Es war die einzige Möglichkeit hier an Internet zu kommen (nicht mal ISDN verfügbar). Temperaturprobleme über das Jahr hinweg gab es nicht, aber ca 1x pro Woche brauchte das Ding ein Reboot. Die Erklärung von AVM war wohl, das das Signal so schwach war, das der Logspeicher zu schnell voll geschrieben wurde mit Fehlern. Daher war der Reboot notwendig.


    In der Nachbarschaft zu mir gibt es eine 800kWp Freiflächen Anlage. Die wird über skyDSL Flatrate versorgt, hinter das Modem, kannst du jeden beliebigen Router packen, auch FritzBox'en.

    Franken

    Carport 9,54kWp SSW, 7° DN, 36x Heckert Solar 265Wp an SMA STP9000-TL20 (verschattet)

    Freifläche 2,55kWp SSW, 30°, 10x ZnShine 255Wp an SMA SB2.5-1VL-40 (verschattet)

    Fahrzeughalle 6,8kWp OSO, 5° DN, 20x Canadian Solar 340Wp an SMA STP-6.0-3AV-40

    Werkstatt 2,72kWp WNW, 33° DN, 8x Canadian Solar 340Wp an SMA STP-8.0-3AV-40 (Teilausbau)

    25kWh Still-Stapler PZS Akku an SunnyIsland 6.0H-11

    Sachsen-Anhalt

    4,4kWp SSW, 40°DN, Hanwha Q.Cells 275Wp an SMA SB5000TL-21


    Anlage Franken

    Anlage Sachsen-Anhalt

  • Moin ;)

    ich stand vor längerer Zeit auch vor der Problematik welcher Router am besten für den Dauereinsatz geeignet ist.

    Meine Lösung: günstiger Router der mit OpenWRT kompatibel ist und eine entsprechende OpenWRT Firmware dazu compiled.

    Dann einen LTE Stick an den USB-Port und schon ist man online.

    Über OpenVPN lassen sich dann sogar die Direktvermarkter direkt anbinden.

    Die Anlagen die ich betreue, hatten seit Jahren mit diesem Hardware-Setup keine Ausfälle (bezogen auf die Internetanbindung). Selbst extreme Temperaturschwankungen waren kein Problem.

    Durch den VPN Tunnel hat man zudem jederzeit Zugriff auf den Datenlogger und kann auch mein ein Firmware-Update einspielen, oder eine andere Benachrichtigungs-Email Adresse einstellen etc. etc.

    Grüße

    Ben

  • Bei den beiden Anlagen die ich supporte mache ich das seit nunmehr 1,5 Jahren ohne Ausfälle mit einer AVM FRITZ!Box 6820 in Verbindung mit einer billigen Zeitschaltuhr, die sowohl Fritzbox, als auch Solarlog jede Nacht neu startet.

    9,92 kWp am Kostal Plenticore 8.5

    8,68 kWp am Kostal Piko IQ 7

    = 18,6 kWp Eigenbau

  • ben77 Welche Router hast du eingesetzt?

    Angefangen hat es mit dem Nexx WT3020, dieser ist jedoch kaum noch zu bekommen.

    Seit einiger Zeit nutze ich Router von GL.Inet. Dank Watchdog oder Ping-Script rebooten die Teile sobald etwas nicht passt oder keine Internetverbindung vorhanden ist.

    Bei den beiden Anlagen die ich supporte mache ich das seit nunmehr 1,5 Jahren ohne Ausfälle mit einer AVM FRITZ!Box 6820 in Verbindung mit einer billigen Zeitschaltuhr, die sowohl Fritzbox, als auch Solarlog jede Nacht neu startet.

    So in der Art hat es bei mir auch mal angefangen. Nach dem ich dann aber 2x sehr weite Strecken fahren musste um die defekten Zeitschaltuhren auszutauschen, wollte ich von dieser Art "Watchdog" dann weg. Und OpenVPN kann die Fritzbox nicht, von daher hatte ich mich damals umorientiert.


    PS: Solarlog ist ja eh schon etwas anfällig mit den SD-Karten, jeder Neustart bedeutet mehr lese & schreibvorgänge.