Neue Strategie der Bundesregierung: Grünen Wasserstoff ( Importe)

  • Das Thema fährt grade auf 100% Medienmaschine hoch, aus allen Rohren wird gefeuert, die Subventionsmaschine läuft auf Hochtouren, die Akteure bringen sich in Position.


    Gestern war ich extrem positiv überrascht von diesem Bericht in ZDF Frontal21


    https://www.zdf.de/politik/fro…sste-waermewende-100.html


    Vielleicht wachen die Medien ja doch langsam auf.

    Der sehr kompakte Beitrag hat alles on Bord, was man für den Start braucht.


    Mir fehlt der Ansatz, die Motive zu erkennen, die das Kabinett haben könnte. Unbedingt 70% Energie-Importe erhalten zu wollen, erschließt sich mir nicht, zumal in einer Welt, wo die großen Volkswirtschaften genau das Gegenteil anstreben. Ob nun die USA mit dem Bohren nach Gas und Öl, oder Rot-China mit der Stärkung der Industriellen Basis der EE.


    Zweiter Punkt: Mit ist unklar, ob diese Lobby und der Prof. Lesch den Rest in D. für so dämlich halten, wie sie es offensichtlich kundtun. Andres als der alimentierte Bartträger, haben die meisten Akademiker schon mal eine Wirtschaftslichkeits Rechnung machen müssen, einige gerne, viele mit Widerwillen, aber sie kennen grundsätzlich den Ansatz, mal besser mal schlechter.


    Warum in D. akzeptiert wird, dass der Zubau von Wärmepumpen auf einem unterirdisch niedrigen Niveau verharrt und man tatsächlich noch 2020 Solarthermie subventioniert, ist mit dem angeblichen allgemein hohen technischen Grundverständnis und einem Abitur in Physik nicht zu erklären.


    Ein Zubau von ca. 100 MW ( Nennleistung) p.A. passt unbedingt nicht zu den Zielen, bis 2030 die CO2 Ziele zu erreichen. Selbst mit nur GuD wären Wärmepumpen immer noch weit oberhalb einer KWK und selbst eine Gastherme, die 100% WG hätte, würde da alt aussehen.


    100% Gas = 60% Strom * 300 % JAZ = 180 % Wärme * das 'Wunder der Physik' , aber nur, wenn man Hauptschüler ist oder Thomas B. sich nennen muss.

  • Die Ziele für 2030 werden genauso wenig erreicht werden, wie die für 2020. Und ? So hält man sich wieder 10 Jahre an der Macht und Folgen hat es doch für die nicht. Wird niemand bestraft o.ä. Alles unverbindlich. Habe bis heute nicht mal eine Entschuldigung für 2020 gelesen. Wenn nur mal der Arbeiter seine Leistung nicht bringen würde... aber so, im dumm rumlabern sind sie eh spitze und das bleibt auch so.

  • Moin.


    Das hatte ich mir nach dem verlinkten Beitrag auch gedacht. Kam da schonmal eine faktenbasierte Erklärung seitens Altmaier zu der Haltung der Bundesregierung? Irgendeine nachvollziehbare Begründung?

    Grüße,
    Klaus


    9,18 kWp 34xPlus SW 270 Mono, Symo 7.0.3M O/W 39°

    4,72 kWp 16xPlus SW 295 Mono, Symo Hybrid 4.0-3 s O 39°
    7,48 kWp 22xIBC Monosol, Symo 10.0.3M W 39°

    Weitere 5,1kWp in Selbstbauplanung - Dach voll rulez!

    ST abgebaut, Heizung Panasonic Aquarea J WP 5kW

    Elektrischer Zimmerer, und Haustechniknexialist :mrgreen:

  • Begründung? Die braucht man meines Erachtens gar nicht. Man muss nur auf das Wahlvieh schauen. Werf mal in einer beliebigen Runde das Wort "Wasserstoff" in den Raum, und du wirst als Antwort ein vielstimmiges "ja, genau" bekommen. So kommt man über die nächste Bundestagswahl, und weiter denken die nicht. Dieser Wasserstoff aus "Feuerland und Chile" wird niemals kommen, weil die Unternehmen, die das realisieren sollen, im Gegensatz zu Altmaier hoffentlich rechnen und denken können.

  • Grundsätzlich fand ich den Beitrag auch ganz gut, nur was wird davon bei der Mehrheit hängen bleiben? Ich fürchte das gerade die genannten Kosten für den Umbau auf eine WP Heizung in den Köpfen hängen bleiben!

    2-3 Minuten mehr Sendezeit und man hätte hinreichend erklären können warum der Umbau für die WP so teuer ist. Die 70000€ für ein EFH werden doch nur benötigt weil ohne eine Teilsanierung des Hauses eine WP im Großteil des Bestandes finanziell kaum mit einer hoch Subventionierten (minimale Energiesteuer/Umlagen, externalisierte Klimafolgekosten) Gas Heizung konkurieren kann.


