Zweite PV Anlage auf Garagendach

  • Liebes Forum,


    ich überlege eine Änderung / Erweiterung unserer PV-Anlage udn würde mich über ein Feedback zur Sinnhaftigkeit freuen. Herzlichen Dank dafür vorab.


    Seit Juni 2010 haben wir eine kleine PV Anlage im Betrieb. Die Anlage hat 4,6kWp mit einem SMA Sunny Boy Wechselrichter (2 DC Kreise). Von dem Wechselrichter geht es über einen Wechselstromzähler an den Hausanschluss (Volleinspeisung). Parallel zu dem Einspeisezähler ist der Verbrauchszähler (hier dann Drehstromzähler) geschaltet. Im letzten Jahr haben wir im Garten einen kleinen Whirlpool aufgebaut, den wir ganzjährig betreiben. Wir erhalten 39,14 Cent / kWh Einspeisevergütung und speisen ca. 5.000 kWh p.a. ein. Unser Verbrauch liegt bei ca. 6.500 kWh.


    Nun hatte ich die Idee, auf unserem Garagendach eine zweite PV-Anlage zu installieren. Das Dach zeigt mit der Längsseite sehr genau nach Süden und grenzt an die Westseite unseres Hauses an. Ca. 2,5 Meter schauen über das Haus Richtung Süden hinaus, die restlichen 5,5 Meter liegen als bis Mittags im Schatten des Hauses. Weitere Verschattung besteht nicht. Die Gesamtfläche der Garage ist 8 x 4 Meter.


    Ich habe nun gesehen, dass die Anlagen deutlich effizienter und preiswerter geworden sind und ich auf den Garagendach angeblich 4 kWp aufbauen könnte. Würde es Sinn ergeben, eine solche Anlage auf dem Garagendach zu bauen und dann als "Überschusseinspeisung" zu installieren? Wie würde das dann aussehen? Weiterhin der Wechselstromzähler für die alte Anlage und anstelle des jetzigen Drehstromzählers dann ein Zweirichtungszähler? Oder nur Eigenverbrauch mit Stromspeicher? Oder ist das insgesamt eher Quatsch?


    Besten Dank und schöne Ostergrüße

    Tom

  • Da denkst du völlig richtig.


    1. Es macht natürlich Sinn.

    2. Die Volleinspeisung incl Zähler bleibt.

    3. Der Bezugszähler wird gegen einen 2 Richtungszähler getauscht.

    4. Der Akku macht keinen Sinn.

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  • Schon mal vielen Dank!


    Es ist lange (10 Jahre) her, dass ich mich damit beschäftigt habe. Gibt es eine Seite oder ein Tool um die Verschattungssituation (Garage teilweise an Westwand der Hauswand) abschätzen zu können?


    Und zu der Umstellung des Bezugszählers auf einen 2 Richtungszähler: Ich habe in der Garage einen Drehstromanschluss (da hängt der Whirlpool dran) mit 5x2,5mm² liegen. Wenn nun die neue PV auf das Garagendach kommt, ich den Wechselrichter in der Garage aufhänge, könnte ich dann gleich über den dort bestehenden Drehstromanschluss einspeisen? Selbst wenn nur Wechselstrom, sollte es technisch (Leitungsbelastung bei z.B. 3,5 kWp) kein Problem sein.

  • Bitte lies die FAQ in meinem Benutzerprofil und stell alle deine Dächer vor.

    In Teil 2 steht warum die Umstellung des Bestand (Volleinspeisung) auf Überschusseinspeisung sinnvoll, wirtschaftlicher und empfehlenswert ist.

    Passendes MessKonzept mit insgesamt 2 Zählern für beide Anlagen in Überschusseinspeisung inkl. Priorisierung der neuen Anlage siehe Signatur.


    Das in Volleinspeisung zu lassen wäre teurer und kurzsichtig. Da ist fagosolar deutlich zu widersprechen.

