Neue kleine (~ 5 kwp) Anlage. Brandschutz?

  • Hallo


    Ich betreibe schon eine 11,27 kwp Anlage aus 2011 auf meinem Einfamilienhaus in NRW. Nun habe ich noch ein Reihenmittelhaus auf der ich eine ca. 5 kwp Anlage in Eigenregie bauen möchte. Habe 2 x eine Auslegung bekommen vom Solarteur. Einmal Hochkant und einmal Querverlegt. Ich möchte daraus Hoch & Quer machen um das max. aufs Dach zu bekommen. Optik ist für mich Nebensache, es ist aber Ok finde ich.


    Hier das Dach. Ca- 45′ mit Südausrichtung





    So soll es dann mal aussehen:



    Nun habe ich vom Solarteur eine eMail bekommen mit einem Hinweis was den Brandschutz angeht. Hier der Text:


    Brandschutz

    Im April 2019 trat in Nordrhein-Westfalen der §32 der Bauordnung in Kraft, der sich auf die Errichtung von Photovoltaikanlagen auswirkt. In dem Paragrafen werden Mindest­abstände zwischen Dachkonstruktionen einschließlich Solaranlagen und Brandwänden definiert, damit Feuer nicht auf andere Gebäudeteile und Nachbargebäude übergreifen können.

    Für neu zu errichtende Photovoltaikanlagen „aus brennbaren Stoffen“ gilt ein Mindestabstand von 1,25 m zur Brandwand, wenn die Anlage nicht baulich gegen die Brandübertragung gesichert ist. Das heißt, durch die Bauordnung würde die für die Belegung mit Modulen verfügbare Fläche deutlich eingeschränkt. Für Photovoltaikanlagen deren Außenseiten und Unterkonstruktionen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, gilt hingegen eine Abstandsregel von nur 0,5 m.


    Ich denke mal das es mich betrifft oder? Bzw. alle die eine PV Anlage errichten wollen und ein Doppel bzw Reihenhaus haben. Möchte das vorher geklärt haben. Weil wenn ich die Abstände einhalten muss, "lohnt" es sich für mich kaum noch da die Anlage keine 4 kwp mehr hat. Hat da einer Erfahrungen zu, bzw. wo bekomme ich genaue Infos? Bauamt vor Ort?


    Danke und Gruss Stefan

  • Ja, das ist ein leidiges Thema in Bayern und NRW. Nach dem gesunden Menschenverstand ist eine PV-Anlage über dem Dach und damit auch über der Brandmauer, sie ist ja außerhalb des Gebäudes. Dann dürfte man z.B. auch keine Gartenzäune, Bäume, Büsche, Autos oder Mülleimer in die Nähe der Grenze stelllen. Auch Dachlatten sind brennbar und gehen ja über diese Mauer. So würde ich argumentieren, aber ob das was nutzt, kann ich dir nicht versprechen. Entweder du ignorierst es und baust einfach, oder du versuchst, durch Argumentation eine Genehmigung zu bekommen. Am besten wäre es zweifellos, man würde politisch gegen so einen Schwachsinn vorgehen.


    Was deinen Belegungsplan angeht, müssten die drei Ziegelreihen unter den Fenstern eigentlich für eine Quermontage passen. Bei mir reicht das dicke. Schüssel an die Fassade.

  • ine 11,27 kwp Anlage aus 2011 auf meinem Einfamilienhaus in NRW

    hoffentlich längst oder von Anfang an mit Überschusseinspeisung? Wenn nein umgehend Volleinspeisung verlassen, Stichwort EVV.

  • Zitat

    "Ja, das ist ein leidiges Thema in Bayern und NRW. Nach dem gesunden Menschenverstand ist eine PV-Anlage über dem Dach und damit auch über der Brandmauer, sie ist ja außerhalb des Gebäudes. "

    Die PV soll aber ausdruecklich nicht ueber die Brandmauer gefuehrt werden, sonst verloere diese ihren Sinn.

    Zitat

    Auch Dachlatten sind brennbar und gehen ja über diese Mauer. So würde ich argumentieren, aber ob das was nutzt, kann ich dir nicht versprechen. Entweder du ignorierst es und baust einfach, oder du versuchst, durch Argumentation eine Genehmigung zu bekommen. Am besten wäre es zweifellos, man würde politisch gegen so einen Schwachsinn vorgehen.

    Auch fuer Dachlatten gelten ebenso Anforderungen an Brandwandquerungen.


    Brandschutz ist kein Schwachsinn, die Anforderungen an den Brandschutz haben schon ihren Sinn. Was passiert, wenn solche Anforderungen nicht eingehalten werden, kann man sich z.b. zeitnah in Hallstadt (A) anschauen...(und da gab es richtig gute Gruende fuer Abweichungen vom Brandschutz)

    Cordialement!

  • Der Sinn einer Brandmauer kann doch nur sein, eine Brandübertragung durch diese hindurch zu vermeiden, und nicht um die Mauer herum.


    Und ich habe auch niemals behauptet, Brandschutz sei Schwachsinn, ich habe nur gesagt, dass es Schwachsinn ist, sein eigenes Dach nicht mit Modulen belegen zu dürfen. Wenn du mir zeigst, wie eine PV-Anlage über das Dach einen Brand in ein Nachbarhaus überträgt und dass das zumindest gelegentlich vorkommt, dann denk ich neu darüber nach.

