Elterngeld die xte

  • Hallo,


    Das Thema Elterngeld wurde hier ja schon öfter besprochen, ich finde trotzdem meine Fragen nicht alle beantwortet.

    Kurzer Hintergrund: Wir haben in 2019 ein Haus gekauft mit bestehender PV 7,68 kWp (ein Jahr alt). Übergang N+L war zum 1.11. Für die Einspeisung bekommen wir zur Zeit einen monatlichen Abschlag von 41 €. Eigenverbrauchsanteil dank Speicher Recht hoch. Im notariellen Kaufvertrag wurde die PV mit einem Wert von 18.000€ aufgeführt. Betreiber sind wir beide.

    Wir erwarten Ende April unser zweites Kind. Meine Frau wird 2 Jahre zu Hause bleiben, ich 2x einen Monat. Wir werden also 12+2 Monate Elterngeld beantragen.

    Theoretisch könnte man ja die Einnahmen vor der Geburt zur Berechnung des Elterngeldes heranziehen, aber während dem Bezug würden diese vom Elterngeld abgezogen.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich die ersten 5 Jahre jeweils 20% vom Anschaffungspreis abschreiben, was ja ein Verlust wäre (das mache ich in der Einkommenssteuer Erklärung, richtig?). Damit würde ich sicher in keinem Jahr unterm Strich Gewinn machen, und ich müsste auch für das Elterngeld keine Einkünfte angeben, oder?


    Schönen Gruß,

    Tobias

  • Klicke bitte in meiner Signatur auf die Buchstaben RTFM. Das mit den Steuern ist wahrscheilich auch für Euch ganz anders.

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich die ersten 5 Jahre jeweils 20% vom Anschaffungspreis abschreiben, ...

    Nein, du kannst insgesamt 20 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre abschreiben... zusätzlich zu den 5 Prozent pro 12 Monate. Also im zweiten Jahr 5 Prozent plus 20 Prozent.

    Kannst aber auch die 20 Prozent auf mehrere Jahre verteilen ... bspw. 5 Prozent plus 5 Prozent.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 30xxx

  • Die Anschaffungskosten einer Anlage werden netto (ohne Mehrwertsteuer) linear über 20 Jahre abgeschrieben, sind pro Jahr die erwähnten 5% von citystromer. Darüber hast Du die Möglichkeit in den ersten Jahren zusätzlich zur normalen AfA eine Sonderabschreibung von bis zu insgesamt 20% der Kaufsumme vorzunehmen. Diese Sonder-AfA reduziert allerdings den anzusetzenden AfA-Betrag nach dem 5. Jahr (Ist das noch so?): Anlagenkosten netto 20.000, keine Sonderafa, Abschreibung über 20 Jahre linear, je 1.000 Euro pro Jahr. 20 x 1k€ = 20k€ siehe auch hier oder hier die Rechner...


    Für das Nachfolgende rechne ich mit einem Volljahr, meistens ist die AfA anteilig über die Anzahl der Monate zu bilden.

    20k€ Kaufpreis, Jahr 1: 10% Sonder-afa 2k€ plus normale Afa 1k€ macht zusammen 3.000 Euro Abschreibung.

    Das geht für das 2. bis 5. Jahr analog. Am Ende des 5. Jahres wird der Buchwert neu gebildet für ab dem 6. Jahr: 20k€ - 7k€ AfA ((2+1)+1+1+1+1) in 5 Jahren = Restwert PV 13.000,-


    Bei Sonderabschreibung und einer Nutzungsdauer von mehr als 5 Jahren, muss die Abscheibung für die Restjahre neu berechnet werden. Und zwar indem der Rest-Buchwert (zum Ende des 5. Jahres) durch die Rest-Nutzungsdauer der PV von dann weiteren 15 Jahren geteilt wird: ergibt Restbuchwert am Ende des 5. Jahres EUR 13.000 geteilt durch 15 Restjahre = EUR 866,67 Afa pro Jahr ab dem 6. Jahr. - Hoffe das stimmt so noch. Meine Sonder-AbsetzungFürAbnutzung sind schon was länger her. Vielleicht haben sich die Gesetzte geändert.

  • Bei einem "Kaufpreis" von 18k€ wird das Finanzamt sicher auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen.

    PV Anlage(n): 2x 9,9kWp und ein Energievernichter mit 7,6kWh von BYD

  • Ich wärme das Thema nochmal auf, weil es jetzt recht konkret wird.


    "Bei einem "Kaufpreis" von 18k€ wird das Finanzamt sicher auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellen."

    Ich weiß nicht genau, wie ich diese Aussage verstehen muss. Wir haben die Anlage nicht neu gekauft, sondern ein Haus gekauft mit bereits bestehender Anlage. Die PV ist im Kaufvertrag mit 18.000€ aufgeführt. Sie war erst 1 Jahr alt, die Originalrechnung vom Monteur habe ich, die war deutlich über 20k ich weiß nicht mehr genau, und müsste die Rechnung erst suchen.

