~200kWp Anlage trotz erforderlichem Trafo wirtschaftlich?

  • Große PV sollte man aus der Hüfte geschossen auch in AT unter 1000,- netto pro KWp hin bekommen.

    Vielleicht auch mal bei Solarteuren im Forum nach Erfahrungswerten fragen ... Angebot in AT einholen .... Du brauchst vor allem Leute, die sich mit sowas auskennen, um nicht Schiffbruch zu erleiden.

    Ich habe ja nicht weit nach Bayern. Werde daher auch dort mal anfragen. Dort gibts auch mehr Erfahrung mit Anlagen in dieser Größe. 1000€/kWp wäre mir ehrlich gesagt zu teuer. Die Materialkosten für alles bis inkl. Wechselrichter werden zirka 500€/kWp betragen. Für Planung und Montage sollten auch nicht mehr als 200€/kWp fällig werden.

  • Lass dir doch Mal ein Angebot vom VNB machen, dann weißt du auch was alles benötigt wird. Eine unbekannte ist noch die Schaltanlage inkl. Netzschutz, dort gibt es von ...bis... . Der VNB sollte ja am besten wissen was er gerne eingebaut hätte.

    9,9kWp <> 33x Aleo S79 300W <> Fronius Symo 10.0-3-M <> 70% weich <> 25°W DN45° <> IB 12.04.18 <> PLZ 26xxx

    2018: 861 kWh/kWp

    2019: 975 kWh/kWp

  • Ich weiß zwar nicht, wie hoch eure Mittelspannung in Aut ist, bei uns im Unternehmen haben wir 30kV.

    Das ist auch hier in D nicht der Standard für Betriebsinterne MS.

    Einer unser Prüfstandstrafos 30kV / 500V ist ein trockener Trafo (Gießharztransformator)

    - die sind günstiger, brummen dafür hörbar.

    Wir beziehen die Dinger aus Italien, ebenso wie der letzte - 30kV / 690V - 1,5MVA allerdings als Ölbad-Trafo,

    da sich in der Nähe Büroräume befinden. Diese sind deutlich leiser.


    Die zugehörige Mittelspannungsschaltanlage wird auch, mindestens ebenso teuer wie der Trafo.
    Ein großer Kostentreiber wird der Kupferpreis werden.

    Sollte die Entscheidung zum Bau fallen, auf jedenfall die Tagespreise verfolgen.


    In die Erde soltest du auf jeden Fall mehrere HT-Rohre legen

    Bei entsprechender Auslegung der Niederspannungsverteilung, könntest du dir Reserven für später lassen - leere Rohre und freie Abgänge in der Verteilung. Dann musst du jetzt nur die Leitungen kaufen, die für das Projekt nötig sind. Später ziehst du einfach fehlende Querschnitte nach. ZuSEIL nicht vergessen mit rein zu werfen und viel "Melkfett" breit halten ;-)

    Ich würde mich nicht als Profi betiteln und möchte auch nur ein Tipps geben. Ich hatte beruflich schon ein paar Berührungspunkte mit dem Bau von Trafostationen. Wir haben ca. 13 Stk. im Unternehmen.


    Unverbindlich Grüße

    Hotte

    P.s. ich würde den Trafo in deine Nähe stellen, wenn du ihn schon bezahlen musst und dann nur die Mittelspannung auf die Entfernung verlegen - wenn das Erlaubt ist, sparst du dir jede Menge Kupfer.

  • Die große Frage ist allerdings für mich, mit welchen Kosten ich für die Trafostation und die Verkabelung zur 600m entfernten (30kV) Mittelspannungsleitung rechnen muss.


    Eine TrSt der 400kVA Klasse duerfte sich mit Trafo, MS-Schaltanlage und NS Schaltfeld, Erdarbeiten um die 45000 Euro/ netto bewegen.


    Was benötigt so eine Trafostation neben Wandlermessung und Transformator noch?

    Trafo, MS-Schaltanlage und NS Schaltfeld, Erdarbeiten, Erdung. Messung MS oder NS seitig.

    Kommen gebrauchte Transformatoren in Frage?

    Ja. Muss man aber bekommen, und guenstig sind die auch nicht unbedingt.

    ich würde den Trafo in deine Nähe stellen, wenn du ihn schon bezahlen musst und dann nur die Mittelspannung auf die Entfernung verlegen - wenn das Erlaubt ist, sparst du dir jede Menge Kupfer.

