Netzverträglichkeitprüfung positiv - Fragen zu Schreiben des Netzbetreibers

  • Hallo Miteinander,


    nachdem ich mich jetzt fast ein Jahr mit der Denkmalschutzbehörde rumgeschlagen habe, kann ich nun im März endlich noch weitere 9,9 kWp auf unser Dach klatschen. 1,65kWp sind bereits seit 5 Jahren in Betrieb... sozusagen als Denkmalschutzguerilla :-)

    Der Wechselrichter wird gegen einen SolarEdge SE17K getauscht - vielleicht kommen ja noch ein paar Module in 12 Monaten drauf :)


    Nun das eigentlich, was mich bei der positiven Netzverträglichkeitsprüfung irritiert:

    1. "...nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme der Anlge diese mit den benötigen Unterlagen rechtzeitig ...anmelden lassen"

    => Der Zeitraum von Fertigstellung bis Inbetriebnahme sind doch in der Regel nur fünf Minuten - oder soll ich den Wechselrichter solange ausschalten?


    2. "...für die Abrechnung der Einspeisegergütung werden separate Stromzähler installiert werden müssen. Für die Inebtriebssetzung der elektrischen Anlage erhalten SIe eine separate Rechnung".

    => Wieso wollen die jetzt noch einen Stromzähler installieren? Ich habe bereits einen Discovergy-Zweirichtungszähler (vergleichbar mit Commetering) im Einsatz. Wollen die jetzt wirklich daneben noch einen installieren?


    Danke schonmal für Euer "Mitgefühl" :-)

  • 1. Zwischen Inbetriebnahme (PV-Anlage) und Inbetriebnahme (Aufschaltung aufs Netz) besteht ein Unterschied.

    Die PV-Anlage kannst du als Besitzer jederzeit in Betrieb nehmen. Die Aufschaltung aufs Netz muss gemäß TAB mit deinem Elektriker angegangen werden. Üblicherweise geht ebenfalls eine Umrüstung deines Schaltschranks damit einher (SLS, Kombiableiter ect.)

    Anm.: Es ist natürlich sinnentleert, eine funktionierende Anlage nicht einzuschalten und auch ans Netz zu nehmen, solange die Formalitäten nicht abgeschloßen sind.

    2. Der bereits installierte Zähler genügt. Wahrscheinlich haben die den Zählerwechsel einfach übersehen oder wollen selbst wieder Meßstellenbetreiber werden.


    Verträge und Zahlungen an den Netzbetreiber sind unnötig.

    5.78 kWp JaSolar an Huawei WR - 25° Pultdach in Rheinhessen (...nein, das liegt nicht in Hessen!...) mit Ausrichtung Süd

  • Die PV-Anlage kannst du als Besitzer jederzeit in Betrieb nehmen. Die Aufschaltung aufs Netz muss gemäß TAB mit deinem Elektriker angegangen werden. Üblicherweise geht eine Umrüstung deines Schaltschranks damit einher (SLS, Kombiableiter ect.).

    Wenn die den neuen Wechselrichter installieren, dann machen die Installation am Schaltschrank sowieso - das wäre dann ja in einem Aufwasch oder verstehe ich da etwas falsch?

  • Du erweiterst deine Anlage ja. Da kommt es meines Wissens nach auf den Zeitraum zwischen Erst- und Neuanlage an, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Geh vom Schlimmsten aus ;)

    5.78 kWp JaSolar an Huawei WR - 25° Pultdach in Rheinhessen (...nein, das liegt nicht in Hessen!...) mit Ausrichtung Süd

  • Nun das eigentlich, was mich bei der positiven Netzverträglichkeitsprüfung irritiert:

    1. "...nach Fertigstellung und vor Inbetriebnahme der Anlge diese mit den benötigen Unterlagen rechtzeitig ...anmelden lassen"

    => Der Zeitraum von Fertigstellung bis Inbetriebnahme sind doch in der Regel nur fünf Minuten - oder soll ich den Wechselrichter solange ausschalten?

    Anlage fertigstellen, in Betrieb nehmen, beim Marktstammdatenregister melden, und dann natürlich auch dem Netzbetreiber ...mit den benötigten Unterlagen ... bla bla bla...

    es gibt keinen Grund, die Anlage nach der Inbetriebnahme wieder auszuschalten und zu warten bis oder ob der Netzbetreiber es vielleicht einmal in seiner großen Güte erlaubt daß du sie wieder einschaltest..


    2. "...für die Abrechnung der Einspeisegergütung werden separate Stromzähler installiert werden müssen. Für die Inebtriebssetzung der elektrischen Anlage erhalten SIe eine separate Rechnung".

