Fronius Symo Speicherlösung Nachrüstung

  • Helft mir mal bitte das Fronius System zu verstehen.


    Angenommen man hat als Anforderung eines neuen PV-Systems eine PV-Modulleistung von 20 kW. Das Dach ist dann komplett belegt.

    Außerdem: Man möchte aktuell keinen Speicher einbauen, aber sich auch nicht den Weg verbauen falls der Strom so teuer bzw. die Batterien so günstig werden, dass es sich lohnt.


    Eigentlich hatte ich angenommen, dass man sich in dem Fall einen Fronius Symo Hybrid einbaut. Aber von der Hybrid-Familie gibt es aktuell nur welche mit bis 8000 W PV-Eingangsleistung bzw. 5000W AC-Ausgangsleistung - zu wenig für ein 20 kW System.


    Also was macht man dann, wenn man eventuell später eine Batterielösung von Fronius nachrüsten will?


    1) Man hängt sich bei Installation 3 bis 4 x Symo Hybrid WR hin (also 3-4 Strings) und kann später die/den Batteriespeicher an einen (oder alle 3 WR) an dessen Batterie-DC-Eingang anklemmen ? Klingt nach sehr teurer Lösung.


    oder


    2) Man hängt sich bei Installation 1 x Symo WR (ohne Hybrid) mit 22,0 PV-Eingangsleistung (15 kW AC-Ausgangsleistung) hin und klemmt später einen Batteriespeicher mit einem Symo Hybrid WR direkt an den AC-Strang ?


    oder


    3) Man muss fängt an wie Variante 2) , klemmt aber später PV-Module als separaten String auf einen Hybrid-WR um. Die Lösung finde ich ungeschickt, weil ich nicht die komplette Leistung auf dem Dach im Speicher verstauen kann, wenn sie verfügbar ist.



    Welche Variante funktioniert überhaupt? Kann ja nicht sein, dass man sich bei Fronius am Anfang schon für einen Batteriespeicher entscheiden muss, wenn man einen will und dann insgesamt 3-4 WR braucht (warum gibts nicht mehr als 5 kW)?


    Bei Variante 2 frage ich mich , ob der Hybrid-WR ganz ohne PV-Module am String überhaupt funktioniert und wie der Hybrid-WR erfährt, dass die Batterie geladen werden muss bzw. wann sie ins Hausnetz einspeist (separate Fronius Smart Meter notwendig?). Außerdem muss dieser WR ja dann beim Laden der Batterie auch den Energiefluss 230V -> Batteriespannung unterstützen. Tut er das?


    Hoffe ich habe mich verständlich gemacht.

  • zu 1) Das ist keine Lösung, die (gut) funktionieren würde, ganz abgesehen von den enormen Kosten.


    Realistisch gut ist aus meiner Sicht nur die 3. Variante, eventuell dafür noch etwas Platz am Dach lassen und nicht den String umhängen, sondern um die PV-Module für den Hybrid aufstocken.


    Die Variante die auch noch geht ist schon jetzt den Hybrid WR kaufen und dazu z.B einen 17.5er Symo und eben erst später eine Batterie dazu stellen. Nachteil sind halt die Kosten für den 2. Wechselrichter, verdoppelt praktisch die Kosten für die Wechselrichter.


    Vor allem solltest du dich aber fragen, was du so von der Batterie haben willst. Wie groß soll sie sein? Soll Notstromfähigkeit erreicht werden?


    Es soll demnächst die Symo gen24 Serie herauskommen, die gehen bis 10 kW eventuell ist der eine Option wenn du in Richtung groß denkst.


    Für den Hybrid mit Batterie brauchst du den Smartmeter, damit der Netzbezug/Einspeisung im Batteriebetrieb auf null gehalten werden kann. Energiefluss vom Wechelstromnetz zur Batterie bzw. auch gemischt mit dranhängenden PV-Modulen kann der Hybrid.

  • zu 1) Das ist keine Lösung, die (gut) funktionieren würde, ganz abgesehen von den enormen Kosten.

