PV Planung EFH - blutiger Anfänger

  • Hallo liebes Forum,


    ich bin neu hier und hoffe, dass Ihr mir ein wenig bei der Planung meiner Anlage weiterhelfen könnt. Ich plane einen RFH Neubau in Schleswig-Holstein, Kreis Rendsburg-Eckernförde (PLZ 2418*). Baubeginn ist in den kommenden Wochen. Wir bauen ein Haus, welches den KFW55 Standard entspricht. Da wir technik-seitig eine Gastherme und eine Lüftungsanlage mit WRG planen, müssen wir eine PV-Anlage installieren, die mindestens 10m² und 1,4 Spitzenleistung Ppk [kW] aufweist (gem. Wärmeschutznachweis). Ich hatte geplant mit einem guten Freund meines Vaters die Anlage zu planen. Dieser ist nun jedoch plötzlich verstorben und nun finde ich kurzfristig keinen Solarteur, der mit mir in die Planung einsteigen will. Nun hoffe ich, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.


    Ich habe die wichtigsten Angaben zusammengefasst (wenn noch etwas fehlt, reiche ich das natürlich sofort nach):

    - Dachform ist ein Zeltdach

    - Dachneigung 22 Grad

    - Außenmaße des Hauses sind 10,16m x 10,16m

    - Bei der Dachausrichtung ist es denkbar die Süd- und Westseite zu bebauen

    - Verschattung nur gering durch den Schornstein (Lage siehe Grundriss OG); sonst keine externe Verschattung

    - Wir haben auch ein Zwischendach geplant in Westseite, das wir ggf. auch bebauen könnten (eigentlich nicht geplant)

    - Bewohnen werden das Haus vorerst 2 Personen (Vollzeit berufstätig); geplant sind 2 Kinder in den nächsten Jahren

    - Technik - Gastherme und zentrale Lüftungsanlage mit WRG

    - Geträumt wird zudem von einem e-Auto in den nächsten 3-5 Jahren, mit dem dann 4 Tage/Woche zur Arbeit gependelt wird (60/ 120km)

    - Gerne würde ich die Anlage selbst auf dem Dach installieren, da mein Bruder auch gelernter Elektriker ist


    Im Anhang findet Ihr einen Schnitt des Hauses, einen Lageplan sowie einen Grundriss.


    Nun Frage ich mich, welche Größe Dimensionen bei der Anlage sinnig sind? Macht ein Speicher bei meiner Planung Sinn? Vielleicht hat zudem jemand einen Tipp für einen Solarteur in SH oder sollte man die Teile selbst beziehen?


    Vielen vielen Dank für Eure Unterstützung im Voraus! :danke:


    Beste Grüße

    Dschan

  • Willkommen im PV Forum!


    Gasbüchse im Neubau würde ich mal als ersten groben Fehler ansehen.

    Zeltdach ist der nächste, aber nicht mehr zu ändern.

    Gasbüchse vermeiden und mit WP planen ... wie groß ist das Grundstück für Ringgrabenkollektor ... ansonsten einfach die LWWP nehmen, kein Gasanschluss, keine Thermenwartung, keine Schornikosten, keine GG für Gaszähler.

    Welche Heizlast wurde ermittelt ... könnt ihr noch auf KfW40 kommen?


    Du solltest ins Forum Haustechnikdialog abbiegen:!:


    Bei DN22 alle 4 Dächer voll machen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Ohje, ja, der geschätzte Vorredner bringt es auf den Punkt.

    Du baust einen neuen Altbau, der im Unterhalt viel teurer wird als nötig! Wenn du am planen bist geh ein paar Schritte zurück, lies die FAQ in meinem Benutzerprofil und auch die Hausbautipps drin.

    Deine Dachform hat fast nur Nachteile und ist teurer.

    Dein Heizkonzept ist überholt - würde ich nicht machen wenn dir o.g. Alternativen da sind!


    Ist die Region was für JschulzeP ? Oder wer ist in Norden?

  • Zuallererst vielen Dank für die Antworten.