  • Ja alles Argumente für oder dagegen. Wo bekomme ich denn eine KONKTRETE Aussage dazu? Bauamt der Stadt? Feuerwehr?


    Oder einfach machen wie gedacht (wie hier die letzten Monate 2-3 Straßen weiter auch) und warten was kommt? Zur Not könnte mann es ja im nachhinein noch ändern. Alternative wäre 1 Modul links und die 3 rechts weg zu lassen. Dann wären noch 12 Module über. Wären bei 340 wp ca 4 kwp.


    Klar ist Brandschutz wichtig, aber was manche Dinge angeht ist deutschland echt ein wenig... Na ja...


    pflanze : Ja ist auf EV!


    Gruss Stefan

  • Ja, das ist ein leidiges Thema in Bayern und NRW. Nach dem gesunden Menschenverstand ist eine PV-Anlage über dem Dach und damit auch über der Brandmauer, sie ist ja außerhalb des Gebäudes. Dann dürfte man z.B. auch keine Gartenzäune, Bäume, Büsche, Autos oder Mülleimer in die Nähe der Grenze stelllen. Auch Dachlatten sind brennbar und gehen ja über diese Mauer. So würde ich argumentieren, aber ob das was nutzt, kann ich dir nicht versprechen. Entweder du ignorierst es und baust einfach, oder du versuchst, durch Argumentation eine Genehmigung zu bekommen.


    Hoffnungslos, der Amtsschimmel wiehert nur.

    Ich rate zu "ignorieren und einfach bauen".


    Die SAT sollte da weg ... ein Modul mehr und weniger Schatten.

    SAT unten an die Fassade ziehen ... Kabel der SAT unter den Pfannen nach unten verlängern und dann durch den Dacchüberstand nah an der Klinkerfassade nach unten durch bohren, da werden irgendwelche Bretter als Verblendung sein, vermutlich weiß gestrichen ... habe ich dieses Jahr 1:1 auch so gemacht, denn eine SAT muss definitiv nicht auf dem Dach stehen.


    Mit Anstellwinkel bei SAT mal den Höhengewinn von ca. 0,5m pro Meter am Boden peilen.

    Ein 5m hoher Baum in 10m Entfernung stört damit nicht.


    PS.: Je nachdem wo der Kamin steht und wie breit das Dach genau ist, in die oberste Reihe hochkant auch noch ein Modul quetschen ... ist aus der Flucht zu den Reihen drunter, aber schief ist englisch....

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat

    Der Sinn einer Brandmauer kann doch nur sein, eine Brandübertragung durch diese hindurch zu vermeiden, und nicht um die Mauer herum.

    Auch über die Mauer hinweg...dafuer muss diese u.U. sogar über Dach geführt werden. Der TE sollte anhand seiner Baugenehmigung herausfinden, welche Anforderungen an diese Brandwand bestehen.

    Zitat

    Und ich habe auch niemals behauptet, Brandschutz sei Schwachsinn, ich habe nur gesagt, dass es Schwachsinn ist, sein eigenes Dach nicht mit Modulen belegen zu dürfen. Wenn du mir zeigst, wie eine PV-Anlage über das Dach einen Brand in ein Nachbarhaus überträgt und dass das zumindest gelegentlich vorkommt, dann denk ich neu darüber nach.


    Du darfst dein eigenes Dach mit Modulen belegen. Aber nur unter Beachtung der Regelungen. Dein Nachbar darf das gleiche... Die Regelung gilt nicht nur für PV, auch für alle anderen brennbaren Aufbauten.


    Wenn du dein Dach bis zum Rand mit brennbaren Modulen belegst, und dein Nachbar das gleiche macht, dann ist es ja wohl klar, das bei einem Dachbrand das Feuer nicht an der Gebäudegrenze abrupt stoppt.

    Wenn du mal die Bildersuche einer Suchmaschine mit Brand Reihenhaus Photovoltaik fütterst, finden sich schöne Beispielbilder dazu...

    Cordialement!

  • Zitat

    Hoffnungslos, der Amtsschimmel wiehert nur.

    Ich rate zu "ignorieren und einfach bauen".

    Klar. Die LBO ist ja auch bloss ein Landesgesetz, kann man ignorieren. Genauso wie rote Ampeln, Fussgaengerüberwege, Bahnschranken usw. Stehen auch bloss dem Tesla-Fahrvergnügen im Wege...

    Cordialement!

  • Was sagt denn die neue Landesbauordnung zur Solar-Pergola?


    Wenn ich damit dann mein Terrassenvordach ... äh die Solar-Pergola ... bauen kann, die ich bis jetzt wegen eines abgrundtief bescheuerten Bebauungsplans in der Stadt mit dem maximal verrücktesten Bauamt nicht bauen kann, doch bauen kann, dann kann ich ja die 5 Module, die Stefan77 verliert bei mir bauen.


    PS.: Nicht jede Regel ist mit gesundem Menschenverstand betrachtet nachvollziehbar oder überhaupt sinnvoll. Wer hat eigentlich die 1,25m gewürfelt, oder gab es die vielleicht auch schon vorher in der LBO und irgendein Horst hat die einfach übernommen ... war halt schon da.

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