    Dachte ich mir schon. Die kosten für 3 x Symo Hybrid im Vergleich zu einem 1x Symo ohne Hybrid sind vermutlich enorm. Abgesehen vom Platz, den 3 WR benötigen.

    Realistisch gut ist aus meiner Sicht nur die 3. Variante, eventuell dafür noch etwas Platz am Dach lassen und nicht den String umhängen, sondern um die PV-Module für den Hybrid aufstocken.

    Naja. Irgendwie sträubt es mich nur einen Teil der Module als "Speichermodule" zu betreiben . Der andere, größte Teil der Module wird also technisch nie zum Laden des Speichers einsetzbar sein (außer ich baue wenn es soweit ist direkt komplett Richtung Lösung 1) um und schmeiße dann den Symo 15.0 ohne Hybrid raus). Im Grunde müsste man dann ja auch wieder aufs Dach (wenn man jetzt alles voll belegen will, weil die 20kW fix sind) und die Strings neu verschalten (bestimmt ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand).

    Vor allem solltest du dich aber fragen, was du so von der Batterie haben willst. Wie groß soll sie sein? Soll Notstromfähigkeit erreicht werden?

    Ich weiß, diese Frage wollte ich ja aber erst mal zurückstellen, weil aktuell noch kein Speicher geplant ist. Ich wollte erst mal das System verstehen um einschätzen zu können, wie hoch die Kosten wären (ergibt sich aus den zusätzlich benötigten Komponenten und dem Arbeitsaufwand der Neuverschaltung), wenn man das System generell um eine Speicherlösung in seinen verschiedenen Dimensionen und Funktionalitäteten (Notstromfähigkeit) erweitert wird. Ich muss also erst mal verstehen, wie ein Solateur dies planen würde.

    Es soll demnächst die Symo gen24 Serie herauskommen, die gehen bis 10 kW eventuell ist der eine Option wenn du in Richtung groß denkst.

    Hab da was gelesen. Kommt aber vermutlich zu spät für meine Anlage. Außerdem wäre ich dann ja trotzdem limitiert, weil der auch nur 10kW kann. Wären also um die Anlage jetzt schon ohne Speicher optimal zu betreiben 2 nötig.


    Für den Hybrid mit Batterie brauchst du den Smartmeter, damit der Netzbezug/Einspeisung im Batteriebetrieb auf null gehalten werden kann. Energiefluss vom Wechelstromnetz zur Batterie bzw. auch gemischt mit dranhängenden PV-Modulen kann der Hybrid.

    Also heißt das dann, dass Lösung 2 funktioniert und eine auch praxisnahe Lösung ist? So deute ich deine Antwort jedenfalls.

    Da jetzt schon für den Symo 15.0 sicher ein Eigenverbrauchs-Smartmeter eingebaut wird, nehme ich an, dass dieses dann auch für den Hybrid verwendet werden kann (kommuniziert ja über Modbus RTU oder so.)? Wirtschaftlich spielt es zwar keine große Rolle ob dies für den Hybrid auch verwendet werden kann, aber wird halt dann knapp mit dem Platz im Zählerkasten, wenn da zig neue Meter notwendig sind, obwohl man mit dem gleichen Hersteller arbeitet und sowohl Eivenverbrauchs-Leistung (durch vorhandenes Smartmeter) und Einspeise-Leistung (durch Messung im Symo ohne Hybrid) schon als Messdaten zur Verfügung stehen.


    Tut mir leid, dass ich hier so viele Annahmen mache und Fragen stelle, aber durch den Marketingwust von Fronius bin ich nicht wirklich schlau geworden. Da klingt es einfach nur so, dass der Symo Hybrid nur mit angeschlossenen PV-Modulen funktioniert. Ganz konkret möchte ich eben wissen, ob der Symo Hybrid dediziert als "nur" Batterie-WR ohne angeschlossenen PV-String von Fronius vorgesehen ist.

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, das Fronius den Fall "Bestandskunden" ohne Erweiterungsfähigkeit um weitere PV-Module mit seinen Systemen nicht abdeckt.

