PV-Strom an Mieter - kompliziert

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier, lese aber schon eine Weile mit und habe schon viele nützliche Tipps gefunden.

    Nun habe ich hier einen komplizierten Fall und vielleicht kann einer der Experten Licht ins Dunkel bringen. Ich bin für jede Hilfe dankbar.


    Erstmal zu den Gegebenheiten:


    Ich habe vergangenes Jahr als Privatperson ein EFH gekauft, modernisiert (außer Heizung, noch Gas) und für die nächste Zeit an meinen Sohn und meine Schwiegertochter vermietet. Sie wollen aber irgendwann selber bauen, sodass ich irgendwann Fremdmieter im Haus haben werde. Aus steuerrechtlichen Gründen kann ich in den nächsten 3 Jahren max. 15% der Erstehungskosten als Investitionen sofort ansetzen. Komme ich darüber, müsste ich alles abschreiben. Das will ich vermeiden.


    Nun habe ich dieses Jahr eine 21kwp NO-SW Anlage auf das Dach (Maximalausbau) gebaut, aber als Unternehmer (über mein Einzelunternehmen), nicht als Privatperson. Damit umgehe ich die 15% Regel, da die Anlage steuertechnisch nicht zum Haus gehört, sondern als „transportabel“ gilt. So bin ich Eigentümer, Betreiber und Anschlussnutzer der Anlage als Unternehmer auf einem Hausdach, das mir als Privatperson gehört.


    Je Richtung sind es ca. 10,5 kwp an 2 Kostal Plenticore plus 10 WR. Die Anlage ist derzeit als Volleinspeiseanlage mit 70% harter Begrenzung angemeldet, allerdings noch nicht in Betrieb genommen, da der Netzbetreiber noch keinen Zähler gesetzt hat. Kann wohl noch dauern. Hoffentlich kommt der 52 GW Deckel nicht dazwischen. Ein Speicher ist nicht vorhanden, könnte aber zu späterer Zeit nachgerüstet werden.


    Nun würde ich gerne bzw. denke darüber nach, den Strom an die Mieter zu verkaufen ohne die komplette Anlage zu vermieten. Die Überproduktion soll natürlich weiter eingespeist werden. Beim Netzbetreiber muss natürlich der „Eigenverbrauch“ mitgeteilt werden, aber wie kann ich dieses Konstrukt auf eine solide Basis stellen?


    Ich möchte weder mit dem FA wegen des Hauses Probleme noch mit dem Netzbetreiber wegen des Verkaufs bekommen oder gegen andere Gesetze verstoßen.


    Was geht? Was geht nicht? Lohnt sich das für die Mieter und mich, unabhängig vom Aufwand der Anträge?


    Gibt es dazu irgendwelche Unterlagen oder Nachschlagewerke?

    Vielen Dank im Voraus.

    Thomas

  • Je Richtung sind es ca. 10,5 kwp an 2 Kostal Plenticore plus 10 WR. Die Anlage ist derzeit als Volleinspeiseanlage mit 70% harter Begrenzung angemeldet, allerdings noch nicht in Betrieb genommen, da der Netzbetreiber noch keinen Zähler gesetzt hat.

    So viele Fehler in nur 2 Sätzen!

    Wie genau ist die Anlage verstringt? Hoffentlich nicht ein WR je Dachseite!?

    Inbetriebnahme - Entscheidungen der Clearingstelle - wann/wie IBN - vergiss den Zähler, notier die aktuellen Zählerstände, und schalt deine Anlage ein. Jetzt, ohne Widerspruch!!!! Müssen wir diesen Zirkus hier jede Woche haben?

    Warum Volleinspeisung???

    Siehe auch Mieterstrom oder Strom an Mieter - hast du den keinen Allgemeinbedarf dort der über einen separaten Zähler läuft?

    Ja, PV ist bewegliches Wirtschaftsgut.

  • Hallo,


    danke für eure Antworten.

    Was ist falsch an der Anlage?

