Überschüssiger Eigenstrom im Wasserspeicher verheizen statt einspeisen

  • Guten Tag,

    ich habe aktuell eine 5,3 kWp PV-Anlage.

    Demnächst läuft die Förderung aus und ich muss die komplette Heizungsanlage modernisieren. Somit stehe ich vor folgender Überlegung:


    Zukünftig möchte ich den Strom komplett selbst verbrauchen. Der Strom soll dann 3-phasig ins "Hausnetz" einspeist werden, da bei meinem Haus die verschiedenen Stockwerke auf verschiedenen Phasen liegen.

    Soweit ist alles klar.


    Nur werde ich die 5,3 kWp der PV-Anlage nur in den seltensten Fällen komplett mit Eigenverbrauch für Stand-by der verschiedenen Geräte wie Kühlschrank, Waschmaschine usw. verbrauchen.

    Den Rest würde ich gerne im wahrsten Sinne des Wortes "Verheizen" in dem ich in meinen Warmwasser-Pufferspeicher mit 2000 l einen Heizstab einbaue.

    Hauptsächlich heize ich zwar mit Holz. Möchte aber im Sommer ggf. komplett auf das Heizen mit Holz verzichten oder nicht jeden Tag mit Holz nachheizen müssen da der Heizstab dann unterstützt.


    Kostenmäßig habe ich es bereits nachgerechnet. Es macht mehr Sinn das Brennholz zu sparen als ohne Förderung ins Netz einzuspeisen bei so kleinen Anlagen.


    Im Sommer komme ich auf 30 kWh Strom, in guten Wintertagen auf 10 -20 kWh Strom. Mein durchschnittlicher Stromverbrauch (ohne Kochen oder Waschmaschine) liegt bei ca. 250 Watt.


    Gibt es ein Bauteil (wenn ja, welches?), welches diese Regelung übernimmt? Also mit der Priorität 1 die elektrischen Verbraucher versorgt und der übrige Strom dann zum Heizen des Heizstabs verwendet wird? D.h. wenn ich den kompletten Strom der PV-Anlage für Waschmaschine, Kochen usw. verwende dass dann der Heizstab automatisch abgeschaltet wird?

    Für mich ist die kWh Strom kostbarer als die kWh Brennholz (eigener Wald bei dem viel Brennholz anfällt)


    Hat jemand von euch diesbezüglich die gleichen Überlegungen oder bereits Erfahrungen?


    Würdet ihr den Heizstab mit DC oder AC Spannung betrieben?


    Vielen Dank!

  • Ich würde vor allem eine Brauchwasserwärmepumpe statt eines Heizstabs empfehlen. Die zieht über lange Zeit so wenig Leistung, dass das weitgehend PV-Strom sein wird. Eine Regelung erübrigt sich dann eigentlich. Es gibt sie aber, such mal nach "Ohmpilot".


    Eine dreiphasige Anbindung deiner Anlage (falls sie das nicht sowieso schon ist) brauchst du nicht extra realisieren, da der Zähler das saldiert, ob mit oder ohne Vergütung.


    Im Prinzip kannst du diese Rentabilitätsrechnung noch gar nicht gemacht haben, da du ja heute die Rahmenbedingungen für Post-EEG-Anlagen noch gar nicht kennst. Hast du bei deiner Rechnung z.B. bedacht, dass du nach aktuellem EEG 40% EEG-Umlage auf deinen eigenen Post-EEG-Strom zahlen musst? Es gibt einen eigenen Post-EEG-Thread hier, ist aber natürlich nur eine Diskussion über Optionen, weil es da natürlich auch niemand weiß.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Ich würde vor allem eine Brauchwasserwärmepumpe statt eines Heizstabs empfehlen.

    Ich würde direkt einen 5kW Panasonic Monobloc verbauen, der macht sowohl Warmwasser als auch Heizungsunterstützung (je nach Heizlast auch 100%). Wenn man im Winter in den Urlaub fährt, kann man damit auch sicherstellen, dass das Haus frostfrei bleibt. Gibt es ab 2300€ plus Installation, eine BWWP ist auch nicht so viel günstiger.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Ich würde einfach die Altanlage Verkaufen und ganz schnell eine neue PV, mit mehr kWp, aufs Dach Nageln und Anmelden

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Strom verheizen wäre ökologisch Panne - wir haben noch längst nicht zu viel Ökostrom. Im Trüben hilft eine WP auch, da sie gemütlich und genügsam arbeitet.

    Evtl. lässt sich die WP mit Arbeiten an der Heizung kombinieren und fördern?

  • Wärmepumpe macht für Warmwasser keinen Sinn, weil der Solarstrom gratis ist.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Wessen Interessen verfolgst du, wenn du sowas schreibst? Selbst wenn er kostenlos wäre, ist das noch lange kein Grund, den Strom zu verschwenden.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Wärmepumpe macht für Warmwasser keinen Sinn, weil der Solarstrom gratis ist.

    Ja das ist echt doof, wenn man durch die Wärmepumpe mit dem Gratis-Strom sogar noch heizen kann. Oder bei bewölktem Wetter den Warmwasserbedarf, im Gegensatz zum Heizstab, komplett mit der WP decken kann, weil sie einfach viel weniger Strom braucht.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Wärmepumpe macht für Warmwasser keinen Sinn, weil der Solarstrom gratis ist.

    Eine kleine WWP kann hier durchaus Sinn machen. Von den 5,3kWp sollen ja nur die Überschüsse für die WWP verwendet werden. Sowohl für Heizstab als auch für WWP wäre modulierendes Verhalten erforderlich, um das Ziel von Jensle zu erreichen.

    Wer hat sowas schon umgesetzt?

  • Gibt es ein Bauteil (wenn ja, welches?), welches diese Regelung übernimmt? Also mit der Priorität 1 die elektrischen Verbraucher versorgt und der übrige Strom dann zum Heizen des Heizstabs verwendet wird?

    funkboje hat da ein Projekt, was ich sehr interessant finde (https://solaranzeige.de). Da kann man mit Homematic-Software quasi alles steuern was man möchte und hat zusätzlich eine schöne Auswertung/Anzeige. Selbst hab ich damit zwar noch nichts gebaut, aber das sieht meiner Meinung nach sehr nett aus.


    Edit: Falls dein Wechselrichter nicht in der Liste der unterstützten Geräte steht, kann man die Energie auch mit Tasmota-Sonoffs gut messen, so wie es aussieht.