• Hallo Gemeinde,


    derzeit plane ich meinen Strom sowohl innerhalb meines Grundes (3 Häuser) als auch an einige meine Nachbarn, darunter ein großes Gebäude zu verkaufen.

    Wie sieht es jetzt mit dem https://dejure.org/gesetze/EnWG/5.html aus.


    Ich würde die Leitungen ebenfalls selber verlegen in der Erde mit meinem geplanten Nahwärmenetz.


    Jetzt steht im Gesetz:


    Zitat

    ausgenommen ist die Belieferung von Haushaltskunden ausschließlich innerhalb einer Kundenanlage oder eines geschlossenen Verteilernetzes sowie über nicht auf Dauer angelegte Leitungen.


    Aber ich brauche natürlich noch Strom vom Netz ausserhalb. Zählt es dann als geschlossenes Verteilnetz oder sogar als Kundenanlage?



    2 Frage: Wie würde die Grundüng eines EVUS aussehen ? Reicht es das Anzeigeformular der Bundesnetzagentur auszufüllen?

  • Für Mieterstrom kompetenten Partner wie Naturstrom, EWS,. Greenpeace Energy oder Polarstern ins Boot holen.


    Alternativ überlegen: dein Haus, deine Entscheidungen: Mieter bekommen günstigen Strom über dich und fertig. Aber Rechtslage prüfen!

  • Die Definition einer Kundenanlage/geschlossenes Verteilnetz ist ziemlich anspruchsvoll. Hier kommt es u.a. auf Eigentumsverhältnisse an, wer Stromlieferant ist, wie Lieferantenwechsel/Strombilanzierung vollzogen werden können, Wettbewerbssituation u.Ä. Der § 3 EnWG ist die erste Beurteilungsgrundlage. Fakt ist, der Netzbetreiber kann bei der zuständigen Regulierungsbehörde seinen Standpunkt zur Beurteilung abgeben. Soll heissen: Du meinst, es ist eine Kundenanlage und Dein VNB meint, es ist ein (geschlossenes) Verteilnetz und zeigt dies der RegBehörde an. Dann beginnt ein Entscheidungsprozess, der Dir evtl. am Schluss nicht gefällt. Daher mit dem Netzbetreiber die Situation vorher absprechen, so dass dieser dieselbe Einschätzung wie Du hast. Die Kundenanlage zur Eigenversorgung ist die angenehmste Variante mit den wenigsten Pflichten.


    Gruß


    Gruennetz

  • Schwierig wird es, wenn das Gelände der Kundenanlage von einer Strasse geteilt wird. Es gibt zwar ein Urteil, dass auch eine Reihenhaussiedlung als Kundenanlage eingestuft wird, hier war es aber eine Anliegerstrasse. Wettbewerb usw. kann bei dem Vorhaben wohl vernachlässigt werden. Öffentliche Grundstücke, die gequert werden, können auch ein Hinderniss sein.

    Gruß

    Gruennetz

  • Hallo Grünnetz,


    dann ist wohl davon auszugehen das es sich geschlossenes Verteilnetz handeln wird.


    Kannst du abschätzen was auf mich zukommen wird? Habe im Internet wenig darüber gefunden.


    Sollte ja auch machbar sein oder ist es mit immensen Kosten verbunden oder lauern ähnliche Fallstricke.


    Mein VNB meinte das sei alles halb so wild, aber was genau auf mich zukommt hat er nicht gesagt!

  • Der Weg müsste ein anderer sein. Egal welche Entscheidung dein Netzbetreiber trifft, es sei denn, er schliesst sich der Einschätzung "Kundenanlage z. betrbl. Eigenversorgung" an, teilst du deinem VNB mit, dass es sich um eine "Kundenanlage z. betrbl. Eigenversorgung" handelt. Er muss bei Widerspruch dies durch die zuständige Regulierungsbehörde prüfen lassen. Wenn er dir übel mitspielen will, stösst er das Verfahren erst an, wenn du alles erledigt hast, und dann, sofern er Recht bekäme, einen erneuten Aufwand haben wirst. Vom geschlossenen Verteilnetz habe ich nicht so viel Kenntnis, da ich bisher nur mit Kundenanlagen zu tun hatte. Die Hürden für das geschlossene Verteilnetz sind schon ziemlich hoch, sinngemäß und unter Vorbehalt, hast du dieselben Aufgaben wie ein "normaler" Netzbetreiber, nur das keine Netzentgeltbescheide durch die Reg-Behörde erstellt werden und diverse Regulierungsabfragen an dir vorbei gehen, aber Lieferantenwechsel, MSCONS, UTILMD, INVOICE, MaBiS, usw., usw., wären dein täglich Brot. Ich kenne "richtige" Netzbetreiber, die das seit Dezember 2019 (Mako2020) bis heute nicht im Griff haben. Davon solltest du die Finger lassen. Dann lieber die Kundenanlage kleiner gestalten, oder mehrere erstellen.

  • Ja das klingt komplex. Aber wieso sollte ich Lieferantenwechsel wenn der Strom aus meiner PV kommt und der Rest per Kaskadenschaltung vom VNB?

    Oder sehe ich das zu blauäugig?


    Also ist meine Vorgehensweise diese:



    1. mit VNB kommunzieren ob er sich "Kundenanlage z. betrbl. Eigenversorgung" anschließt.

    Sollte dies der Fall sein --> Thema erledigt ansonsten

    2. Einfach bauen und auf Widerspruch warten bzw. ob Widerspruch kommt ?


    Lieber wäre es mir das zusammen mit dem VNB das es erst gar nicht zu einem Widerspruch bzw. Unstimmigkeiten kommt.


    Mein Projekt:



    Meine Grundstücke:

    2 unterschiedliche Flurnummern, aber kein öffentlicher Grund mit verschiedenen PV Anlagen und (bald) einem Nahwärmenetz.


    Ausserhalb meiner Grundstücke:

    Über eine Staatsstraße ein zu versorgender Wärmekunde der ebenfalls evtl Strom beziehen möchte

    Über Gemeindestraße ein riesen Gebäude mit einem defekten BHKW und ebenfalls Wärmekunde