    Die Anlage besteht aus 63 Modulen (335 kwp), 31 auf der Südwestseite, 32 auf der Nordostseite jeweils auf 2 Strings gelegt also insgesamt 4 Strings. Jeweils ein NO-String und ein SW-String gehen auf einen WR, damit beide WR etwa die gleiche Last haben. Laut Solarteure wäre nur 1 WR für diese Konstellation ineffektiv und die kleineren 8er Plenticore, die ausgereicht hätten, waren nicht lieferbar.


    Die Anlage lässt sich nicht einschalten, da sie nicht auf dem Hausnetz klemmt sondern getrennt davon und der Zähler praktisch noch fehlt um die „Lücke“ zum Netzanschluss zu füllen. Es sind dann praktisch 2 Zähler vorhanden. Der 2. Zähler und Volleinspeisung eben deswegen, damit die Anlage nicht dem Hausinvestment zurechnet wird (siehe oben). Der Steuerberater meint, sobald Eigenverbrauch über den Hauszähler läuft, ist die Anlage dem Haus zuzuordnen (steuertechnisch). Das will ich aber wegen der 15% Grenze vermeiden.


    Was könnte ich denn an der Anlage oder am Management ändern, damit es eine runde Sache wird? Egal wie aufwendig, Tipps sind immer wertvoll.


    Grüße Thomas

  • Verteilung passt, es gibt große effiziente WR. Ohne nennenswerten Schatten ist Parallelschaltung gut machbar.

    Bei der Zuordnung bin ich mir nicht so sicher, PV bleibt ein bewegliches WG - und EV ist ergebnisneutral. Donnermeister   kpr   Koelner-Sueden können dir vlt mehr sagen.

    Möchtest du Foto vom Zählerschrank einstellen?

    Selbst wenn Volleinspeisung nötig wäre würde man die in kfm.bil.Durchleitung bauen.

  • Danke dir für den Input. Ich schau mal, ob ich ein Foto vom Schrank habe und stelle es dann ein.

    Der Eli hat im Schrank noch nicht viel gemacht. Evtl. kann man ja noch was optimieren, wenn ich doch schon EV für die Mieter nutzen kann. Mal schauen, ob die Kollegen mal Zeit finden in den Thread zu schauen. Der Papierkram beim NB ist dann das wenigste. Das macht der Eli übers Portal.

  • Hier noch das Bild vom Zählerschrank, ist zwar schon was älter und von der Auflösung nicht gut, aber im Grunde siehts heute noch so aus, außer einiger Kabel und neuer Sicherungen. Am 2. Platz soll der Erzeugerzähler hin. Der Hauszähler ist bereits ein neuer Zweirichtungszähler.



  • Das ich das darf, haben die Experten hier ja schon zu genüge aufgezeigt, siehe auch Mieterstrom oder Strom an Mieter hier im Forum.

    Mein Problem ist eher, dass ich den Strom gerne jetzt schon an meine Mieter „verkaufen“ möchte, aber nicht weiß, ob die Anlage dann vom beweglichen Anlagegut zum stationären wird (also zum Gebäude gerechnet wird) und ich dann die 15% Investitionsgrenze (gilt für 3 Jahre nach dem Kauf) sprenge, die mich berechtigt diese max. 15 % sofort ohne Abschreibung von der Steuer abzusetzen. Über 15% müsste ich alles (unabhängig von der PV-Anlage) über Jahre abschreiben, was ich vermeiden will.


    Wenn eine PV-Anlage immer ein bewegliches Wirtschaftsgut bleibt bzw. weil meine Firma Eigentümer und Betreiber der Anlage ist, das Haus mir aber privat gehört, eine steuerliche und buchhalterische Trennung zu erfolgen hat, sodass die 15% Grenze nicht greift und meine Mieter den Strom nutzen können und nur der Überschuss eingespeist wird, statt Volleinspeisung.


    Vielleicht findet sich hier ja noch der ein oder andere Profi, der sich mit sowas auskennt. Das FA wollte ich ungerne aufwecken und der Steuerberater hat von PV nicht so viel Ahnung, jedenfalls nicht für diesen speziellen Fall. ;)