Solaranlage auf DDH in Baden Württemberg

  • Hallo zusammen,


    ich habe beschlossen, dass ich aus ökologischen und ökonomischen Gründen eine PV Anlage installieren (lassen) möchte.


    Nachdem ich mich ein paar Tage und Nächte mit dem Thema beschäftigt habe sind doch noch einige Fragen offen.


    Leider bin ich nicht in der glücklichen Lage sehr viel Platz auf dem Dach zu haben, da es sich um eine Doppehaushälfte (Südost) handelt.


    Das Haus steht in nord-süd Lage und hat eine Dachneigung von 18 Grad. Auf der Südseite habe ich ca. 7,00m x 4,40m Platz und auf der Nordseite 5,00 x 4,00m Platz (Bilder lade ich hoch).

    Laut PEGIS komme ich auf der Südseite auf 1110.69 kWh je kWhp und auf der Nordseite auf 783.02 kWh je kWhp.


    Unser Verbrauch liegt die letzten Jahre bei etwa 5200kWa, auf der Südseite könnte ich je nach Modulen etwa 5000-5500 kWhp installieren.

    Im Moment arbeite ich 3-4 Tage zuhause, so dass auch tagsüber Strom verbraucht wird.


    Die Frage ist nun ob es sich lohnt auch die Nordseite zu belegen?


    In der Landesbauordung Baden Württemberg habe ich keine Einschränkungen zu Abstand zum Nachbarn gefunden.

    Gibt´s hier Erfahrungen?


    Ich müsste sowieso ca. 25cm wegen Verschattung einhalten, da das Nachbarhaus einen Dachüberstand auf mein Dach hat.

    - Auf der Süd-Ostseite habe ich ca. 25-30cm Dachüberstand. Muss hier ein Abstand muss zum Dach ende eingehalten werden oder kann bis zum "Rand" bestückt werden?


    Im Zählerschrank sollte noch genug Platz sein (Foto folgt). Kann die Technik in den Heizraum dahinter oder wird´s da im Winter zu warm?

    Da im Sommer die Ölheizung das Warmwasser macht, könnte man hier auch über eine Warmwasserbereitung durch Solarenergie nachdenken.

    Hierfür ist der 30Jahre alte Warmwasserspeicher vermutlich nicht ausgelegt und es müsste noch investiert werden. Auf eine Solare Brauchwasserunterstützung habe ich bisher verzichtet,

    da ich nicht wusste wie ich die Rohre in den Heizraum bekomme.


    - Können die Kabel der Solaranlage in einem Kabelkanal an der Außenwand verlegt werden, und wie kommt der Strom dann wieder ins Haus. Der Artikel zu VDE 2100-712 hat mich total verwirrt obwohl ich elektrotechnisch vorbelastet bin.


    - Wie sehr muss ich mich beeilen, da an verschiedenen Stellen davon gesprochen wird, dass die EEG Fördertöpfe dieses Jahr aufgebraucht werden.


    - Kann ich vor/nach der PV Installation noch den Stromanbieter wechseln, bzw. gibt es Stromanbieter die eventuell Zuschüsse geben?


    Vielen Dank im Voraus.


    Gruß

    Andreas

  • Ohne Bilder kann man zu de Dach noch nicht viel sagen außer dass es (gerade bei wenig Fläche) sinnvoll ist über "Nord" bei der Dachneigung und spezifschem Ertrag gar nicht erst nur nachzudenken.


    7,00m x 4,40m Platz und auf der Nordseite 5,00 x 4,00m

    Süd entweder quer belegen (4x4=16 "standart"Module) oder 72Zeller (max.14st möglich?)

    Nord könnten mit sehr kurzen Astroenergy 310Wp gerade noch 3 Module quer in eine Reihe passen - 12 Module bei völliger Überdeckung u.U möglich? - ziemlich sicher gehen aber 8-10st 72Zeller(2*1m)


    Insgesamt schätze ich die maximale Kapazität auf knapp unter 10kWp und damit gar nicht unattraktiv.



    Bezüglich Eigentromnutzung und der Heizung würde ich die aktuellen BAFA Förderungen für eine Umstellung auf eine Wärmepumpe prüfen - hier kommt ggf ein schlankes Wärmeluftpümchen in Frage was neben der sehr günstigen Warmwasserbereitung eine Investition in die Zukunft darstellt.

    Im Winter musst du aber mit der kleinen PV Strom zukaufen - nur das dass gleich klar wird!


    Ich wollte eigentlich eine Brauchwasserwärmepumpe vorschlagen um die Abwärme der Heizung und des WR nutzen zu können - denke aber dass du neben der PV ein grundsätzliches Energiekonzept brauchst!!!


