(Ost-West) Anlage - Gauben zu klein für sinnvolle Belegung?

  • Hallo,


    ich bin gerade an der Planung einer PV-Anlage für mein EFH, Satteldach Ost-West. Bin dank Forum schon zu der Entscheidung gekommen, Dach maximal zu belegen, kein Speicher.


    Nur zur Frage: mein Dach ist relativ steil (51 Grad) und würde je ca. 24 Module fassen, darüberhinaus habe ich in beide Himmelsrichtungen Gauben mit einer wesentlich günstigeren Dachneigung von 34 Grad, auf die jeweils 4 Module fassen würden. Mein Plan war also, auf jeder Seite 24 Module à 51 Grad und 4 Module à 34 Grad zu belegen.


    Nun ist mir von einem Anbieter geraten worden, die Gaube freizulassen, weil

    - 4 Module zu wenig sind für einen eigenen MPP-Tracker

    - und wenn ich die Gaubenmodule mit den normalen Dachmodulen im selben String (oder Strings, ich denke mal zwei pro Dachseite) zusammenschalte, dann würden aufgrund der unterschiedlichen Neigungen die Strings keine optimale Leistung mehr erbringen (sprich der theoretische Mehrertrag durch die 4 Gaubenmodule wird mehr oder weniger vollständig aufgefressen dadurch, dass der ganze String jetzt suboptimal liefe)

    - theoretisch möglich wäre auch Solaredge, aber das wurde mir auch nicht ernsthaft empfohlen angesichts der Mehrkosten.


    Jetzt bin ich natürlich Laie und kann das nicht beurteilen, aber nach meinem Eindruck ist es doch nicht ungewöhnlich, das Dächer mit Modulen in unterschiedlichen Ausrichtungen/Winkeln bestückt werden, ohne dass jeweils genug von einer Sorte zusammen kämen dass gleich genügend Spannung für einen ganzen String zustandekommt.


    Wäre für Eure fachliche Einschätzung/Lösungsvorschlag sehr dankbar!

  • Sowohl gemeinsame Verstringung als auch Solaredge sind gute Optionen. Bei der gemeinsamen Verstringung habe ich für deine Dachgeometrie mal einen Verlust von 3.6% durch Mismatch simuliert. Was dein Solarteur sagt ist also Quark. Er hat halt keine Lust oder will da nicht ins Risiko gehen.


    Ungünstig sind allerdings deine Stringlängen, das ergibt eine niedrige Spannungslage. Das ist vor allem schlecht, wenn es Teilverschattungen durch die Gaube geben sollte. Meine präferierte Option wäre also Solaredge. Der höhere Preis durch die Optimierer wird teilweise durch den günstigeren WR kompensiert.

  • 14 Module je String halte ich für gut machbar. Der Neigungsunterschied von 17° ist imho nicht schlimm. Wenn du je MPPT 2x(12+2) verstringst und die Module schattenarm bis -frei hälst geht das auch an normalem WR. SE ist schöner, aber eine Wette auf deren Langlebigkeit.

  • vielen Dank erstmal. Nachdem ich inzwischen zumindest für die Dachflächen ein einigermaßen gutes Verständnis habe, wie sich belegen lassen, werde ich mich jetzt wohl doch mal in pvsol premium reinkien und versuchen, zumindest eine Verschattungsanalyse hinzubekommen. Hoffe das ist nicht zu kompliziert. Falls es einen einfacheren Weg dafür gibt, wäre ich für Hinweise dankbar.

  • Ich habe mich jetzt in pvsol premium reingekämpft - 3D-Modell erstellen, Module platzieren, Verschattungsanalyse hat soweit alles geklappt, s. Bilder.


