Probleme bei der Firmierung unserer PV Anlage

  • Hallo, ich weiß nicht ob ich hier vom Thema richtig bin aber ich schildere einfach mal unsere Problematik.


    Meine Frau und ich haben im Dezember eine PV Anlage mit Speicher installiert bekommen. Als wir die Unterlagen beim FA eingereicht haben, haben wir auch erwähnt, dass wir die Anlage gemeinsam finanzieren. Daraufhin wurden wir gefragt, warum wir die Anlage dann nicht als GbR laufen lassen. So wären Rechte und Pflichten gleich verteilt. Wir fanden dass erstmal logisch und haben dies unserem PV Anbieter auch mitgeteilt und eine Rechnung als GbR erhalten . Als ich die Unterlagen bei den Stadtwerken angefordert habe um die monatlichen Voranmeldungen für das FA zu machen haben sich die Stadtwerke gemeldet und darauf hingewiesen, dass nur meine Frau bei denen geführt wird und wir als GbR EEG Umlagepflichtig sind. Wir sollten das Ganze doch als Einzelunternehmen führen. Also habe ich beim FA eine Änderung der Firmierung auf meine Frau beantragt. Das hat das FA auch akzeptiert. Jetzt haben wir ja aber das Problem, dass auf unserer Rechnung noch die GbR aufgeführt ist und wir somit die gezahlte Steuer der PV Anlage nicht erstattet bekommen. Ich bin daher für jede Info oder Tipp dankbar den ich hier bekommen kann. Natürlich haben wir weder Lust als GbR EEG Umlage zu zahlen noch als Einzelperson auf die Steuern zu verzichten. Leider bekommen wir auch immer wieder widersprüchliche oder unvollständige Informationen was die Sache nicht einfacher macht...

  • Kortbuchse

    Hat den Titel des Themas von „Probleme bei der Firmierung unserer GbR“ zu „Probleme bei der Firmierung unserer PV Anlage“ geändert.
  • Meine Frau war heute nochmal beim FA und da wurde ihr gesagt, dass bei einem abweichenden Rechnungsempfänger keine Erstattung möglich ist. Das scheint ja auch so zu sein. Wobei ich nicht weiß ob es beim FA auch evtl. Einzelfälle gibt wo das doch erstattet wird? Ggf. als Einzelfallentscheidung...


    Ja genau 4,875 kwp und Speicher mit 5kwh.

  • Also, mein erster Gedanke wäre, lass' doch den Anlagenbauer die Rechnung stornieren und eine neue ausstellen?!


    Mein zweiter: wieviel wollte ihr denn davon selbst verbrauchen? Abgesehen vom krassen Missverhältnis 5kWp/5kWh sieht es doch eher so aus, als wenn ihr den weitaus größten Teil der Erzeugung selbst verbrauchen wollt, da könnt ihr doch gleich in die KUR gehen?!

  • Das war natürlich auch mein erster Gedanke. Werde da morgen mal anrufen ob ich eine Rechnung als Einzelfirma bekomme. Aber ganz so einfach wird das wahrscheinlich nicht.


    Naja die KUR würde uns finanziell doch deutlich schlechter stellen. Die MwSt der Rechnung die wir wieder bekommen ist doch deutlich höher als die Steuerersparnis im Rahmen der KUR, zumindest wenn ich das alles halbwegs verstanden habe.


    Was meinst du denn genau mit krassem Missverhältnis? Wir wohnen in einem Reihenendhaus. Mehr Module gingen nicht vom Platz.

  • Die 5kWp sind ja schon ok für ein Reihenhaus, keine Frage.

    Mit Missverhältnis meine ich, dass du den Speicher im Sommer schön voll kriegst, aber das willst du ja auch alles selber verbrauchen. Den Teil wirst du eh' als geldwerten Vorteil versteuern sowie MwSt drauf zahlen müssen. Und ob du den wg. dem hohen Privatnutzungsanteil, genaugenommen 100%!, überhaupt abgesetzt kriegst, würde ich mal bezweifeln wollen.

    Das wiederum wäre mit der GbR anders gewesen, denn die verkauft dir ja auch den gespeicherten Strom; dafür die Krux mit der EEG-Umlage...

