Solarthermie, Tipps und Sonderausstattung

  • Auch wenn wir hier im PV-Forum sind. Viele von uns haben schon Solarthermie oder wollen sich zusätzlich eine Anlage bauen.

    Evtl. hilft es auch dehnen, die mit ihrer Solarthermie unzufrieden sind.


    Hier geht es um normale Standard-Solaranlagen mit Frostschutz im Kreislauf.

    Manches was hier steht läst sich auch auf Steam-Back oder Drain-Back Anlagen anwenden. Das muß der Nutzer da aber selbst entscheiden.

    Ich habe es nur an meiner Standard-Anlage umgesetzt.


    Wer eine Solarthermie mit Heizungsunterstützung hat, dem wird oft gesagt "Perfekt, mehr geht nicht".

    Oft sind die Anlagen nicht optimal geplant und gefertigt und Fortschritte gibt es bei ST nur wenige.

    Wenn dann spricht es sich nicht ausreichend herum u. wird daher selten umgesetzt.

    ST hat deshalb nicht mehr den besten Ruf.

    Aber, man kann viel mehr aus einer Solarthermie rausholen als es bei "Standard" üblich ist.


    Habe meine Anlage selbst gebaut, einiges Erweitert und geändert. Meine Erfahrungen möchte ich weiter geben.


    Das hier ist sehr ausführlich beschrieben, damit Anfänger auch damit zu recht kommen. Die Profis mögen Nachsichtig sein.


    Will nicht behaupten das ich "DIE ANLAGE" gebaut habe, aber evtl. sind einige meiner Arbeiten für Andere hilfreich.

    Kurz meine Anlage: 15m² In-Dach-kollektoren, Warmwasserspeicher, 0,5m² Heizungswasserspeicher, 20m² Kellerspeicher, ein Heizkörper für Überschußvernichtung u. Überschußverwertung.



    Erst mal Tipps zum Neubau oder für Erweiterung einer PV:


    Die Dicke der Rohre möglichst gering halten.

    Wenn wegen der Kollektorfläche z. B. 18mm Rohr oder 22mm Rohr möglich sind, dann 18mm wählen.

    Dünnere Rohre haben wegen geringerer Oberfläche geringere Wärmeverluste.

    Die Fliesgeschwindigkeit muß ausreichend hoch sein um Luftblasen (Microluftblasen) mit zu reissen.

    Die erreicht man eben bei dünneren Rohren schneller, was natürlich mit weniger Pumpenleistung möglich ist, weil weniger Flüssigkeit bewegt wird.


    Wegen der Pumpenleistung sollte der Strömungswiderstand für das Glykol-Wasser-gemisch gering gehalten werden.

    (der ist beim Gemisch ohnehin schon höher als bei reinem Wasser):


    Die Schnittstellen der Rohre sorgfälltigst entgraten. Besonders beim Rohrschneider, aber auch mit der Säge bleiben Grate stehen.

    Beim Test mit dem Finger sollte am Besten nichts mehr vom Grat zu spüren sein.


    Möglichst keine Rohrwinkel sonder nur Rohrbögen verwenden.


    Wellrohr auf keinen Fall über längere Strecken verwenden. Der Strömungswiderstand ist enorm.

    Wellrohr nur für kurze Übergänge z. B. beim Speicheranschluss einsetzen.


    Vom Kollektor bis zum Speicher u. zurück kommen da einige Stellen zusammen die den Strömungswiderstand unnötig erhöhen können.

    Da eine Solarthermie normal einige Jahre in Betrieb ist, macht sich das bemerkbar.

    Denn weniger Strömungswiderstand bedeutet weniger Pumpenleistung => weniger Strombedarf = Geld gespart.

    Der Aufwand ist einmalig, die Ersparnis so lange die Leitungen existieren.

    Die Kollektoren wird man möglicherweise irgend wann ersetzen, die Leitungen bleiben meistens.


