Neuling 300Watt Solarpanel für VW Bus

  • Servus,


    bin neu hier und will will elektrisch etwas aufrüsten bzw. Autarkheit dazuzgewinnen mit meinem VW Bus.

    Das Auto will ich zunehmend bei allen Jahreszeiten zum Campen nutzen (zuletzt 3 Wochen wild stehen auf Sardinien über den Jahreswechsel).

    --> Solaranlage + Regler + Verbraucherbatterien



    T4 Kastenwagen KR, BJ1999, bereits größtenteils umgebaut mit folgenden Verbrauchern:

    - Absorberkühlschrank 75Watt

    - Standheizung (3kW China, geringer Stromverbrauch)

    - 300 Watt Sinus Spannungswanlder (kurzzeitig 600Watt)

    - kleinere Geräte die LED Lampen, Laptop oder Kamera können tagsüber geladen werden bzw. bei Bedarf dann auch mal nachts



    Es soll ein Solarpanel, lieber überdimensioniert, aber dafür fest verbaut werden (300Watt), sodass auch bei eher bedeckten Bedingungen tagsüber noch sicher mein Strombedarf gedeckt ist und die Batterieen für die Nacht noch bereitstehen. mit ca. 0° Winkel wird der Wirkungsgrad natürlich auch nie optimal sein.


    Durch einen bekannten hab ich "aufgeschnappt", dass man (bei optimalem Winkel und 25°C) in Deutschland und Österreich im Sommer mit ca. 80% Wirkungsgrad bzw. im Winter ca. 25% rechnen kann.

    Ist es realistisch im Dezember/Januar in Griechenland/Sardinien/Portugal mit 300Watt noch auszukommen?



    Vor-/Nachteile bei 1x 300Watt Model oder 2-3 kleinen?

    - Gibt es da auf einer kleinen Fläche wie auf dem Autodach Unteschiede in der Wirkung wenn es Teilschatten/Bewölkung gibt?

    (Modul im Halbschatten = Teilleistung oder 0 Leistung?)

    - Ich würde lieber ein Modul verbauen und nur 1x Kabel ziehen als 3x


    Gibt es grundsätzliche Unterschiede zwischen den Modulen für den stationären Heimgebrauch oder auf dem Autodach?

    - gibt es hier Auslegungen für Vibrationen usw?

    - Wettereinflüsse dürften ja ähnlich sein (Schneelast, Regen, Staub, Hagel, ..) ode rgibt es auch hier Unterschiede?

    - Spannungen müssten grundsätzlich ähnlich sein - wird dann ja eh geregelt - oder?

    - Hab ich sonst was garnicht auf dem Radar?


    - Stecker/Kabel: gibt es hier Unterschiede? beide von mir verlinkte Modelle sind angegeben mit Anschlussdose: IP 65, Kabel bzw. IP 67: Photovoltaikkabel 4,00mm², Stecker: MC4 bzw. Amphenol / UTX / IP68 / MC4


    Hier kenn ich mich garnicht aus. Gibt es verschiedene Normen/Standards? Vor-/Nachteile?



    Wie schauts z.B. mit den Modulen aus / welche Alternativen könnt ihr empfehlen / die unten sind grade nicht lieferbar:


    - Astronergy PENTA Premium CHSM 6610M FB [5BB] 300 (1654 x 989 x 40), 135€


    - SolarWorld *Sunmodule Plus SW 290 mono black [5BB] 290Watt (1675 x 1001 x 33), 200€



    Was für ein MPPT Regler wäre für mein Vorhaben empfehlenswert?



    Als Speicher schweben mir 2x 120Ah AGM Batterien vor - was haltet ihr davon?

    - Platz und Gewicht kriege ich gut unter

  • Ich fahre selber seit Jahren ein 170W Modul auf meinem T4 Dach. Montiert an dem original Dachgepäckträger.

    Ich bin überrascht wie gut sich das Modul schlägt, ich hatte das Modul damals (müssen ca. 7 Jahre sein) bereits gebraucht gekauft, und trotz mittlerweile >100.000k auf dem Dach scheint es keinerlei Probleme zu haben. Also weder mechanisch noch elektrisch.