    Notwendig für den Betrieb einer WP ist der Größte Teil der Umbauten ja nicht. Wie hoch wären denn die Kosten eine Gas oder Öl Heizung durch eine LW WP zu ersetzen wenn eine JAZ von ~2,5 akzeptiert werden könnte weil der WP Strom(ohne EEG Umlage/ Stromsteuer) entsprechend günstig und das Gas(vernünftige CO2 Abgabe 40-50€/t) entsprechend teuer ist? 10-15 Tsd € /EFH sollten etwa die Obergrenze bei den Kosten darstellen für WP Hydraulischer Abgleich und evtl. ein paar neue Heizkörper.


    Wenn Bestandsgebäude unbedingt derart umfangreich saniert werden sollen, werden die Ziele(CO2 Einsparung) nicht erreicht. So bringen wir unter enormem Aufwand bei einem Bruchteil aller Gebäude den Verbrauch auf nahezu Neubau Niveau aber bei der Mehrheit aller Gebäude geschieht einfach gar nichts weil es viel zu teuer wäre wenn die Betriebskosten nicht steigen sollen (~(Strompreis/Gaspreis)/JAZ).

  • Wasserstoff hat halt die einfachen Antworten, die einfach bei einem Otto-Normalverbraucher verfangen. Wenn man sich etwas damit beschäftigt, merkt man, dass das alles nicht zusammen passt. Und man kann es als Wundermittel für alles verkaufen. Alternativen sind vielschichtig, ergeben dann aber mehr SInn.


    Vor allem musst du dir bei Wasserstoff keine Gedanken machen. Beim FCEV bleibt im Wesentlichen alles beim alten und man kann seinen Verbrenner noch schön lang fahren, bis die 2030 vielleicht eventuell mal aus den Puschen kommen. Oder man kann bei seinem Verbrenner bleiben, weil ja Wasserstoff-synthetisierte Treibstoffe versprochen werden. Man kann halt einfach bei seiner Heizung bleiben, weil es dann synthetisches Methan gibt. Man kann eigentlich alles in die Zukunft schieben und braucht sich keine Gedanken als einzelner Verbraucher machen. Es wird einem halt schon alles mundgerecht vorgelegt.


    Und die Importdenke ist ja ohnehin tief verankert. Dass Interessen der Exportländer dem entgegen stehen (mehr Wertschöpfung, mehr Arbeit für die Bevölkerung) und Wasserstoff bzw. deren Produkte trotz Wüste nicht so billig wird wie Erdgas und Öl, sodass diese Länder mit dem plumpen Export ordentlich Reibach machen können und wir trotzdem noch ein günstiges Produkt bekommen, ist dann schon zu komplex. Da ist halt auch noch eine Menge Rassismus verankert, dass uns die Afrikaner und Araber das bitte auf dem Silbertablett servieren.


    Und das wird einem von einer riesigen Fraktion der Industrie eingehämmert, weil das halt auch ihr Geschäft sichert. Wer die G4 (die es so ja auch gar nicht mehr gibt) da immer noch als Hauptproblem sehen, hat wahrscheinlich ein paar Jahre verschlafen. Hier geht es vor allem um die Gasindustrie, die ihr Geschäft 1:1 weiterverfolgen kann. Und das lange noch mit dem "alten" Erdgas. Nicht umsonst sagt Altmaier, dass er Nordstream 2, obwohl eigentlich nicht nötig, für "blauen" Wasserstoff braucht. Heißt, dass man sowieso alles auf die lange Bank schieben kann und dann das Geschäft langsam umstellt. Und dann natürlich mit Expansion. Deshalb geht es nicht darum erst mal in erster Linie die Wasserstoff-benötigenden Industrien umzustellen oder Industrien, die wirklich keine Alternative haben (Stahl etc.), sondern auch solchen Unsinn wie FCEV voranzutreiben, alles auf GuD umszustellen und Fernwärme, damit Wärmepumpen etc. gar keinen Fuß in die Tür bekommen.


    Am Mythos des sauberen Erdgas wird ja schon seit ewigen Zeiten gestrickt und entsprechende Monopole über KWK gebildet um sich nicht so ersetzbar zu machen, wie ein rein Strom erzeugendes Kohlekraftwerk. Und so ist die jeweilige Kommune dann auch vom Wasserstoff abhängig, wenn man vermeintlich was für die Umwelt machen will.

  • 2-3 Minuten mehr Sendezeit und man hätte hinreichend erklären können warum der Umbau für die WP so teuer ist. Die 70000€ für ein EFH werden doch nur benötigt weil ohne eine Teilsanierung des Hauses eine WP im Großteil des Bestandes finanziell kaum mit einer hoch Subventionierten (minimale Energiesteuer/Umlagen, externalisierte Klimafolgekosten) Gas Heizung konkurieren kann.

