11kWp mit E3/DC S10 (19.5kWh) - Ertrag und Amortisation inkl. Alterung von Panels & Batterie

  • Hallo allerseits,


    Wir haben für unser EFH seit Juni 2019 eine PV-Anlage in Betrieb, 11kWp in Ost-/West Ausrichtung mit einem E3/DC S10 (19.5kWh Batterie). Das Thema "Batteriespeicher" wird bekanntlich überall heftigst diskutiert ("lohnt sich nicht!", "lohnt sich doch!") und man findet diverse oft theoretische Berechnungen zur Amortisation, die mehr oder (oft auch eher) weniger hilfreich sind. Das Ziel meines Postings ist es, anhand meiner PV-Anlage und meiner Nutzung der letzten 7 Monate eine möglichst praxisbezogene Amortisationsrechnung für meine Situation aufzuzeigen, unter Berücksichtigung der realen Ertrags- und Bezugswerte und der Verlustleistungen, plus der Alterung von PV Panels und Batterie.


    Dabei möchte ich gerade folgendes klarstellen:

    Es geht mir nicht darum, E3/DC oder PV-Speicher im allgemeinen "anzupreisen", bin kein Verkäufer. Auch ist es sinnlos, allgemeine Schlussfolgerungen wie "PV-Speicher lohnt sich" oder "lohnt sich nicht" daraus zu postulieren. Das Resultat der Amortisationsrechnung darf jeder anhand seiner eigenen Einstellung und Bedürfnisse werten. Klar für mich ist, dass sich eine PV-Anlage ohne Batteriespeicher üblicherweise schneller amortisiert als eine PV-Anlage mit Batterie. Rein rendite-orientierte Menschen werden sich somit kaum einen Batteriespeicher zulegen und das ist absolut okay so. Wer aber - wie wir - aus unterschiedlichen Gründen ein Interesse daran hat, maximal vom eigenen Solarstrom leben zu wollen, der wird auch eine PV-Anlage mit Batterie sinnvoll amortisieren können, sofern man unter "amortisieren" hier versteht, dass über 30 Jahre gesehen eine PV-Speicher Lösung im schlechtesten Fall nicht teurer kommt als der reine Netzbezug (d.h. "positive Rendite" ist für uns zweitrangig).


    Gerade beim E3/DC S10 ist es sehr schwierig, verlässliche Angaben zu Verlustleistungen, Stromaufnahme und Systemeffizienz zu kriegen. Ich habe anhand der realen Ertrags- und Verbrauchsdaten meiner PV-Anlage versucht, praxisgerechte Verlustleistungen inkl. der Systemeffizienz zu bestimmen. Es soll erwähnt sein, dass ich selbst keine Leistungs-Messungen durchgeführt habe. Mehr dazu im entsprechenden Teil des Postings.


    Ich wäre dankbar, wenn dieser Thread nicht ein weiterer "pro Batterie" / "contra Batterie" Schlagabtausch wird aus finanziellen, umwelttechnischen oder anderen Gründen. Ich möchte lediglich eine praxisbezogene Berechnung anhand meiner eigenen Anlage und meiner eigenen Situation und Ziele teilen, da ich denke, dass sie für andere interessierte Personen durchaus hilfreich sein könnte, sei es um eine positive oder auch negative Schlussfolgerung bez. "lohnt sich / nicht" für die eigene Situation zu ziehen. Es soll um Fakten gehen, nicht um persönliche Einstellungen.


    Der Text wird relativ lang, deshalb teile ich ihn in 4 separate Postings auf:


    1. Anlage-Beschrieb und Datengrundlage

    2. Verluste / Systemeffizienz

    3. Amortisation

    4. Lebensdauer der Batterie

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)

  • 1. Anlage-Beschrieb und Datengrundlage


    Es handelt sich um eine 11kWp PV-Anlage mit 35 AxSun M-60 Modulen (315Wp), 20 Module nach Ost, 15 Module nach West ausgerichtet (+/- 5 Grad bez. einer exakten Ost-West Ausrichtung). Der E3/DC S10 Blackline hat brutto 19.5kWh Batteriespeicher, netto nutzbar ca. 17.5kWh. Die Anlage steht in der Schweiz, die Amortisationsrechnung basiert auf den lokalen Gegebenheiten und Regelungen. Das Berechnungs-Prinzip sollte sich grundsätzlich aber auch auf andere Länder / Situationen anwenden lassen.