    Wer Aufdachkollektoren verwendet muß die Isolierung der Anschlüsse u. den Temperaturfühler samt Kabel schützen.

    Erst mal vor der Sonne, denn die greift mit der Zeit so gut wie alle Kunststoffe an.

    Dann auch noch vor Tieren.

    Raben u. Marder haben schon so manche Anlage geschädigt oder ausser Betrieb gesetzt.

    Wenn selbstklebende Alufolie die Rohrisolierung auch vor der Sonne schützen mag, aber ein Raabe kriegt die Alufolie klein.

    Wenn der Raabe den Temp. Sensor nicht aus der Führung ziehen kann weil mit Kabelbinder fixiert, dann beist der Marder das Kabel durch.

    Also, an Alles denken u. Blech u. Panzerrohr einsetzen.

    Denn jedes Mal nach einem (nicht sofort endeckten Defekt) wieder aufs Dach zu müssen ist sehr lästig u. je nach Wetter gar nicht möglich. Schade um die entgangenen Erträge.




    Zur Anlage:

    Viele haben ST nur für Warmwasser. Viele eine ST die auch die Heizung untersützen kann.

    Beides kann man verbessern.


    ST für Heizung u. Warmwasser:

    Bei ST für Heizung werden oft nur kleine Speicher eingesetzt.

    Als Empfehlung lies man immer wieder von ca. 100 Liter Speichervolumen pro m² Kollektorfläche.

    Das ist meines Erachtens viel zu wenig. So verschenkt man vor Allem im Frühjahr u. Herbst viel Energie.

    Beim kleinen Speicher reicht es eben bei einer kühlen Nacht nicht bis zum nächsten Morgen, oder schon gar nicht für die nächsten Tage mit Schlechtwetter.

    Dabei hat doch vorher tagelang die Sonne gescheint.

    Mit dem größeren Speicher sind ein paar kühlere Tage überbrückbar.

    Mit dem Saisonalspeicher, je nach Grösse, auch Wochen.

    Die Aussage, daß der große Speicher nicht voll wird, stimmt nur bei schlechtem Wetter u. im Winter. Das hat's aber nicht immer.

    In unseren Breitengraden ist die Sonne auch im Frühjahr u. Herbst oft genug da u. auch kräftig genug den Speicher voll zu laden.

    Beim Saisonalspeicher beginnt man ja auch schon die Sommersonne ein zu fangen.

    Ich würde eher mind. 500 Liter je m² vorsehen, aber Platz u. Geldbeutel entscheiden da ja noch mit.

    Wer die Kosten nicht scheut:

    Saisonalspeicher gibt es in allen Grössen u. Bauarten für alle möglichen Keller u. auch für's Eingraben im Garten.

    Ein großer Speicher reduziert auch die Tage an denen die Anlage in Stagnation geht.


    (weil der Text zu lang ist, gehts unten weiter)

    6,5 kwp gesamt, ost, süd, west, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.

  • (die Fortsetzung)


    Jetzt zur Sonderausstattung:


    Die Überschußverwertung:


    Was ist mit Überschußverwertung gemeint?

    Wenn alle Speicher geladen sind, oder wenn die Temp. am Kollektor nicht reicht um die Speicher zu laden, dann ist die Energie der Kollektoren nicht nutzbar.

    Sie geht bei normalen Anlagen verloren. Schade drum. Diese Energie kann man nutzen!

    Da kann man sowohl bei nur Brauchwasser als auch bei Heizungs- u. Brauchwasseranlagen was dazu bauen.

    Ganz einfach: Einen Heizkörper!


    Der wird im Solarkreislauf einbaut, wird direkt von der Solarflüssigkeit durchströmt u. in der Steuerung wie ein Speicher behandelt.

    (Die Idee gibt's schon länger, nur gebaut wird's eigentlich nur von Bastlern)

    Der Heizkörper darf natürlich keinen Termostat haben.