    Gruß Flo



    pS auf deine Fragen gehe ich heute nicht mehr ein... morgen... :sleeping:


    In der Landesbauordung Baden Württemberg habe ich keine Einschränkungen zu Abstand zum Nachbarn gefunden.

    das musst du wasserdicht prüfen!!!

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Hallo Flo,

    danke für die schnelle erste Antwort.


    Das mit der Wärmepumpe muss ich mir mal anschauen, dann aber nur für Warmwasser.

    Grundsätzlich wurde mir gesagt dass komplett Heizen mit Wärmepumpe bei "Altbau" ohne Fußbodenheizung nicht rentabel ist.


    Gute Nacht.


    Andreas

  • Die Frage ist nun ob es sich lohnt auch die Nordseite zu belegen?

    bei max. etwa 20° ja, dann auch bei genau N



    In der Landesbauordung Baden Württemberg habe ich keine Einschränkungen zu Abstand zum Nachbarn gefunden.

    Gibt´s hier Erfahrungen?

    kein Abstand notwendig



    Im Zählerschrank sollte noch genug Platz sein (Foto folgt). Kann die Technik in den Heizraum dahinter oder wird´s da im Winter zu warm?

    eher im Sommer, nein das braucht nicht viel PLatz. Gut 1m breit an der Wand reicht. Sicherungskasten muss halt auch mit AC Überspannungsschutz nachgerüstet werden.



    - Können die Kabel der Solaranlage in einem Kabelkanal an der Außenwand verlegt werden, und wie kommt der Strom dann wieder ins Haus. Der Artikel zu VDE 2100-712 hat mich total verwirrt obwohl ich elektrotechnisch vorbelastet bin.

    Leerrohr (Alu etc.) an ein Regenrohr außen ran klemmen und unten Bohrung in den Keller, so ist das bei mir (Sommer 2019).



    - Wie sehr muss ich mich beeilen, da an verschiedenen Stellen davon gesprochen wird, dass die EEG Fördertöpfe dieses Jahr aufgebraucht werden.

    ist noch unsicher, wird wohl nicht gestrichen, aber sinkt halt jeden Monat beim aktuellen Zubau


    - Kann ich vor/nach der PV Installation noch den Stromanbieter wechseln, bzw. gibt es Stromanbieter die eventuell Zuschüsse geben?

    klar. Jederzeit, je nach Vertrag und Kündigungsfrist.

    Zuschuss für PV gibt es überregional z.B. bei EWS Schönau, ich könnte dich auch werben und dir dann die Hälfte der Prämie zukommen lassen.

  • Das mit der Wärmepumpe muss ich mir mal anschauen, dann aber nur für Warmwasser.

    Grundsätzlich wurde mir gesagt dass komplett Heizen mit Wärmepumpe bei "Altbau" ohne Fußbodenheizung nicht rentabel ist.

    das stimmt nicht - es kommt auf die definition von rentabel an.

    Den Wärmebedarf des Altbaus kann/muss man so oder so senken - die Öl Kosten werden in absehbarer Zukunft (nicht 1-2 aber durchaus in 5-10 Jahren) drastisch steigen!

    Der größte Vorteil der FBH im gut isolierten Bestandsgebäude oder Neubau ist die zeitliche Entkoppelung von Wärmebedarf und Wärmeerzeugung - Tagsüber kann man die höhere Außenlufttemperatur und Solarstrom nutzen um Wärme in den Estrich zu "pumpen" - aufgrund der geringeren Wärmeverluste kann die Wärmepupe (idR bis ~5 Grad AT) nachts ausbleiben - das steigert die Effizienz zusammen mit den bei FBH niedrigen Vorlauftemperaturen um ca 30-40%.


    Du kommst um die Umstellung gar nicht drum herum - derzeit gibt es gute Förderungen (45% der Kosten!) - die Gelegenheit das zu prüfen würde ich mir nicht entgehen lassen!!!

    DIe Tauglichkeit für eine Wärmepumpe kann man bereits jetzt prüfen und die Vorlauftemperatur, nach hydraulischem Abgleich und dem ENTFERNEN der Heizkörperthermostate, so weit senken dass das Haus angenehm beheizt wird. Sollten dabei einzelne Räume zu kalt bleiben (der Test dauert mehr als eine Woche - bei möglichst stabilen Außentemperaturen) sollte man den Austausch EINZELNER Heizkörper erwägen.


    Eine WP arbeitet mit ausreichend groß dimensionierten HK und angepasster Hydraulik auch mit Vorlauftemperaturen von 40-45°C - das funktioniert gut mit einer Luftwärmepumpe wenn man die Vorlauftemperatur heizlastabhängig steuert - in der Übergangszeit kommt man auf Arbeitszahlen >6 - das bedeutet mit PV Strom heizt man zu weniger als der Hälfte er Öl kosten. Im härtesten Winter bei AT-10°C schaffen viele LWWP immernoch COP3 - damit kostet die kWh Wärme und einem großen Anteil gekauften Stroms max das doppelte der Ölheizung.

