PV-Versicherung kommt für Schaden nicht auf

  • Hallo,


    ich habe folgendes Problem. Ich besitze seit ca. 9 Jahren eine PV-Anlage mit 3 WR. Im September kam es bei uns zu einem Stromausfall von ca. 20 Minuten. Lt. Netzbetreiber entstand ein Lichtbogen am Mast also kein Blitzeinschlag das zum Ausfall führte. Nachdem der Strom wieder

    da war fuhren mein 3 Wechselrichter wieder hoch, nur bei einem kam die Fehlermeldung „IPM-Fehler“. Daraufhin wurde diese zu einer Firma versendet die auf WR spezialisiert ist (deren Meinung: prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass durch diese Stromschwankung aufgrund des Stromausfalls am Netz eine Art Spannungsschaden an dem Wechselrichter vorgefallen ist) . Diese konnten aber den WR nicht mehr reparieren. Danach habe ich meine PV-Versicherung in Kenntnis gesetzt damit diese meinen Schaden begleicht. Aber von dieser bekam ich folgende Meldung:


    Aus den Unterlagen ist ersichtlich, daß in Ihrer PV-Anlage mehrere Wechselrichter installiert sind, lediglich einer ist defekt. Gemäß vorliegendem Kostenvoranschlag handelt es sich um einen Sungrow SG4KTL-Wechselrichter mit der Fehlermeldung "IPM-Fehler". Diese Meldung bedeutet, daß das IGBT-Modul (Leistungsteil) defekt ist. Der Ausfall des Leistungsteils eines ca. 9 Jahre alten Wechselrichters ohne weitere Beschädigungen ist auf einen normalen nutzungsbedingten Bauteileausfall (innerer Schaden = nicht versichert) zurückzuführen. Innere Schäden sind nicht Gegenstand der abgeschlossenen Elektronikversicherung.

    Da es sich bei diesem Modell um einen dreiphasigen Wechselrichter handelt, hätten bei einem Überspannungsschaden sowohl der defekte, als auch die anderen parallelgeschalteten Wechselrichter entsprechende Beschädigungen an den Eingängen aufweisen müssen. Dies ist nachweislich nicht der Fall.


    Im Moment habe ich folgende Schadenshöhe:


    Rechnung (Rep, firma) 224,91 EURO

    Rechnung (Installationsfirma) 217,77 EURO

    Ertragausfall: ca. 800 EURO


    Lt. meinem Installateur ist es zu überlegen ob man die zwei noch funktionierten WR durch einen

    kompletten WR (Kosten: ca. 2.500 EURO) ersetzt.



    Ist die Entscheidung von der PV-Versicherung in Ordnung bzw. welche Möglichkeiten gibt es

    noch?


    Vielen Dank für eure Meinungen.

  • Vielleicht erstmal lesen, was versichert und was ausgeschlossen ist. Noch besser vor Abschluss. Wenn der Netzbetreiber für die Überspannung verantwortlich ist, wäre der in Haftung zu nehmen und verständlich, wenn die Versicherung nicht zahlen will.

  • Erst einmal ein bisschen Salz in die Wunden, danach dann hilfreiche Vorschläge.

    Du bist das Opfer deines Sicherheitsdenkens.

    Die Versicherungsprämie von 9 Jahren, die 800 Euro Ausfall und die 225€ wären vermeidbar gewesen.

    Zusammen hätte das schon einen neuen Wechselrichter gegeben.


    Und jetzt das Hilfreiche.

    Die Firma die den Wechselrichter zwischen hatte bekommt kein Geld.

    Keine Reparatur und kein Gutachten, sollen die das Teil gut einfetten und sich wohin schieben.

    Ich habe 30 jahre kaputte Elektronik repariert.

    Geld gab's nur bei Erfolg (also immer, kein Witz) oder für das Kaputtschreiben für die Versicherung, wobei man da kein Schindluder treiben darf, denn mit den Versicherungen hat man immer zu tun und darf sich da keinen schlechten Namen machen.