    Seit Anfang Juni 2019 ist die Anlage in Betrieb. Für die Amortisation und Jahres-Ertragsdaten wird der Zeitraum vom 22. Juni bis 21. Dezember berücksichtigt, d.h. vom Sonnenhöchststand bis Sonnentiefststand. Eine Verdoppelung der Erträge sollte den realistischen Jahresertrag ergeben.


    Anhand der historischen Daten einer lokalen Wetterstation habe ich die Erträge auf ein durchschnittliches Wetter-Jahr normiert. Heisst, im 2019 gab es in vielen Monaten ab Juni überdurchschnittlich viel Sonnenschein, entsprechend habe ich für diese Berechnungen die Erträge gemäss durchschnittlicher Sonnenstunden und Globalstrahlungs-Werte der letzten Jahre gekürzt. Das verhindert eine zu optimistische Berechnung anhand einer überdurchschnittlichen Sonnenschein-Periode.


    Die Anlage-Daten werden alle 30 Sekunden via Modbus TCP aus dem E3/DC ausgelesen und in einer separaten Datenbank aufbereitet.

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)

  • 2. Verluste / Systemeffizienz


    Leider weist der E3/DC die Verluste nicht aus, zusätzlich sind viele vom Gerät ausgewiesene Werte wie "Batterie (Entladen)" oder "Direktverbrauch" plump gesagt grober Käse, da sie noch Verluste beinhalten. Deshalb berechne ich die Netto-Werte anhand meiner angenäherten Wirkungsgrade selbst und weise in meiner Datenbank die berechneten Verluste separat aus.


    Die ausgewiesenen Verluste sind auch bei mir keine "exakte Wissenschaft". Allerdings zeichne ich seit 10 Jahren den monatlichen Verbrauch von Haushaltsstrom und Wärmepumpe (Warmwasser & Heizung) auf und habe somit eine recht genaue Vorstellung davon, wieviel Energie wir in welchem Monat dafür verbrauchen (auch unter Berücksichtigung des Wetters/Temperaturen). Das hat mir dabei geholfen, zusammen mit Einzelmessungen zur E3/DC Effizienz von anderen Foren-Mitgliedern und der Korrelation der vorhandenen E3/DC Datenpunkte anhand iterativ angepasster Wirkungsgrade, eine über viele Monate korrelierende und somit (hoffentlich) vernünftige Annäherung der Verluste vorzunehmen.


    Hier die von mir ermittelten Wirkungsgrade:


    - Wechselrichter (Panels DC -> Haus 230V AC): 94.5%

    - Batterie (Panels DC -> Batterie DC -> Haus 230V AC, inkl. Batterie-Management): 76%


    Die Wirkungsgrade sind lediglich Durchschnittswerte und hängen natürlich vom Nutzungsprofil ab. Wer hauptsächlich kleinere Leistungen produziert resp. verbraucht, wird schlechtere Wirkungsgrade haben als konstante Vielverbraucher. Unsere Batterie-Effizienz ist eher schlecht, weil das Entladen der Batterie zu einem massgeblichen Teil in der Nacht passiert, wo die Entladeleistung nur ca. 200-400W beträgt und somit einen schlechten Wirkungsgrad aufweist. Diese Problematik hat nichts mit dem E3/DC an sich zu tun sondern ist von allgemeiner Natur.


    Die Stromaufnahme des E3/DC ist ebenfalls kaum zu bestimmen, da sie das System ebenfalls nicht ausweist und E3/DC sich auf Anfrage relativ bedeckt hält. Erkenntnisse aus unserer Anlage decken sich grundsätzlich mit den oft genannten durchschnittlich ca. 60W Leistungsaufnahme des Systems, deshalb habe ich bei der Berechnung der Systemeffizienz 60W als konstanten Wert der E3/DC Stromaufnahme genommen.