    Das Modul ist aber nicht ganz so groß wie aktuelle >300Wp Module. Ein solch großes Modul würde ich dann mindestens and drei Stellen/Querstreben montieren, damit es sich nicht zu sehr durchbiegen kann.


    Was die Ausbeute angeht, bekommst du im Sommer ordentlich Erträge (wenn die Sonne scheint). Da macht der flache Winkel keine so großen Probleme. Im Winter sieht das natürlich anders aus.


    Was für mehrere kleinere Module spricht ist eben die Verschattung... Du versuchst ja normalerweise, vor allem im Sommer, nicht direkt in der Sonne zu parken... Und selbst nur etwas Schatten lässt dir den Ertrag eines großen Moduls massiv einbrechen. Mit massiv meine ich vielleicht 0-10% was noch ankommt. Wegen Verkabelung würde ich auch eher z.B. 3x100W parallel verschaltet machen. Dann kannst du auf dem Dach alle zusammenlegen und musst auch nur 2 Leitungen ins Auto durchführen.


    Als Laderegler der "Spitzenklasse" gelten die Victron Blue MPPT Lader. Die Wahl hängt aber von den Modulen ab. Nimmst du z.B. die 100W Module, die meistens so im Bereich 18V sind, dann ist ein MPPT nicht nötig. Da reicht ein guter PWM Laderegler, z.B. Steca PR2020 oder so.


    Mit 300Wp kommst du schon mal ein Stück weit. Die Batterien dürften recht schwer sein, dafür kannst du sie bei Minusgraden laden und bei Nichtgebrauch können sie auch problemlos vollgeladen in der Gegend rum stehen.


    Eine Empfehlung wäre aber, den Kühlschrank gegen einen Kompressor zu tauschen. Ich habe selber so eine Absorberkühlbox und sehe, dass die einfach Zuviel Strom zieht. Eine Kompressorbox nimmt vielleicht nur 30-50% der Energie auf. Das ist normalerweise der größte Verbraucher und der einzige an dem es sich wirklich lohnt zu drehen. ;)

  • hi.

    Für 60/72 Zeller an 12V Systemspannung grauchst einen MPPT Regler.

    ToYo ML2420 oder Victron 75-15 100-20

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • hi.

    Für 60/72 Zeller an 12V Systemspannung grauchst einen MPPT Regler.

    ToYo ML2420 oder Victron 75-15 100-20


    60/72 Zellen bringen scheinbar bei hohen Temperaturen deutlich mehr Leistung als die übrlichen 36Zellen Panele. Hab ich grad mal gelesen.


    Gibt es da überhaupt 12V verträgliche 60/72 Zellen Panele?


    Oder ist es Wurscht bei Verwendung vom MPPT Regler? Nimmt der auch ne „hohe“ Spannung vom 60/72 Zellen Panel und gibt mir trotzdem „Smart“ 14,4V auf meine 12V AGM Batterie raus?


    (Einfachheitshalber denke ich noch mit 12V Batterien)

  • Hi.

    Die Zellenzahl gibt die Spannung an. (es gibt auch 72 Zeller die als 36 Zeller verschaltet sind)

    36 Zellen ~18Vmpp

    60 Zellen ~31Vmpp

    72 Zellen ~36Vmpp


    36 Zeller sind für 12V Systemspannung an günstigen PWM Laderegler.


    Ein MPPT Laderegler sucht den Maximalen Leistungspunkt (Vmp x Imp), wandelt diese dann auf 12V herunter.

    Es können auch z.b 2 60 Zeller in reihe mit 62Vmp und 10A (620Wp) angeschloßen sein, die in 14,4V und ~40A umgewandelt.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Ich hatte es ja schon geschrieben und das nicht ohne Grund.... :/


    Mehrere kleine Zellen machen in Summe die gleiche Leistung wie ein großes Module, aber sind wesentlich unempfindlicher gegenüber Schatten.

