~200kWp Anlage trotz erforderlichem Trafo wirtschaftlich?

  • Hallo zusammen!

    Ich plane 2021 eine PV Anlage auf einer neu gebauten Halle meiner Landwirtschaft in Oberösterreich zu errichten. Über den bestehenen Hausanschluss kann ich leider laut Netzbetreiber nur mehr 10kW einspeisen.

    Ich würde allerdings gerne das ganze Dach belegen, da ich laut meinen Berechnungen durchaus einiges damit verdienen könnte. Die große Frage ist allerdings für mich, mit welchen Kosten ich für die Trafostation und die Verkabelung zur 600m entfernten (30kV) Mittelspannungsleitung rechnen muss.

    Was benötigt so eine Trafostation neben Wandlermessung und Transformator noch? Kommen gebrauchte Transformatoren in Frage?

    Ich habe von Preisen zwischen 20.000 - 100.000 für die Trafostation gelesen. Daher bin ich mir jetzt unsicher, da bei 100.000€ nur für die Trafostation das ganze Projekt nicht mehr wirtschaftlich wäre.


    Auf dem Dach der neu gebauten Halle hätten zirka 200kWp Platz (Ost-West Ausrichtung, 18° Dachneigung, laut PVgis ~1000kWh/kWp Ertrag). Auf anderen Gebäuden nochmal etwa 100 kWp. Allerdings müsste ich da teilweise die Dächer sanieren.

  • Kann zu AT wenig sagen. Paar Gedanken: Anlage simulieren und schauen was der Trafo leisten muss. Wie lange halten Trafos? Hätte er Kapazitäten für Repowering oder spielt das keine Rolle (vgl. Haltbarkeit)? Hätten Nachbarn Interesse den Trafo auch zu nutzen? Gibt es günstigere Lösungen, zB mehr Kabel und dafür einen bestehenden Trafo nutzen? Gibt es Industrie in der Nähe deren Trafo genutzt werden kann? Ich weiß, lange Leitung ist oft mehr Hindernis als eigener Trafo.

    Wessen Flächen sind auf dem Weg zur Mittelspannung? Kannst du selbst Leitungen bzw. Graben herstellen?

    flosky ist aus AT.

  • Danke erstmal für die Anregungen.


    Die Mittelspannungsleitung und auch der bestehende Trafo (an dem ich jetzt angeschlossen bin) sind zirka 600m weg. Es wäre alles auf meinem eigenen Grund.

    Eventuell könnte den Trafo auch mein Nachbar mitbenutzen. Der ist allerdings wieder 200m weg. Müsste ich nachfragen ob da Interesse besteht.

    Ich werde einmal beim VNB anfragen ob er einen Ausbau seines Trafos in Betracht zieht. Soweit ich das aber mal berechnet habe, bräuchte ich vier Kabel mit 500mm² Querschnitt um den Strom die 600m mit 400V zu transportieren.

    Das geht also auch schon ordentlich ins Geld und für die Zukunft könnte ich nicht mehr weiter ausbauen.

    Die Leitungen könnte ich selbst vergraben. Wissen Sie mit welchen Materialkosten ich da rechnen muss für ein 3x50mm² 30kV Kabel?

  • Bis jetzt ist eine dünne Leitung zwischen Haus und 30kV-Trafo gelegt die nur 10 kW aufnehmen kann? Ist das besserer Klingeldraht, hat sich der VNB da vertan oder läuft schon eine größere Anlage darauf?

    Kann der Trafo verlegt werden oder gehen von dort Leitungen in andere Richtungen?

    wjr hat ein ähnliches Szenario - vlt. sind seine Beiträge interessant. Schrankwand, Kartoffellager als Suchbegriffe fallen mir zu ihm ein. Er hat mehrere "dünne" Kabel parallel geschaltet. Reduziert Leitungverlust, das dünnste Kabel bestimmt aber die Sicherung.

    Mit Kosten kenne ich mich nicht aus. Großzügige Rohre verwenden zB Kabuflex oder KG-Rohr statt die Kabel zu begraben.

    Welche Region in AT? Vlt. hat jemand eine Empfehlung= (Da von mir hier nicht mehr viel kommt schonmal gutes Gelingen!)

  • Das ganze steht und fällt doch mit der Vergütung für Einspeisung.

    Bisher habe ich da aus AT nix gutes gehört und die Preise für PV liegen auch eher über dem Preisniveau von DE.

    Mit Trafostation neu ... das wird eng.


    Gibt es Ausschreibungen in AT, jetzt wo die grünen PV vorran treiben wollen?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Bis jetzt ist eine dünne Leitung zwischen Haus und 30kV-Trafo gelegt die nur 10 kW aufnehmen kann? Ist das besserer Klingeldraht, hat sich der VNB da vertan oder läuft schon eine größere Anlage darauf?

    Kann der Trafo verlegt werden oder gehen von dort Leitungen in andere Richtungen?

    wjr hat ein ähnliches Szenario - vlt. sind seine Beiträge interessant. Schrankwand, Kartoffellager als Suchbegriffe fallen mir zu ihm ein. Er hat mehrere "dünne" Kabel parallel geschaltet. Reduziert Leitungverlust, das dünnste Kabel bestimmt aber die Sicherung.