    Für den Zeitraum vom 22.Jun - 21 Dez 2019 hat meine Datenbank schlussendlich eine Systemeffizienz von 86% errechnet. Das wird somit auch dem jährlichen SPI entsprechen. Bedeutet etwas vereinfacht gesagt, wenn du 10'000kWh/Jahr auf dem Dach produzierst, kannst du davon netto ca. 8'600kWh/Jahr im Haus als Energie auch wirklich nutzen.

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)

  • 3. Amortisation


    Die Amortisations-Rechnung nimmt die Netto-Anschaffungskosten der PV-Anlage (Gesamtkosten minus Einmal-Förderbeiträge minus Steuerersparnis) als den zu amortisierenden Gesamt-Betrag.


    Die Verbrauchs-Basis der Amortisations-Rechnung ist der monatliche Durchschnittsverbrauch der letzten 3 Jahre (8500kWh/Jahr für Haushaltsstrom und Wärmepumpe), resp. die dafür anfallenden Kosten.


    Die Amortisation wird in mehreren Schritten berechnet.


    Zuerst wird der durchschnittliche Anlagen-Ertrag für das "Jahr 1" ermittelt, d.h. der Ertrag in einem wettermässig durchschnittlichen Jahr. Anhand der normierten Halbjahres-Ertragsdaten komme ich so auf 10'700kWh für das erste Jahr (970kWh/kWp). Gleichzeitig habe ich für dieses Halbjahr die realen Daten vom Netzbezug und der Netzeinspeisung (ebenfalls normiert auf ein "wettermässiges Durchschnittsjahr" auf monatlicher Basis), und somit auch deren Kosten / Erträge.


    Daraus lässt sich die erreichte Amortisation im 1. Jahr errechnen. Wer keine Alterung der Komponenten berücksichtigt, teilt nun die Netto Anschaffungskosten durch diesen Amortisationsbetrag und erhält die Anzahl Jahre für die Amortisation.


    Für unsere PV-Anlage beträgt die Amortisations-Dauer ohne Berücksichtigung der Alterung 19 Jahre.


    Der nächste Schritt ist die Berücksichtigung der Alterung der PV Panels, d.h. deren Leistungsverlust über die Zeit. Hier rechne ich mit den von AxSun garantierten Werten, d.h. mit dem Worst Case. AxSun garantiert mindestens 97.5% Kapazität nach dem 1. Jahr und danach linear maximal einen Verlust von 0.7% pro Jahr, über 25 Jahre, d.h. nach 10 Jahren noch mind. 91.2%, nach 20 Jahren mind. 84.2% und nach 25 Jahren noch mind. 80.7% der Leistung.


    Wenn man den Leistungsverlust berücksichtigt, reduziert sich der Ertrag über 19 Jahre gerechnet um total ca. 17’000kWh. Einen Teil dieser fehlenden 17’000kWh muss ich als Netzbezug bezahlen und für den anderen Teil entgeht mir die Einspeisevergütung, was mir bei einer Mischrechnung dieser zwei Komponenten die Amortisation um knapp 2 Jahre verlängert. Anders gerechnet könnte man auch sagen, dass diese 17’000kWh knapp 2 Jahre an Ertrag sind, wenn man 10’700kWh für Jahr 1 und 9000kWh für Jahr 20 annimmt (84.2% von Jahr 1). Beide Wege führen zu knapp 2 zusätzlichen Jahren für die Amortisation.


    Somit beträgt für uns die Amortisations-Dauer unter Berücksichtigung der PV Panel Alterung knapp 21 Jahre.


    Fehlt noch die Alterung der Batterie (17.5kWh nutzbar). Der Hersteller garantiert nach 10 Jahren noch mind. 80% der Kapazität. Ich persönlich rechne mit 85% Kapazität (14.9kWh nutzbar) nach 10 Jahren und 75% Kapazität (13.1kWh nutzbar) nach 15 Jahren. Fragt sich nun, wie viel zusätzlichen Netzbezug statt Eigenverbrauch / Einspeisevergütung das nach sich zieht. Vereinfacht gesagt scheinen nach momentaner Erfahrung, im Vergleich zu 17.5kWh, auch 13.1kWh an Batteriekapazität noch gross genug zu sein, um im Sommer in den meisten Fällen nicht leer zu laufen, und im Winter bringen wir auch 13.1kWh nicht voll. Im Frühjahr / Herbst zeigen sich noch eher die Unterschiede. Schlussendlich ist der Effekt aber relativ klein. Momentan gehen pro Jahr ca. 2000kWh über die Batterie. Nach 15 Jahren dürften, grob und eher als worst case geschätzt, ca. 200-400kWh/Jahr weniger über die Batterie gehen. Wenn man daraus die Zusatzkosten linear über 20 Jahre errechnet, kommt man maximal auf ein paar wenige hundert CHF Zusatzkosten total, was definitiv weniger als 0.5 Jahre an Amortisations-Dauer ausmacht, d.h. schlussendlich für die Amortisation vernachlässigbar ist.


