Lohnt sich Fassadenanlage (abgesehen von Südlage)

  • Meine Wohnung befindet sich in Ost-West-Ausrichtung (leicht Südost/Nordwest) und ich frage mich, ob sich PV an der Fassade rechnen würde. Hat also jemand Erfahrungen mit Fassadenanlagen nach Osten/Westen oder vielleicht sogar Norden?


    Der Rechner von Solarserver kommt hier bei einer Ostanlage auf 770 Volllaststunden, bei Südost sogar auf 909 VLS. Also da es nur leicht südlich ist, wohl auf 800, auf der anderen Seite wohl um die 600 VLS. Selbst an der Nordfassade seien es noch 470 VLS. Damit würde sich (100 % Eigenverbrauch vorausgesetzt) selbst eine Nordausrichtung lohnen. Ich weiß allerdings nicht, inwieweit man diesen Zahlen trauen kann.


    Auf youtube habe ich auch ein Video von jemandem gesehen, der eine Fassadenanlage an der Ostseite hat und wohl nur auf 300 VLS kommt, aber da spielt auch etwas Verschattung eine Rolle, die hier nicht so das Problem wäre.

  • PVGIS sagt für


    Ost 514 kWh/kWp

    West 528 kWh/kWp

    Süd 728 kWh/kWp

    Nord 196 kWh/kWp


    Nord ist also schon eher sehr schlecht... Ost und West sind, wie gesagt, sehr schattenanfällig. Wenn die Sonne flach steht, nervt jeder Baum vom Nachbarn und verursacht eine Kerbe im Ertragsdiagramm, sodass man gerne mit der Axt hingehen und dem Baum eine ähnliche Kerbe verpassen möchte. ;))


    https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/tools.html

    (ich habe meinen Standort in der Mitte Deutschlands angegeben)

  • Ich hatte 135kwh Ertrag mit meinem 280W Modul am Balkon in Ostlage...Habe aber auch außer in den Hauptmonaten ca. für einen Stunde (10-11 Uhr) den Schatten eines Baumes auf dem Modul.


    Von Vorteil sind hier ganz klar wolkenlose Tage bereits bei Sonnenaufgang...aber meistens kämpft sich die Sonne halt erst mittags durch die Wolken oder Nebel...


    Kommt also ganz gut hin mit dem PVIGS Wert für Westen....

  • Hier mal eine kleine Grafik an einem sonnigen und nur leicht bewölktem Tag, die ganz schön den Baum zeigt, der jetzt noch Schatten wirft.


    Bis April wird die „Einkerbung“ aber aufgrund des höheren Sonnenstandes immer kleiner



    Der Ertrag liegt dann am 1. April an wolkenlosen Tagen ab Sonnenaufgang bei ca. 0,8kWh pro Tag pro 275WModul und erreicht dann von 1.Mai bis 1. August ein Maximum um 1 kWh...


    Durchschnitt während der 3 Monate lag bei 0,6kWh pro 275W Modul

  • ich könnte mir vorstellen das eine Fassadenanlage ein zusätzlichen Wetterschutz darstellt und dadurch nicht nur Energie erzeugt wird sondern auch Heizkosten eingespart werden.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Also ich habe das jetzt mal mit diesem PVGIS ausgerechnet, an der OSO Fassade kommt er auf 574 Volllaststunden, auf der WNW Seite auf 395 VLS.


    Verschattung macht wahrscheinlich auf der OSO Seite kein Problem, im Sommer steht die Sonne hoch genug und im Winter geht sich erst rechts vom Hindernis auf, kann vielleicht in der Übergangszeit etwas Probleme machen.

    Die WNW Seite wird hingegen im Sommer ab Mai 30 Minuten bis 2 Stunden im Juni vor Sonnenuntergang verschattet, aber wenn ich mir die "Daily Average Irradiance" Daten von PVGIS so ansehe, scheint das auch nicht sonderlich schlimm zu sein.


    Auf der schlechten Seite könnte ich theoretisch 2 Module anbringen. Würde es wohl Sinn machen, zwei parallel an einem WR anzuschließen? Das teure ist ja vor allem der Wechselrichter und ich glaube nicht, dass so viel Energie verloren geht, wenn man zwei 245 W Module auf der Seite an einem 300 W WR anschließt, da sie wahrscheinlich dort eher selten Spitzenlast erreichen?


    Oder wäre das dann zu viel? Da ich ja auf der anderen Seite auch was anbringen möchte. Bezieht sich dieses 600 W Limit auf die WR oder auf die Module?

  • Ich habe ein Panel nach Osten, mit freier Sicht. Hier im Norden geht die Sonne nordöstlich auf und in den Sonnenmonaten liefert das Panel am Morgen gut Leistung bis Mittags.


    Ein weiteres Panel auf dem Dach in Richtung Süden schlägt das dann über den Tag natürlich an den meisten Tagen aber nicht immer. Oft ist es auch einfach am Morgen sonniger.


    Ich verteile mit dieser Ausrichtung die Leistung über den Tag für die Selbstnutzung. Alles nach Süden wäre viel schlechter.

    Nord/Westen sehe ich kritisch, da ist nur in den Sommermonaten Licht und bei etwas Dachüberstand auch sehr Schatten gefährdet da die Sonne erst wirklich um die Ecke muss was im Winter nicht passiert.

    Was sich dann besser macht ist flach und nur 5% nach Süden geneigt. Bringt den ganzen Tag Ertrag wenn auch nicht so der Spitzenbringer. Deutlich besser als nach Norden. Allerdings ein Monopanel wegen dem Diffus...