Fragen zur steuerlichen Behandlung bei KUR und anteilige Zuordnung zum Betriebsvermögen

  • Hallo,


    wir haben letztes Jahr eine PV-Anlage gekauft und in Betrieb genommen.

    Da die Kosten der PV-Anlage nicht besonders hoch waren und der Aufwand mit dem FA aufwendiger ist, habe ich mich für die KUR entschieden.


    Die PV-Anlage wurde zu 70% dem Betriebsvermögen zugeordnet. (ob das so eine gute Idee war, weiß ich noch nicht. Änderung nicht mehr möglich)


    Nun zu meinen Fragen:


    1. Darf die Abschreibung der Anlage trotzdem zu 100% angegeben werden oder nur zu 70%?

    2. Bei meiner jährlichen Abrechnung muss ich die ersten 30% des Direktverbrauchs nicht versteuern, korrekt?

    3. Alles an Direktverbrauch über 30% muss mit unentgeltlicher Wertabgabe dementsprechend angegeben und versteuert werden?


    Danke im Voraus!

  • Xplosion

    Hat den Titel des Themas von „Fragen zur steuerlichen Behandlung bei KUR und anteiliges Betriebsvermögen“ zu „Fragen zur steuerlichen Behandlung bei KUR und anteilige Zuordnung zum Betriebsvermögen“ geändert.
  • Die Idee war nicht gut.

    Zu spät ist es wirklich erst wenn wenn die Einspruchsfrist gegen die Feststellung abgelaufen ist.

    Kein Problem ist es wenn du bisher falsche Angaben gegnüber dem VNB gemacht hast und das Finanzamt noch gar nicht involviert war.

    Anlagenstandort Köln. in allen Strings verteilt insgesamt 12x TIGO TS4-O mit Monitoring

    2018 31x 320W Q-Cells an Kostal Piko 8.3

    2019 30x 325W Q-Cells an Kostal Plenticore plus 7.0

    2019 2x 325W Q-Cells plus 1x 320W Q-Cells mit je einem Tigo direkt per DC am WW Boiler.



  • Die Idee war nicht gut.

    Zu spät ist es wirklich erst wenn wenn die Einspruchsfrist gegen die Feststellung abgelaufen ist.

    Kein Problem ist es wenn du bisher falsche Angaben gegnüber dem VNB gemacht hast und das Finanzamt noch gar nicht involviert war.

    Meine Frist ist leider MItte 2019 abgelaufen. Also schon viel zu spät.


    Kann mir trotzdem jemand meine Fragen beantworten? Da ich die Kleinunternehmerregelung gewählt habe, kann das mit den 70% doch nicht so kompliziert werden oder?

  • Sorry - ich ziehe meine Antwort zurück. Die Berechnung ist komplexer, als ich im ersten Moment gedacht habe...


    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Bei meiner jährlichen Abrechnung muss ich die ersten 30% des Direktverbrauchs nicht versteuern, korrekt?

    nicht 30% des Direktverbrauches, sondern 30% deiner Erzeugung können steuerfrei direkt verbraucht werden.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • So - ich probiere es nochmals


    1) Unstreitig: Die Anlage kann nur zum Prozentsatz der Zuordnung abgeschrieben werden.

    2) In der EÜR muss der Anteil des EV, der 30 % der Stromgesamterzeugung übersteigt, als Entnahme versteuert werden (Ansatzwert/kWh in der Regel: Vergütungssatz)


    Beispiel:

    10.000 kWh Gesamterzeugung; 5.000 kWh Eigenverbrauch, Zuordnung 70 %


    steuerfrei erlaubte Entnahme: 30 % von 10.000 kWh = 3.000 kWh

    als Entnahme zu erfassen: 5.000 kWh - 3.000 kWh = 2.000 kWh


    Ich hoffe, mich nicht wieder "verirrt" zu haben - bitte kritisch prüfen!


    mfg

    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Da die Kosten der PV-Anlage nicht besonders hoch waren und der Aufwand mit dem FA aufwendiger ist, habe ich mich für die KUR entschieden.

