EFH an der Südlichen Weinstraße mit oder ohne Speicher

  • Hallo zusammen,


    da es mein erster Beitrag ist, erstmal hier eine kurze Vorstellung:

    Ich wohne mit meiner Frau und unserer 4 jährigen Tochter in der Südpfalz (Bornheim, nähe Landau in der Pfalz) in einem 2013 gebauten EFH.

    Wir betreiben für WW und Wärme eine LWWP.


    Seit kurzem "planen" wir eine Photovoltaik-Anlage auf unser (Zelt-)Dach installieren zu lassen. Wir haben auch schon 3 Angebote regionaler Anbieter vorliegen.


    Unser Dach hat jeweils eine "fast genaue" OST, SÜD und WEST Seite die alle drei Anbieter mit jeweils 10 Modulen belegen würde (viel mehr ginge auf die Fläche auch garnicht), so dass wir auf 9,9 KWP kämen (Bild)


    Mit unserem Dach wären wir natürlich fast zu allen Sonnenstunden in der Lage eigenproduzierten Strom zu verbrauchen.



    Alle haben uns Speicherlösungen optional angeboten. Ich bin mir einfach nicht sicher ob wir überhaupt einen nehmen sollten bzw. falls ja welche Größe.


    Unser aktueller Angebotsfavorit (SolarWatt Module, längste Garantie usw... direkt vor Ort) hat einen 4,6KWh Speicher im Angebot. Brutto ca. 4800 EUR (2 Module) je weiteres Modul kämen ca. 1700 Brutto dazu (für 7,2 oder 9,6Kwh)


    Wir haben die Wärmepumpe auf dem gleichen Stromzähler wie der Haushaltsstrom. Wir verbrauchen so aktuell zwischen 6800 - 7000 KWH pro Jahr.

    Allerdings durch die Wärmepumpe natürlich deutlich mehr in den Heizmonaten.


    Ich (versuche) die Verbräuche monatlich abzuschreiben:


    JANUAR 1000 KWh

    FEBRUAR 770 KWh

    MÄRZ 650 KWh

    APRIL 500 KWh

    MAI 400 KWh

    JUNI 400 KWh

    JULI 305 KWh

    AUGUST 305 KWh

    SEPTEMBER 350 KWh

    OKTOBER 510 KWh

    NOVEMBER 700 KWh

    DEZEMBER 900 KWh



    Ich habe mich mit Autarkie oder ähnlichem noch nicht groß befasst aber ich denke dass es in den Sonnenreichen Monaten vermutlich kein Problem ist mit einem >5KWh Speicher fast Autark zu sein.


    Für mich ist Autarkie keine Motivation. Es soll einigermaßen vernünftig sein was wir installieren/finanzieren.


    Realistisch betrachtet werden wir aber nach einem Invest von ca. 14.000 EUR für die PV Anlage in den nächsten Jahren nicht "einfach so" weitere 7.500 investieren können. Das würde auch "pro Speicher" sprechen. Aber trotzdem sollten wir damit kein Geld verbrennen.


    Fast alle Anbieter haben Modulare Speicher angeboten. Die ließen sich theoretisch auch noch nachträglich aufstocken...


    Wie kann ich mir berechnen ob ein Speicher "Sinn" ergibt und falls ja in welcher Größe?


    Gruß


    Nicolas

  • Invest von ca. 14.000 EUR für die PV Anlage

    Wie viele kWp bekommst Du für den Betrag von 14.000€ und was steht in den Angeboten als kWh/kWp für deinen Standort?


    Wenn die PV ausreichend groß ist kannst du für´s erste bei 200 Zyklen mit dem 4,6kWh Speicher mit ca. 1000kWh aus dem Speicher rechnen d.h. ohne Steuer und Abschreibung mit einem Vorteil von ca. 200€ im Jahr rechnen. Konservativ betrachtet kostet dich der Speicher aber ca. 300€/Jahr bei einer Lebensdauer von 15 Jahren. Speicher sind einfach noch zu teuer.


    (Bei den 200€ habe ich 30ct/kWh für den Zukauf und 10ct/kWh für die Vergütung angesetzt.)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

  • Einen Speicher kann man kaufen wenn man Geld zum Vernichten übrig hat - wirtschaftlich ist das nicht - mach dir ruhig die Mühe und lies hier etwas nach.