    Somit wird in unserem Fall die gesamte PV-Anlage inkl. Batteriespeicher innerhalb gut 21 Jahre vollständig amortisiert. Bei einer erwarteten Lebensdauer der PV-Anlage von über 30 Jahren hat man da auch noch Luft für einen zwischenzeitlichen Ersatz des Wechselrichters oder für andere Reparaturen.


    Zu erwähnen ist, dass diese Amortisations-Rechnung von gleichbleibenden Strompreisen ausgeht. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass sich die Strompreise in den kommenden Jahren weiter erhöhen werden. Das dürfte schlussendlich die reale Amortisations-Dauer wieder um das eine oder andere Jahr reduzieren und unter die 20 Jahre Marke bringen. Bei einer Strompreiserhöhung von 1% pro Jahr reduziert sich die Amortisation in meinem Fall um gut 1 Jahr, bei 2% um gut 3 Jahre, bei 3% um ca. 5.5 Jahre.


    Ob sich das nun «lohnt» oder nicht, hängt natürlich von der persönlichen Einstellung und den Zielen ab. Wer rein rendite-fokussiert ist, den wird das kaum überzeugen. Wie erwähnt ist unser Ziel aber nicht "Rendite" sondern "möglichst kostenneutral vom eigenen Solarstrom leben". Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man z.B. im Sommer abends nach Sonnenuntergang noch TV schaut und weiss, dass weiterhin das ganze Haus, auch durch die ganze Nacht hindurch, noch komplett vom eigenen Solarstrom gespiesen wird. Das finanzielle Ziel war und ist, dass wir dies erreichen können, ohne - über 30 Jahre gerechnet - höhere Kosten zu generieren als beim reinen Netzbezug. Das sollten wir auch problemlos erreichen können und ich bin überzeugt, dass wir selbst bei einem zwischenzeitlichen Ersatz von Batterie und Wechselrichter sogar noch ein kleines bisschen Rendite erzielen werden (siehe nächstes Kapitel).

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)

  • 4. Lebensdauer der Batterie


    Wie schon bei den Elektro-Autos liest man für die Lebensdauer der PV-Batterien an gewissen Orten die wildesten Befürchtungen, die in der Praxis aber keinen Bestand haben. Zudem haben PV-Batterien definitiv die besseren Voraussetzungen für Langlebigkeit als Auto-Batterien, was z.B. Lade-/Entladeströme, Temperaturen und Bauform angeht.


    Der Hersteller unserer Batterien (LG) garantiert eine Lebensdauer von 10 Jahren und in dieser Zeit unter Garantie 2'500 Vollzyklen, dazu noch eine Mindestkapazität von 80% nach 10 Jahren. Die erwartete Lebensdauer ist ca. 5'000 Vollzyklen. E3/DC gibt eine Systemgarantie inkl. Batterie von 10 Jahren und in diesem Zeitraum eine unlimitierte Vollzyklen-Anzahl, weil sie wissen, dass man mit dem E3/DC in 10 Jahren sowieso nicht über diese 2'500 Vollzyklen kommt.


    Bei 2000kWh Energiedurchsatz im Jahr und 17.5kWh Kapazität durchlaufen wir in unserem Fall ca. 115 Vollzyklen pro Jahr. Bei geschätzten 1800kWh/Jahr und 13.1kWh Kapazität (nach 15 Jahren) sind wir bei 130 Vollzyklen pro Jahr. Bedeutet somit, dass wir nach 10 Jahren erst knapp die Hälfte der garantierten 2'500 Vollzyklen durchlaufen haben und für die garantierten 2'500 etwa 20 Jahre brauchen würden.