    Deine Installationsfirma bezahlst du auch nur zum Teil.

    Einen Wechselrichter von der Wand hängen geht in 20 Minuten mit isolation der Zuleitungen wobei die ja wegen des Steckers schon isoliert ist.

    Anfahrt kommt natürlich dazu.

    Jetzt wird sowieso nichts geerntet, also keine Panik.

    Kaufe dir nen schönen Huawei Wechselrichter, der hat 2-3% Punkte mehr Wirkungsgrad und wird in den letzten 11 Jahren den Ertrag steigern.


    Gegen Überspannung baust du dir nen Überspannungsschutz netzseitig ein und pfeifst auf die Versicherung.

    Wenn es nur billig sein soll, kauf den Wechselrichter funktionstüchtig gebraucht https://www.secondsol.com/de/anzeige/21751//sungrow/sg-4ktl

    Die Plattform hat auch noch ein paar mehr.

    Wenn du beim Plattformbetreiber kaufst ist es etwas teuerer, der ist allerdings zuverlässig, ich habe dort schon mehrfach gekauft.

  • Warum hast du denn 800,- Ertragsausfall?Es ist tiefster Winter. Seit wann eierst du damit rum?


    Für einen kompletten WR Wechsel müsste man Modul, Anzahl und Verstringung kennen.


    Was kostet denn ein Sungrow SG4KTL neu bzw. in gebraucht? Ist der wirklich 3-phasig bei vermuteten 4KW?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Der Wechselrichter kostet neu wenig, gebraucht fast nichts (150€ ohne Gewährleistung).

    Das Rumgeiere ist das was Geld und Nerven kostet.

    Nerven sind aber unbezahlbar.

    Meine Anlage ist nicht bzw. nur über die Gebäudeversicherung ohne Mehrpreis mitversichert.

    Wenn der Blitz in die Anlage einschlägt und alle Panels mitnimmt werde ich da mal anfragen.

    Aber doch nicht wegen eines Wechselrichters.

  • Im September kam es bei uns zu einem Stromausfall von ca. 20 Minuten. Lt. Netzbetreiber entstand ein Lichtbogen am Mast also kein Blitzeinschlag das zum Ausfall führte.

    Hast du vom Netzbetreiber schriftlich eine Auskunft zu dem Fehler? Die Beschreibung klingt nach Erdschluss einer Phase.

    Ist die Entscheidung von der PV-Versicherung in Ordnung bzw. welche Möglichkeiten gibt es

    noch?

    Schriftliche Auskunft von NB erbitten, der Versicherung ein praezise formuliertes Antwortschreiben mit dieser Auskunft den beschriebenen technischen Folgen fuer den Wechselrichte und den Unterlagen zukommen lassen.

    Das die Versicherung versucht, dich abzuwimmeln, wenn du nur meldest, das ein 9 Jahre alter WR mit Fehler xyz ausgestiegen ist, ist ja normal.


    Von dem hier beschriebenen Vorgehen wuerde ich dringend abraten:

    Die Firma die den Wechselrichter zwischen hatte bekommt kein Geld.

    Deine Installationsfirma bezahlst du auch nur zum Teil.

    Dafuer fehlt schlicht eine Grundlage. Nicht du bestimmst eigenmaechtig, zu welchen Preisen und Kosten jemand dir eine Leistung zu erbringen hat.

    Cordialement!

  • Der Sungrow Typ: SG 4KTL ist 1-phasig.

    So gesehen, rumgeeier hin und Zeitverschwendung her, die Argumentation der Versicherung ist schon etwas kurz gesprungen. Klar, die wollen nicht zahlen, aber warum bitte kann denn nicht nur eine Phase mit Überspannung oder was auch immer betroffen sein, so dass der WR hops geht?


    Alleine der zeitliche Zusammenhang von Netzproblemen und WR defekt ist schon auffallend.


    Erster Ansprechpartner für Schadenersatz wäre aber der VNB ... Schaden nachweisen bleibt die offene Frage.


