Zubau einer ~39kWp Anlage zu bestehender 13kWp - Wandlermessung?

  • Burgenlaender:

    Die Aussage kommt vom VNB. Den Elektriker hab ich damit bisher noch nicht konfrontiert, sondern wollte erstmal schauen was das forum dazu sagt.

    Du meinst also man bräuchte einen komplett neuen zählerschrank auch ohne wandlermessung, da der jetzige zählerschrank trotz höherer Verdrahtung nicht ausreicht? Welche Szenarien stellst du dir denn vor, die mich dann unglücklich machen würden? Was kann da passieren?

    So wie du das schreibst, hört sich das für mich so an, als würde der vnb jetzt quasi ne „Ausnahme“ nach Ermessen erteilen, um selbst aus der Nummer rauszukommen, obwohl die Installierte Hardware nicht ausreicht. So wäre dann der vnb fein raus, und der Elektriker/wir müssen schauen wie wir jetzt ne „Ausnahme“ für 100A in n 63A-Zählerschrank unterbringen. Heißt am Ende braucht es doch nen neuen zählerschrank und wir tragen die Kosten?

  • Ich kenn die Anlage nicht im Detail, aber


    der Netzbetreiber ist nicht für deine Anlage verantwortlich, das ist dein Installateur.


    der Netzbetreiber hat hier getrieft und nun will er natürlich raus aus der Geschichte.


    Ich würde mir eine solch halbgare halbunzulässige Lösung nicht aufschwatzen lassen.


    Der Eli hat zuerst gepennt soll der den Schrank umbauen und ne Wandlerzählung rein bauen.


    alles in Allem sollten die Kosten für dich nur so hoch sein wie eine richtige Lösung von anfang an gekostet hätte, die brauchst du nämlich.


    Das kann dein Eli ausbaden, der ist der Installateur! der kann sich mit dem VNB die KOsten dann ja teilen.

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!


  • Das mit den max. 63A bei Zählerschränken halte ich für ein Gerücht. ;-)

    Bei Hager sind die Univers Z bis 355A Gesamtstrom zugelassen. (Es gibt Sammelschienen bis 250A und bis 355A)

    Bei den Zählerfeldern mit Zählerkreuz sind auch Ströme >63A zugelassen, wenn die Zählerverkabelung den entsprechenden Querschnitt aufweist.

    Früher haben wir genug PV-Anlagen unter 100A mit Direktmessung installiert, da von den VNB so vorgegeben.

    Erst über 100A war Wandler pflicht.

    Abgebrannt ist von den Anlagen bisher keine. ;-)


    Den Spaß mit Direktmessung nur bis 44A Dauersatrom haben wir erst seit der neuen VDE AR-N 4101.


    Wie gesagt, wenn der VNB der Meinung ist, Direktmessung ist OK, dann das bitte (rechtssicher) schriftlich geben lassen.

    Wenn das ganze ordentlich installiert wird, sehe ich aus technischen Gründen keine Bedenken, warum es Probleme geben sollte.

    Die Zähler selbst halten das aus.

    Die Verkabelung auch, wenn entsprechend ausgelegt.

    Hauptleiterklemmsteine ebenfalls

    etc.



    Falls Kleinwandlermessung:

    Kosten für Kleinwandlerschrank nur Material € 2500,- bis € 4000,-.

    Wenn zweimal benötigt, dann das doppelte.

    Hinzu kommt noch die Arbeitszeit. (Da im Gewerbe, wahrscheinlich Wochenendeinsatz.)

    Bei Wandlermessung werden keine SLS installiert. Hier kommen direkt NH-Sicherungen zum Einsatz.

    Anlagenhauptschalter kommt dann unmittelbar nach der Messung. (Ist i.d.R. BEstandteil des Wandlerfelds.)


    Bei Direktmessung müssen als SLS z.B. ABB S701 zusammen mit der Adapterplatte S700SA1 gesetzt werden.