  • Naja. Irgendwie sträubt es mich nur einen Teil der Module als "Speichermodule" zu betreiben . Der andere, größte Teil der Module wird also technisch nie zum Laden des Speichers einsetzbar sein (außer ich baue wenn es soweit ist direkt komplett Richtung Lösung 1) um und schmeiße dann den Symo 15.0 ohne Hybrid raus). Im Grunde müsste man dann ja auch wieder aufs Dach (wenn man jetzt alles voll belegen will, weil die 20kW fix sind) und die Strings neu verschalten (bestimmt ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand).

    Das ist so mal nicht richtig, nur weil die Module nicht direkt am Hybrid hängen, wird der Strom von den Modulen am anderen Wechselrichtern auch zur Ladung der Batterie benutzt. Ich hab eine 17,3 kWp Anlage, verteilt auf einen 12.5 Symo und 5er Hybrid. Wenn da z.B in Summe 6 kW von den Modulen (ca. 4kW vom 12.5 Symo und 2 kW vom Hybrid) und z.B im Haus 2 kW verbraucht wird, dann regelt der Hybrid so, dass eine Nulleinspeisung erreicht wird, daher er nimmt die 2 kW von den Modulen am Hybrid und speichert diese zur Batterie und nimmt den Überschuß vom 12.5er (2kW der 4kW) und wandelt die vom Wechselstrom wieder zurück zu Gleichstrom zur Batterieladung.


    Bis auf Verluste ist es deswegen egal von welchen Wechselrichter der Strom kommt.


    Zitat

    Also heißt das dann, dass Lösung 2 funktioniert und eine auch praxisnahe Lösung ist? So deute ich deine Antwort jedenfalls.

    Da jetzt schon für den Symo 15.0 sicher ein Eigenverbrauchs-Smartmeter eingebaut wird, nehme ich an, dass dieses dann auch für den Hybrid verwendet werden kann (kommuniziert ja über Modbus RTU oder so.)

    Bei mir kommuniziert nur der Hybrid mit dem Smartmeter, der Symo speist aus seiner Sicht nur ein, ohne etwas vom Rest zu wissen.


    Wenn du jetzt die Anlage mit 15er Symo und Smartmeter aufbaust und später willst du einen Hybrid mit Speicher dazu haben, dann solltest du die Verstringung vom Dach herunter so machen dass du einen String leicht zum Hybrid umklemmen kannst. Den Smartmeter wirst du dann auch an den Hybrid umhängen, einen 2. brauchst du nicht.


    Diese Lösung hat den Vorteil, dass du im ersten Schritt keine extra Kosten hast und im 2. Schritt nur einen etwas überdimensionierten Symo Wechselrichter. Ist jedenfalls besser als was ich bei 2 Anlagen im Bekanntenkeis sehe, die habe jeweils eine Hybrid schon gekauft und nie eine Batterie drangehängt. Da ist der Hybrid halt etwas verschwendetes Geld.


    Den Hybrid nur als besseres Batterieladegerät zu verwenden, ohne PV-Module dran funktioniert technisch sicher auch, ist aber schon wegen erhöhter Wandelverluste nicht sonderlich sinnvoll. Wenn du eine Notstromfähigkeit aufbauen willst, dann kann da im Notstromfall die Batterie nicht von der PV nachgeladen werden. Weil im Notstrombetrieb der Symo sich wegschaltet und nur der Hybrid mit dranhängender Batterie und auch PV Modulen in Funktion ist.

  • Achso. Das bringt natürlich Licht ins Dunkle.


    Mir war nicht bewusst, dass der Hybrid-WR AC-Leistungsflüsse in beide Richtungen erlaubt. Ich dachte das Laden des Batteriespeichers wäre bei diesen nur von der DC-Seite (also direkt vom String) möglich.


    Was ich bei meinen ganzen technisch möglicherweise sinnvollen (oder nach den mir durch die gewonnen Erkenntnissen eigentlich nicht sinnvollen) Lösungen vergessen habe ist, dass ich bei Erweiterung der PV-Anlage um eine Speicherlösung nur auf die Rückzahlung der Vorsteuer hoffen kann, wenn ich die Anlage noch um weitere Module ergänze.