    Zitat

    Realistisch betrachtet werden wir aber nach einem Invest von ca. 14.000 EUR für die PV Anlage in den nächsten Jahren nicht "einfach so" weitere 7.500 investieren können. Das würde auch "pro Speicher" sprechen

    Im Gegenteil - bevor nicht die produzierende und günstigste Komponente voll ausgebaut ist (nämlich die PV) macht es wirtschaftlich erst recht keinen Sinn einen defizitären Speicher anzuschaffen.

    PV bezahlt sich selbst und verschafft dir - je größer desto mehr - Eigenvorteil - Speicher kostet - im Sommer wenig - im Winter unendlich (weil keinerlei Nutzen)


    Gedankenanstöße: Im Winter (sogar schon in der Übergangszeit) zehrt eure LWWP die gesamte Produktion auf - mit was willst du den Speicher laden? - Im Sommer braucht ihr wieviel Strom über die Nacht? - Ich schätze rund 2-3kWh - Unterstellt man dem (zugegeben gut gewählt!) kleinen Speicher 200Vollzyken "spart" er also pro Jahr ca 120€ - und kostet was


    Welche Dachneigung habt ihr?

    Nord sollte vermutlich mitbelegt werden - das ganze geht wahrscheinlich nur mit Solaredge weil die Strings pro Ausrichtung zu kurz für einen 3phasigen WR sind - alternative KÖNNEN 2st einphasige WR sein - sehen wir falls du hier mit uns planen willst.


    Solarwatt würde ich nicht nehmen - Preisleistung ist wirklich mies und Garantien unnötig/wenns drauf ankommt nix wert.

    Stell deine Dächer vor und wir planen mit dir zusammen DEINE Anlage - je mehr du verstehst von der Materie und den Zusammenhängen desto besser wird DEINE Anlage. Derzeit bist du das Opfer das zur Kasse geführt wird.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Wärmepumpe auf dem gleichen Stromzähler wie der Haushaltsstrom

    Das sagt noch nichts über das Messkonzept. Meinst an "demselben"?

    fast Autark zu sein.

    das bringt bitte was? Im Winter ist das Netz dann aber doch recht.

    einigermaßen vernünftig

    aber dann wegen Limit beim bedruckten Papier einen Speicher haben wollen?


    Bevor ich weitermache - bitte lies meine FAQ https://www.photovoltaikforum.…-pflanze/#wall/comment201 !


    Kurzfassung: Alle 4 Dachseiten belegen, mit SE, ohne Speicher.

    Belegungsplan, Foto Zählerschrank?

  • Hallo ihr drei,


    didimausi, Green_Pirate, pflanze


    Vielen Dank für die Kommentare zum Speicher. Ich habe mich mal (durch das was ich als absoluter nicht-Techniker verstehen kann) durch deine Sammlung pflanze gelesen.


    Ich glaube das Thema Speicher ist aktuell für uns vom Tisch. Wie gesagt, mir/uns geht es nicht um Autarkie oder einen übertriebenen Umweltgedanken. Das was sinnvoll ist JA, das was aktuell nicht wirtschaftlich NEIN.


    Ok, zum Dach:


    Unsere Dachneigung ist 30 Grad.


    Zählerschrank:



    Es liegen 2 dicke Leerrohre vom Dach in den Kellerraum.


    Ich habe einen Dachbelegungsplan eines Anbieters angehängt:




    Ein anderer meinte er würde 10 je Seite allerdings waagerecht legen. Irgendwie sieht das so schon "voll" aus... aber im Ernstfall bekämen wir sicher eine Simulation.


    Alle drei Anbieter haben eine 9,6-9,9 KWp angeboten.


    Anbieter A) 9,6KWp


    Variante 1) Module Solarwatt Vision 60M 320WP (je 170,40 / Wechselrichter Kostal

    Variante 2) Module Solarwatt Vision 60M 315Wp (je 196,40)

    Variante 3) Module Heckert Solar NeMo 60 2.0 320 Wp (je 136,20)

    Dabei ist ein Energiemanagement "Premium" EnergyManager Pro + AC Sensor 63


    In Summe kommen wir in der Variante 1) auf 13.375 EURO


    "Soft"-Facts: Das ist eine Firma aus der nächsten Stadt. Firmeneigentümer kommt aus unserem Ort.

