Umsatzsteuer-Erstattung für den Speicher

  • Sehr geehrte Photovoltaik-Freunde,


    meine Frau und ich haben eine PV-Anlage angeschafft und möchten diese gemeinsam als "GbR" betreiben bzw. als solche beim Finanzamt mit Umsatzsteuerpflicht anmelden.


    Die Anlage hat 9,92kWP und einen 13kW Speicher.


    Die gesamte Anlage ist als Komplett-Projekt bei einem Lieferanten mit allen Komponenten (Module, Wechselrichter, Speicher, Installation...) zeitgleich angeschafft worden und auf einer einzigen Rechnung aufgeführt.


    Wir planen die Umsatzsteuerpflicht und auch die Eigenverbrauchsquote wird >10% sein.


    Das Finanzamt teilte uns vorab mit, daß die Umsatzsteuer des Speichers NICHT erstattet werden kann, sondern nur die auf die "restlichen" Komponenten.


    M.E. erfüllen wir alle Kriterien für die vollständige Erstattung der Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer der praktisch identischen Anlage eines Kollegen wurde übrigens vollständig erstattet.


    Kennt jemand dieses Thema, bzw. kann uns ggf. bei der Argumentation helfen?


    Besten Dank im Voraus und schönes Restwochenende

    Thomas

  • Manchmal winken die FA den Speicher durch insbesondere wenn kein extra Betrag in der Gesamt-Rechnung ausgewiesen wird.


    Viele FA argumentieren das der Speicher nur für die private Versorgung da ist und damit das Unternehmen auch ohne Speicher funktioniert und verweigern damit die Abschreibung des Speichers in der EÜR/EKSt.


    Die USt-Erstattung für den Speicher wird meist trotzdem anerkannt, such mal nach Beiträgen von kpr zu diese Thematik.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

  • Da hat dein Kollege Glück gehabt und an seiner Stelle würde ich es nicht an die große Glocke hängen.

    Er muß eher befürchten, daß sich das FA irgendwann mal korrigiert und er das zurückzahlen muß.


    GbR?

    Wozu?

    Auch damit bekommst du die Umsatzsteuer vom Speicher nicht zurück.

    Eine GbR nur wegen der PV zu gründen ist so notwendig wie ein Blinddarm.


    Wenn du einen Betrieb hast und du den Speicher mehrheitlich für diesen Betrieb benötigst (viel Nachtarbeit und sowas), dann sieht es anders aus. Mußt du dem FA gegenüber aber nachweisen.


    PS:

    Die von didimausi aufgeführte Möglichkeit funktioniert manchmal. Dein Problem dürfte sein, daß das FA wohl schon Rechnungen mit dem Speicher als eigener Position hat. Dürfte schwierig sein, hier eine Art Amnesie beim Bearbeiter zu erreichen.

  • USt-Gehirn


    Bei gleichzeitiger Anschaffung einer Photovoltaikanlage und eines

    Stromspeichers handelt es sich um ein einheitliches Zuordnungsobjekt. Ist

    beim Abschluss des jeweiligen Verpflichtungsgeschäftes eine zeitgleiche

    Lieferung und Inbetriebnahme der PV-Anlage und der Batterie geplant und

    findet jedoch aus vom Unternehmer nicht zu vertretenden Gründen

    tatsächlich eine zeitversetzte Lieferung und Inbetriebnahme statt, ist für die

    Prüfung der 10%-Grenze des § 15 Abs. 1 S. 2 UStG weiterhin von einem

    einheitlichen Zuordnungsobjekt auszugehen.

    Die Prüfung der Zuordnung (10 % Grenze des § 15 Abs. 1 S. 2 UStG) hat

    dementsprechend anhand der Verwendung des durch die

    Photovoltaikanlage produzierten Stroms zu erfolgen. Eine gesonderte

    Zuordnungsprüfung des Stromspeichers findet nicht statt.

    Wird der Strom auch dezentral (privat) verbraucht, hat bei vollständiger

    Zuordnung zum Unternehmensvermögen als Kompensation die

    Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe zu erfolgen.

    Nach § 10 Abs. 4 S. 1 Nr. 1 UStG bemisst sich die unentgeltliche

    Wertabgabe nach dem Einkaufspreis zuzüglich der Nebenkosten für einen

    gleichartigen Gegenstand.

    In diesem Fall stellt der selbsterzeugte, zunächst gespeicherte und für

    unternehmensfremde Zwecke verwendete Strom keine Sonderanfertigung

    dar, die den Ansatz der Selbstkosten als Bemessungsgrundlage

    rechtfertigen könnte.

    Bemessungsgrundlage für die Wertabgabebesteuerung der Stromlieferung

    gem. § 10 Abs. 4 S. 1 Nr. 1

    UStG bleibt der (fiktive) Einkaufspreis des zugekauften Stroms.

    Eine weitere Kompensation für eine unternehmensfremde (private)

    Verwendung des Stromspeichers in Form einer unentgeltlichen

    Wertabgabe gemäß § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG findet nicht statt.

  • Liebe PV-Kollegen,

    danke für die Antworten:


    Wenn ich mir also die Hilfe zu PV-Anlage vom Bayrischen Landesamt für Steuern ansehe 8.1 "Bei gleichzeitiger Anschaffung einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers handelt es sich um ein einheitliches Zuordnungsobjekt" und mehr als 10% Eigenverbrauch habe, also beide Bedingungen erfüllt sind dann bedeutet dies m.E. doch zwangsläuft, daß mir das FA die gesamte Vorsteuer erstatten muß. Oder muß ich noch weitere Bedingungen erfüllen?

    Danke

    Thomas

  • Du musst natürlich im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung angegeben haben, daß Du nicht von der Kleinunternehmerregelung gebraucht machst. Als Regelbesteuerer muss m.E. das FA auch die Ust für den Speicher erstatten, da zeitgleich angeschafft und von der PV 10% eingespeist wird.

  • und mehr als 10% Eigenverbrauch habe,

    ich glaube da hast du was verdreht, es ist eher so wie

    und von der PV 10% eingespeist wird.

    ... und du solltest im Fragebogen angeben zu 100% unternehmerisch genutzt.

    Das ist korrekt auch wenn du Anteile selbst verbrauchst. Dafür führst du USt für die uWA ab.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)