    Z.B.: Wenn dann alle Speicher gefüllt sind, oder wenn die Temp. am Kollektor nicht reicht um die Speicher zu laden, dann prüft die Steuerung ob die Temp. am Kollektor höher ist wie im Keller. Je nach Keller kann es da schon richtig kalt sein, aber selbst bei neuen gut isolierten Kellern ist der Keller meist kalt genug.

    Dann schaltet die Steuerung ein 3-Wege-Ventil um und der Solarkreislauf geht über den Heizkörper. Die Wärme ist im Haus u. geht nicht verloren !!!


    Natürlich muß die Steuerung vorgesehen sein für einen zusätzlichen Speicher.

    Damit man den Keller nicht überheizt gibt es in den meisten Steuerungen eine max. Temp. die das dann begrenzt.

    Der Temp. Fühler sitzt da halt nicht am/im Speicher sondern im Raum oder z.B. oberhalb des Heizkörpers.

    Wenn der dann warm wird, dann heiss wird, registriert der Fühler die aufsteigende Hitze u. die Steuerung schaltet den HK ab.

    Wichtig: Wenn die vorhandene Steuerung zwar einen zusätzlichen Speicher verwalten kann, aber keine Temp. Begrenzung für die Funktion hat, sollte eine neue Steuerung her.

    Der Heizkörper kann ohne Temp. Begrenzung bei viel Sonne auch weit über 100° bekommen.

    Wenn der Heizkörper an einem ungeeignetem Platz steht wird's dann gefährlich!


    Natürlich ist es Aufwand so einen Heizkörper zu installieren und die Rohrleitungen zu verlegen. Aber, wenn man z.B. den Heizkörper im Kellerflur an der Wand zum Heizraum anbaut, ist der Aufwand schon überschaubar.


    Der Ertragsgewinn ist beachtlich.

    Wenn Morgens oder Abends die Kollektoren nur wenig Sonne bekommen wird der Heizkörper versorgt.

    Wenn wärend des Tages die Sonne für die Speicherladung nicht reicht wird der Heizkörper versorgt.

    Morgens geht die erste Energie in den Heizkörper, später bei höheren Temp. dann in die (nach der Nacht) kühleren Speicher, dann am Abend wenn die Speicher gefüllt sind, wird der Heizkörper mit richtig viel Energie versorgt. Dann mit schwächerer Sonne immer weniger bis die Anlage abschaltet.

    Die Heizung (Gas, Öl, WP, usw.) bleibt aus, oder muß zu mindest weniger leisten.


    So einen Heizkörper kann man auch an eine nur für Brauchwasser genutzte ST einbauen.

    In dem Fall ist der Ertragsgewinn noch deutlicher. Da ein WW-Speicher ja hohe Temp. braucht (verbrauchen bis runter auf 40° ist Minimum) muß die ST um Einiges über diesen 40° herbringen. Wenn sie das Brauchwasser nicht aufheizen kann wird es von einer anderen Energie aufgeheizt. Dann sind sogar 50 - 60° im Speicher u. die ST müsse da drüberkommen um eine Einsparung zu bewirken.

    Da gibt es also viele Zeiten in denen die ST die hohen Temp. nicht schafft u. deshalb der Heizkörper die Energie erhalten kann.

    Bei nur Brauchwasser wär es natürlich sinnvoll auch einen Speicher vor zu sehen. Aber da ist der Aufwand größer u. es kostet mehr.

    Mit dem Heizkörper steigt der Ertrag dann auch bei einer Brauchwasseranlage auf erstaunliche Werte.


    Es geht noch Besser:

    Wer eine LWWP hat kann die Luft vorwärmen die sich die WP nimmt.

    Wenn die Luft von aussen angesaugt wird, dann einem Wasser/Luft Tauscher im Ansaugrohr der WP einbauen.

    Die Tauscher gibt es fertig zu kaufen. Man kann auch Basteln u. einen Heizungswärmetauscher vom Auto nehmen.

