Zusätzliche 30kWp Anlage mit Einspeisung am Hausanschluss auf benachbarter Flurnummer

  • Hallo Zusammen,


    wir sanieren derzeit einen alten Hof. Im Sommer haben wir nach der Dachsanierung einer alten Scheune eine PV-Anlage mit einer Leistung von 25kWp errichtet. Auf dem Dach des Wohnhauses befindet sich noch eine Anlage mit 10kWp auf 2014. Die Wechselrichterleistung beträgt insgesamt 29kVA. Dies ist auch das Maximum was der EVU am Hausanschluss erlaubt (3x50A). Eine weitere Leistungserhöhung wird an diesem Hausanschluss (Anschluss 1) auf dieser Flurnummer (Flurnummer I) nicht akzeptiert.


    Wir möchten nun eine weitere Scheune auf der gleichen Flurnummer sanieren und dort nochmals 30kWp installieren.

    Einspeisung auf dem Hausanschluss (1) dieser Flurnummer (I) selbst wie gesagt nicht möglich.

    Allerdings bestünde die Möglichkeit für die Einspeisung den Hausanschluss eines kleinen Häuschens (Hausanschluss 2) zu nutzen, dieses befindet sich ebenfalls im Eigentum. Das Häuschen steht auf einer anderen Flurnummer (II), grenzt jedoch direkt an die Flurnummer des Hofes (I) an. Leitungsweg wären 30m - ein Klacks.


    Frage nun:

    Muss der EVU die Errichtung einer neuen Anlage auf Flurnummer I mit Einspeisung am Hausanschluss (2) au Flurnummer (II) zustimmen? Kennt jemand die rechtlichen Hintergründe? Über die Suche wurde ich nicht wirklich schlau.


    Danke und Gruß!

    Jonny

  • 1. "der EVU" muß garnichts - der den du meinst heißt Netzbetreiber

    2. auch der Netzbetreiber muß nicht zustimmen, wenn du eine PV Anlage bauen möchtest. (den brauchst du aber wenn du sie ans Netz anschließen möchtest)

    3. zur Sache: ja, du kannst eine PV auf Grundstück 1 bauen und am Hausanschluß 2 ans Netz anschließen. Das Zauberwort heißt "Wahl des Verknüpfungspunktes" und ist zu finden im EEG § 8 Absatz 2

  • Danke!


    in EEG §8 heißt es:

    Zitat

    Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017)
    § 8 Anschluss

    (1) Netzbetreiber müssen Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und aus Grubengas unverzüglich vorrangig an der Stelle an ihr Netz anschließen, die im Hinblick auf die Spannungsebene geeignet ist und die in der Luftlinie kürzeste Entfernung zum Standort der Anlage aufweist, wenn nicht dieses oder ein anderes Netz einen technisch und wirtschaftlich günstigeren Verknüpfungspunkt aufweist; bei der Prüfung des wirtschaftlich günstigeren Verknüpfungspunkts sind die unmittelbar durch den Netzanschluss entstehenden Kosten zu berücksichtigen. Bei einer oder mehreren Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt höchstens 30 Kilowatt, die sich auf einem Grundstück mit bereits bestehendem Netzanschluss befinden, gilt der Verknüpfungspunkt des Grundstücks mit dem Netz als günstigster Verknüpfungspunkt.
    (2) Anlagenbetreiber dürfen einen anderen Verknüpfungspunkt dieses oder eines anderen im Hinblick auf die Spannungsebene geeigneten Netzes wählen, es sei denn, die daraus resultierenden Mehrkosten des Netzbetreibers sind nicht unerheblich.
    (3) Der Netzbetreiber darf abweichend von den Absätzen 1 und 2 der Anlage einen anderen Verknüpfungspunkt zuweisen, es sei denn, die Abnahme des Stroms aus der betroffenen Anlage nach § 11 Absatz 1 wäre an diesem Verknüpfungspunkt nicht sichergestellt.


    Nach Absatz 2 darf ich als Betreiber einen anderen Verknüpfungspunkt wählen. Das hört sich gut an...

    Jedoch scheint Absatz 3 den Absatz 2 auszuhebeln. Was bedeutet Absatz 3 ?

  • wenn du einen anderen V-Punkt wählst, dann musst du die Kosten des Anschlusses an diesen Punkt tragen.

    Analog würde ich folgern, daß im Fall von Abs. 3 der Netzbetreiber die Anschlußkosten tragen muß.

    Aber wissen tu ich das natürlich nicht.

    Ich würde es einfach darauf ankommen lassen.

  • Eine Einspeiseanfrage beim VNB wird vielleicht nicht sofort Klarheit schaffen (der gemeine VNB ist da gerne mal etwas blockierend und kreativ bei der EEG Auslegung) aber zumindest sind dann mal beide Standpunkte klar.


    Ich hatte Probleme mit PV auf Grundstück 1 und Netzverknüpfungspunkt auf Flurstück 2 ... wie sieht es da aus mit stromlos machen z.B. im Brandfall usw. aus. Aber da wird der VNB sicher noch andere Falltüren öffnen wollen....

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Das heisst im Absatz 3 wenn der VNB sagt du musst aber an deinen Hausanschluss, dann zieht die Option das die Abnahme dort ja nicht möglich ist weil Anschluss bereits voll!


    Ich denke er ( der VNB ) hat nichts dagegen an den Freien HAK zu gehen, umgekehrt könnte der Besitzer des kleinen Hauses ja selbst eine Anlage errichten, diese müsste er ja auch an sein Netz anschließen!

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!

  • wenn das Häuschen einen eigenen Stromanschluss und HAK hat dann muss natürlich das NAB für das Grundstück mit dem Kleinen Häuschen gestellt werden. Anderes Flurstück!

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!