    Natürlich altert die Batterie auch rein über die Zeit und nicht nur durch die Vollzyklen. Hier gibt es über den Zeitraum von 15-20 Jahren noch kaum verlässliche Erfahrungswerte. Es ist aber klar zu beobachten, dass die Hersteller über die Zeit die erwartete Lebensdauer ihrer Batterien stetig nach oben schrauben, auch weil es in der Praxis immer mehr Nachweise gibt, dass die verwendeten Li-Ion Batterie-Typen deutlich länger halten als bisher angenommen. Mittlerweile zucken die etablierten PV-Speicher Hersteller auch nicht mehr zusammen, wenn man von über 15 Jahren Lebensdauer spricht, und ich halte eine Lebensdauer von gegen 20 Jahren für absolut realistisch.


    Sollten wir in 15 Jahren die Batterien ersetzen müssen, so rechne ich mit Kosten von nicht mehr als 5’000CHF für gleichwertigen Ersatz, da Batterien bis dahin deutlich günstiger werden. Selbst in diesem Fall funktioniert die Amortisationsrechnung für uns noch, auch wenn wir zusätzlich noch den Wechselrichter ersetzen müssten (d.h. somit das ganze E3/DC System erneuern müssten). Den Ersatz der Batterien innerhalb des üblichen 30-Jahre Zeitraums für PV-Anlagen sollte man für Batterie-basierte Systeme auf alle Fälle präsent haben, denn ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass die Batterie deutlich länger als 20 Jahre halten wird.

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)

  • Was ist deine Intention mit diesem Thema?


    Kosten für Bezugsstrom in CH würden mich mal interessieren und was gibt es als Vergütung für Einspeisung?
    Wird in CH die VSt auf die Anlage komplett erstattet? Klingt so, da Du netto rechnest....


    Hast Du in der Amorisationsrechnung berücksichtigt, dass der Hauptertrag der PV im Sommer entsteht, die WP als großer Verbraucher mit einem hohen Anteil am Gesamtverbrauch von 8500KWh/a aber in der Zeit von November bis Februar arbeitet? Die 19 jahre sind ganz wertfrei gesprochen so natürlich nicht nachvollziehbar.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Intention? Habe ich doch erklärt. Informationen zur Verfügung zu stellen, die ich selbst vor einem Jahr auch gerne gehabt hätte aber in der Form leider nirgends gefunden habe.


    Stromkosten bei meinem EW: 0.16CHF Niedertarif, 0.23CHF Hochtarif pro kWh

    Einspeisevergütung beträgt 0.10CHF/kWh


    Steuertechnisch funktioniert das in der Schweiz meines Wissens anders als in DE. Wie im Text angegeben ist der zu amortisierende Betrag genau der Betrag, den ich selbst schlussendlich aufwenden musste, d.h. Gesamtkosten minus Einmal-Förderbeiträge minus Steuerersparnis.


    Ja, die Amortisation basiert auf realen Ertrags- und Verbrauchsdaten, die im 30 Sekunden Intervall in einer Datenbank erfasst werden. Daraus kann man den monatlichen, realen und korrekten Geldfluss berechnen. Vereinfacht gesagt, im Sommer erhält man Geld vom EW durch die Einspeisung, im Winter bezahlt man etliches an Netzbezug wegen der Wärmepumpe. Die Kosten basieren auf den realen, erfassten Einspeisungs-Daten und Netzbezugs-Daten dieser Monate. Da ist keine Wischiwaschi-Schätzung oder Verallgemeinerung von Bezugsdaten über ein Jahr vorhanden. Wie erwähnt, reale Verbrauchsdaten, reale Kosten. Was daran nicht nachvollziehbar ist, erschliesst sich mir nicht.

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  • Hallo sirupflex,


    vielen Dank für deine sachliche Zusammenstellung der Informationen, sowas hätte ich mir vor einem 3/4 Jahr auch gewünscht.


    Darf ich fragen wie Du die Wirkungsgradberechung - insbesondere die Trennung PV <-> Speicher realisiert hast? - möchte das für meine Anlage auch machen. Gerne auch als PN falls Du keine Diskussion darüber eröffnen möchtest.