    19% macht bei so einem Batteriespeicher schon einen Batzen aus. Vermutlich lohnt es sich deshalb das System dann noch um ein paar Alibimodule zu ergänzen. Auf der anderen Seite kommen dann wieder die Montagekosten nur für ein paar Module hinzu.

    Je nachdem wie sich die Preise für Batteriespeicher in 5-10 Jahren entwickeln, macht es dann vielleicht Sinn sich ein günstiges Batteriesystem zu kaufen und auf die Rückzahlung der Vorsteuer zu verzichten (also den Brutto-Preis zu zahlen). Die Arbeitskosten von Solateuren, die auf dem Dach rumwerkeln wird sicher nicht günstiger.



    Ist jedenfalls besser als was ich bei 2 Anlagen im Bekanntenkeis sehe, die habe jeweils eine Hybrid schon gekauft und nie eine Batterie drangehängt. Da ist der Hybrid halt etwas verschwendetes Geld.

    Ist vielleicht auch genau meiner falschen Vermutung geschuldet, dass sie angenommen haben, dass der WR eben nur von der DC Seite her die Batterien laden kann. Wenn der auch den Strom vom AC-Netz verwenden kann, dann macht so eine Lösung natürlich keinen Sinn.


    Danke für deine Antwort. Das hat mir sehr geholfen.

  • Ja da gibts eine AC -bridge, dadurch kann der Hybrid erkennen, wenn von einem anders gearteten Erzeuger (Windrad, 2. WR oder oder) Leistung bekommt.


    Du könntest doch den 5er Hybrid, so oder so einbauen und halt die Differenz zu 22kwp mit dem 15er Symo füllen. Dann musst du später nur einen Akku an den Hybrid hängen und nichts weiter umbauen.


    Den Akku kannst ja immer noch dranpapen. (halt einen von Fronius oder LGChem...) Sehe das nicht unbedingt als verschwendetes Geld. Besser so, als in 2 Jahren festgestellt, dass man doch einen Hybrid mit Speicher haben will und dann einen WR über hat :-D

    4,24 kWp Fronius Energy Package 9kW - Ausrichtung: DN:25°, -30° SSO
    3,19 kWp @ Symo 3.7-3 - Ausrichtung: 90°, +60° SSW


    Panasonic G(H)eisha seit 08-2018

    ZOE Zen 22kwh 05-2019


    Commetering Zähler 05-2018

    Stromanbieter: aWATTar 01-2020


    Mitglied SFV

    Mitglied DGS


    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.

  • Also geplant ist Ost-West Anlage mit 21 kwp Modulleistung und Fronius Symo mit 15 kw AC-Leistung.

    Wegen Ost-West Ausrichtung reicht ein 15 er Symo anscheinend aus.


    Jetzt den Hybrid zusätzlich einbauen werde ich nicht, da die große Investition und Geldbetrag beim Speicher eben der Akku ist und ich dafür allein kein Vorsteuerabzug bekomme. Ich muss mindestens noch ein paar Module und einen WR mitkaufen, damit das geht.

    Also ich werde erst mal schön mein Dach vollstopfen mit Modulen. Eventuell lass ich ein paar noch weg, damit ich später dann Platz für die Module habe, die ich mit dem Speicher draufschnalle.

    Falls nicht, mach ich das Dach voll und warte einfach bis die Speicher so günstig sind, dass ich durch die Vorsteuer nicht all zu viel sparen könnte.

    Aber jetzt schon mal profi lack tisch :) einen Hybrid dranhängen mache ich definitiv nicht.


  • Den Akku kannst ja immer noch dranpapen. (halt einen von Fronius oder LGChem...) Sehe das nicht unbedingt als verschwendetes Geld. Besser so, als in 2 Jahren festgestellt, dass man doch einen Hybrid mit Speicher haben will und dann einen WR über hat :-D


    mit Fronius wird das nix mehr, dafür BYD, LGChem..

  • Wieso nicht mehr mit Fronius? Was habe ich verpasst? (Du hast übrigens in der Quote gequoted :-) )

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    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.