PV-Anlage mit Batteriespeicher, enttäuschendes Ergebnis

  • Hallo !

    Eine Frage an die Erfahrenen:


    Ich habe vor einem Jahr meine Photovoltaikanlage (4,8 kWp) mit Batteriespeicher (4,8 kWh) in Betrieb genommen. Zuvor hatte ich einen jährlichen Stromverbrauch von ca. 1650 kWh. Das sind im Schnitt ~4,5 kWh/Tag.


    Mit der Anlage musste ich im vergangenen Jahr 1635 kWh aus dem Netz kaufen, habe 1963 kWh verkauft und – glaubt man der Anzeige des Hybridwechselrichters – knapp 3000 kWh produziert.


    Das ist natürlich – insbesondere mit Batteriespeicher – ein enttäuschendes Ergebnis.


    In beigefügten Grafiken habe ich die Monatsbilanzen dargestellt. Die roten Balken zeigen die laut Wechselrichterdisplay produzierte Energie an. Die gelben Balken sind die Energiemengen, die von der Anlage an die Verbraucher im Haus oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist wurden. Grün und lila sind die Energiemengen, die gemäß Stromzähler verkauft oder zugekauft wurden.


    Bis Juli lief die Anlage nicht korrekt. Laut Display lag die Kapazität der Batterien fast konstant bei 60%. Als dann im Juli ein Techniker des Wechselrichterherstellers die Einstellungen korrigierte und ein Zusatzgerät, das die Kommunikation zwischen Wechselrichter und Batterien verbessern soll, installierte, konnte man an der Kapazitätsanzeige Bewegung sehen. In der Grafik darunter habe ich die gemittelten Tageswerte der Monate mit korrigierter Einstellung noch einmal dargestellt. Man sieht, dass ich selbst im August durchschnittlich 1,9 kWh/Tag zukaufen musste, obwohl ich gleichzeitig im Schnitt pro Tag 7,3 kWh – also ca. das 1,5 fache meines normalen Verbrauchs - an Strom verkauft habe. Da ich den Batteriebetrieb als Stromfresser in Verdacht hatte, habe ich die Batterien Mitte November abgestellt (rechte untere Grafik), was eine deutliche Verbesserung beim Stromverbrauch brachte.

    Jetzt meine Frage: Sind Anlagen mit Batteriespeicher nun mal so hundsmiserabel im Wirkungsgrad, dass bei meinen Randbedingungen (Größe der Anlage, geringe Erträge in den Herbst- und Wintermonaten, …) auch mit anderen Wechselrichtern+Batterien nichts besseres zu erwarten ist, oder habe ich einfach nur eine ungeeignete Anlage gekauft ?

    Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ?


    Viele Grüße

    Willi

  • Hallo und willkommen im PV-Forum:)


    Daß sich ein Speicher (vor allem bei deinem Stromverbrauch) finanziell nicht lohnt ist bekannt und man hätte dir auch ganz sicher davon abgeraten wenn du vor dem Kauf hier im Forum gefragt hättest.

    Daß dein Bezugsstrom aber nach Anschaffung der Anlage fast genauso hoch ist wie ohne Speicher, der Speicher also demnach noch nicht einmal Einsparungen beim Bezugsstrom bringt hat allerdings nochmal eine andere Qualität.. =O


    Leider hast du so garnichts zu deiner Anlage geschrieben.... :-?


    Magst du uns was zur Anlagen Ausrichtung, Neigung und Standort sagen, welche Module du hast, wie die an welchem Wechselrichter (Hersteller und genaue Typenbezeichnung) verstringt sind, welcher Speicher und welches "Zusatzgerät" im Juli vom Techniker nachgerüstet wurde:?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • also 3000 kWh erzeugt, bei 4,8kWp ist schon ein schlechter Wert. Wenn da jetzt die 1600die in die Batterie sind noch dazukommen, wäre es ein normales/gutes Ergebnis.

    Das der Stromverbrauchsich durch die PV und den Speicher verdoppelt kann nicht sein. Ich habe den Eindruck bei Dir stimmen mehrere Sachen nicht.

    Hast Du denn vom Monitoring einen normalen Tag im Verlauf?

    Welche Komponenten sind denn verbaut?

