Satteldach vs Walmdach (Fläche, Eigenverbrauch, Verschnitt beim Walmdach)

  • Hi,


    ich bin durch ein anderes Forum auf dieses Experten-Forum für Photovoltaik aufmerksam geworden. Wir werden nächstes Jahr ein EFH mit etwa 180-200 qm bauen.

    Dafür haben wir uns für ein schlichtes Satteldach-Haus mit etwa 14x10 m Außenabmessungen entschieden (BaWü). Das Haus wollten wir demnach 100% nach Süden ausrichten.


    Jetzt ist mir allerdings gekommen, dass bei einem Süddach mit PV der Eigenverbrauch (aufgrund von Arbeit während des Tages usw.) eher geringer ausfallen wird, als bei einem Walmdach, wo dann auf der Westseite auch noch PV installiert ist.


    Dafür ist natürlich das Süddach effektiver. Von der Optik finden wir sowohl das Satteldach als auch das Walmdach schön. Einzig und allein aus Kostengründen hätten wir uns nach derzeitigem Stand für das Satteldach entschieden. Oder nun doch ein Walmdach, weil man dann dort die West-PV-Seite abends noch gut durch den Eigenverbrauch nutzen kann?


    Ein Walmdach sollte mehr Dachfläche insgesamt haben, doch das Problem kommt dort mit dem Verschnitt an den schrägen Kanten (aufgrund der Trapezform). Beim viereckigen Satteldach kann ich ohne Verschnitt die komplette Fläche ausnutzen.


    Gibt es irgendwelche Rechner, die meine Frage (Satteldach mit kompletter Südausrichtung und eher weniger Eigenverbrauch, weil mittags in der Regel niemand daheim ist oder Walmdach mit Süd + Ost und West und etwas höherem Eigenverbrauch in der Früh und Abends) gegenrechnen kann? :/


    Im Voraus vielen Dank für eure Anregungen und Tipps :)

    Viele Grüße

  • Dafür brauchst du keinen Rechner. Ein Walmdach hat nicht mehr/bessere PV-Fläche sondern weniger, schon von der Geometrie her, und erst recht vom Verschnitt an den schrägen Seiten. Außerdem ist der Ertrag eines Süddachs natürlich besser als der eines Westdaches, der abendliche / morgendliche Vorteil im Sommer für den Eigenverbrauch ist klein, im Winter, wo du jedes Watt brauchst, ist ein Süddach um bis zu 100% überlegen. Ein Ost/West-Dach ist rentabel zu bebauen und zu betreiben, aber man würde das nie freiwillig machen, wenn die Südoption besteht.


    Wenn Du es quantitativ berechnen willst, kannst du das mit PVSOL simulieren.


    Abgesehen davon hat ein Walmdach weitere Nachteile wie weniger gerade Wände und Fenster, mehr Dachfläche, höherer Preis, weniger Raum im Speicher. Bleib lieber bei deinem Satteldach, gute Entscheidung. Wenn du darfst, dann bau es möglichst flach. Ab 25 Grad kannst du auch gut die Nordseite belegen.

  • Okay vielen dank für die schnelle super Antwort :danke:


    Also doch eindeutig Süddach, okay. Wir dürften es auch relativ flach bauen, was wir auch begrüßen würden, weil wir 2-stöckig bauen wollen.


    Sprich von den optimalsten 30° Südausrichtung auf 25° runter gehen, weil sie dann auch die Nordseite rentieren würde (zumindest im Sommer denke ich jetzt mal)?? ;)

  • zumindest im Sommer denke ich jetzt mal

    Eine Anlage lohnt sich eben oder lohnt sich nicht. Du kannst sie ja nicht nur für ein halbes Jahr aufbauen. Gerade im Winter ist der Nordstrom wichtig, weil da jedes Watt für den Direktverbrauch benötigt wird. Im Sommer sind das sowieso Überschüsse, die verkauft werden.

  • Okay, gut zu wissen dass es schon so empfindliche Module gibt, die auch auf der Nordseite bei 25° was bringen. Und das sogar im Winter bei niedriger Sonne. Wusste ich auch nicht :thumbup:


    Ja Überschüsse und da hoffe ich dass die Einspeisevergütung endlich mal wieder hoch geht 8)

  • Auch Holzwege müssen ja zu Ende gegangen werden....


    Süddach macht den besten Ertrag ... und damit es noch besser wird flaches Satteldach mit DN10-DN25 bauen und auch Nord voll belegen. Die 30KWp dürfen das Ziel sein. Sofort bei der Hausfinanzierung ein separates Darlehen für die PV anfragen und abschließen ... knüpfe es als Bedingung an das Hausdarlehen. Laufzeit bei der PV gerne verkürzen auf z.B. 10 Jahre Zinsbeindung ... Sondertilgungen ermöglichen.


    Ertragsprognosen hier machen mit Climate Sahara Werten, 10% Verlust, für 1KWp und deinen Dachausrichtungen.


    https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/en/tools.html

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Gibt es nicht aktuell bei der KfW auch noch Kredite für PV? Aber die Bank wird wohl in Bedingung mit dem Haus das bessere Angebot machen können oder?

  • Beides anfragen ... KfW ist Arbeit, deswegen scheuen Banken das gerne.

    Daher der Rat, knüpfe den Erhalt eines guten PV Darlehens als Bedingung an das Hausdarlehen.


    http://www.interhyp.de ist auch einen Blick wert.


    Das Haus muss nicht die Hausbank finanzieren, die weiß eh, dass Du bei ihr vorbei kommst.

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  • Zum Thema Ost/West und Eigenverbrauch-Optimierung.


    Ich hab ein Walmdach (siehe Avatar), Süd und West gleich belegt siehe Signatur.


    So sieht ein guter Tag im Januar aus. Ich hätte lieber nur Süd. (grün West, violett Spd, blau gesamt)


    11/2019: 15x Sharp NU-AK310 A:15°/DN:22° / 15x Sharp NU-AK310 A:105°/DN:22° / Fronius Symo 7.0-3-m (9,3kWp)