    Alle öffentlichen Gebäude und "viele" Privathaushalte haben ihre PV Anlage von dort.

    Anlage könnte im April/Mai erstellt werden. Im Prinzip "schlüsselfertig" aus einer Hand.



    Anbieter B) 9,6KWp

    Module Viessmann Vitovolt 300 + Wechselrichter von SMA oder Kostal

    Keine Erwähnung eines Energiemanagements


    12.000 Euro BRUTTO


    "Soft"-Facts: Auch ein "Anbieter" aus dem Ort der allerdings eher ein Vermittler ist. Er selbst hat keine Handwerker. Die Durchführung wird von einer Firma mit ca. 100km Anfahrt gemacht.

    Ich empfinde die Garantien von Viessmann als "wenig"...

    5 Jahre Produktherstellergarantie, 25 Jahre auf 80% Leistung... wobei wenn ein Modul kaputt geht ja auch keine Leistung mehr da ist... klingt für mich komisch :-)

    Positiv wäre: Sie könnten die Anlage im Februar installieren.



    Anbieter C) 9,99KWp


    Alternative 1) Aleo Solar, Typ X63 HE 333 Watt mono (je 181,50), Wechselrichter 1 SMA SB3,6 und 1 SMA SB5.0)

    Alternative 2) IBC MonoSol 315


    12.600 BRUTTO


    "Soft"-Facts:

    Auch dieser Anbieter wurde mir mehrfach empfohlen. Man "hört" nur gutes. 10km entfernt.

    Leider hätte er frühestens im Juni 2020 die ersten freien Kapazitäten



    Was meint ihr?

  • Ich habe einen Dachbelegungsplan eines Anbieters angehängt:

    ...drauf gestürzt und...


    Wenn der Schneefang im Osten etwas runtergezogen wird:

    4x14 - das kann man sogar mit einem (Standart) Stringwechselrichter bauen.

    =19,32kWp an 17,5kWp WR (weich).


    nix 9,99 - nix speicher -nix schickimicki solarwatt oder sonstwas - ich hab mal saugünstige 345Wp Q-Cells angenommen.

    Kreuzrahmen wäre bei denen auch nicht nötig (günstiger) - ich find Module nah am Dach auch schicker.



    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Danke Green_Pirate


    Nur mal so für einen der sonst nur am PC sitzt und sich mit Logistikprozessen befasst: Module mit Nordausrichtung? Bringen die "Ertrag"?

    Die Module an sich machen den Preis ja nicht "fett", bräuchten wir dann noch mehr Wechselrichter usw? Aktuell sind 2 Stück geplant...

    Auf der Nordseite ist eine SAT-Schüssel (ok... aktuell hängt nur noch ein TV dran, rest läuft über Magenta VDSL Dingens) und ein Schornstein (ziemlich gegen die Spitze gehend. Ich Vielleicht gingen da nur 12 Module drauf...

  • pvgis ist auch dein Freund. Anleitung siehe Wissen bzw. Link in meinen FAQ. 30 Grad Nord kann sich tragen, ist kein Knaller, aber für WP-Betrieb an schwachen Tagen dankbar. Anlage könnte man dann (nahezu) verlustfei gar hart bauen falls man das möchte.

    Zeltdach allseitig kann idR mit 1-2 WR gebaut werden, siehe FAQ.

  • Nur mal so für einen der sonst nur am PC sitzt und sich mit Logistikprozessen befasst: Module mit Nordausrichtung? Bringen die "Ertrag"?

    Schreib mal Dachneigung und Standort des Zeltchens

    "gefunne - des steht in bornnem"


    und ich sag dir was jede einzelne Fläche und die ganze Anlage bringen kann. Stichwort


    Die Module an sich machen den Preis ja nicht "fett", bräuchten wir dann noch mehr Wechselrichter usw? Aktuell sind 2 Stück geplant...

    Das ist (idR so auch bei dir) schon einer zuviel.

    =19,32kWp an [EINEM] 17,5kWp WR (weich).

    geht natürlich auch n 15er - Dach sieht aber flach aus und ich finde ne PV ohne Verbauchslogging ist wie n Fahrrad ohne Schaltung.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!