    Da die Baugenehmigung bereits erteilt ist inkl. des Wärmeschutznachweises für KFW55 (inkl. der Finanzierung/ Förderung) kann leider an der Technik sowie dem Grundriss (Dach usw.) nichts mehr gedreht werden. Auch da der Bauvertrag bereits unterschrieben ist.


    Ich muss jetzt mit den Gegebenheiten das beste herausholen.

  • Unterschrieben ist das eine, und nachträgliche Änderungen immer teuer.

    Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

    Zumindest den Gasanschluss würde ich aus dem Haus verbannen.

    Ich habe wegen der PV auch noch nach Auftragserteilung von Ziegel auf Dachsteine gewechselt.

    Gut, das ist ein Witz gegenüber deinen Änderungen.

    Ich begreife es wirklich nicht wie man eine Investition tätigen kann an der man die nächsten 25 bis 30 Jahre (das ist "lebenslänglich") zu knabbern hat und sich vorher dazu weniger Gedanken macht als bei einem Handy Kauf.

  • Jetzt macht doch mal halblang.


    Ja, ein Walm/Zeltdach ist etwas teurer, aber beim Haus gehts nicht nur um Funktion, sondern auch um Optik.

    Und wenns gefällt und so gewollt ist..


    Ein Satteldach auf einem quadatischen Haus schaut nämlich auch bescheiden aus (!) Pultdach erst recht.


    Auf dein Walmdach solltest du bei Haus ca. 10x10m knapp 10kWp drauf bekommen, wenn du Süd und West belegst.

    Da sind vielleicht auch 1000kWh/kWp drin.


    Aber überleg dir wirklich nochmal ganz genau, ob du wirklich Gas haben willst... Für effiziente WP gibts aktuell 35% Zuschuss von der BaFa (für die gesamte Heizungsanlage incl. FBH!!!).

    Und it PV lassen sich tolle Synergien heben.

    11/2019: 15x Sharp NU-AK310 A:15°/DN:22° / 15x Sharp NU-AK310 A:105°/DN:22° / Fronius Symo 7.0-3-m (9,3kWp)

  • Danke für die Hinweise mit der Wärmepumpe. Ich werde die Möglichkeit mit meinem Heizungs- und Sanitäransprechpartner besprechen.


    Ich nehme also schon einmal mit: Die Dachflächen Süd und West komplett vollmachen.

  • Nein, das hat dir hier niemand geraten. Bei 22° DN sind alle vier Seiten zumindest mal zu prüfen mit PVGIS. Wahrscheinlich solltest du die alle belegen.

    Ich teile die Kritik am PV-ungeeigneten Dach, aber das ist halt Geschmackssache. Viel schlimmer ist dein Plan mit der Gastherme! Du zementierst damit über Jahrzehnte die Verbrennung von fossilen Energieträgern inklusive der vorprogrammierten Preissteigerung für CO2-Emissionen. Und das in SH, wo es so viel Strom im Überfluss gibt, dass er abgeregelt werden muss. Du musst das auf WP umplanen, das ist noch viel wichtiger als PV!

  • Nein, das hat dir hier niemand geraten. Bei 22° DN sind alle vier Seiten zumindest mal zu prüfen mit PVGIS. Wahrscheinlich solltest du die alle belegen.

    Naja, irgendwie ich schon.

    Man kann das sicher prüfen, und man kann sich dann auch vom Solarteuer die eine und die andere Variante anbieten lassen.


    Konkret bei mir lag aber z.B. der Preis für 4 Flächen bei ca. 190% von 2 Flächen. Und da hat der geringfügig geringe Preis pro kWp die durch erhebliche "Wenigererzeugung" nicht wett gemacht.


    Aber vielleicht ist das beim TE anders. Beide Varianten rechnen!

    11/2019: 15x Sharp NU-AK310 A:15°/DN:22° / 15x Sharp NU-AK310 A:105°/DN:22° / Fronius Symo 7.0-3-m (9,3kWp)

  • Im Neubau bei unsäglichem Zeltdach nur zwei Seiten belegen wäre sehr traurig.