    *** 21,55 kWp ** 17,5 kWh Speicher als Hobby und für die Nacht ** Zoe ***

  • Danke fürs Interesse, 42kb .


    Die Wirkungsgradberechnung ist wie erwähnt eine empirische Annäherung anhand vorhandener Informationen und anhand meines Nutzungsprofils.


    Als Ausgangslage habe ich die Werte, die mir der E3/DC liefert. Diese Werte beinhalten allerdings noch etliches an Verlusten, die nicht ausgewiesen sind.


    Als nächstes habe ich im Forum User gefunden, welche ein paar Messungen gerade bei Niedriglast durchgeführt haben (du beziehst z.B. laut E3/DC Wert 400W an Energie aus der Batterie, wieviel kommt im 230V AC Netz davon wirklich an), was mir punktuelle (lastabhängige) Anhaltspunkte gab und als grober Quervergleich dient. Dazu gibt es auch allgemeine Erkenntnisse über Wirkungsgrade im Verhältnis zur Last für Wechselrichter und Batteriespeicher, die gewisse Rahmenbedingungen setzen.


    Zusätzlich habe ich bei E3/DC angefragt, wo welche Werte gemessen werden, um eine Vorstellung zu erhalten, in welchen Werten sich Verluste "verstecken" und wie die Werte zusammenhängen (siehe mein Posting hier).


    Als letztes habe ich 10 Jahre an historischen Werten bez. Energieverbrauch im Haus, d.h. ich weiss recht genau, wieviel Energie wir in welchem Monat verbrauchen (ist ziemlich konsistent über die Jahre).


    Wenn ich die rohen E3/DC Werte nehme, komme ich beispielsweise auf einen viel zu hohen Energieverbrauch im Haus (Haushalt plus WP, WP hat weiterhin einen separaten Zähler, d.h. da habe ich weiterhin den realen Verbrauch in kWh). Der zu hohe Verbrauch lässt sich einerseits auf den E3/DC selbst zurückführen der 40-50kWh pro Monat verbraucht (die er je nach Situation vom Dach, Batterie oder Netz bezieht). Andererseits beinhalten die über Modbus TCP gelieferten Werte für Hausverbrauch, etc. noch etliches an Verlustleistung, die man zuerst herausrechnen muss, um schlussendlich den wahren Hausverbrauch zu erhalten.


    Anhand all dieser Anhaltspunkte kannst du nun sozusagen ein Optimierungsproblem über viele Variablen definieren, um den wahrscheinlichsten Wirkungsgrad zu finden. Dazu gehört z.B. die eigene Berechnung des Hausverbrauchs aus den Primärwerten des E3/DC, so dass der errechnete Wert über die vorhandenen 7 Monate hinweg vernünftig auf den erwarteten Verbrauch passt (basierend auf den historischen Daten), indem du die Wirkungsgrade iterativ anpasst.


    Mit den erwähnten Wirkungsgraden habe ich eine für mich plausible Annäherung an die erwarteten Verbrauchswerte, dazu sind die Verluste aus diesen Wirkungsgraden für mich plausibel bez. den zusätzlich erwähnten Daten und Rahmenbedingungen. Schlussendlich erscheint der daraus berechnete SPI von 86% ebenfalls plausibel anhand der Studien-Vergleichsdaten anderer Systeme und auch gemäss dem Feedback anderer E3/DC Besitzer.


    Wie ebenfalls erwähnt ist das natürlich keine exakte Wissenschaft. Das Resultat ist für mich mit meinem Nutzungsverhalten aber plausibel genug, dass es nicht allzu fern der Realität liegen dürfte. Es ist aber natürlich müssig nun zu diskutieren, ob der "wahrhaftige" Wirkungsgrad vom WR nicht doch eher bei 93.5% oder 95.5% liegt, oder ob der Weg über die Batterie nun nicht doch eher 74% oder 78% Wirkungsgrad aufweist, zumal das sowieso vom eigenen Nutzungsprofil abhängt. Gleiches gilt auch für den errechneten SPI. Ich halte es aber anhand der Berechnungen beispielsweise für ausgeschlossen, dass der SPI für den E3/DC bei ähnlicher Nutzung z.B. 91% oder nur 81% beträgt.

    11.0kWp (Ost/West) mit E3/DC S10E (19.5kWh)