  • Danke für den Hinweis. Ich habe versucht mich etwas einzulesen. Wenn ich es richtig verstanden haben, erhalten ich beid er Überschusseinspeisung für den eingespeisten Überschuss unverändert 39,14 Cent.


    Für erzeugten aber nicht eingespeisten Anteil erhalte ich 25,01 Cent (da Anlage < 30kWp und Inbetriebnahme 25.06.2010).


    Für bezogene Energie bezahle ich unverändert 27,45 Cent, jedoch nicht mehr für den Anteil den ich selbst verbrauche.


    Wenn das korrekt ist habe ich ohne Überschusseinspeisung:

    - 7.000 kWh Verbrauch a 27,45 = 1.921 €

    - 5.000 kWh Verkauf a 39,14 = 1.957 €

    - Im Ergebnis also 35 € Guthaben


    Mit Überschusseinspeisung bei angenommen 20% Eigenverbrauch:

    - 6.000 kWh Verbrauch a 27,45 = 1.647 €

    - 4.000 kWh Verkauf a 39,14 = 1.565 €

    - 1.000 kWh Eigenverbrauchsvergütung a 25,01 = 250 €

    - Im Ergebnis also 168 € Guthaben bzw. 133 € Gewinn p.a. abzüglich Elektroinstallation und Material, das macht vermutlich (siehe Rahmenbedingungen unten) nicht ganz so viel aus


    Ist die Rechnung so korrekt?


    Zu den Dächern:

    Satteldach mit je 8 x 7,5 m. Das Dach in Richtung Süden ist mit 20 Yingli YL230P (sowie Dachfläschenfenster, Kamin und SAT) voll belegt. Wechselrichter SMA Sunny Boy 4000TL-20 (13 und 7 Module je String). Das Dach in Richtung Norden ist frei - eventuell stören hier ein paar Entlüftungsauslässe von Fallrohren. Ja, und dann ist da die Garage an der Westwand des Hauses :-)


    Rahmenbedingungen: Unser Sohn wird 20 und studiert gerade. Ich gehe davon aus, dass wir das Haus in 5-7 Jahren verkaufen werden. Ein ROI sollte in diesem Zeitraum gegeben sein. Die Zeit nach der EEG interessiert daher weniger.

  • Gewinn bringende Anlage verkauft man on top oder betreibt sie weiter.

    Rechnung stimmt im Ansatz, Zahlen nicht geprüft und geringe Verschiebung durch Steuern nicht berücksichtigt.

  • Vielen Dank für eure Hilfe!!


    Hat vielleicht noch jemand eine Idee, wie der Ertrag in dieser Situation abgeschätzt werden kann?

    Anbei eine Skizze dazu. Das Wohnhaus ist mit zwei Vollgeschossen + Satteldach so hoch, dass der angebaute Teil der Garage auch im Hochsommer vormittags komplett im Schatten liegt. Der nach vorne herausstehende Teil der Garage bekommt ab 8:50 (UTC+2) volles Licht - der Teil neben dem Gebäude liegt erst ab 13:20 Uhr (UTC+2) voll in der Sonne. Wenn die Module nach Süden ausgerichtet werden, steht die Sonne um 18:20 im Westen (und damit quer zu den Modulen). Aus dem Bauch müsste es etwas mehr als die Hälft der unverschatteten Einstrahlung sein?


  • Aus dem Bauch müsste es etwas mehr als die Hälft der unverschatteten Einstrahlung sein?

    Die Westhälfte des hinteren Teils ist aber besser als der näher am Haus gelegene östliche Teil.

    Zu überlegen: Im Südteil 4 Module zu 1*2 Meter in Ost-West-Ausrichtung (geringe Neigung),

    daran anschließend 6 weitere Module in Westausrichtung in der westlichen Hälfte der Garage.


    Oder an die Hauswand angelehnte, West-ausgerichtete Module, daneben flach liegende.

    Den besten Effekt eines Einzelmoduls ergäbe vermutlich Südwestorientierung, aber dann gegenseitige Verschattung und schlechtere Platzausnutzung.