Kostenfalle Balkonanlage

  • Zwischenzeitlich kam die Mitteilung des Verteilnetzbetreibers dass mein Ferraris Zähler im Laufe des Jahres gewechselt wird.

    Habe ich auch neulich bekommen und ist derzeit überall in D so, bei einigen eher bei andren später. Dann bekommst du ja mit hoher Wahrscheinlichkeit eine moderne Meßeinrichtung (mME) nach MsbG und da ist mir bisher noch keine untergekommen, die nicht rücklaufgesperrt und zweirichtung wäre. Ob Zweirichtung immer aktiv ist, weiß ich nicht, können tun sie es jedenfalls.

    Bei uns steht bei der Anmeldung von Balkonanlagen ausdrücklich drin, daß man einen neuen Zähler mit beantragt, wenn der Bestehende noch nciht mindestens rücklaufgesperrt ist (und den Wechsel dann auch selbst bezahlen muß - von daher würde ich warten, bis die das auf eigene Kosten erledigen ;) die paar Monate kann man dann auch noch warten).

  • von daher würde ich warten, bis die das auf eigene Kosten erledigen ;) die paar Monate kann man dann auch noch warten).

    Zuerst muss ich warten bis die PV-Teile überhaupt geliefert werden, dann auf die Flachdächer und mechanisch sichern, und verkabeln. Erst wenn das Solmate als Insel läuft und ich abschätzen kann wieviel erzeugt und ggf. eingespeist wird sieht man weiter was mit dem Zähler wird.


    Das bescheuerte dabei: ich warte auch darauf dass mein DSL-Anschluss, den ich 2012 gekündigt habe, wieder geschalten wird, damit ich ihn für PV abklemmen kann.

    Der dritte Versuch ist auch gescheitert, es sei ein kapazitiver Fehler auf der Leitung, der Techniker kommt am Samstag ins Haus um die Dose zu prüfen die sein Kollege in den 1990ern mit zusätzlicher Telefonleitung an der Außenwand installiert hat. Genau dieses Bohrloch in der Wand will ich für das PV-Kabel nutzen nachdem ich DSL auf eine der alten Telefonleitungen umklemmt habe bzw. dem Techniker klargemacht habe er soll eine andere Dose mit DSL füttern.

    Stromspeicher auf Selbstfahrlafette: 17,6 kWh Made in Kamenz/Sachsen im Smart Electric Drive Bj. 2013 mit 22-kW-Lader

  • Nachtrag: DSL läuft tatsächlich nachdem ein Techniker kam und die Telefondrähte im APL von Nr. 1 auf Nr. 5 umgeklemmt hat. Hätten die Telekomiker mir gesagt auf welchem von den 10 Anschlüssen sie das DSL-Signal aufgelegt haben wäre der ganze Zinnober mit wochenlang warten, zigmal in der Warteschleife und vier Terminen unnötig gewesen. Vielleicht hätte ich doch auf Verdacht alle Anschlüsse durchprobieren sollen nachdem der Router da war und das Signal angeblich geschaltet.


    Und die "Balkonanlage" läuft auch. Das Lightmate G ganz in Schwarz mit 305Wp steht provisorisch auf einem Flachdach, beschwert mit zwei Platten derzeit. Leider morgens im Schatten, und abends auch, ein bißchen kann ich die Position wohl noch optimieren. Da ein Wieland-Stecker direkt am Wechselrichter ist und ein 5m-Kabel mit Wieland-Buchse und Schuko-Stecker mitgeliefert wurde konnte man zuerst Schuko verbinden und dann zuletzt den Wieland einstöpseln, wobei ich das Panel mit einer Jacke abgeschattet habe. Eine LED zeigt durch Blinken den Zustand und die Leistung an. Ist an der Wechselrichter-Unterkante und nur mit Handy-Kamera kommt man da halbwegs ran.


    Als Ertrag errechnete PVGIS knapp 1,3 kWh Tagesschnitt im Mai bei 25° Neigung durch die mitgelieferten Halter. Gestern Nachmittag lief der Ferraris-Zähler tatsächlich zum ersten Male rückwärts, ca. 0,7 kWh , heute bislang ca. 0,5, bei fast allen ausgeschalteten Verbrauchern. Wenn man tagsüber da ist und DSL, Computer, Licht, Kühlschrank, ab und zu Durchlauferhitzer usw. laufen dann wird der Ertrag direkt verbraucht. Mal sehen wie sich das entwickelt mit dem angekündigten Zählertausch.

