Verwirrung über Wechselrichter bzw. welcher Wechselrichter für E-Auto

  • Hallo,


    ich möchte dieses Jahr noch eine PV-Anlage aufs Dach (also meines Hauses). Grob geschätzt wohl 5-6,5kWp. Ausrichtung SSW unbeschattet 38° Dachneigung. Einspeisen muss nicht sein, bin aber nicht beratungsresistent. Speicher erstmal nicht aber, ... (siehe Ende des vorherigen Satzes).


    E-Auto mit 7,2 kW Ladeleistung über 2 Phasen oder DC soll Teil der Leistung aufnehmen.


    So jetzt meine Frage:

    Ich habe mir die Daten einiger Wechselrichter angeschaut und bin verwirrt:

    ABB: TRIO 7.5: DC-Nennleistungseingang 7650W --- AC-Nennleistung 7500W sieht für mich gut aus, wenn auch etwas überdimensioniert (?)

    aber:

    SMA: Sunny Tripower: Max Generatorleistung 6000 WP --- Ausgang Bemessungsleistung 3000W (Hä?)

    Wieso hat der SMA so wenig? Schaue ich mir überhaupt die richtigen Werte an? Wie muss ich das verstehen?

    oder z.B. der hier:

    Fronius Symo 6.0-3: Generatorleistung 12000 WP ---- Nennleistung 6000 WP

    Der heißt 6.0 ist aber für 12kWp und liefert nur die Hälfte?


    Verstehe ich nicht! Kann mich hier mal jemand gerade setzen?:danke:


    Ich habe das Gefühl ich bin hier auf dem Holzdampfer. Welchen Wechselrichter wäre denn gut geeignet für meinen Anwendungsbereich. Gibt es evtl. auch bezahlbare Gleichspannungswandler um den Wagen direkt mit passendem Gleichstrom zu füttern.


    Beste Grüße

    Jean

  • Hallo und willkommen im PV-Forum😀


    Bei der Planung einer PV Anlage fängt man da an wo der Strom erzeugt wird, AUF DEM DACH ;):idea:

    Also erstmal den Generator (... die Module auf dem Dach) planen und erst dann schaut man nach dem Wechselrichter denn der muß zum Generator passen.

    Beim Wechselrichter bist du bislang noch völlig "auf dem Holzweg" 😏 aber keine Sorge, auch bei PV gibt's für jeden Topf einen passenden Deckel ;)

    Also stell erstmal deine Dachflächen vor, aussagekräftige Bilder wären hilfreich.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Naja - das liegt etwas an der verquerten Frage denk ich....


    An deiner Stelle würde ich eine ganz normale Überschußeinspeisung bauen. Wenn du den Lader ansteckst hast eh alles aus der PV weil der WR dann in die Ladebox liefert. Wenn du nix brauchst liefert der WR in dein Hausnetz und dann in das öffentliche Netz. So würde ich bauen.

  • Danke für die Reaktion.


    hm, dann etwas knapper formuliert:


    Das mit dem Strommanagement ist erstmal sekundär, dafür gib es ja auch nachgeschaltete Manager. Die Wechselrichterdaten sind mein Problem.


    Technische Daten:

    SMA: Sunny Tripower: Max Generatorleistung 6000 WP --- Ausgang Bemessungsleistung 3000W

    ABB: TRIO 5.8: DC-Nennleistungseingang 5950W --- AC-Nennleistung 5800W (immerhin 10A Max Strom)


    Warum diese große Differenz beim SMA zwischen Generatorleistung und Ausgangsleistung, während der ABB hier besser aussieht?


    Grund: Ich lade ein E-Auto, dass auf zwei Phasen 7,2 KW laden kann, also jede Phase 3600W, was dann 16A bedeutet. Damit dass Auto möglichst schnell/viel geladen wird, wäre es mir natürlich am liebsten einen Wechselrichter zu haben, der die größtmögliche Leistung liefert. Der Wagen steht nämlich erst Mittags an der Ladestation und braucht selbst bei max Ladeleistung fünf Stunden.