    Was bedeutet "das Finanzamt wird nach der Wirtschaftlichkeit fragen"?

  • Rechne einmal anhand des Kaufpreises (also Dein Kaufpreis) nach, ob die Anlage über die Zeit von dann wahrscheinlich noch 20 Jahren (evtl 19) Gewinn abwirft. Genau das wird nämlich die Aufstellung sein, die das Finazamt führer oder später auch sehen will.

    Tipp: Unter dem Strich sollte ein (kleiner) Gewinn bleiben.


    Ergibt sich insgesamt ein Verlust wird das Finanzamt vermutlich von einem Hobby ausgehen und die Absetzbarkeit der Anlage verweigern. Du musst mal schauen, ob die Anlage mit dem Speicher zusammen gebaut wurde und ob die Anlage mit dem Speicher noch einen Ertrag erwirtschaftet. Dann versuchen die Anlage als GANZES abzusetzen, ist sie mit Speicher defizitär dann ohne Speicher.



    Oder eventuell einen Steuerberater fragen.

    PV Anlage(n): 2x 9,9kWp und ein Energievernichter mit 7,6kWh von BYD

  • Ich habe angefangen, den Antrag auf Elterngeld auszufüllen. Hat das jemand schon mal gemacht in letzter Zeit?

    Es gibt da einen eigenen Unterpunkt für Photovoltaik. 2 Fragen werden gestellt.

    Anzahl der für die PV aufgewendeten Wochenstunden: Für mich ist da ja fast keine Arbeit mit Verbunden. Soll ich die 10 min, die ich für die UVA brauche durch die Tage im Monat teilen oder was? Ansonsten trage ich da 0 Stunden ein.


    Und dann wird da gefragt: Vorraussichtlicher Gesamtbetrag der Einkünfte (steuerrechtlicher Gewinn) aus Photovoltaik im Bemessungszeitraum. Wenn ich bei nem Kaufpreis von 18k mal nur mit der 5% Standard-Abschreibung rechne sind das 900 € im Jahr, die ich doch als Ausgaben rechnen kann, oder? Die Abschlagszahlungen vom Netzbetriebre belaufen sich im MOment auf 44€ im Monat, das sind dann 528€ EInnahmen. Dazu kommt der eigenverbrauchte Strom.

    Ich kann das noch nicht so genau abschätzen. Wir haben das ja erst zum 1.11.2019 gekauft. Keine Ahnung wie viel wir über´s ganze Jahr selbst verbrauchen und ob die Abschlagszahlungen so hinkommen.

    Ich bin dennoch versucht, beim Gewinn 0 € einzutragen. Wie seht ihr das?

  • Ich werde das definitv auch mit Steuerberater besprechen, aber wahrscheinlich nicht jetzt sofort. Bis dahin muss ich ein paar Dinge selbst erledigen, z.B. diese Anträge.

    Es wird auch die Einkommenssteuererklärung vom letzten Jahr gefordert. Die hab ich noch nicht gemacht, wollte ich mit Steuerberater erledigen wahrscheinlich, die ist auch aus anderen Gründen recht umfangreich. Altrernative hierzu ist eine EInnahmenüberschussrechnung. Gibt es da nen Leitfaden, wie man die selbst macht? Ich weiß auch nicht so recht, wie man die nur für den Bemessungszeitraum macht. SInd ja immer die 12 Monate vor Geburt und nicht ein Kalenderjahr, wenn ich richtig informiert bin.

  • Für die EÜR ist der selbstverbrauchte Strom wie der eingespeiste Strom zu werten.


    Bei einer Produktion von 7.700kWh und 10ct/kWh also Einnahmen von 770€ im Jahr.


    Ausgaben sind die hauptsächlich die Abschreibung (Kaufpreis / 20 Jahre) also 18.000/20 sind 900€ im Jahr.


    Das macht einen Verlust je Jahr von 130€ im Jahr mit keiner Aussicht auf Besserung über 20 Jahre. Das FA wird vermutlich wegen fehlender Gewinnabsichten dir die Anerkennung verweigern. Das wäre vermutlich auch gut für die Elterngeldberechnung. ;) Die EÜR kannst du dir dann in Zukunft sparen aber nicht unbedingt die USt-Erklärung.


    Häufig wird der Speicher nicht anerkannt da als Privat gewertet.

    Dann wäre die Rechnung für die Ausgaben evtl. so 10.000/20 sind 500€ im Jahr.


    Das macht dann einen Gewinn von 270€ pro Jahr.


    Wenn auf deiner Rechnung nicht gesplittet wird zwischen PV und Speicher sind die Chancen gegeben das es nach der ersten Vorrechnerei läuft. :)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)