    Im Winter wirst du alles, was die Anlage erzeugt, direkt verbrauchen; da wird der Speicher an einer Handvoll Tagen voll werden, wenn es richtig schönes Wetter gibt.


    Mit der KUR hast du ja keine Steuerersparnis, sondern könntest du möglicherweise das Problem des fehlenden Vorsteuerabzugs für die Anschaffungs mit der nicht gezahlten Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch ausgleichen. Ist aber natürlich eine Frage der Liquidität, so gesehen wäre das nur eine eventuelle Notlösung, wenn du die Vorsteuer garnicht urückbekommen solltest.

  • Klar, die Anlage ist auf Grund der niedrigen Einspeisegebühr auf Eigenverbrauch ausgelegt. Kann das wirklich zum Problem werden als Einzelfirma was den Vorsteuerabzug betrifft? Und wäre das als GbR dann anders? Da habe ich noch nichts von gehört.

  • Hallo Kortbuchse,


    von der einheitlichen Durchgängigkeit des Unternehmers wirst du gerade bzgl. USt. bestimmt schon einmal etwas gehört haben. Soll bedeuten: Der Unternehmer kann die Vorsteuer aus den Anschaffungen ziehen, die er für sein Unternehmen getätigt hat. Dabei ist erstens wichtig, wer der Unternehmer ist (das hat man dem Finanzamt mitgeteilt) und zweitens wer die Anschaffungen getätigt hat (das erkennt man aus Auftrag und Rechnung). Und wenn diese Beiden nicht identisch sind, wird das Finanzamt den Vorsteuerabzug versagen, wenn es dort auffällt. Und gerade beim ersten Mal und gerade bei den großen Anschaffungsrechnungen wird das Finanzamt Kopien sehen wollen. Ihr seid da offenbar sehr naiv rangegangen und habt euch von allen Beteiligten zu einer anderen Unternehmerform überreden lassen.


    Ihr habt jetzt 2 Möglichkeiten, wenn ihr die EEG-Umlage-Problematik vermeiden wollt:


    1. Einer von euch wird letztendlich beim Finanzamt als Unternehmer gemeldet und taucht als Einzelperson auf allen Rechnungen auf, aus denen ihr die Vorsteuer ziehen wollt. Derjenige bekommt dann auch die Gutschriften des VNB. Das wäre auch später steuerlich die einfachste Möglichkeit.


    2. Ihr werdet beide zusammen als Unternehmer beim Finanzamt gemeldet (GbR, auch wenn die 3 Buchstaben nicht irgendwo stehen) und euer beider Namen tauchen auf den Rechnungen auf. Die Einspeisegutschriften laufen auf die GbR. Könnte dann später etwas komplizierter bei den Steuererklärungen werden.


    Unabhängig davon könnt ihr natürlich auch auf den Vorsteuerabzug verzichten (KUR). Das hat dann zumindest den Vorteil, dass ihr euch nicht mit der unentgeltlichen Wertabgabe rumschlagen müsst und zumindest die PV-Anlage vom Bruttowert abschreiben könnt.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Bento,


    Ja naiv trifft es dann wohl leider rückblickend. Trotzdem erwarte ich von einem PV Anbieter dass er mich über eine EEG Umlage informiert wenn ich ihm mitteile, dass uns dass FA zu einer GbR rät (oder auch Eheleute aber du schreibst ja dass das keinen unterschied macht). Da verlasse ich mich dann drauf... Naja ich hoffe, dass ich die überreden kann mir eine Rechnung auf meine Frau auszustellen. Dann wäre dass Problem wenigstens erledigt. Für die Steuer gehe ich dann zum Steuerberater. So langsam geht mir das Thema auf die Nerven... 😂

  • der Solateur ist doch nicht dein Steuerberater oder dein Rechtsanwalt.

    Du bist der Unternehmer, und als solcher solltest du schon selbst eine Vorstellung von deinem Unternehmen haben und dich nicht von jedem Hansel zu irgendwas überreden lassen das du bereitwillig ausführst aber letztendlich nicht kapierst.