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  • Och, so eine Geschichte wie 99HeinzM in Wien erlebt hat, kann ich auch aus einer westdeutschen Großstadt bieten.


    Nachdem in der Firma eine in zwei Stufen gebaute SolarEdge Anlage ordentlich funktioniert und zwischenzeitlich auch ein Elektro Smart zur Verwendung des eigenen grünen Stroms hinzugekommen ist, sollte es zuhause eine kleine Balkonanlage, die auf einem Flachdach zu liegen gekommen ist, sein.


    Growatt String WR, DC/DC Wandler unter die Ost/West ausgerichteten Zellen und ab die Post. 4 Familienhaus aus den 80ern. Blöderweise hat ein lieber Nachbar mit Migrationshintergrund seine Stromrechnung nicht verstanden und nicht bezahlt. Das hatte die Stromsperre bei ihm Zufolge. Nach Bar Regulierung beim Stromanbieter kam dann der Mitarbeiter und klemmte den Zähler beim Nachbarn wieder an und wunderte sich, dass just in der Mittagszeit bei Sonne ein anderer in die verkehrte Richtung lief.


    Bingo. Nach kaum drei Monaten blöde aufgefallen. Danke Herr Nachbar.


    Anruf im Büro mit Aufklärung welche Folgen das Tun haben kann. Noch im Konjunktiv. Ok, dann baut doch einen neuen Zähler dran. Ich bin nur noch nicht dazu gekommen, dass zu melden.

    Dann kam der Revisor und klärte auf, dass der Zählerschrank im Keller des MFH hängen würde - und zwar im Treppenhaus, dass ja nun bekanntlich ein Fluchtweg darstellen würde.

    Nochmals Bingo.


    Abbauen kommt für einen pv Junkie natürlich kaum infrage. Also wurde ein akkreditierter Elektriker hinzugezogen. Einzige Lösung komplett neuen Zählerschrank an anderer Stelle für alle Einheiten bauen. 10 Mille prognostizierte Kosten. Mindestens einen ganzen Tag keinen Strom für alle und damit Nase-drauf-stupsen, dass in der Eigentümergemeinschaft eine bauliche Änderung stattgefunden hat, die von einigen (es gibt über 40 Miteigentümer) als Untergang des westlichen Abendlandes angesehen wird.


    Nochmals mit Elektriker Begehung und light Lösung eines zweiten kleinen Hager Zählerschranks in einem Nachbarraums erarbeitet. Weitere Ortstermin mit dem Revisor. Eigentlich darf jedes Haus nur genau einen gemeinsamen Zählerschrank haben. Nun hat der Guru des Netzbetreibers eine Güterabwägung vorgenommen, dass eine Brandquelle aus dem Treppenhaus herauskommt und das schließlich genehmigt. Dann hatte Hager wegen corona das Werk Für maßgeschneiderte Zählerschränke für fünf Wochen zu und der gestrenge Kollege des Netzbetreibers meldete sich wieder wegen der illegalen, üblen Machenschaften der Netzeinspeisung ließ sich noch etwas besänftigen.


    Jetzt hängt der leere Kasten und es dauert den hochausgelasteten Elektriker wieder an den Start zu bekommen.
    Auch das Inbetriebnahmeprotokoll (der Elektriker hat mit der eigentlichen PV Anlage nichts zu tuen) wird noch eine Freude.
    Der hier im Forum auch sehr rührig tätige Großhändler des Growatt WR war sehr hilfsbereit beim Herunterregeln des WR auf 600 Watt. Ob dem Netzbetreiber dass so ausreicht, die VDE xxxx eingehalten ist, bleibt abzuwarten.


    Fortsetzung folgt.

    Die bisherige Erfahrung lehrt: Nicht alle Dinge im Leben laufen so wie man sich das vorstellt. Letztere war, dass der Zählertausch auf mME In einigen Jahren zum breakeaven der PV per netmetering führt.


    Wenn man sich diese ganzen Reglementierungen mit 70% Grenze, eeg Grenze von 10 kWp, mühsam erkämpfte 600 Wattbegrenzung für Kleinanlegern und jetzt noch das geplante Ende des Eigenbezugs nach 20 Jahren sieht, hat die Energielobby ganze Arbeit geleistet.
    Jetzt noch der Spießrutenlauf um die Minianlage zu retten. Das geht nur mit viel Idealismus.

