Planung EFH und Garage

  • Hallo zusammen,


    angestiftet durch einen Arbeitskollegen wurde vor kurzem nochmal mein Interesse an PV-Anlagen geweckt und nun habe ich (auch durch ihn) den Weg in dieses Forum gefunden.
    Mit den Informationen vom Arbeitskollegen, sowie aus dem Forum und vor allem aus der hervorragenden "pflanzschen"-PV-Enzyklopädie, konnte ich in sehr kurzer Zeit bereits einiges Wissen aufsaugen.

    Daraus entstanden ist auch eine Belegung bzw. Planung der Komponenten, welche ich hier gerne vorstellen möchte.

    Zudem sind noch einige Fragen aufgetaucht wozu ich mir hier Antworten erhoffe.


    Wir wohnen in einem Neubau mit Flachdach, haben eine WP für FBH und WW, zwei Zähler (WP mit WP-Tarif) und in den letzten drei Jahren einen Stromverbrauch von ca. 2500-2800kW/h für den Haushalt und 4300-4500kW/h für die WP.

    Das Haus ist mit einer KNX-fähigen Elektroinstallation ausgestattet, Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine können zeitgesteuert genutzt und die WP über den KNX-Bus gesteuert werden.

    Die WP beherrscht die Smartgrid-Funktion.

    Motivation für eine PV-Anlage ist den Netzbezug zu verringern und den Überschuss einzuspeisen.

    Die PV-Anlage soll in Eigenregie aufgebaut und anschließend von Fachleuten abgenommen bzw. in Betrieb genommen werden, entsprechenden Kontakte sind bereits vorhanden.


    Nun zum Haus:

    Es handelt sich um ein freistehendes EFH mit quadratischem Flachdach (ohne Verschattung) und einer OG-Kantenlänge von 9,5m (8,9m nutzbar).

    Das komplette OG ist in Holzständerbauweise gebaut, bei dem Dach handelt es sich um eine Holzkonstruktion als Kaltdach und zweifacher Dachabdichtung.

    Die oberste Dachabdichtung wird dabei aus Bitumenbahnen mit Schiefersplittern gebildet.

    Es ist keine bzw. aufgrund der Dachneigung von 1-3° (in drei Richtungen) eine Attikahöhe von max. 15cm vorhanden.

    Als Hindernisse sind eine Lichtkuppel (500mm am höchsten Punkt ) und der Ausschnitt vom Dach eines Lichtbalkons vorhanden.

    Die Entlüftung der Abwasserrohre ist ganz am nordöstlichen Rand des Daches angebracht.


    Das Garagendach (gleicher Aufbau wie beim Haus) Kantenlänge 9x6m (8,6x5,7 nutzbar) grenzt direkt an die südwestliche Fassade des Hauses.

    Als Hinderniss ist hier ein Oberlicht an der Fassade des Hauses vorhanden.

    Ein Kirschbaum, welcher ziemlich exakt so hoch ist wie das Haus, verschattet das Garagendach.


    Die erste Planung habe ich mit dem Montagesystem K2 D-Dome V 10° (2. Generation) als Ost-West-System (genau genommen südost/nordwest) durchgeführt.

    Diese wurde mit dem von K2 bereitgestellten Tool "Base" gemacht.

    Aufgrund der sehr niedrigen Attika und damit einhergehenden optischen Gesichtspunkten kommt ein System mit größerem Winkel für die Aufständerung nicht in Frage.

    Mit PVSOL habe ich mich auch bereits beschäftigt, kann hier aber nicht herausfinden, ob ich auch dieses Ost-West-System definieren kann.

    Habt ihr dazu einen Tip für mich?


    Folgendes habe ich bisher platzieren können:

    34x PV-Module Heckert NeMo 60M 325W = 11,05kW.

    Davon 22 auf dem Haus- und 12 auf dem Garagendach.

    Die 22 vom Hausdach in 2 Strings an einem MPP-Tracker eines Fronius 10.0-3M und die 12 vom Garagendach an dem anderen MPP-Tracker.

    Aufgrund des nicht gewollten EZ in den ersten 12 Monaten insgesamt nur 30 Module anschließen.

    Für die 70% Regelung würde ich 70% hart über die Einstellung am WR definieren lassen.



    Meine Frage wäre hier, wie ich mit PVGIS den Ertrag ermitteln kann, da ich ja eine Dachausrichtung und eine Neigung angeben muss aber welche sind das beim Flachdach und Garagendach in meinem Fall?!
    Beim Garagendach stellt sich mir generell die Frage, ob sich hier der Ertrag lohnt, da bis Mittags vom Haus und bis Nachmittags vom Baum verschattet wird.

    Die Module habe ich daher schon in die äußerste Ecke im Südwesten verschoben.


    Zudem habe ich direkt eine Frage zur Statik, falls ich diese hier überhaupt platzieren kann?!