    => Wieso wollen die jetzt noch einen Stromzähler installieren? Ich habe bereits einen Discovergy-Zweirichtungszähler (vergleichbar mit Commetering) im Einsatz. Wollen die jetzt wirklich daneben noch einen installieren?

    das ist natürlich Quatsch.

    du brauchst keinen zusätzlichen Zähler, weil du die beiden Anlagen mit dem vorhandenen Zähler gemeinsam messen kannst.

    Genausowenig brauchst du für die Inbetriebnahme jemanden vom Netzbetreiber, und schon garnicht musst du ihm dafür etwas bezahlen.

  • du brauchst keinen zusätzlichen Zähler, weil du die beiden Anlagen mit dem vorhandenen Zähler gemeinsam messen kannst.

    Genausowenig brauchst du für die Inbetriebnahme jemanden vom Netzbetreiber, und schon garnicht musst du ihm dafür etwas bezahlen.

    Danke, das klingt gut....


    ... aber für die Anmeldung, Schriftverkehr et cetera verlangt der Netzbetreiber bei uns pauschal 118,- Euro (netto).

    Gibt es dafür keine geschäftliche Grundlage?

  • nein, gibt es nicht.

    im Gegenteil, so eine Forderung steht im direkten Widerspruch zum EEG.

    Dieses verpflichtet den Netzbetreiber zur vorrangigen Übertragung und Bezahlung deines Stroms aus Erneuerbaren Energien, und legt fest daß er diese Verpflichtung nicht vom Abschluß eines Vertrages abhängig machen darf (in deinem Fall wäre das der Vertrag nach dem du für den Schriftverkehr was bezahlen müsstest).

    aber offensichtlich finden sich immer wieder genug Dumme die das bezahlen.


    Also, einfach nicht zahlen.

    Der Netzbetreiber wird kaum so dumm sein daß er so eine gesetzteswidrige Forderung einklagt

  • im Gegenteil, so eine Forderung steht im direkten Widerspruch zum EEG.

    Dieses verpflichtet den Netzbetreiber zur vorrangigen Übertragung und Bezahlung deines Stroms aus Erneuerbaren Energien, und legt fest daß er diese Verpflichtung nicht vom Abschluß eines Vertrages abhängig machen darf (in deinem Fall wäre das der Vertrag nach dem du für den Schriftverkehr was bezahlen müsstest).

    aber offensichtlich finden sich immer wieder genug Dumme die das bezahlen.


    Oh, das ist aber sehr interessant!
    Ich habe mal die entsprechende Passage im Gesetz gesucht und nur das http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/ und das gefunden: https://www.umweltbundesamt.de…re-energien-gesetz#erfolg


    In http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__16.html steht allerdings:

    Die notwendigen Kosten des Anschlusses von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Grubengas an den Verknüpfungspunkt nach § 8 Absatz 1 oder 2 sowie der notwendigen Messeinrichtungen zur Erfassung des gelieferten und des bezogenen Stroms trägt der Anlagenbetreiber.

  • Verträge und Zahlungen an den Netzbetreiber sind unnötig.

    So ist es!

    Die notwendigen Kosten

    Kaffe und Kuchen für den VNB damit er beim Einschalten zuschauen könnte gehören NICHT dazu!

    Die Kosten für den Anschluss ans Netz bezahlst du an deinen Elektriker. Bei üblichen Haushaltsanlagen sind keine Arbeiten am Netz, insbesondere KEIN neuer NVP erforderlich - folglich fallen dafür keine Kosten an.

    für die Anmeldung, Schriftverkehr et cetera verlangt der Netzbetreiber bei uns pauschal 118,- Euro (netto).

    Gibt es dafür keine geschäftliche Grundlage?

    Richtig, das ist unzulässig! Welcher VNB ist das ? Er handelt gesetzwidrig! Diese Erfahrung machen wir leider öfter.


    Kurz: Einfach ignorieren und keinen Rotz unterschreiben.



    Zitat von aus meinen FAQ

    Einspeisevertrag ablehnen! Er ist unnötig und oft nachteilig, für die 20 Jahre gesetzlich garantierte Vergütung NICHT nötig und sollte NIE abgeschlossen werden!

    Einspeise-Verträge sind auch bei Sondermesskonzepten nicht nötig.

    EEG 2017 §7 "(1) Netzbetreiber dürfen die Erfüllung ihrer Pflichten nach diesem Gesetz nicht vom Abschluss eines Vertrages abhängig machen."