    Ich habe auf jeder Dachseite eine 'normale' Modulfläche (51 Grad dn) und einmal die Gaube (34 Grad dn) mit 4 Modulen angelegt, also 4 Modulflächen insgesamt


    Woran ich bisher scheitere und auch per google und Programmhilfe nicht weiterkam:

    - auf der Ostgaube befindet sich heute eine Parabolantenne, die dort auch bleiben soll, allerdings in die untere rechte wandern soll. Pvsol erlaubt es mir aber nicht, die Antenne auf der Gaube zu platzieren (lt Meldung einer Belegungsfläche) - gibt es da einen Trick? Ich habe ja nunmal die Gaube als Belegungsfläche definiert, weil ich da Module draufsetzen will. Letztlich wohl nicht so tragisch, weil die beiden benachbarten Module, die jetzt schon stark verschattet sind, dann eben noch stärker verschattet wären, aber vermutlich eh rausfliegen sollten, oder?

    - das größere Problem: ich würde eigentlich gerne anschließend die Verschaltung planen, mit normalem WR oder Solaredge, aber scheitere jedesmal: ich gehe so vor, dass ich 'Alle unverschalteten Module verschalten' anklicke, dann im Wechselrichter-Blatt alle 4 Flächen auswähle auf 'Modulflächen gemeinsam verschalten' klicke, dann die Auswahl betätige. Da finde ich bei SMA beispielsweise genau einen, der aber auch durchfällt, wenn man anschließend auf 'Verschaltung automatisch vorschlagen geht'. Dasselbe Spiel bei Fronius,und bei solaredge scheitere ich ebenfalls.


    Ich verstehe nicht recht, an welcher Stelle ich was falsch mache. Ich kann natürlich jede Modulfläche einzeln auswählen, dann schlägt mir das System aber auch für jede Fläche einen eigenen WR vor. 4 WR kann ja nicht der Sinn der Sache sein! Selbst wenn ich nur Dach Ost und Gaube Ost zusammen auswähle, findet das System schon keine passenden WR-Verschaltungen mehr. So speziell kann mein Fall ja nun nicht sein.


    Ich hoffe, es kann mir hier jemand einfache Tips geben. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt sinnvoll ist für mich, über die reine Modulbelegung und Verschattungsanalyse hinauszugehen - ob ich als Laie bei Wechselrichterplanung, Frage normaler WR oder solaredge, oder gar Verkabelung zu irgendwelchen sinnvollen Ergebnissen kommen kann: keine Ahnung!


    Aber wenn die Experten hier mir sagen könnten, was eine sinnvolle WR-Auslegung bzw. solaredge ja/nein wäre, das würde mir schon sehr weiterhelfen.

    Zu letzterem gleich noch eine, nein drei Fragen:

    - dass Solaredge unterm Strich etwas teurer in der Anschaffung ist habe ich verstanden - aber wieviel teurer, oder wie kann man denn dann entscheiden was wirtschaftlicher ist? Gibts da Faustregeln? Und ich nehme an, entweder alles SE (also überall Optimierer) oder gar nicht, richtig?

    - mein Eindruck bisher: mit normalem WR: möglichst wenig Verschattung; mit SE: mehr Verschattung möglich. Aber ab irgendeinem Punkt machts ja wohl auch bei SE keinen Sinn mehr. Kann man sagen ab wieviel %?


    Danke schon mal im voraus für Eure Kommentare.

  • Ob du/dein Solateur bereit ist eine Mischbelegung zu bauen - wie hier am linken Rand - muss man überlegen.

    Die Rechte Gruppe in Richtung des Ortgangs zu ziehen und oben 2 quer würde ich jedoch auf jedenfall empfehlen..




    Da auf beiden Dachseiten 2 relativ kurze Strings entstehen würde ich zu 2 Wechselrichtern - z.B SMA STP6-8 je nach Belegung raten. Die Gauben Module werden einfach "mitgenommen" ein separater (einphasiger) Wechselrichter macht für die paar Module keinen Sinn.

    auf der Ostgaube befindet sich heute eine Parabolantenne, die dort auch bleiben soll

    dass das ein Fehler ist (wegen des Schattens den sie wirft weisst du?