    Auch bei KUR muss eigentlich eine Jahres-USt-Erklärung abgegeben werden. ;)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

  • Auch bei KUR muss eigentlich eine Jahres-USt-Erklärung abgegeben werden. ;)

    stimmt. Es könnte ja sein das man die Freigrenze von 22.000€ Umsatz beim Stromverkauf übersteigt. ;)

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Es stimmt machtnix hat Recht es wird kaum einen gegeben der mit seiner PV auf dem Eigenheim die Umsatzgrenze übersteigt (bis 2019 waren es 17.500€). Die UST-Erklärung ist trotzdem abzugeben mit Angabe des Umsatzes und Kreuz das man die KUR haben will. Unterlagen über den Umsatz sind über die nächsten Jahre aufzubewahren auch wenn vermutlich nie ein FA fragt.


    Da kaum einer von uns Rechnungen schreibt spielt der Vorteil das man darauf keine UST ausweisen muss bei KUR keine Rolle.

    Die mtl. VA für Neugründer entfällt ab 2020, es muss nur noch pro Quartal gemacht werden. Bei KUR entfällt das.


    Der Hauptvorteil an der KUR ist, das man keine USt auf seinen EV bezahlen muss. Das rechnet sich aber in den meisten Fällen so das man erst nach 5 Jahren zur KUR wechselt dann darf man die UST-Erstattung aus dem Kauf behalten.


    Wenn da allerdings nur 100€ USt-Erstattung im Raum stehen würde auch ich gleich die KUR nehmen.


    Bei meiner Kleinanlage war die UST-Erstattung rund 1.000€ und jährlich muss ich ca. 50€ USt für meinen EV abdrücken.

    Es bleibt bei mir in 5 Jahren ca. 750€ übrig für vermutlich keine 20h Aufwand in dieser Zeit, den Löwenanteil davon im 1. Jahr.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp


  • Meine Anlage: 5kWp -> Kosten: 4600 Euro brutto


    1) Abschreibung beträgt dann 4600 Euro * 70% = 3220 Euro (über 20 Jahre -> IBN-Jahr anteilig)


    zu 2) Beispiel1: Zuordnung 70% Betrieb / 30% Privat -> EV = 30%


    Mein geschätzte Produktion bzw. Verbrauch:

    Gesamtproduktion: 5000kWh

    Einspeisung: 3500 kWh

    Eigenverbrauch: 1500 kWh


    Steuerfrei erlaubte Entnahme: -> 30% von 5000 kWh = 1500 kWh


    Ergebnis: keine weitere Entnahme zu erfassen



    zu 2) Beispiel2: Zuordnung 70% Betrieb / 30% Privat -> EV = 40%


    Gesamtproduktion: 5000kWh

    Einspeisung: 3000 kWh

    Eigenverbrauch: 2000 kWh


    Steuerfrei erlaubte Entnahme: -> 30% von 5000 kWh = 1500 kWh

    Als zusätzliche Entnahme zu erfassen: -> 2000kWh - 1500kWh = 500kWh

    Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe: 500kWh * 0,26 Euro/kWh (Preis bei Bezug von EVU) = 130 Euro


    Ergebnis: 130 Euro * 0,19 = 24,70 Euro (Abgabe an Finanzamt)



    zu 2) Beispiel3: Zuordnung 70% Betrieb / 30% Privat -> EV = 20%


    Gesamtproduktion: 5000kWh


    Einspeisung: 4000 kWh

    Eigenverbrauch: 1000 kWh


    Steuerfrei erlaubte Entnahme: -> 30% von 5000 kWh = 1500 kWh

    Keine zusätzliche Entnahme -> 1000kWh - 1500kWh = -500kWh


    Ergebnis: weitere 500kWh wären steuerfrei gewesen -> Geld verschenkt



    Sind meine Annahmen so korrekt?