    Der Energieberater erklärt den Kunden im Beitrag doch, dass die WP eine JAZ von 3-4 erreichen wird. Dafür braucht man höchstwahrscheinlich garnichts am Haus machen. 1-2 Panasonic Monobloc mit Installation für unter 10000€, fertig.


    Wenn man natürlich eine Sole-WP mit Bohrung, neue FBH und Estrich und energetische Sanierung rechnet, dann kommen die 70000€ irgenwann hin. Dann ist aber JAZ von >5 angesagt... Bei der Vergleichsrechnung für Gas wird nur Heizung und Solarthermie installiert.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Eine Wärmepumpe ist billiger, als eine Gastherme. Zumindest in D. bei den Banditen der Heizungsmafia. Aber das ist ja nicht das Thema. Wie kann es sein, dass der Gas + ST Blödsinn gefördert wird? Und warum wird die Energie aus Strom beim Thema Heizen anders behandelt als Gas?


    Hätte Gas seine EEG Umlage wäre aus die Maus, da kann der Heizungsbauer rechnen was er möchte. Punkt.



    Das Kernthema sollte aber sein, warum man weiterhin 70% der Primärenergie als Brennstoff importieren ,möchte?

    Wenn man wirklich meint, die Länder könnten so viel billiger, Strom aus EE generieren, was sie zwar nicht können, aber meinen kann man ja viel, dann doch bitte per Kabel zu uns schaffen. Die Verluste sind bei den neuen HGÜ Generation bei 5.000 km < 10% bei Vollauslastung. Denn so könnten wir dann auch unseren Strom handeln, wenn das der Markt her gibt.


    Die Tatsache, das wir nicht 100% unseres Energiebedarf auf dem Territorium unseres Landes generieren können, ist ja nun keine neue Erkenntnis . Viel logischer wäre sich da potentielle Partner anzuschauen, die viel Fläche und vergleichsweise wenig Energieverbrauch haben.


    Vielleicht sollte man es dem BWM sagen: Island und Grönland liegen viel näher an der Deutschen Bucht und das nicht nur geographisch. Portugal, Spanien und Irland sind potentielle Strom Exportländern, mit ihren Küsten und ihrer Sonneneinstrahlung, dazu auch noch Staaten mit EU + Euro. Und bevor ich auf die Familie Saud komme, würde ich Spitzbergen als Standort für > 100 GWp Onshore + ??? GWp offshore sehen. Denn die Norweger wollen sicher weiter Energie exportieren denn viel mehr haben sie nicht zu bieten (Lachs mal außen vor) Und Polen , Russland .....


    Den Wasserstoff machen wir ganz sicher viel billiger in Ludwigshafen , Schwarzheide & Co. Also direkt da, wo man das Zeug braucht. Wenn wir das nicht billiger, als z.B. Katar machen könnten, sollten wir euch einpacken. Denn von diesen Fähigkeiten hängt unser Wohlstand ab.

  • Irrtum fast aller Hilfsökonomen (Wirtschaftsjournalisten) :


    "Die Experten" meinen ja immer gerne, das man da Sonnenstrom machen sollte, wo die Sonne scheint, weil das ja am effizientesten ist. Dumm nur, das Strom einen Preis hat der sich aus der Nachfrage ergibt und die Kosten der Erzeugung wesentlich von den Kapitalkosten, so wie von den Effektiven Herstellungskosten abhängen.


    In D. kosten effektiv große PV Anlagen extrem wenig Geld, je kWp und dass trotz der harten Vorgaben, Schneelast und Windlast. Dazu kommt, dass man PV auch bei 100% Vollfinanzierung für um die 1,000% nominal Nachschüssig finanzieren kann . Am Ende ist dann der Strom aus einer 1 MWp Anlage bei Berlin, deutlich günstiger , als bei der Anlage nahe Nairobi oder nahe Kairo. Wer etwas anders erzählt, der redet nicht von vergleichbaren Konstellationen. Mit Staatlichen Subventionen, komme ich auch bei 2,000% Herstellungskosten raus, das ist keine Kunst. Wenn ich eine Steuergutschrift erhalte &/ die Zinsen subventioniert werden.

  • Wie kann es sein, dass der Gas + ST Blödsinn gefördert wird?

    Da darfst du dich maßgeblich beim BSW-Solar bedanken:

    https://www.pv-magazine.de/202…fuer-erdgasheizungen-ein/


    Zumal das ja im Sinne der Energiewende doppelt schädlich ist. Habe jetzt auf etlichen privaten Häusern schon Pflichtsolarkollektoren gesehen, die letztlich wenig zum Wärmebedarf beigetragen haben, aber so platziert sind, dass PV dann auch in der Nachrüstung dann wenig Sinn ergibt außer man setzt sie umständlich um. Unabhängig von den realen Kosten lässt das einige Hausbesitzer dann gar nicht mehr auf die Idee kommen in PV zu investieren.