    Das von K2 Base errechnete Gewicht des Systems (0,26kN/m² Hausdach, 0,20kN/m² Garagendach) wurde dem Statiker mitgeteilt, worauf die Information zurück kam,

    dass für beide Dächer je 1,2kN/m² für PV und Sonstiges eingeplant sind und dies würde ja mehr als ausreichend sein.
    Gibt es hier Erfahrungswerte bei ähnlichen Dachformen?

    K2 Base spuckt nämlich bzgl. der anfallenden Windlasten erschreckende Werte aus, welche nicht mehr im zulässigen Bereich wären, ist der Bericht dafür hier evtl. auch von Interesse?

    Evtl. interpretiere ich diese Werte auch falsch.


    Vielen Dank für Eure Informationen vorab!

  • Aufgrund des nicht gewollten EZ

    Nur einen Zählerplatz oder dezentrale Einspeisung zwingend (d.h. exkl. Leitung zum Schrank unmöglich) - oder was sind deine Gründe auf locker mögliche weitere 5 kWp zu installieren? Noch bekämest du die große Anlage geschenkt.

    Danke fürs Lob.

    Auf Flachdach mit ca. 15° nach Belieben in 2 Richtungen aufständern. Hier NO/SW oder NW/SO.

    Bei 15° Grad braucht man sich aber nicht mit pvgis aufhalten sondern sollte gleich Richtung Vollbelegung bzw. ggf. Schattenanalyse gehen. Von der Attika wegständern, sodass deren Schatten "ausgehebelt" wird.

  • Nur einen Zählerplatz oder dezentrale Einspeisung zwingend

    Weder noch, es sind zwei Zählerplätze vorhanden (aktuell Haushalt und WP).

    Exkl. Leitung zum ZS ist auch vorhanden.

    Aufgrund der zwei vorhandenen Zähler und dem WP-Tarif hatte ich mich schon mit dem Messkonzept der Kaskade angefreundet...

    Mit dem im Forum vorhandenen Excel-Sheet "Kaskadenmessung_Beispielrechner" hatte ich dazu bereits eine Berechnung durchgeführt.


    Sollte ich dies auflösen und anstelle des WP-Zählers einen EZ nutzen oder einen separaten Schrank für den EZ vorsehen?


    Ich wäre offen für 15° und eine größere Anlage.

    Es sollte nur keine Aufständerung im Winkel von 30° oder so sein.

    Die Attika ist an den höchsten Stellen lediglich 15cm hoch, ich glaube, dass diese keine Beeinträchtigung sein wird, oder?


    Hausdach Blickrichtung Ost


    Hausdach Blickrichtung Süd


    Hausdach Blickrichtung West


    Garagendach Blickrichtung Süd/Südost


    Garagendach Blickrichtung West/Nordwest

  • Jetzt habe ich eine Planung mit 15° Aufständerung gemacht und komme mit insgesamt 53 Heckert NeMo 60M 325W auf 17,23kWp.

    Die Schätzung, dass damit locker weitere 5kWp möglich sind war ja ziemlich exakt.

    Die Ausrichtung der Module ist in PVSOL nur nach Südost, die "Hälfte" Nordwest würde dann natürlich nach Nordwest aufgeständert.

    Hat dazu jemand einen Tip für mich welches Montagesystem dafür in Frage kommt?



    Dies würde dann bedeuten, dass der WP Zähler raus und dafür ein EZ rein kommt?

    Als anzugebendes Messkonzept wäre dann dieses hier zu gebrachen?



    Vielen Dank für die Infos!

  • Hallo zusammen,


    die im letzten Beitrag genannte Belegung würde ich gerne an einem Fronius WR betreiben.

    Der Fronius Solarconfigurator und PVSOL gibt mir aus, dass ich einen Symo 15.0-3-M mit 2x16 und 1x 21 Modulen in der Konfiguration betreiben kann.


    Würde mir vielleicht nochmal jemand einen Schubs in irgendeine Richtung geben oder fehlen dazu evtl. noch ein paar Informationen?


    Vielen Dank!

  • Lange Wartezeiten, die Ratsuchenden stehen auch hier Schlange.


    Du hast das sehr gut durchdacht und erfasst. Statt zus. ZS. ggf. Zählerkästchen für den EZ. Hab Link in FAQ.

    Was war das Ergebnis deiner Kaskadenrechnung (für die WP)?

    15° auf Flachdach sind üblich und vernünftig. Montagesystem kann ich leider nix sagen.

    15 cm Attika kann man mit paar cm Abstand begegnen, das gibt sich meist von selbst.

  • Zahlen nicht geprüft, Ergebnis ist eindeutig: Kaskadenmessung + Zählerkästchen

  • Ja. Schau mal aufs Datum des ersten Posts. Er hat lange gewartet.