    Und wer bezahlt dann die (MS)-Verluste, wo wird gemessen?

    Cordialement!

  • ich würde den Trafo in deine Nähe stellen, wenn du ihn schon bezahlen musst und dann nur die Mittelspannung auf die Entfernung verlegen - wenn das Erlaubt ist, sparst du dir jede Menge Kupfer.

    Und wer bezahlt dann die (MS)-Verluste, wo wird gemessen?

    Ich vermute mal am Netzanschlusspunkt? :/

    Wer auch immer diese bezahlt, kann sich darüber freuen, dass die Verluste bei der höheren Spannung geringer sind.

  • Hotte84: Wir haben 30kV Mittelspannung, zwar nicht generell in AT, aber die bei mir ist eine. Ist Kupfer-Trafo noch immer der Standard? Ich dachte die werden mittlerweile schon von Aluminium Trafos abgelöst.

    Du meinst ich sollte die Kabel alle in HT-Rohre legen? Ist das nicht wieder unnötig teuer? Was spricht gegen eine direkte Verlegung in der Erde? Oder meinst du nur direkt beim Trafo um später noch was einzuziehen?

    Kannst du eine Größenordnung für Trafo+Mittelspannungsschaltanlage nennen?


    karo1170 Danke, das ist mal eine Ansage! Sind signifikante Preisunterschiede zwischen 250 und 400kVA? Ob Niederspannungsseitig oder Mittelspannungsseitig gemessen wird weiß ich jetzt nicht. Muss ich erst beim VNB anfragen. Ich vermute aber mal dass die MS Messung deutlich teurer kommen wird. Oder täusche ich mich da?

  • Dazu kann ich dir leider nichts sagen. Bei Alu wird mehr Material benötigt, was sich negativ auf die Baugröße auswirkt.

    Was ich dir aber sagen kann ist, dass unsere Ölbad-Trafos 30kv / 690V 1,2 MVA und 30kV / 500V 1,5 MVA, jeweils um die 100k gekostet haben. Die Trafostation dazu inkl. Anschluss, Doku, IBN - und dir fehlen nicht mehr viel an der halben Mille.

    Unser Gießharztrafo war auch schon 2x zur Reparatur, in den 10? Betriebsjahren ?

    In Punkto Ausfallsicherheit scheint das keine Alternative zu sein. Bei uns ist daran nur ein 500V Gleichrichter mit einem Gleichströmer angeschlossen - fällt der aus, können wir auf einen zweiten Prüfstand, der über einen anderen Trafo läuft, ausweichen.

    Im Fall von PV müsste man diese Ausfallzeiten aber mit nem Ersatztrafo überbrücken, da eine Rep. schon mal 2 Monate dauern kann.


    Du benötigst auf jedenFall jemanden, der sowas schon öfter ausgelegt/ berechnet hat.
    Nachdem die Leistungsberechnung fertig ist, kann man die Bauteile dimensionieren und bekommt nen groben Preis.


    Bei Bedarf könnte ich dir ein oder zwei Spezialisten aus Deutschland nennen.

  • Wir haben 30kV Mittelspannung, zwar nicht generell in AT, aber die bei mir ist eine. Ist Kupfer-Trafo noch immer der Standard?

    Ja.

    Du meinst ich sollte die Kabel alle in HT-Rohre legen?

    HT Rohre haben im Erdreich nichts verloren.

    Sind signifikante Preisunterschiede zwischen 250 und 400kVA?

    Ja, Nicht nur Anschaffung, Baugroesse, Platzbedarf, Leerlaufverluste usw. sind auch zu beachten.

    Ich vermute aber mal dass die MS Messung deutlich teurer kommen wird. Oder täusche ich mich da?

    MS-Schaltanlage mit Messung ist auch nicht wesentlich aufwendiger als eine NS-Wandlermessung . Vermutlich wird dein EVU auf MS-Messung am Netzanschlusspunkt bestehen, der Wunsch deine Leitungs-/Trafoverluste mitzubezahlen, duerfte nicht besonders ausgepraegt sein.

    Cordialement!

  • Alternativ können pauschal Trafoverluste aufgeschlagen werden.


    Hausanschluss limitiert nicht sondern das Kabel in der Straße?