    Wenn die Wechselrichter hier alle in etwa gleich sind, brauche ich da nicht drauf zu achten und kann auf andere Dinge schauen. Aber mit diesen Differenzen... Ich verstehe es nicht.

  • Hallo,


    den SMA gibt es in einer für dich wahrscheinlich passenden Ausführung als SUNNY TRIPOWER 3.0 / 4.0 / 5.0 / 6.0

    welchen hättest du denn davon gerne ? Dementsprechend ist auch dann die maximale Eingangs- und Ausgangsleistung angepasst . Der braucht sich aber nicht zu verstecken hinter dem ABB.

    Mach dir mal keine Gedanken, auch mit einem SMA-Wechselrichter bekommt man das schon gut hin und die sind auch genauso gut oder genauso schlecht wie die Geräte von Mitbewerbern. Was da zählt ist eigentlich nur der europäische Wirkungsgrad und die maximale Ausgangsleistung sollte an die Generatorleistung einigermaßen angepasst sein.




    https://files.sma.de/dl/31716/STP3-6-3AV-40-DS-en-20.pdf


    Unter: "Max. PV array power" ist zu verstehen wieviel PV-Generator-Nennleistung maximal an den Wr angeschlossen werden darf. Erreicht der Wr allerdings seine maximale Ausgangsleistung damit frühzeitig so wird grundsätzlich die Eingangsleistung des PV-Generators abgeregelt (limitiert) soweit als notwendig indem der Wr die PV-Eingangsspannung anhebt und damit den PV-Generator aus dem MPP fährt.Der Generator liefert dann einfach weniger Leistung an den Wechselrichter ab als er könnte.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Die maximale Generatorleistung beziffert nur die maximal anschließbare Leistung auf der DC Seite, also die PV Module.

    Man kann ja einen Wechselrichter auch unterdimensioniern bzw den Generator überdimensionieren.

    Für das "was hinten raus kommt" ist tatsächlich die max AC Ausgangsleistung entscheidend. So kann ein 10 kVA Gerät maximal 10 kW liefern, egal ob 12 oder 15 kWp auf der DC Seite dranhängen.


    Es liegt in der Natur der Sache, dass von den Modulen nur soviel Strom erzeugt wird wie es die Einstrahlung ermöglicht.

    Die Erzeugung hängt aber nicht nur von der Einstrahlung sondern auch vom Einstrahlungswinkel ab, es macht also z. B für ein Ost-West Dach mit 45° Dachneigung Sinn nur einen 7 kVA Wechselrichter einzusetzen auch wenn der Generator theoretisch vlt 10 kWp leisten könnte.

    Theoretisch deshalb weil die unter Laborbedingungen ermittelte bzw berechnete Maximalleistung ( in Wp = Watt peak) aufgrund des Einstrahlungswinkels nicht erreicht werden kann.

    Bei Ost-West kommt dazu, daß die Sonne nie auf beiden Dach hälften scheint ;)

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hallo, ich glaube Du hast auch einen kleinen Denkfehler..... Mit einer 5-7kWp Anlage wirst Du nicht dauerhaft Dein Auto mit 7,2kWh laden können, da dafür die Anlage zu klein ist.


    Ich würde mir im ersten Schritt die PV Anlage planen lassen und mir dann z.B. eine openWB Wallbox kaufen, die PV abhängig laden kann.


    Grüsse Rafael

  • Vielleicht nochmal zur Verdeutlichung - bei einer 6 KwP Anlage kommen selten die 6Kw wirklich vom Dach. Also nur bei optimaler Neigung, optimalem Sonnenstand - und keine Bewölkung (das ist in der Regel über den Tag ne Glockenkurve) Deshalb auch die Empfehlungen von oben zuerst mal zu sehen, wieviel an Generatorleistung möglich ist. Danach kommt der Wechselrichter - und danach die Frage, was man wie damit anfangen kann...