    Aus meiner Sicht ist der Speicher für die Pv auc zu groß. Meist rechnet man mit der 1,5 fachen PV Leistung im Gegensatz zum Speicher.


    Stefan


    achja, warum wurde bis Juli nichts eingespeist?

  • Gut zu sehen dass du mit 12-15kWp d

    Eher hinkommen würdest - ob mit oder ohne Speicher ist da erstmal egal.


    Du heizt mit Wärmepumpe?

    Dafür hast du, vermutlich nach einer maßgeschneiderten individuellen Beratung GENAU die falsche Anlage gekauft.

    Dass du nicht Mal im Sommer deinen Bedarf decken kannst muss ebenfalls an der zu kleinen PV liegen oder dass der nächtliche Strombedarf sehr hoch war - 2kWh/d sind nicht viel - aber vor dem Hintergrund des Speichers auch nicht wenig.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Hier meine Daten zum Vergleich.

    Deine Anlage hat in etwa 50% kWp und 50% Speicher.
    Ich habe ca. 50% meines Verbrauches aus dem Speicher bezogen.

    Wobei ich deutlich mehr verbrauche als Du (eher 4800kWh vor Installation der PV Anlage und jetzt ca.3700 kWh) => Reduktion durch Sensibilisierung und transparenten Stromverbrauch... Und das ohne Wärmepumpe oder e-Auto.
    Bist Du Sicher Deine 1600kWh vorher stimmen?

  • Erst das eigene Logging verstehen und dann über den dusseligen Speicher schimpfen.

    7 KWp PV an 5 KVA Hybrid WR speisen einen 10 KWh Speicher

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  • schließe mich da mal LumpiStefan an.

    Meine Anlage mit 3,3 kwp hat da schon mehr als 3000 kWh Erzeugung. Ist allerdings auch ziemlich genau in Süd ausgerichtet.

    Mich würde auch mal ein kompletter Tagesverlauf interessieren sowie ein paar Angaben zur Anlage.

    Nichts, was sich wirklich lohnt, ist einfach.

    - Brian Tracy


    aktuelle Version PV-Tool: PV-Tool-V2.1.zip

  • Hallo,


    danke zunächst einmal für das Interesse und die vielen Hinweise !


    Die Rentabilität der Anlage stand bei meiner Entscheidung für eine Speicherlösung nicht im Vordergrund. Für mich war z.B. auch die Möglichkeit der Notstromversorgung für die wichtigsten Verbraucher im Haus von Interesse.


    Meine Anlage besteht aus 8 Modulen des Typs Hyundai HIS-S300RG (BF)-300Wp in ONO-Ausrichtung auf einer Dachschräge von 48° und 8 weiteren Modulen des gleichen Typs auf einem Flachdach mit ~30° aufgeständert und nach SSW ausgerichtet. Die Lage ist bei weitem nicht ideal, da das Haus in der Vorgebirgszone eines Mittelgebirges liegt und am nordwestlichen Hang eines Berges steht, wodurch bei flachem Sonnenstand nur wenig Sonnenstrahlen die Module erreichen.


    Als Batterien sind zwei PylonTech LiFePo4 Modul 48V 2,4 kWh US2000 Plus mit BMS im Einsatz.


    Das "ominöse" Zusatzgerät in der Größe eines Labtopnetzteils, das nachträglich angeschlossen wurde und vom Techniker des Wechselrichterherstellers „Kommunikation“ genannt wird, verbindet den „RS-232 communication port" des Wechselrichters mit dem „RS485“-Anschluss der Batterie und muss über ein kleines 12V Netzteil mit Strom aus der Steckdose versorgt werden, weshalb ich Bedenken habe, ob die Notstromfunktion im Notfall überhaupt funktionieren würde. Der Techniker behauptet: „Zur Not schon.“


    Den Hersteller des 5kW Hybridwechselrichters möchte ich hier nicht nennen. Ich möchte hier kein Produkt schlechtreden solang ich nicht weiß, dass beim heutigen Stand der Technik und unter den gegebenen Randbedingungen, mit einer Speicherlösung tatsächlich nicht mehr zu holen ist.