    Wen du nähere Daten zu deinem Wärmebedarf und Gebäude nennst kann man abschätzen unter welchen Bedingungen die Wärmepumpe JETZT schon günstiger zu betreiben ist als die Ölheizung .- dass das in naher Zukunft so ist daran habe ich KEINERLEI Zweifel.


    Warmwasserbereitung ist im Vergleich mit der beheizung wesentlich ineffizienter - und die Brauchwasserwärmepumpe kostet fast den Betrag der "großen" Wärmepumpe abzüglich Bafa-Förderung. Scheinbar ist bei dir ja auch mindestens der Warmwasserspeicher fällig? Ich würde dir da gerne ein Konzept zu gesamt Heizungssanierung in Verbindung mit einer optimalen PV "anbieten" - dafür die richtige Anlaufstelle ist aber eigentlich das Forum des "Haustechnikdialog"


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Hallo Floh,


    vielen Dank nochmals für die Tipps. Die Idee mit der Brauchwasserheizung war eher die PV Anlage mit einer kleinen Zusatzinvestition noch besser zu nutzen.

    Bei 40-50 Liter Heizöl monatlich für Warmwasser sollten die Kosten hierfür im Rahmen bleiben, ansonsten wird das Warmwasser weiter mit Öl erwärmt.


    Im Moment steht die Anschaffung einer PV Anlage im Fokus. Wenn die Heizungsanlage dran ist werde ich mich im Haustechnik Dialog anmelden.


    Gruß

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    anbei noch das Bild vom Zählerkasten. Ich werde jetzt mal Angebote von verschiedenen Solarteuren anfordern.


    Bei der Planung hab ich mir einfach mal verschiedene Module von ****24.de herausgesucht die eine hohe kWhp Leitung haben.

    - Kann man hier sagen, dass je höher die Leitung desto besser gilt?

    - Gibt es Module die sich für die Nordseite besser eignen?

    - Ist es O.K. die Module quer zu installieren oder hat das irgendwelche negativen Auswirkungen? Auch Installationsaufwand?

    - Können die Module gemischt werden? Macht es Sinn Lücken mit kleineren Modulen aufzufüllen?

    - Welcher WR ist zu empfehlen?

    - Sollte man eine Wallbox gleich mit einplanen?


    Ich gehe davon aus, dass alle Solarteuren die gängigen Module anbieten.


    Macht es Sinn sich Angebote über ein Internetangebotsportal erstellen zu lassen; wenn ja welches?


    Ich habe vor Ort auch noch 1-2 Solarteure die ich auch anfragen werde.


    Falls ich noch was vergessen habe, bin ich für Tipps dankbar.


    Gruß

    Andreas

  • Die Idee mit der Brauchwasserheizung war eher die PV Anlage mit einer kleinen Zusatzinvestition noch besser zu nutzen.

    ab 800 - ein größerer Speicher und stärkere WP (die keine 8h zum nachladen braucht) geht schnell Richtung 2k - und dort wartet auch schon die Panasonic Geisha mit BAFA Förderung.

    Im Moment steht die Anschaffung einer PV Anlage im Fokus. Wenn die Heizungsanlage dran ist werde ich mich im Haustechnik Dialog anmelden.

    gerne - aber bevor die Brauchwasserwärmepumpe gekauft wird bitte!


    Zitat

    - Kann man hier sagen, dass je höher die Leitung desto besser gilt?

    - Gibt es Module die sich für die Nordseite besser eignen?

    Preisleistung wäre MIR wichtiger - man kann aber die Modulleistung geschickt wählen um gewisse Leistungsgrenzen mit dem Dach nicht zu überschreiten - desweiteren gibt es kürzere und längere Module!

    Zitat

    - Ist es O.K. die Module quer zu installieren oder hat das irgendwelche negativen Auswirkungen? Auch Installationsaufwand?

    - Können die Module gemischt werden? Macht es Sinn Lücken mit kleineren Modulen aufzufüllen?

    quer und Kombinationen aus hochund quer sind möglich

    aufwendigere Montage kann je nach Modul drohen - nicht alle können auf egal welcher Seite geklemmt werden.

    Module mischen geht (außer in Sonderfällen) nur bei Solaredge - das ist die letzte Möglichkeit beim Puzzeln


    Zitat

    - Welcher WR ist zu empfehlen?

    - Sollte man eine Wallbox gleich mit einplanen?

    ICH würde keine Wallbox einbauen wenns kein Auto dazu gibt - Kabel sollte man imho legen.

    WR wird nach der Belegung ausgewählt.

    Achtung Schattentheoretiker!