  • Ich bin ja auch gerade dabei die Anlage Offiziell anzumelden und habe selber noch eine normale Zählertafel in einer Nische im Treppenhaus. Ich habe da vorher beim Vnb angerufen und dieser sagte mir das wäre kein Problem, so lange die Anlage technisch in Ordnung ist und flexible Verdratung vorhanden ist. Gibt wohl solche und solche Betreiber 🤔

  • Nicht alles was der VNB erzählt muss berücksichtigt werden.

  • zählerschrank im Treppenhaus ist ja nicht gerade selten. Wo liegt das Problem?

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

  • Hallo Casamatteo71,

    wie du schreibst erwartest du, daß alle Verbraucher vom Solmate erfasst werden und dementsprechend ins Hausnetz eingespeist wird. Hängen denn alle Verbraucher auf der gleichen Phase an der der Solmate angeschlossen ist?

  • Hallo Casamatteo71,

    wie du schreibst erwartest du, daß alle Verbraucher vom Solmate erfasst werden und dementsprechend ins Hausnetz eingespeist wird. Hängen denn alle Verbraucher auf der gleichen Phase an der der Solmate angeschlossen ist?

    Ich weiß jetzt nicht wo ich das geschrieben habe soll, aber zumindest im Inselbetrieb des Solmate sollte man an dessen Steckdose eine Multisteckdose für Homeoffice-Computer, DSL-Router, TV usw. anschließen können und so tagsüber und dank Speicher auch nachts definitiv seinen eigenen Strom verwenden können.


    Trickreicher wird es wenn das Solmate per Stecker am Netz hängt. Dann muss man als Benutzer zuerst mal sicherstellen dass die tagsüber relevanten Verbraucher wie Kühlschrank usw. auch an derselben Phase hängen. Als Hausbesitzer wird man in seinem Verteilerkasten ggf. umklemmen können, bei Wohnungsmietern wird es schwieriger.


    Dazu wird versprochen: "Was SolMate ® einzigartig macht, ist die firmeneigene Messtechnologie NetDetection. Diese erkennt, ob du gerade Strom verbrauchst. Dank dieser Messtechnologie ist dein SolMate ® so clever, dass er nur Strom abgibt, wenn du ihn irgendwo in deiner Wohnung verbrauchst - der Rest wird im Akku gespeichert.

    Mit dieser Lösung wird gewährleistet, dass dein kostbarer Sonnenstrom zu 100% von dir selbst verbraucht wird."


    Ich habe noch kein Solmate und weiß nicht was wirklich passiert, ob es bestimmte Verbrauchsmuster zuverlässig erkennt. Wenn man rund um die Uhr eine Glühlampe laufen hat wird es das Solmate nicht merken können - so einen Blödsinn sollte man heutzutage aber auch nicht mehr machen. Wenn der Kühlschrank anspricht schon eher. Ob es die ganzen Schaltnetzgeräte der modernen Elektronik erkennt, mal sehen.


    Noch trickreicher wird es wenn dann der Speicher ins Spiel kommt. Es wäre ja wirklich ärgerlich wenn der nicht nur ins Hausnetz einspeisen würde, sondern womöglich auch hinaus ins Stromnetz, was bei einem rücklaufgesperrten Zähler dann sehr teuer verschenkter Strom wäre. Oder wenn man Warmwasser braucht und der Durchlauferhitzer anspringt, mit einigen Kilowatt auf allen drei Phasen. Wäre sinnlos wenn das Solmate dafür wertvollen Akkustrom verballert.

    Wie man das steuert, wann er mithelfen soll und wann er nichts tun soll und ein paar 100 Wh als Notreserve behalten, weiß ich nicht.


    Um das rauszufinden habe ich mir den ganzen Solarkrempel einfach mal bestellt, sitze also schon tief in der "Kostenfalle Balkonanlage". Noch tiefer, durch regelmäßige hohe Zählergebühren, möchte ich da nicht reinrutschen. Daher sehe ich die Inselfunktion des Solmate als dessen Trumpfkarte.

    Stromspeicher auf Selbstfahrlafette: 17,6 kWh Made in Kamenz/Sachsen im Smart Electric Drive Bj. 2013 mit 22-kW-Lader