    Mit Kosten kenne ich mich nicht aus. Großzügige Rohre verwenden zB Kabuflex oder KG-Rohr statt die Kabel zu begraben.

    Welche Region in AT? Vlt. hat jemand eine Empfehlung= (Da von mir hier nicht mehr viel kommt schonmal gutes Gelingen!)

    Es hängt schon eine 20kWp Anlage die 2011 errichtet worden ist drauf und mein Nachbar hat eine 25kWp Anlage die drauf hängt. 10kWp wären jetzt von mir noch möglich.

    Vom bestehenden Trafo gehen Leitungen in drei Richtungen. Daher ist eine Verlegung nicht möglich.

    Region ist Innviertel in OÖ.

  • Das ganze steht und fällt doch mit der Vergütung für Einspeisung.

    Bisher habe ich da aus AT nix gutes gehört und die Preise für PV liegen auch eher über dem Preisniveau von DE.

    Mit Trafostation neu ... das wird eng.


    Gibt es Ausschreibungen in AT, jetzt wo die grünen PV vorran treiben wollen?

    Aktuell bekommt man 250€ pro kWp Investitionsförderung und eine Einspeisevergütung von 7,8cent/kWh.

    Ich finde dieses Modell eigentlich gar nicht so schlecht wie manche oft sagen. Im Gegensatz zu Deutschland kommen mir die Regulierungen deutlich einfacher vor. Eigenverbrauch ist in unbegrenzter Höhe von jeglichen Steuern und Abgaben befreit und es gibt auch diese 70% Regelung nicht.


    Laut neuer ÖVP-Grünen Bundesregierung will man die installierte PV Leistung in den nächsten 10 Jahren von 1,4GWp auf zirka 14GWp ausbauen. Die Einspeisevergütung soll dann von 13 auf 20 Jahre verlängert werden. Die Kombination aus Investitionsförderung und Einspeisevergütung will man beibehalten. Genaue Zahlen zu neuen Einspeisevergütungen weiß man noch nicht, aber um das Ziel zu erreichen muss diese eher höher werden.

    Darum plane ich ja auch erst mit einer Installation im nächsten Jahr, ich möchte mich aber bald genug vorbereiten, dass sobald die neuen Fördersätze bekannt sind, der Antrag gestellt werden kann.

  • Wenn Du die 7,8 Cent pro KWh für 20 Jahre und die 250,- pro KWp bekommst, dann kann das funktionieren.

    Gibt es sowas wie eine "Einspeisezusage" bei euch in AT.

    Also Stromlieferant oder Netzbetreiber "was darf ich max. wo einspeisen" und der antwortet einem dann verbindlich?
    Das bräuchtest Du im ersten Schritt.

    Danach wird auch fest stehen, welcher Trafo wo hin muss ... bzw. Du fragst auch das den Netzbetreiber.


    Dann Angebote für Trafo besorgen ... nachdem was ich am Rande mal mitbekomme sind die nicht sooo teuer ... Problem ist aber die Lieferzeit ... kann schon mal etwas dauern. Also zuerst Trafo planen, vom Stromnetzbetreiber prüfen und absegnen lassen und den dann schon mal hin stellen.


    Aber ganz vorne steht die Vergütung, das muss klar sein, denn nur mit 13 Jahren wird es eng und wenn die 250,- auch noch weg fallen, dann klappt das nicht mehr.


    Große PV sollte man aus der Hüfte geschossen auch in AT unter 1000,- netto pro KWp hin bekommen.

    Vielleicht auch mal bei Solarteuren im Forum nach Erfahrungswerten fragen ... Angebot in AT einholen .... Du brauchst vor allem Leute, die sich mit sowas auskennen, um nicht Schiffbruch zu erleiden.


    Es geht darum, was in welcher Reihenfolge zu machen ist ... das kann vom Vorgehen in DE abweichen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Bitte keine unnötigen Vollzitate!


    In dieser Größenordnug gleich die steuerliche Seite betrachten: Abschreibungen, ggf. Sonder-Afa, Rückstellungen. Stichwort "Steuergestaltung".

    Die Grundsätze des EEG haben sich bewährt - leider hat die größte Orgel des Landes übersehen, dass 20 Jahre schnell um sind und dann das dumme wilde Abreißen guter, funktionierender Anlagen losgeht... Hoffentlich machen sie das bei euch besser.


    In der Nachbarschaft fragen wer deren große Anlagen gebaut hat?

  • Ja, mit dem Verteilnetzbetreiber wird ein sogenannter Netzzugangsvertrag geschlossen. Der ist nach Abschluss dann auch verbindlich. Bevor ich aber überhaupt anfrage (ist ja auch mit einem gewissen Aufwand verbunden) habe ich mir hier noch ein paar Erfahrungsberichte zu den Kosten der Mittelspannungseinspeisung erhofft. Denn wenn das deutlich mehr als 50.000 kostet rechnet es sich nicht und ich lasse es bleiben.



    Nach Ablauf der Einspeisevergütung gibts in AT auch nur mehr den Markpreis, der allerdings etwas höher ist als in Deutschland.