    Mit einem vom Monitoring aufgezeichneten Tagesverlauf kann ich leider nicht dienen. Obwohl die Bediensoftware das bietet, hat der Wechselrichter, nach Auskunft des Technikers keinen Speicher für die Datenaufzeichnung. Man kann Monitoring nur mit einem Internetanschluss des Wechselrichters und Abspeichern der Daten in einer Cloud betreiben. Das möchte ich aber nicht. Ich habe mir aber die Zählerstände zu verschiedenen Uhrzeiten an bestimmten Tagen notiert und kann sie in den nächsten Tagen mal zeigen sobald ich sie etwas in Form gebracht habe.


    LumpiStefan: Bis Juli wurde schon eingespeist, der Nettozähler hat aber nicht richtig funktioniert und Unsinn angezeigt.


    Green_Pirate: Ich heize nicht mit Wärmepumpe sondern mit einem Mix aus Öl, Stückholz und Solarthermie, deshalb ist übrigens auch meine Dachfläche für zusätzliche PV-Module begrenzt.


    Firebird23: Ja, ich habe zuvor tatsächlich nur 1600 kWh/Jahr benötigt. Aber ich könnte mir für die Zukunft schon ein Elektroauto oder zumindest einen Elektroroller vorstellen um den Verbrauch zu steigern.


    Viele Grüße

    Willi

  • Die Notstromfunktion hätte ich ja längst mal ausprobiert. Was hilft dir die Notstromfunktion, wenn du erst beim Netzausfall merkst, dass sie nicht funktioniert. Oder der Wechselrichter zwar weiter läuft, aber deine Verbraucher trotzdem ohne Strom sind.


    Bezüglich des hohen Eigenverbrauchs der Anlage kann dir hier niemand helfen, wenn du den Hersteller geheim hältst.

    Es gibt Hybridwechselrichter, die genehmigen sich dauerhaft 50-100W. Dazu noch eine Notstrom-Umschaltung mit mehreren Schützen (da gibt es die wildesten Konstruktionen), sind die nächsten 20W weg. Und das alles 24/7/365, summiert sich dann gerne auf >1000kWh im Jahr.


    Gruß Markus


    P.S.: Und ich störe mich an ~20W, die sich Venus gx und Multiplus II genehmigen...

  • Ich ergründe deinen tiefen Jahresertrag daraus, dass Du die Hälfte deiner Paneele auf der ONO Seite mit einer 48° Neigung liegen hast. Ich schätze daher, dass diese 8 Paneele sogut wie fast garnichts zum Jahresertrag beitragen. Dann wären es

    noch 2.4kWp welche effektiv wirksam sind und dann passten die 3000kWh wiederum.


    Dir Batterie kann folglich auch nur in der besonnten Zeit der Südwest gelegenen Paneelen geladen werden und das führt dann wohl dazu, dass die Batterie bis abends nicht voll geladen ist und somit genauso schnell wieder leer ist. Kommen am späten Nachmittag noch zusätzliche Verbraucher dazu (Waschen, Kochen etc.) dann bist Du schneller am Netz und kaufst wieder Strom bzw. bremst auch die Batterieladung aus.


    Hast Du Daten deiner Batterieladungen in Relation mit deinen PV Erzeugungsdaten?


    Einzige Möglichkeit wäre, den Direktverbrauch zu steigern. Waschmaschinen timern, Geschirrspüler ebenfalls und allenfalls sofern vorhanden, die Brauchwasserwärmepumpe auch auf die ertragsreiche Zeit zu legen und nachts zu sperren (sofern die Solarthermie hier nicht bereits ausreichend Warmwasser erzeugt).


    Dass der Speicher auch in diesem Szenario bestenfalls als teurer Puffer für Ertragsschwankungen benutzt werden kann, damit musst Du Dich wohl oder übel anfreunden. Alternativ: Mehr optimale Paneele bauen oder evtl sogar den Speicher verkaufen.

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    Anlagenhersteller: SolarEdge

    Leistung: 10.2kWp

    Module: 30 x LG NeON2 340W Cello

    --Süd-Südostausrichtung -10°, 5° Netto-Aufständerung (Pultdach)--

    Wechselrichter: SE10K

    Batteriewechselrichter: SE3500H

    Batterie: LG Resu10H (10kWh)

    Anlage in Betrieb seit: 12.06.2019