    Da die Aussenluft auch mal in den Minus Bereich kommen kann, braucht die ST nur minimale Sonne und schon gibt's angewärmte Ansaugluft für die WP.


    Wenn, wie bei vielen kleinen Brauchwasserwärmepumpen üblich, die Luft aus einem Raum angesaugt wird, kann der Heizkörper in den Raum gebaut werden u. so auch die Ansaugluft erwärmen u. damit die WP untersützen.

    Der Stromverbrauch der WP sinkt auf jeden Fall.



    Es gibt auch andere Möglichkeiten die Überschußverwertung zu realisieren:

    Z.B. Mit einem Wärmetauscher den Solarkreislauf direkt mit dem Heizkreislauf verbinden u. so die Wärme über die vorhandene Heizung im ganzen Haus verteilen. Der WT könnte dann die Wärme vor der eigentlichen Heizung (Kessel, WP, usw.) einbringen u. so den Rücklauf anheben. Die Heizung würde wegen der höheren Temp. dann nicht, bzw. später anspringen.

    Diese Art braucht aber viel mehr Aufand z. B. muß die Heizungspumpe laufen ohne das der Kessel an ist. Die Heizung soll keine Wärme in den Solarkreislauf einbringen. Daher braucht es Ventile die beide Kreisläufe vom WT abkoppeln.

    Und man muß auch die Speicher auskoppeln, den man will ja jetzt nicht den Speicher leeren sondern von der ST ernten.

    Es geht, aber viel viel Aufwand. Mir war's zu viel, ich habe das mit dem Heizkörper realisiert.



    Die Überschußvernichtung:


    Das eine ST sehr oft in Stagnation geht ist bekannt.

    Die Nachteile sind, die Solarflüssigkeit wird mit der Zeit unbrauchbar (wer das übersieht bekommt echte Probleme => verstopfte Kollektoren u. Rohrleitungen). Die große Hitze kann den Kollektoren schaden. Die Rohrisolierungen nahe beim Kollektor halten das nicht aus. Bei vielen Rohrisolierungen beträgt die max. Temp. 140°. Die Stillstandstemp. von Kollektoren gehen oft auf 200° u. mehr!


    Schon oben bei Überschußverwertung habe ich die hohen Temp. angesprochen die am Heizkörper möglich sind wenn keine Temp. Begrenzung eingebaut ist. Ohne Temp. Begrenzung läst sich also eine Überschußvernichtung mit dem gleichen Heizkörper aufbauen.

    Wird der Heizkörper für beide Zwecke verwendet muß er wegen der Vernichtung auch ausreichend groß sein und er braucht natürlich einen besonderen Standort.

    Da, wo Personen oder Kinder Kontakt mit dem Heizkörper bekommen können ist das TABU.

    Bei meiner Anlage wird der Heizkörper im Sommer 120° heiss! Die Hitze im Kellerraum bringe ich mit einem Gebläse ins Freie.

    So unglaublich es klingen mag, aber die extrem hohe Temp. ist nicht so gefährlich. Die abgestrahlte Hitze ist so enorm, da kommt man nicht unabsichtlich dran, da geht man nur in die Nähe wenn man muß.

    Anders sieht es aus bei Temp. von "nur" 70°. Bevor man da die Gefahr bemerkt hat man sich die Finger verbrannt.

    :ironie:(Besonders gefährlich sind da Gartenpartys im Sommer. Die ST glüht, der Kellerheizkörper auch.

    "Zeig mal deine Anlage" u. dann drängeln 6 Personen in kurzen Hosen u. T-Shirt in den Keller)


    Wenn also ein Heizkörper für beide Zwecke nicht geht, dann halt 2 Heizkörper.

    Einer im Flur für die Überschußverwertung, einer für die Überschußvernichtung. Wo hin damit?