    Die S701/703-Serie geht bis 100A. (Alles Schraubverbindungen, auch der Adapter zur Sammelschiene)

    Die "modernen" S750er, die direkt auf die Schienen aufgesteckt werden können, gehen nur bis 63A. (reiner Federkontakt)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Danke für eure Beiträge! Meinungsunterschiede können ja auch produktiv sein und zum Erkenntnisgewinn beitragen, zumindest auf der richtigen Plattform ;)

    Burgenlaender: ich zumindest kann den Ausführungen von Andre78 viel abgewinnen. hast du für deine These noch gute Gegenargumente? Ohne diese Gegenargumente werde ich unseren Solarteur sonst wahrscheinlich kaum überzeugen können, uns trotz Genehmigung zur Direktmessung auf seine Kosten ne Wandlermessung einzubauen.


    Was für ein Zählerschrank-Modell das genau ist, weiß ich nicht, aber sollte dem Standard aus dem Baujahr 1999/2000 entsprechen. Für die Ordnungsgemäße Installation müsste ich mich dann auf den Elektriker/Solarteur verlassen. Ich gehe davon aus, dass der Solarteurdas mit seinem Elektriker, der die Anlage angeschlossen hat, selbst erledigen will. Ansonsten hätte ich eben noch unseren Elektriker, der selbst beim Hausbau vor 20 Jahren dabei war und den Zählerschrank bestens kennen müsste. Dass der Solarteur sich aber an der Rechnung, die unser Elektriker dann stellen würde, beteiligen will, bezweifle ich. Mein Vertrauen in dessen Elektriker, der in Unkenntnis der VDE AR-N 4101, einfach ohne zu hinterfragen die Anlage angeschlossen hat, ist allerdings nicht gerade gewachsen.


    Die Genehmigung zur Direktmessung lass ich mir auf alle Fälle schriftlich geben. Absehen von der Arbeitszeit sollten sich die Materialkosten für den Umbau am Zählerschrank in Grenzen halten, sind nur dickere Kabel und 3Stück "ABB701 K80" + 3Stück "S700SA1" nötig? die Schalter+Adapterplatte ist ja für unter 250€ zu haben, neuer 100A 2RZ kommt vom VNB. Die 100A HAK-Sicherung wird dann auch vom VNB gesetzt, oder macht das der Elektriker?

  • nochmal es gibt eine VDE an die hat sich sowohl der Netzbetreiber Als auch der elektriker zu halten.


    du hast in dem Kasten eine zulässige Dauerlast von 44 Du willst 80 A da durch jagen, merkst du was?


    ich würde mir es nicht zurecht friemeln lassen. das ist Pfusch

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    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!


  • Eine Norm ist kein Gesetz.

    Auch wenn der VDE eniges an Gewicht hat.

    Man kann von der VDE abweichen, wenn man sicherstellen kann, daß es mind. genauso sicher ist.

    In den allgemeinen TAB 2019 des BDEW, welches die meisten VNB nutzen, gibt es folgenden Passus:


    Zitat von BDEW TAB 2019

    13.8 Direktmessungen > 63 A

    Direktmessungen über 63 A sind grundsätzlich mit dem jeweiligen Netzbetreiber abzustimmen. Für Direktmessungen bis 100 A ist eine Schrankinnenverdrahtung mit einem Aderquer-schnitt von 16 oder 25 mm² Cu feindrähtig und mit 25 mm langen Aderendhülsen auszuführen.


    Warum sollte das noch drinstehen, wenn es zu einer Regel keine Ausnahme gibt? ;-)

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Weil das Problem der Schrank mit seinen Komponenten sein wird.


    Es nützt nichts, wenn das Zulässige Gesamtgewicht des LKW 40 tonnen beträgt kannst du oder der VNB nicht einfach 70 Tonnen aufladen und sagen na andere Fahren doch auch mit 70 Tonnen dann muss es ja gehen.


    Im Prinzip hast Du recht, nur dann müssen alle Komponenten auch dafür ausgelegt sein.

    Und das wage ich hier zu bezweifeln.

    Siehe Hager Belastungstabelle für Zählerschränke und deren Eingebaute Komponenten.