    Laie bei Wechselrichterplanung

    Ich würde von jeder Dachseite einen String an einen WR hängen z.B West 14 Module rechts der Gaube mit 15 Modulen Ost an einen STP8

    Man kann das auch mit einem WR lösen - die Blegung muss man dabei ggf geringfügig anpassen - verstringen wird zum Problem wenn man einen teilweise verschatteten Sting mit einem unverschatteten parallelschaltet entstehen doppelte Verluste durch ein einziges Schattenmodul.


    Solaregde geht eigentlich immer - sehe ich hier aber nicht nötig - dabei braucht jedes Modul einen DC/DC Wandler um dann mit dem WR zusammenzuarbeiten.

    SE ist idR 50-100€/kWp teurer - das kann bei O/W Anlagen alles sein was an Rendite hängen geblieben wäre.

    DU kannst selbst berechnen was deine Dächer abwerfen - das geht überschlägig mit der Prognose von PVGIS:


    Angenommen eine Dachseite wirft 750kWh/kWp ab - dann sind das in 20 Jahren 15000kWh oder (mit 9ct/kWh) ~ 1350€/kWp - damit musst du die Anlage inkl. aller Nebenkosten bauen und betreiben können. Deine persönlichen "Gewinne" entstehen durch den Eigenverbrauch der dir pro kWh ~15ct gegenüber dem Netzbezug einspart.


    Gruß FLo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Ob du/dein Solateur bereit ist eine Mischbelegung zu bauen - wie hier am linken Rand - muss man überlegen.

    Die Rechte Gruppe in Richtung des Ortgangs zu ziehen und oben 2 quer würde ich jedoch auf jedenfall empfehlen..

    Vielen Dank - da muß ich nochmal genau nachmessen/rechnen ob das mit Quermodulen klappt; ich hatte mir 4,73m von Ortgang bis Gaube notiert, bzw. 2,97 bis Dachfenster das wird wohl knapp nicht reichen, selbst wenn die Module bis genau zur Dachkante gebaut werden. Bzw kommt dann auf das genau Modulmass an. Ich war von Q-cells (1,74x1m) ausgegangen, da klappts dann nicht mehr.


    Da auf beiden Dachseiten 2 relativ kurze Strings entstehen würde ich zu 2 Wechselrichtern - z.B SMA STP6-8 je nach Belegung raten. Die Gauben Module werden einfach "mitgenommen" ein separater (einphasiger) Wechselrichter macht für die paar Module keinen Sinn.

    Ein Solateur riet von der Mischung Gaube/Normaldach am selben WR ab - seine Argumentation war, dass ich dann zuviel Einbußen hätte. Aber als ich nochmal darüber nachdachte - müsste es nicht so sein, dass die 4 besser positionierten Gaubenmodule dann halt etwas schlechter als möglich laufen (da Stringspannung niedriger), die Module auf dem normalen Dach aber genau wie sonst auch? Dann wäre es ja zu verschmerzen. Oder leidet die Effizienz des gesamten Strangs, also einschl. der normalen Module darunter?

    dass das ein Fehler ist (wegen des Schattens den sie wirft weisst du?

    Naja irgendwo auf dem Dach wollte ich die Antenne schon lassen. Stand heute blockiert sie die ganze Ostgaube (s.Foto), durchs rücken in die Ecke wäre die Gaube frei und die nächstgelegenen Module auf dem eigentlichen Dach würden ja eh rausfliegen. Leider (s. mein Beitrag oben) ist es mir noch nicht gelungen, die Antenne in pvsol auf die Gaube zu bekommen, kann den Schatten also momentan nicht simulieren. Für Montage an Hauswand scheue ich den extra Aufwand, zudem haben wir ein Verbundwärmesystem drauf, das ist die Montage ja auch nicht trivial.