    Z.B. in einen Kellerschacht. Da ist er vor Berührung sicher u. mit einem zusätzlichen Gebläse wird er die Wärme auch los.

    Der zusätzliche Aufwand für einen extra HK für die Überschußvernichtung ist meist beachtlich.

    Der besondere Standort bedingt meistens eine aufwändige Rohrführung. Die Rohre mussen wegen der großen Hitze gut isoliert sein.

    Der HK muß groß sein (je nach Anlage), ein zusätzliches 3-Wege-Ventil braucht man, je nach Standort ein Gebläse das sich autom. einschaltet, evtl. einen Berührschutz u. eine Steuerung die noch einen weiteren Speicher verwalten kann.

    Bei den meisten Steuerungen wird's dann knapp. WW-Speicher, Heizungsspeicher, Überschußverwertung, Überschußvernichtung macht zusammen 4. Aber auf die Überschußvernichtung kann man ja verzichten wenn man die Stagnation in kauf nimmt.

    Oder man kauft die Steuerung die Alles kann.


    Noch ein paar Hinweise (die eigentlich logisch sind, ich wills nur sicherheitshalber erwähnen):

    Der/die Heizkörper bringen zusätzliche Flüssigkeit in die ST. Das Ausdehnungsgefäss muß daher noch Kapazität haben.

    Normal ist das nie so knapp bemessen. Es sollte reichen, den ein moderner Flachheizkörper hat wenig Wasservolumen.

    Aber Beachten muß man das. (Druck in der Anlage bei hohen Temp. prüfen)

    Ein Heizkörper hat einen max. Betriebsdruck. Der Druck in der ST muss da natürlich drunter liegen.

    Der Heizkörper braucht auch ein normales Entlüfterventil. Vorsicht beim Entlüften wenn die ST hohe Temp. liefert.

    Wer bei z.B. 120° am Heizkörper das Ventil aufdreht bekommt heissen Dampf ab!!



    Die Steuerung:

    Eine gute Steuerung ist einstellbar. Nicht nur für ein paar einfache Standardanlagen.

    Wer ST mit WW, Heizung u. die Überschußverwertung haben will braucht eine Steuerung die mind. 3 Speicher ansteuern kann u. die eine Maxtemp. auch für den 3ten Speicher (den Heizkörper) verwalten kann.

    (Manchmal ist beim 3ten Speicher nicht alles möglich was beim 1 u. 2ten selbstverständlich geht. Das steht aber nicht im Angebot/Verkaufsprospekt sondern nur in der Anleitung, daher Vorsicht beim Kauf)


    Dann kommen im Laufe der Zeit noch Ideen .....

    - die Wärme zu bestimmten Zeiten in den Pool umleiten.

    - die Pumpe für den Gartenteich könnte man auch nur betreiben wenn die Sonne scheint.

    - .....

    - eine "Schnee abschmelzen Funktion" für die ST einbauen (Beschreibung siehe unten)


    Sollte die ST schon älter sein, kann schon deshalb der Ertrag steigen weil die neue Steuerung besser regelt u. mehr kann als die Alte.


    Es kann daher nicht Schaden eine Steuerung zu nehmen die mehr kann als nur ST. Kommt halt darauf an wie Bastelbegeistert man ist oder wird. Die Preisunterschiede zwischen "Standard" u. "kann fast Alles" sind manchmal gar nicht so groß.

    Empfehlungen gebe ich an dieser Stelle keine. Wer meine Beiträge liest findet den Hinweis.



    (nochmal eine Fortsetzung unten)

    6,5 kwp gesamt, ost, süd, west, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.

  • (es geht weiter)


    Schnee abschmelzen Funktion (SchnabFun)

    Die Funktion geht normal nur bei Flachkollektoren, bei im Dach integrierten besser als bei Aufdachanlagen.

    Bei Röhrenkollektoren nützt sie nichts, da die Röhren nicht von der Solarflüssigkeit durchströmt werden.