    Und hier ist nicht annähernd die Rede von 80 A Dauerstrom!

    Im Aussetzbetrieb max 63 A dann ist Ende im Gelände!

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  • Das Problem ist dennoch, daß der VNB sagt Direktmessung.

    Kommt eine Wandlermessung rein, wird er auf den kompletten kosten sitzenbleiben, da VNB und Elektriker sagen Direktmessung wäre auch möglich gewesen.


    Übrigens hier als Beispiel etwas von 2017 für die Netze Berlin und Brandenburg:

    (Also zwei Jahre nach erscheinen der aktuellen VDE AR-N4101:2015)

    https://www.elektroinnungberli…Stromnetz_Berlin_GmbH.pdf

    Seite 9: 100A-Direktmessung

    Seite13: bis 55kVA Erzeugungsanlagen Direktmessung mit 25mm² Zählerverkabelung


    Kurz: bis 69kVA Bezug oder 55kVA Erzeugung machen die keine Wandlermessung.

    Das entspricht 100A im Aussetzbetrieb und 80A im Dauerbetrieb.


    Ich bin sicher, es gibt noch mehr VNB, die das so handhaben.


    Zählerfelder selbst haben keine Belastbarkeit.

    Es gibt eine Freigabe von Zählerschränken bis zu einem gewissen Strom.

    Die Belastbarkeit von Zählerfeldern wird einzig und allein durch die Verdrahtung und den Zähler selbst vorgegeben.

    Kleinwandleranlagen sind auch nur Felder für normale Zählerschränke.


    Bei Striebel & John Zählerschränken gibt es sogar Kleinstwandlerfelder, bei denen einfach die 25mm²-Leitung durch den Wandler geschoben wird und hinter dem Zähler durch auf einem Klemmstein im OAS führt.

    D.h. der einzige Unterschied ist, daß der Strom nicht durch Zählerklemmen führt.

    Wenn ein VNB 100A-Zähler einsetzt und an den Zählerklemmen es mal schmoren sollte, ist das das Problem des VNB.

    Alle anderen Komponenten kann man leicht für 80A Dauerbetrieb auslegen.


    Wie gesagt, ich sehe das rein aus technischer Sicht.

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  • DU vergisst das es eine VDE 4105 2018/11 gibt!


    und auch in Berlin gelten in der von dir genannten BRoschüre einige Bedingungen:



    Un der 1 und letzte Punkt sind entscheidend.


    Separater Zählerschrank also da darf nichts weiter drin sein und eine Herstellerangabe ist nachzuweisen.


    Ich denke das sagt alles, man kennt die Probleme der 100A messung und beugt damit vor!

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!


  • Separater Zählerschrank heißt nicht, daß nichts weiter drin sein darf, sondern daß keine weiteren Zähler verbaut sein dürfen.

    Sonst würde das so nicht beim letzten Punkt stehen.

    Den Nachweis nach EN 61439-3 kann man leicht rechnerisch führen. In größeren Verteilungen (Industrie etc.) ist das üblich.

    Und wie gesagt, der einzige Faktor, der bei Direktmessung gegenüber Wandler hinzukommt, ist die Erwärmung des Zählers selbst.

    Der Rest ist identisch.


    Im Technischen Anhang zu den Hager Zählerfeldern steht:

    "Zählerplätze im Aussetzbetrieb > 63 A sowie mit Dauerbetriebsstrom > 44 A

    sind mit dem Netzbetreiber abzustimmen.

    Hier kann eine halbindirekte Messung verwendet werden."


    Hier steht "kann", nicht "muß".


    Wenn man sicherstellen kann, daß die Erwärmung i mzulässigen Bereich bleibt, spricht wenig gegen die Direktmessung bei höheren Strömen.


    Klar ist Wandlermessung narrensicherer und läßt Reserven für die Zukunft.

    Aber die Kosten schlagen dafür richtig durch, wenn man an den Anfang des Threads schaut, daß das für den Umbau € 10.000,- verlangt werden.

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    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron