Freifläche 750 kwp Bayern - wie vorgehen?

  • Hallo zusammen,


    bisher waren wir nur auf Dächern unterwegs. Nun hat sich für uns womöglich eine Chance für eine PV-Freifläche aufgetan.


    Hier die Rahmendaten:

    - Grundstück direkt neben der Bahnlinie

    - ehemals Gewerbefläche (stillgelegt - versiegelt - Konversion?)

    - ca. 7.500 m2 - eben (600 - 750 kwp)


    Unsere Fragen:

    Wie gehen wir weiter vor?

    - Anfrage Energieversorger über nächste Einspeisemöglichkeit/Einspeisepunkt?

    - Anfrage Gemeinde wegen Baugenehmigung?

    - Weitere Behörden/Genehmigungen erforderlich?

    - Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung?

    - Wie hoch sind ca. die Gesamtbaukosten (alles inklusive) je kwp?


    Was sollten wir noch beachten?


    Danke für Eure Hilfe


    Mit sonnigen Grüßen


    Bernhard

  • Berni249

    Hat den Titel des Themas von „Freifläche 750 kwp - wie vorgehen?“ zu „Freifläche 750 kwp Bayern - wie vorgehen?“ geändert.
  • Noch eine Ergänzungsfrage:

    Auf dem Grundstück steht auch noch ein Hochspannungsmasten.

    Kann jemand sagen, ob hier ein gewisser Abstand zwischen dem Masten und der PV-Anlage vorgeschrieben ist?


    Danke für Euer Hilfe


    Bernhard

  • Hallo Bernhard!


    Baurecht:

    Ihr braucht einen B-Plan und dann einen Bauantrag/eine Genehmigungsfreistellung. Im B-Plan steht alles relevante drin, u.a. Abstand zum Mast. Für den Antrag braucht ihr einen Architekten, der euch das macht. Der weiß auch alles relevante z.B. wo ihr was einreichen müsst, wie lange es dauert und wie viel es kostet. Das könnt ihr nicht selbst machen.


    Parallel Netzanfrage:

    Bei der Größe muss ein Anschluss quasi Vorort da sein, sonst ist das Projekt tot


    Vergütung:

    Wenn ihr einen alten B-Plan habt mit Gewerbe, vergütungsfähig. Wenn ihr eine Konversion habt, vergütungsfähig. An der Bahnlinie, vergütungsfähig. Die Genauen Konditionen stehen im EEG.

    Wie hoch die ist, hängt vom Zeitpunkt und dem Zubau bis dahin ab. Das findet man auch mit googlen raus. An der Stelle, an der das auch für Dächer steht. Das sollte ja bekannt sein.


    Wenn du jetzt allerdings schon solche Fragen stellst würde ich mir überlegen, ob ich nicht doch eine Fachfirma mit ins Boot nehme, die das schon mal gemacht hat.

    Da kommt noch einiges zusammen: Trafo, Übergabestation, Anlagenzertifikat, Direktvermarktung, usw.

    Ich weiß jetzt nicht in welchen Größen ihr sonst unterwegs seid? Ich will da auch keine Angst machen aber man sollte realistisch bleiben.

  • Wenn ein Mindestabstand zwischen Mast und anderen baulichen Maßnahmen erforderlich wäre, sollte das m. W. in Form einer Baulast im Liegenschaftskataster eingetragen sein.


    Ggf. könnte das auch im Grundbuch als Recht für den Mastbetreiber stehen.


    Wenn der Mast den Nutzen deines Grundstücks beeinträchtigt, sollte das irgendwo vertraglich geregelt sein.


    Sicherheitshalber den Mastbetreiber mit einbinden.

    8) uli-eule8)

  • Hi!


    Bist du schon weiter gekommen? Ich habe nämlich 17000m² Fläche neben der Autobahn in Aussicht.

    Hier könnte man einen Solarpark bauen.

    - Welche Leistung kann ich da ca. montieren?

    - Ist das Rentabel?

    - Aktuell habe ich keine Ahnung wie und was ich machen muß.


    Welche Firma baut mir sowas und macht die Genehmigungen?


    Ich wäre euch dankbar wenn mir jemand nen Tip geben könnte oder schon selbst sowas realisiert hat!


    Schöne Grüße aus Bayern!

  • Zitat

    - Welche Leistung kann ich da ca. montieren?

    - Ist das Rentabel?

    - Aktuell habe ich keine Ahnung wie und was ich machen muß.


    Welche Firma baut mir sowas und macht die Genehmigungen?


    - Welche Leistung kann ich da ca. montieren?

    Leistung kann zwischen 1 und 2 MW liegen, je nachdem ob Süd-Ausrichtung oder OsT-West Gestell. Das hängt wieder davon ab welche Überbauung Du genehmigt bekommst.

    - Ist das Rentabel?

    Rentabel kann es sein, muss aber nicht. Hängt von Deinen Verhandlungsgeschickt und ganz entscheidend von den Randbedingungen ab. Wie bei vielen anderen Dingen auch...

    - Aktuell habe ich keine Ahnung wie und was ich machen muß.

    Das ist schlecht


  • Erste und wichtigste Frage: Willst du einfach nur verpachten oder die Anlage umsetzen? Suchst du eine Firma, die dir das baut/entwickelt oder pachtet?


    Pauschale Antwort auf deine Fragen: Ja, ist rentabel. Kommt aber sehr auf die Gegebenheiten an (Kabeltrasse usw.). Leistung muss man sehen aber wie schon geschrieben 1-2 MWp. Kommt auf die anderen Rahmenbedingungen an.

  • Hi

    Ich will die Anlage selbst umsetzen. Feld ist Südausrichtung und Hanglage. Einspeisung wäre 80m entfernt möglich.

    Ich wäre auf 750kw gegangen da ja hier die EEG noch greift was ich gelesen habe.


    Ich bräuchte eine Firma die sowas schon gemacht hat und umsetzen kann.

    Ich könnte auch etwas selbst machen, wenn möglich.

    Wer kann mir da helfen.

  • Hi Bert,


    ich kann dir da sowohl privat helfen, als auch dir uns als Firma (ich bin nur Angestellter) empfehlen.

    Schreib mich gerne an über mogg@ge3000.de. Wir machen so was als Tagesgeschäft.


    Abgesehen von der Firmenempfehlung jetzt aber "privat":

    750 kWp mit B-Plan erstellen usw. wird nichts. Wenn du noch kein Baurecht hast, brauchst du min 1 Jahr, bis es soweit ist. Bis dahin sind die 750er-Vergütungen aber eh auf Ausschreibungsniveau. Dann kannst du auch gleich größer bauen.

    Eine Freifläche ist echt nicht mit einem Dach zu vergleichen. Das dauert einfach. Und kostet. Vor allem die Gutachten. Da steckst du schon gleich mal einen guten 5-stelligen Betrag rein. Egal welche Größe (750 oder größer).


    Und die Gemeinde muss mitmachen. Für 750 kWp ist das ein zu großer Aufwand. Wenn, dann mach alles. Und schau, dass du noch Grundstücke bekommst. Die Fläche ist echt nicht viel. Mit mehr lässt sich da mehr machen. Kennst du Besitzer der Nachbargrundstücke?


    Passt mehr ins Netz an der Stelle - anfragen mal 2 MWp.

    PS: Das ist auch alles EEG.



    Ich will dich auf keinen Fall abschrecken sondern dir einfach nur realistisch sagen, was auf dich zukommt, wenn du das selber machen willst. Ich habe das öfters, dass die Leute kommen mit der Vorstellung einer Dachanlage und selber quasi alles machen/gemacht haben. Das funktioniert hier nicht. Zumindest nicht, wenn du in der Thematik B-Plan, FNP, Ausgleichsmaßnahmen (Blühwiese, Lerchenfenster,...), Brandschutz, Blendschutz, sofort sagst "Ja, genau! Das kenne ich!"

    Aber okay, das weißt du, nehme ich an. Deswegen suchst du ja eine Firma.


    Dann such eine Komplettfirma, die einerseits sowohl das Baurecht, als die Wirtschaftlichkeit (Ausschreibung), als auch die technische Planung machen. Sonst stellst du später fest, dass dein Baupreis nicht zum Tarif passt oder die Genehmigung nicht zum Bau. Wir haben schon öfters Anfragen bekommen. Da sollen wir etwas bauen, was man schon anders hätte genehmigen müssen. Jetzt kannst du nicht wie bei einer Dachanlage einfach alles kurz mal ändern. Da muss wirklich von Anfang an die technische Planung mit einfließen.


    Knackpunkt Wirtschaftlichkeit: Keiner kann dir einen Tarif garantieren, da inkl. B-Plan und Bau 15 Monate vergehen. Da hat keiner ne Glaskugel. Genauso Baupreis. So lange keiner genau weiß, was alles noch zu tun ist - inkl. Ausgleichsmaßnahmen und Kabeltrasse - wird dir keiner einen genauen Preis sagen können. Zumindest nicht ohne da einen ordentlichen Risikozuschlag draufzuhauen. Oder eben das Risiko liegt bei dir und du kommst für alles bis dahin auf.

    Ist beides nicht optimal.


    Wir (und andere Projektentwickler) lösen das in der Regel so, dass wir deine Fläche pachten (du bekommst definitiv diesen Betrag) und dir nachher ein Vorkaufsrecht für die (Teil?-)Anlage anbieten. Passt dir das nicht, nimmst du eben die Pacht und jemand anderes kauft das Projekt. Die Rendite sind hier zusätzlich zur Pacht aber definitiv einstellig. Da keine Illusionen machen.

    Klar kann man auch eine Anlage kaufen (von mir aus mit Genehmigung) - aber in dem Preis ist auch das gesamte Risiko mit drin. Und wenn du dann eine Anlage gebaut hast für teuer oder billig Geld und sich das im Ganzen nicht rechnet - Pech gehabt.


    Schreib einfach, wenn du Fragen hast.