    Die Solarsteuerungen muß schon programmierbar sein damit man das komfortabel umsetzen kann.

    Hier die Tipps u. die Beschreibung des bewährten Ablaufs.

    Bei Schneefallbeginn wird die SchnabFun manuel ausgelöst. (An einem Sensor, der Schneefall zuverlässig erkennt arbeite ich noch.

    Eine Idee ist schon vorhanden, aber die Umsetzung dauert wohl noch).

    Liegt die Kollektortemp. unter 20° startet die SchnabFun, die normalen Solarfunktionen werden vollständig abgeschalten damit sie mit der SchnabFun nicht quer laufen, die Solarpumpe läuft an.

    Für z.B. 5 Min. wird Wärme aus dem Brauchwasserkessel entnommen (über den WT der ST). Weil dann meist mehr als 20° am Kollektor ankommen würde die Funktion sofort wieder stopen. Daher hat die SchnabFun eine Mindestlaufzeit von ca. 6 Min..

    Nach den 5 Min. wird die Wärme aus dem Heizungsspeicher entnommen (über den WT der ST).

    Da der unten viel kühler ist wie der WW-Speicher kommt jetzt am Kollektor weniger als 20° an. Die SchnabFun bleibt daher in Betrieb.

    Die Mindestlaufzeit ist inzwischen abgelaufen.

    Ab jetzt ist die Solarpumpe auch nicht mehr kontinuierlich an, sondern wird so geschalten, daß am Kollektor noch ca. max. 5° anliegen. Bei Absinken unter 5° schaltet die Solarpumpe wieder ein bis die 5° wieder erreicht sind.

    Wenn durch Sonne die Koll.temp. auf mehr als 20° steigt wird die SchnabFun abgeschalten, die normalen Solarfunktionen wieder ein.

    Die max. Laufzeit der SchnabFun wird noch begrenzt auf einige Stunden u. sie muß auch manuel ausgeschaltet werden können.


    Natürlich muß man die Laufzeiten u. Temperaturen auf seine ST abstimmen.

    Aber so bleibt der Schnee nicht auf den Kollektoren liegen, er schmilz sofort.

    Wenn man die SchnabFun erst auslöst wenn schon Schnee auf dem Koll. liegt, dauert das Abschmelzen natürlich länger.

    Kommt halt sehr auf die Schneehöhe u. auf den Anstellwinkel der Kollektoren an.


    Wenn dann die Sonne rauskommt (nach dem Schneegestöber oder am nächsten Tag) ist die ST sofort startklar für's Energie ernten.

    Die Ertragssteigerung ist bei überlegtem Einsatz auf jeden Fall höher wie der Energieaufwand für's freihalten der Kollektoren. Vor Allem, wenn man die Energieverwertung mit Heizkörper schon hat.


    Wenn man keine programmierbare Steuerung hat, kann man Pumpe u. Ventile natürlich manuell schalten. Aber da muß man ständig beobachten wie's aussieht, sonst wird unnötig Energie verschwendet u. der Vorteil den das Schnee abschmelzen hätte wird sehr schnell zum Nachteil.




    Freu mich auf Eure Beiträge und Ideen


    Gruss Schraubermeistro

    6,5 kwp gesamt, ost, süd, west, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.

  • Hab etwa bis zur Hälfte gelesen. Die Idee, überschüssige Wärme im Keller zu verheizen, erscheint mir absurd. Überschüssige Wärme gibts wenn überhaupt nur außerhalb der Heizsaison (jedenfalls bei mir), und da bin ich froh um jedes Grad, das der Keller kühler ist als der Rest des Hauses. Niemals würd ich da eine Wärmequelle einbringen.

    Ansonsten schönes Bastelprojekt, da hast du sicher Spaß gehabt!

  • Wie viel -nutzbaren- Ertrag liefern die 15m² denn?


    Meine Erkenntnis mit 13m² FK@2000l Puffer ist: zu wenig.