    Nur wenn du in der prallen Sonne stehst und das ganze 300Wp Modul beleuchtet ist bekommst du auch entsprechend Energie raus. Ist da eine Ecke (und lass es nur 20% des Moduls) im Schatten, dann kommt von oben "Nichts" mehr!


    Und ja, MPPT klingt cool und fancy, ist aber bei den von scauter erwähnten 36 Zellern unnötig. Da reicht ein guter PWM Laderegler völlig. Ein 20A PWM von Steca kostet dann aber trotzdem ~100€ (ist ja nicht so als wäre das die schlechtere Technik, sie ist einfach nur für andere Einsatzzwecke gemacht).


    100W Module bekommst du für ~60€/Stück, also vielleicht etwas teurer als ein 300Wp Modul, aber es kann sich lohnen.

    Ein Camper hat nun mal andauern mit wechselnden Schattenverhältnissen zu kämpfen. Die Stabilität eines solch großen Moduls ist nochmal eine eigene Sache... Außerdem gibt es die 100Wp Module in vielen Formen, also eher quadratisch, oder eher lang und schmal... kann man ggf. besser an sein Wagen anpassen.


    Außerdem dürften auf den T4 locker 4-5 x 100W module drauf gehen. Das dürfte mehr sein als mit den 300er Modulen, weil davon wohl nur eins drauf geht. ;)

  • zuletzt 3 Wochen wild stehen auf Sardinien über den Jahreswechsel

    Wie hat das bisher geklappt? Mit Gas?


    Absorberkühlschrank 75Watt

    Den Hinweis von Jetlag hast du gelesen? Die kleinen Engel-Kühlboxen kann man direkt an 12V betreiben.


    im Sommer mit ca. 80% Wirkungsgrad

    Man kann unter optimalen Bedingungen mit 80% der Peak-Leistung zur Mittagszeit rechnen. Mit dem Wirkungsgrad hat das nichts zu tun.


    Ist es realistisch im Dezember/Januar in Griechenland/Sardinien/Portugal mit 300Watt noch auszukommen?

    Das ist mehr eine Frage des Anspruchs. Ein flach liegendes Panel macht es zumindest nicht einfacher.

    Bei langer Standzeit und Ganzjahresbetrieb gilt sowohl bei Akku als auch PV-Leistung: viel hilft viel!

    Also das Maximum aufs Dach packen.


    Optimalerweise: Es abnehmbar und aufstellbar machen. Bei 60° Neigung hat man in den Wintermonaten 50% mehr Ertrag als bei flach liegenden Modulen. Im Süden hat im Winter zum Glück einen Vorteil.


    Gibt es da auf einer kleinen Fläche wie auf dem Autodach Unteschiede in der Wirkung wenn es Teilschatten/Bewölkung gibt?

    Bei Bewölkung eher nicht, Schatten ist hingegen grundsätzlich schlecht.



    Ich würde gerade in heißeren Gebieten nicht parallel schalten, sondern bewusst mit höheren Spannungen arbeiten. So ein PV-Modul hat Bypassdioden, die einen Teil des Moduls überbrücken können. Wenn der Schatten blöd fällt, dann funktioniert das zwar nicht, aber das kann bei Parallelschaltung ebenso passieren.

    Konkret heißt das bei 4 Modulen jeweils 2 in Reihe an einen separaten Regler.


    Als Einzelmodul werfe ich auch mal das SunPower SPR-MAX3-400 an einem 100/20 Regler in den Raum. Das hat eine UMPP von 65V sowie 3 Bypassdioden und erreicht somit selbst mit 1/3 noch eine ausreichende Spannung. Außerdem hat es einen guten Temperaturkoeffizienten und ist somit unanfälliger gegenüber Hitze. Weiterer Vorteil: stabil und leistungsstark. Nachteil: Es ist recht teuer.


    Gruß


    schlossschenke

    980Wp - Victron 100/50 - Soltronic MPPT7520 - 12V 260Ah - Multiplus 12/2000 - BMV700