    Ich würde von jeder Dachseite einen String an einen WR hängen z.B West 14 Module rechts der Gaube mit 15 Modulen Ost an einen STP8

    Das hatte ich auch gegenüber selbigem Solateur ins Spiel gebracht, davon hielt der nix, weil ja dann immer eine Seite im Schatten sei. Mein - leider laienhaftes - Verständnis wäre, dass wenn man Ost und West-Stränge parallel schaltet, dann der Strang auf der abgewandten Seite eigentlich nicht stören sollte, oder? Reihenschaltung wäre sicher Mist.

  • warum nicht auf die Garage? Dort käme man auch deutlich besser dran wenn das LNB sich nach Walhalla aufmacht.

    Garage bleibt ungenutzt? - magst mal ein Luftbild zeigen?

    Ein Solateur riet von der Mischung Gaube/Normaldach am selben WR ab - seine Argumentation war, dass ich dann zuviel Einbußen hätte

    hat er das auch mal simuliert/vorgerechnet? Jemand hier hatte es seppelpeter oder Monsmusik. Die Einmußen waren im niedrigen einstelligen prozentbereich. Deine Annahme:

    Aber als ich nochmal darüber nachdachte - müsste es nicht so sein, dass die 4 besser positionierten Gaubenmodule dann halt etwas schlechter als möglich laufen

    ist prinzipiell richtig - auch wenn es der Strom ist der auf dem steilen Dachteil niedriger ausfällt - Spannung ist bei PV Modulen nahezu unabhängig vom Einstahlungswinkel. In der Praxis findet der Mppt sogar einen Betriebszustand darüber sodass die Gaubenmodule sogar (pro Modul gesehen) etwas mehr erbringen können als die auf dem Dach.



    Das hatte ich auch gegenüber selbigem Solateur ins Spiel gebracht, davon hielt der nix, weil ja dann immer eine Seite im Schatten sei. Mein - leider laienhaftes - Verständnis wäre, dass wenn man Ost und West-Stränge parallel schaltet, dann der Strang auf der abgewandten Seite eigentlich nicht stören sollte, oder? Reihenschaltung wäre sicher Mist.

    Reihenschaltung geht nur bis 22 Module. Du MUSST also sowohl auf West als auch Ost je 2 Strings bilden - wenn du die (mit ihren unterschiedlichen Schatten) jeweils parallel schaltest entstehen die von mir genannten Probleme - wären je Seite ein String gleich lang könnte man auch je einen Ost und einen West parallel schalten. Wir haben das mal in ähnlicher Konstellation simuliert - hat nix gebracht.

    Imho brauchst du 4 Mppts - die kleinen SMA WR kommen dir auch mit ihrer niedrigeren Nennspannungslage entgegen.

    2 WR halte ich hier für die bessere Wahl - die Alternative wäre nur SE aber ICH würde das gut überlegen und nur machen wenn man Doppeloptimierer einsetzen kann. SE Planung ist nicht so trivial wie man denken könnte- wenn das in Frage kommt rufen wir unseren Fachmann hier auf den Plan.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • pvsol: nicht automatisch verschalten, sondern zuerst den SE-WR auswählen, dann die Optimierer, dann die Strings zuteilen als Reihenschaltung (Polystring??, ist schon ein wenig her).


    Verschattung: bis 20% kannst du auf jeden Fall legen, so ein Modul bringt ja auch seine 800kWh/kWp; eben 80% vom unverschatteten Wert. Sogar einzelne Module mit 30% Verschattungwären im Gesamtaufbau akzeptabel. Erst darüber wird es langsam kritisch.

  • hat er das auch mal simuliert/vorgerechnet? Jemand hier hatte es seppelpeter oder Monsmusik . Die Einmußen waren im niedrigen einstelligen prozentbereich. Deine Annahme:


    Die Verluste liegen nach eigener Erfahrung bis 20 Grad nahe bei Null.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5