    In den letzten 6 Wochen (Nov und Dez bis heute) stehen gigantische 120kWh auf dem WMZ

    Den ganzen Sommer über gibt es mehr als genug Brauchwasser und der Heizungsraum im Keller hat annähernd 30°C

    von den 5500kWh jahreertrag bei mir fällt min. 75% in die Zeit ohne Heizungsbedarf, letztes jahr waren es im dez/jan/feb

    400kWh für die Heizung.


    Fast egal welche Konstellation, insbesondere das greenwashing von Gas und Ölheizungen,

    macht die Thermie zu einer fossilen Anhangtechnik im EFH/MFH.

    Sobald man davon weg ist und eine Wärmepumpe hat, sinkt der Nutzen im Vergleich zu mehr PV gegen 0.


    Im kleinen Stil kostet die Anlagentechnik zu viel und, außer in Eigenleistung, sind die Kosten viel zu hoch,

    zudem kann kaum ein Heizungsbauer solche Anlagen vernünftig planen und umsetzen.


    Vieles der Ausführungen ist leider z.T. halb richtig oder falsch, mehr als 200l/m² Kollektor ist z.B. unnütz,

    eher sollte man vernünftig die Abnahme der Energie planen und einen guten Kompromiss

    in einer simplen aber funktionellen Hydraulik suchen, die wenig Steuerungaufwand benötigt.


    wichtig ist vor allem:

    Kollektor auf mind. 45°Neigung nach S/SW/SO ausrichten.

    Hohen Durchsatz im primärkreis, gezielte drehzahlgeregelte Abnahme auf Wunschtemperatur

    im Sekundärkreis, ggf. mit Direktheizung.

    Hier ist eine gute Inspiration für eine Anlage: http://www.hjkonline.de/Bastelordner/Bastelseite.html

    und: https://www.haustechnikdialog.…Hydraulikplan-begutachten

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5

  • Überschüssige Wärme gibts wenn überhaupt nur außerhalb der Heizsaison (jedenfalls bei mir), und da bin ich froh um jedes Grad, das der Keller kühler ist als der Rest des Hauses.

    Hast Du es wirklich gelesen? Wenn ja, hast Du es nicht verstanden. Lies das Beispiel nochmal durch.



    Das Jahr besteht nicht nur aus den schlechtesten Monaten (Nov., Dez. Jan) des Jahres.

    Es ist auch nicht den Rest des Jahres Sommer!

    Hab ja geschrieben besonders im Frühjahr u. Herbst gibt's viel zusätzlich zu ernten.


    Das Heizungsbauer oft ein Problem haben, da geb ich Dir recht. Aber eben auch nicht Alle.


    Dir ist offensichtlich entgangen, daß es diverse Sonnenhäuser gibt die mit der ST u. einem noch größeren Speicher sogar den kompletten Winter überbrücken. Daher ist "unnütz" einfach nur falsch u. kurzsichtig gedacht.

    Das die Energieabnahme gut geplant sein muß, da geb ich Dir wieder recht.

    Aber es ist wie bei "45°Neigung". Das ist super. Das mußt auch machen können.

    In unserer Gemeinde ist Aufständern verboten. Nur parallel zum Dach ist erlaubt u. bei uns müssen die Dächer flach gebaut werden. Glücklich wer ein altes Haus mit steilerem Dach hat.

    Aber in alten Häusern ist dann die Heizungsanlage (Energieabnahme) selten modern.

    Wegen "drehzahlgeregelt". Hab ich nicht geschrieben, daß mit einer neuen Steuerung oft schon viel gewonnen ist.

    Das hat aber eben auch nicht jeder.

    Nicht jedes Haus ist ein Neubau!

    6,5 kwp gesamt, ost, süd, west, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.

  • Hast Du es wirklich gelesen? Wenn ja, hast Du es nicht verstanden. Lies das Beispiel nochmal durch.