    Bei 800,- Ertragsausfall ... hohe Einspeisevergütung vermutet .... sollte die erste Aktion doch immer schnellstmöglich Ersatz für den defekten WR beschaffen sein ... alleine aus Gründen der Schadenminderungspflicht. Klingt nach Vollkaskomentalität.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Welche Leistung bitteschön?

    Keine Leistung - kein Geld.

    Mangelhafte Leistung -wenig Geld.

    Lass den Unternehmer mal wegen 100€ klagen.

    Dafür müsste der ganz schön blöd sein.

    Ich kenne keinen der das tut, und ich würde das auch nicht machen.

    Ein kluger Mensch weiß was er abhaken kann.

    Klar ist auch, dort brauche ich nie wieder anfragen, und umgekehrt.


    seppelpeter

    Ich kenne es aus der Consumerzeit und auch bei professionellen Geräten.

    Einmal Netz weg und die Kiste kommt nicht mehr hoch.

    Egal ob trockene Elkos im Hilfsnetzteil oder ausgelaufene Lager im Prozessorlüfter.

    Vorher jahrelang Dauerbetrieb, nach Netzwiederkehr kaputt.

  • Man müsste den genauen Inhalt und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen im Detail kennen. Ansonsten kann mam hier nur Mutmassungen anstellen. Am besten einmal selber nachlesen was wie genau versichert ist und wie Die Versicherung ihre Leistungen berechnet. Steht ja im

    Normalfall alles in den AVB.


    Nach neun Jahren ist es gut möglich dass das Gerät an sich als abgeschrieben gilt und der sogesehene Totalschaden eben nicht mehr versichert ist. Und dann kommt es halt darauf an inwiefern Arbeit und Dienstleistung für den Austausch des Geräts und allfällige Ertragsausfälle aufkommt. Wenn Du schreibst „Elektronikversicherung“ gehe ich mal davon aus, dass nur die Geräte abzüglich der Abschreibung ihres Werts pro Jahr versichert sind.


    Aber das ist wiederum nur eine Mutmassung.


    Ich habe hierfür eine Business Gebäuderversicherung abgeschlossen welche den Ertragsausfall verursacht durch den Ausfall gebäudeeigenen Anlagen miteinschliesst und Schäden durch Dritteinwirkung vollumfänglich zum Neuwert der Geräte bzw. marktüblichen Neupreis eines vergleichbaren Ersatzgeräts abdeckt.


    Aber die kostet jährlich auch nicht nur 50 Euro :roll: (...und die Tatsache dass ich in der Schweiz lebe sei auch erwähnt.)

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    Anlagenhersteller: SolarEdge

    Leistung: 10.2kWp

    Module: 30 x LG NeON2 340W Cello

    --Süd-Südostausrichtung -10°, 5° Netto-Aufständerung (Pultdach)--

    Wechselrichter: SE10K

    Batteriewechselrichter: SE3500H

    Batterie: LG Resu10H (10kWh)

    Anlage in Betrieb seit: 12.06.2019

  • leider hat sich der threadersteller auf die antworten und fragen nicht mehr gemeldet, so ist effektive hilfe nur schwer möglich und auch für diejenigen die sich hier eingesetzt haben entäuschend.

    Zitat

    Einmal Netz weg und die Kiste kommt nicht mehr hoch.

    Egal ob trockene Elkos im Hilfsnetzteil oder ausgelaufene Lager im Prozessorlüfter.

    Vorher jahrelang Dauerbetrieb, nach Netzwiederkehr kaputt.

    das würde jedoch die ablehnung des versicherers (leider) bestätigen. denn trockene elkos oder defekte lager haben mit dem netzausfall (und einer evtl. überspg. durch lichtbogen) nichts zu tun, sondern wären eben genau jene sog. "inneren betriebsschäden" und damit in dieser police nicht versichert.


    eine haftung dritter, hier vnb wegen netzausfall/lichtbogen/üspg, wird nur schwerlich umsetzbar sein, der vnb verweist überlicherweise auf seine agb und dort ist dessen haftung ausgeschlossen.