    Nö, so spannend finde ich es auch wieder nicht, ich hab es schon verstanden. Aber die Situation, dass die ST Überschüsse liefert und ich gleichzeitig den Keller heizen will, die gibt es zumindest bei mir nicht. Und die Situation, dass das Temperaturniveau nicht hoch genug ist, um den Speicher zu beladen, die gibt es doch auch nicht. Kaltes Wasser hat um die 15 Grad, das kann immer Wärme aufnehmen und steht immer unten im Speicher. mdonau hat völlig recht, ST ist ein Feigenblatt für fossile Heizungen und in Zukunft mit WP und PV m.E. überflüssig und teuer und wird verschwinden.


    Aber ich will dein Projekt nicht schlecht machen, für dich mag das sinnvoll funktionieren - für mich nicht. Ich betreibe ST jetzt seit über 20 Jahren, und wenn man ehrlich ist, spielt die nicht einmal die Zinsen für die (geförderte!) Finanzierung ein, geschweige denn, dass sie sich jemals auch nur ansatzweise bezahlt macht. Eine einigermaßen sinnvolle Anwendung würde ich nur mit wirklich großen Saisonspeichern auf hohem Temperaturniveau sehen (nicht für einzelne Gebäude, eher für ganze Stadtteile).

  • Schraubermeistro


    ST ist ein teures Spielzeug mehr nicht, mag sich für Ein kleines Hotel in den Bergen am Südhang lohnen,


    Ansonsten ist es viel Rauch um nichts! Sorry, aber das ist so!


    Warum? Im Sommer kocht das Ding ständig und keiner braucht Heizung und warmes Wasser.

    Im Winter bringt es nichts weil Wärme nun mal bei 0 grad keine entsteht und das di g nutzlos ist.


    Auf der Gleichen Fläche PV gebaut bringt immer etwas auch wenn wenig Sonne scheint wird der Eigenverbrauch gesenkt und bei schönen Sonnenschein kann man auch Brauch-Wasser oder Pufferspeicher warm machen.

    Im Sommer wenn der Planet knallt, wird der Strom verkauft und deckt so andere Kosten.

    Was machst du im Sommer mit deiner überschüssigen Wärme? Nix weil die keiner braucht.


    15 qm Mit guter PV bringt 3 kwp

    Und das ganze fast wartungsfrei!

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!

  • 13m² FK@2000l Puffer ist: zu wenig.

    In den letzten 6 Wochen (Nov und Dez bis heute) stehen gigantische 120kWh auf dem WMZ

    macht 2,86kWh/d - magst du was zur Ausrichtung sagen?

    15 qm Mit guter PV bringt 3 kwp

    zu obigen Daten passend:

    13m² PV sind gut 7st 60Zeller oder 6st 72Zeller - so oder so >2,35kWp

    ich WETTE dass der Energieertrag bei >1kWh/d liegt - mit einer Wärmepumpe werden daraus min 3kWh Wärme für Heizung oder Brauchwasser.


    Dabei ist PV+Wärmepumpe deutlich wartungsärmer und durch die Möglichkeit der Einspeisung (Im Sommer sind >9kWh/d zu erwarten) auch wirtschaftlicher.

    Wenn man das gesamte Dach Photovolatisch erschliest (was mit ST gar nicht möglich ist) verändert sich das Gefälle weiter zugunsten der PV.


    Hätte ich die Wahl käme ich nie auf die Idee eine ST zu bauen um einen fossilen Brenner zu erhalten.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • macht 2,86kWh/d - magst du was zur Ausrichtung sagen?

    Perfekt: 55°DN und 10-15° Abweichung nach West,

    die Erträge im Detail:

    und Allgemein:

    16+15 Hanwha Qcell G5 Duo 320Wp (9,92kWp). Nach Dachsanierung

    Ausbau auf 16+16 G5 Duo und 15 Sharp NU-SC 360 (15,64kWp)

    an Fronius Symo 12,5